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KW10: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Bromance auf dem Schrottkahn
(deutschlandfunkkultur.de, Timo Grampes, Audio: 9:18 Minuten)
In vier Folgen kann man derzeit auf Netflix verfolgen, wie der Heimwerker-Youtuber Fynn Kliemann und der Entertainer Olli Schulz das alte Hausboot des verstorbenen Sängers Gunter Gabriel wieder flottmachen. Die Medienwissenschaftlerin Maren Haffke hat sich die Mini-Serie angeschaut und legt einen Verriss zum Niederknien hin. Absolute Hörempfehlung!

2. Wolfgang M. Schmitt & Ole Nymoen, welche Ideologie verkörpern Influencer?
(influence.podigee.io, Alina Ludwig, Audio: 1:45:19 Stunden)
Wolfgang M. Schmitt und Ole Nymoen betreiben den kapitalismuskritischen Podcast “Wohlstand für alle”. Vor wenigen Tagen ist ihr Buch über Influencer erschienen: “Influencer – Die Ideologie der Werbekörper”. Die Expertin für Influencer-Marketing und Podcasterin Alina Ludwig hat sich die beiden in ihren Podcast eingeladen und spricht mit ihnen über die Kernthesen ihres Buchs.

3. Rechte Propaganda im Bürgerblatt
(youtube.com, Zapp, Video: 11:41 Minuten)
Ein ehemaliger Bundesvorsitzender des NPD-Jugendverbandes Junge Nationalisten und selbsternannter Nationalsozialist verteilt in seiner Gemeinde eine harmlos wirkende Postille: Das “Groß Kramser Blättchen”. Was ist die Strategie dahinter? Und was passiert, wenn die Nachbarn sich wehren? “Zapp”-Reporter Hans Jakob Rausch hat sich auf den Weg nach Groß Krams gemacht und mit den verschiedenen Seiten gesprochen.

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4. Geht der Clubhouse-Boom zu Ende?
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 32:24 Minuten)
Die Chat-App Clubhouse erlebte für einige Zeit einen unglaublichen Hype. Viele Medien und Medienschaffende entdeckten Clubhouse für sich, die künstliche Verknappung durch das “Invite”-System steigerte die Attraktivität. Inzwischen hat sich die Aufregung etwas gelegt. Wie wird es mit der App weitergehen? Was dürfen wir generell von Social Audio erwarten? Darüber hat sich Christian Jakubetz mit dem Onlinejournalisten und Technologie-Experten Martin Hoffmann unterhalten. Nicht auf Clubhouse, sondern geradezu klassisch via Webcam.

5. Was macht gute Podcasts aus?
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz & Serafin Dinges, Audio: 45:02 Minuten)
Beim Hintergrund-Podcast von netzpolitik.org geht es – ganz metamäßig – um das Thema Podcasts: Was ist der Unterschied zwischen Feature-Podcasts und Laber-Podcasts? Wie unterhaltsam dürfen Info-Podcasts sein? Und welche Auswirkungen hat Spotify auf die freie Podcast-Szene?

6. So lächerlich blasen Medien das Interview auf
(youtube.com, Walulis Daily, Video: 7:39 Minuten)
Philipp Walulis schaut sich die Medienreaktionen auf das Oprah-Interview mit Meghan und Harry an. Wie immer mit dem satirischen Blick aufs Absurde.

KW09: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Endlich Wochenende und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen. In unserer Wochenausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Hör- und Guck-Angebote mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

1. Wie gestört ist die Bundespressekonferenz?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 36 Minuten)
Im Übermedien-Podcast unterhält sich Holger Klein mit der langjährigen Parlamentskorrespondentin Anja Maier über die Bundespressekonferenz, wer dort Mitglied werden kann und warum sich Politiker und Politiker dort regelmäßig den Fragen der Medien stellen. Maier war von 2015 bis 2018 im Vorstand der Bundespressekonferenz und bringt somit echtes Expertinnenwissen mit.
Weiterführender Link: In Sachen Bundespressekonferenz eine unentbehrliche Quelle: Der Youtube-Kanal von Tilo Jung, in dem er komplette Mitschnitte der Veranstaltung anbietet.

2. Medienmacher von morgen: Eine Deutschlandreise – ins Digitale
(3sat.de, Stephan Weichert, Video: 44 Minuten)
Die 3sat-Dokumentation porträtiert junge Medienmacher und ihre journalistischen Projekte: Felix Friedrich und Dario Nassal haben die News-App “The Buzzard“ etabliert, Mirko Drotschmann versorgt als “MrWissen2Go” rund zwei Millionen Youtube-Abonnenten. Die “Krautreporter” sind eines der ersten erfolgreichen journalistischen Crowdfunding-Projekte in Deutschland und die beiden Wissenschaftsjournalisten Astrid Csuraji und Jakob Vicar betreiben das Innovationslabor “tactile.news“.

3. Piratensender Powerplay, Episode 29: “Giovanni cancelt die Klimakrise!”
(piratensenderpowerplay.podigee.io, Samira El Ouassil & Friedemann Karig, 60 Minuten)
In der aktuellen Podcastfolge von “Piratensender Powerplay” geht es unter anderem um einen Leitartikel des „Zeit“-Chefredakteurs Giovanni Di Lorenzo zum 75-jährigen Jubiläum des Blatts. Die beiden Podcaster haben einige Fragen: „Wieso stehen in solchen Texten dann nur Beispiele aus den USA? Woran könnte das liegen? Und dann werden die auch noch so lange herumgedreht, bis… nun, gar nichts mehr zusammenpasst. Was ist noch der Unterschied zwischen Reflexion und “Selbstzensur”? Was ist einschüchternder, massive Kritik oder Morddrohungen? Und was hat die New York Post in so einem Text zu suchen?“

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4. Druckausgleich Folge 01: Bin ich eigentlich gut genug?
(journalist.de, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 37 Minuten)
Das Fachmagazin „journalist“ startet einen Podcast, in dem junge Medienschaffende über die Herausforderungen des Berufseinstiegs sprechen. „Das Ziel: den bestehenden Druck ausgleichen, ehrlich über Misserfolge reden und so das Narrativ der perfekten Jungjournalist*innen zu brechen.“ In der ersten Folge geht es unter anderem um das Impostor-Syndrom und die Frage „Bin ich eigentlich gut genug?“

5. Der Feind in meinem Bett – Warum Verlage mit Google zusammenarbeiten
(ardaudiothek.de, Audio: 16 Minuten)
Google lässt sich sein journalistisches Angebot “Google News Showcase” rund eine Milliarde US-Dollar kosten. Das Geld geht an weltweite Medienpartner. In Deutschland mit dabei ist unter anderem die „taz“. Katrin Aue und Thomas Bimesdörfer haben sich mit der „taz“-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann über Chancen und Risiken der Kooperation mit dem Tech-Konzern unterhalten.

6. Drogen auf Telegram: Messenger ohne Grenzen?
(youtube.com, Zapp Medienmagazin, Video: 18:55 Minuten)
Telegram ist eine kostenlose Chat-App, die sich besonderer Beliebtheit erfreut. Wer von Youtube und Facebook wegen permanenter Hassrede, Hetze oder Verschwörungsgerede verbannt wurde, weicht oft auf diesen weitgehend unkontrollierten Messenger aus. In direkter Nachbarschaft: Drogendealer, Waffenhändler, Urkundenfälscher und Extremisten… Das Medienmagazin “Zapp” hat sich bei dem “Messenger ohne Grenzen” umgeschaut.

“Bild” stürmt, Deutschlandstart von “Facebook News”, Die Meteorologin

1. “Bild” stürmt auf Polizisten los, die angeblich Koch-Abend gestürmt haben sollen
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Immer öfter stellt “Bild” den Staat als einen autoritären Herrscher dar, der in Corona-Zeiten seine Bürger und Bürgerinnen angeblich mit allerlei unsinnigen Maßnahmen drangsaliert und terrorisiert. Da passt die Geschichte vom harmlosen Koch-Abend zweier Freunde, der von der Polizei gestürmt worden sei, bestens ins Bild. Boris Rosenkranz hat sich den Vorgang angeguckt und eine ganz andere Geschichte dahinter entdeckt.

2. Facebook holt (fast) alle an Bord
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Annika Schneider, Audio: 4:59 Minuten)
Ab Mai will Facebook in Deutschland ein kuratiertes journalistisches Nachrichtenangebot starten. Bei “Facebook News” sind einige namhafte Medienpartner wie “Spiegel”, “FAZ” und “Zeit” mit an Bord, aber auch kleinere Medien wie die “Nordwest-Zeitung” (“NWZ”) aus Oldenburg. Der Deutschlandfunk hat sich mit “NWZ”-Geschäftsführerin Stephanie von Unruh über die geplante Kooperation unterhalten.

3. Augustus Intelligence klagt gegen Herausgabe von Lobbyschreiben an abgeordnetenwatch.de
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Das im Zuge der Amthor-Affäre bekanntgewordene Unternehmen Augustus Intelligence wolle unbedingt verhindern, dass die Initiativen “Abgeodnetenwatch” und “FragDenStaat” in den Besitz eines Lobbyschreibens kommen, und habe dazu Klage gegen das Bundeswirtschaftsministerium eingereicht, berichtet Martin Reyher. In dem Schreiben habe der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (ebenfalls CDU) um politische Unterstützung für Augustus geworben.

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4. Ein Palast für Frauen
(taz.de, Simone Schmollack)
Silke Burmester hat als freie Journalistin und Autorin bereits für viele Medien gearbeitet. In der “taz” schrieb sie zum Beispiel als “Kriegsreporterin” sieben Jahre lang wöchentlich über die Medienbranche. Nun hat Burmester ein Solo-Projekt gestartet: Palais F*Lu­xx, ein virtueller “Palast für Frauen ab 47 Jahren”, die sich dort auch mit eigenen Texten einbringen können. Simone Schmollack hat sich die Seite näher angeschaut.

5. Guter Film braucht einen guten Ton
(verdi.de, Tilmann P. Gangloff)
Der Ton sei seit Jahrzehnten das Stiefkind der Filmproduktion, findet Medienjournalist Tilmann P. Gangloff, doch nun bekomme das Problem eine besondere Brisanz: Die Zuschauerinnen und Zuschauer von ARD und ZDF würden immer älter, entsprechend wichtiger sei ein guter Ton. Verschiedene ARD-Sender wollen im Rahmen von Pilotprojekten die Sprachverständlichkeit des Fernsehens verbessern, doch das Thema ist komplexer, als man ahnt.

6. Die Meteorologin
(sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Nahezu dreißig Jahre lang trug die Meteorologin Karla Wege im ZDF den Wetterbericht vor, nun ist sie im Alter von 90 Jahren in München gestorben. Die “Süddeutsche” erinnert an eine Frau, die sich ganz dem Wetter verschrieben hatte und dafür verantwortlich ist, dass Wetterlagen auch in Deutschland einen Namen tragen.
Weiterer Hinweis: Sogenannte Wetterpatenschaften, die eben auch auf Karla Wege zurückzuführen sind, für das Jahr 2022 können ab dem 8. September beim Institut für Meteorologie beantragt werden.

Ist das “nd” nah?, Gewinnspiel verliert, Mausgezeichnet

1. Ist das ND nah?
(taz.de, Anne Fromm)
Bei der schwer angeschlagenen linken Tageszeitung “Neues Deutschland” (“nd”) wird derzeit die Umwandlung in eine Genossenschaft diskutiert. Derartige Modelle haben bei “taz”, “Junge Welt” und “Krautreportern” einigermaßen gut geklappt, doch für die “nd” könnte die Situation schwerer sein, findet Anne Fromm: “Ihre LeserInnenschaft ist alt, älter vermutlich als die anderer Zeitungen. Den Großteil ihrer LeserInnen hat das Blatt in Ostdeutschland, viele von ihnen sind treu geblieben aus alter DDR-Verbundenheit, als die Zeitung noch Zentralorgan der SED war. Treten die noch in eine neue Genossenschaft ein?”

2. Gewinnspielportal der Funke Mediengruppe entblößt über 85.000 Datensätze
(heise.de, Jan Mahn)
Das Gewinnspielportal “funke.fun” der Funke Mediengruppe habe nach Informationen von “Heise” versehentlich die Einsicht in Daten von rund 85.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht. Ursache sei eine “schlampig umgesetzte” Prämienaktion. Funke habe den Fall als meldepflichtigen Datenschutzverstoß im Sinne der DSGVO eingestuft und erklärt, die zuständige Berliner Landesdatenschutzbeauftragte informiert zu haben. Außerdem wolle man die 85.664 Betroffenen über den Fall unterrichten.

3. Spiegel’s Digest
(sueddeutsche.de, Cornelius Pollmer)
In der aktuellen “SZ”-Medienkolumne “Abspann” schreibt Cornelius Pollmer über eine besondere Gunst, die gelegentlich “Spiegel”-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern zuteil wird: den werbeträchtigen Vorabdruck ihrer Bücher.

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4. Was es für den deutschen Streaming- und Fernsehmarkt bedeutet, wenn Hollywood-Studios zu Konkurrenten werden
(medienpolitik.net, Thorsten Hennig-Thurau, Ricarda Schauerte, Niko Herborg, Veronika Schneid, Nico Wiegand)
Die von WissenschaftlerInnen und einer Unternehmensberatung durchgeführte Studie “Angriff aus Hollywood” (PDF) beschäftigt sich mit dem Markteintritt der großen Hollywood-Studios ins Streaming-Geschäft und den daraus folgenden Auswirkungen auf den deutschen Streaming- und Fernsehmarkt. Interessant sind auch die Erkenntnisse zur derzeitigen Mediennutzung. So habe das Pay-TV trotz Wiederanpfiff der Bundesliga verloren, während Youtube Zuwächse verzeichnen könne.

5. Inflation berechnen? Lass uns mal Twitter fragen
(zeit.de, Henrik Oerding)
Für viele ist der Kurznachrichtendienst Twitter ein praktisches Instrument, um sich in kurzen Botschaften mit anderen auszutauschen oder den eigenen Standpunkt klarzumachen. Für die Wissenschaft ist Twitter darüber hinaus eine gigantische Datenquelle, die vielfältige, teilweise überraschende Erkenntnisse liefert. Henrik Oerding stellt einige der auf Twitter-Daten basierenden Studien vor. Dabei geht es unter anderem um Inflationserwartungen, die Messung von Erdbeben und eine “Zufriedenheitsforschung”.

6. Klingt komisch, ist aber so
(philomag.de, Matthias Warkus)
Am Sonntag wird “Die Sendung mit der Maus” (WDR) 50 Jahre alt. Im “Philosophie Magazin” huldigt Matthias Warkus dem kleinen TV-Nager und seinen Sachgeschichten: “Alles ist interessant, alles ist zugleich selbstverständlich und wundervoll, aber das heißt nicht, dass deswegen auch gleich alles gut wäre. Das ist nicht die schlechteste Sicht auf die Dinge, und ein hervorragender Ausgangspunkt für die Philosophie.”

Spahn und die Pressefreiheit, AfD-Beilage, Bundespressekonferenz

1. “Ein Bundesminister sollte die Pressefreiheit achten”
(tagesspiegel.de, Jost Müller-Neuhof)
Gesundheitsminister Jens Spahn soll über seine Anwälte vom Grundbuchamt beim Amtsgericht Berlin-Schöneberg verlangt haben, Namen zu Rechercheanfragen von Journalisten von “Spiegel”, “Bild”, “Stern” und “Tagesspiegel” herauszugeben. Bei den Recherchen ging es anscheinend um den Kauf einer Wohnung, die Spahn dem früheren Pharma-Manager Markus Leyck Dieken abgekauft haben soll. Spahn holte Leyck Dieken später an die Spitze der mehrheitlich bundeseigenen Gematik GmbH.
Weiterer Lesetipp: Der Europarat will mehr Transparenz beim Vermögen deutscher Minister – Jens Spahn offenbar weniger (stern.de, Hans-Martin Tillack).

2. “Südkurier” wegen AfD-Beilage in der Kritik
(meedia.de, Sarah Neven-Stieber & Tobias Singer)
Der “Südkurier”, eine regionale Tageszeitung für den Raum Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein, hat mit einer AfD-Beilage viel Kritik auf sich gezogen. “Meedia” hat bei den Verantwortlichen nachgefragt und benennt die entscheidende Problematik: “Muss Parteien der Zugang zu Wahlwerbung ermöglicht werden?”

3. Wurde die Bundespressekonferenz “gekapert”?
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Mathis Feldhoff & Stefan Fries, Audio: 6:22 Minuten)
In der “Süddeutschen Zeitung” beklagten einige Autoren jüngst (nur mit Abo lesbar), dass manche Teilnehmer der Bundespressekonferenz die Veranstaltung für Propaganda und Verschwörungsmythen nutzen würden: “Einige Journalisten und Blogger – vor allem die Namen Boris Reitschuster und Florian Warweg fallen da immer wieder – würden die Veranstaltung sehr erfolgreich als Bühne für Verschwörungsmythen und Fake News nutzen.” Der Deutschlandfunk fragt: “Ist die Bundespressekonferenz zur Bühne für Selbstdarsteller und Verbreiter von Desinformationen geworden? Wurde die Bundespressekonferenz ‘gekapert’?”

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4. Facebook will Journalismus mit einer Milliarde Dollar fördern
(zeit.de)
Facebook und Google haben zwei Monate Zeit, mit den traditionellen australischen Medienhäusern eine Vereinbarung über die Nutzung von Medieninhalten zu treffen. Facebook hatte sich gegen eine derartige Verlagsbeteiligung zunächst vehement gesträubt und zeitweilig sogar eine Sperre für journalistische Inhalte in Australien verhängt. An anderer Stelle ist der Konzern entgegenkommender: In den kommenden drei Jahren wolle er mindestens eine Milliarde US-Dollar zur Unterstützung von Medienunternehmen ausgeben.

5. Überlaufen (k)ein Problem
(jungewelt.de, Marvin Oppong)
Seitenwechsel von Politikern in die Wirtschaft kennt man zur Genüge, ob Dirk Niebel (FDP), Sigmar Gabriel (SPD) oder Ronald Pofalla (CDU). Weit weniger bekannt sind Seitenwechsel von Medienleuten in die Wirtschaft. Marvin Oppong berichtet über einen besonders interessanten Fall: Den Wechsel des früheren “Handelsblatt”-Chefredakteurs Sven Afhüppe zur Deutschen Bank.

6. Wechsel jetzt offiziell: Mai Thi Nguyen-Kim geht zum ZDF
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die erfolgreiche und beliebte Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim (Youtube-Kanal: MaiLab) wechselt vom WDR zum ZDF. Dort soll sie ab April exklusiv für mehrere ZDF-Formate vor der Kamera stehen. Damit hat das ZDF im Wissenschaftsbereich neben Harald Lesch einen weiteren Publikumsliebling in den Reihen.

Klemmbaustein in der Klemme, Googles Titanic-Sorry, Sky-Strategie

1. Lego bringt die treuesten Fans gegen sich auf
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
In den vergangenen Jahren ging der dänische Klemmbaustein-Konzern Lego immer wieder mit Anwälten gegen kleine Händler und Youtuber vor. Die rechtlichen Vorwürfe sind mindestens strittig und manchmal Auslöser für den berühmten Streisand-Effekt. So habe der Youtuber Thomas Panke (Youtube-Kanal: “Held der Steine”) nach der letzten Lego-Attacke zehntausende Abonnenten hinzugewonnen. Sebastian Leber mit einer lesenswerte Geschichte über den Kampf Goliath gegen David.

2. Sky-Programmchefin im Interview: “Ich glaube nicht an einen magischen Algorithmus”
(rnd.de, Imre Grimm)
Streaming boomt, der Markt ist heiß umkämpft: Netflix und Amazon sind bereits seit längerer Zeit dabei, Disney und Apple wollen auch etwas vom Kuchen abhaben. Und dann ist da ja noch Sky mit seinen Angeboten. Imre Grimm hat sich mit Sky-Programmchefin Elke Walthelm über teure Großproduktionen wie “Babylon Berlin”, die allgemeine Geschäftsstrategie und die Frage, warum der Pay-TV-Sender zusätzlich Werbung zeigt, unterhalten.

3. Mit Hashtag in die Zukunft
(taz.de, René Martens)
Die NDR-Spitze aus Intendanz und Programmdirektion werbe hausintern für eine Strukturreform der innerbetrieblichen Hierarchien, die teilweise erratisch wirke. René Martens kommentiert: “Viele Mitarbeiter haben daher den Eindruck, dass die Reform keiner inhaltlichen Strategie folgt, sondern dass es darum ging, den Machtkuchen so zu verteilen, dass beide Di­rek­to­r*in­nen gleich viele Stücke abbekommen.”

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4. Die Podcast-Strategie der Süddeutschen Zeitung
(anchor.fm, Levin Kubeth, Audio: 1:40:09 Stunden)
Levin Kubeth hat bei “Unter Zwei” mit Vinzent-Vitus Leitgeb gesprochen, der bei der “Süddeutschen Zeitung” das Audio-Team leitet. Leitgeb erzählt unter anderem von der Podcaststrategie der “SZ” und dem Nebeneinander von kostenlosen und Bezahlformaten. Und natürlich geht es um die generelle Zukunft des Mediums sowie die Auswirkungen von Spotify auf die freie Podcastszene.
Weiterer Lesehinweis: Spotify kündigt Hifi-Abo und Start in 85 neuen Märkten an (faz.net, Benjamin Fischer).

5. Wie ein Anglizismus das Sportinterview veränderte
(diepresse.com, Erich Kocina)
Realisieren bedeutete früher, etwas umzusetzen, heute ist damit häufig der Prozess der langsamen Bewusstmachung gemeint. In Interviews sagen Sportler und Sportlerinnen nach einem Erfolg deshalb oft, sie könnten das Erlebte “noch gar nicht realisieren”. Ein “falscher Freund” aus dem Englischen, wie Erich Kocina erklärt.

6. Google entschuldigt sich bei »Titanic« – per Karikatur
(spiegel.de)
Vergangene Woche hatte Google die App des Satiremagazins “Titanic” aus dem hauseigenen Appstore (“Google Play Store”) geschmissen. Stein des Anstoßes war unter anderem eine Jesus-Karikatur auf dem Cover der Dezemberausgabe der “Titanic”. Nun hat der Konzern die App wieder aufgenommen und sich bei der “Titanic”-Redaktion auf ziemlich originelle Weise entschuldigt: per Karikatur.

Wüste Sammlung, Papageno-Effekt, Der MDR und das Glyphosat

1. Medien kaufen Uni wüste Materialsammlung als brisante Corona-Studie ab
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Der Journalist Felix Huesmann hat es auf Twitter recht gut zusammengefasst: “Ein fachfremder Professor stellt wissenschaftliche Texte und Zeitungsartikel zusammen, fügt dem ganzen ein paar bunte Markierungen hinzu und die @unihh verkauft das dann als ‘Studie’. Mitten in der von Desinformation begleiteten Corona-Pandemie. Unfassbar.” Medienkritiker Stefan Niggemeier ist der Frage nachgegangen, wie das umstrittene Papier derart viel Medienaufmerksamkeit erfahren konnte. Außerdem verlinkt er mehrere Faktenchecks, die allesamt zu ähnlichen, wenn nicht übereinstimmenden Ergebnissen kommen.

2. Zu viele nehmen sich das Leben – darüber müssen wir reden
(krautreporter.de, Martin Gommel)
Der Werther-Effekt besagt, dass das öffentliche Sprechen über Suizide weitere Suizide provoziert. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, findet die Soziologin Ellen von den Driesch: “Der Werther-Effekt ist eine umstrittene These, denn es gibt auch einen Papageno-Effekt. Hier geht man davon aus, dass es eine Schutzfunktion haben kann, wenn wir über Suizid in Verbindung mit Hinweisen auf Hilfsangebote sprechen.” Martin Gommel schreibt über psychische Krisen, den medialen Umgang damit und unsere gesellschaftliche Verantwortung für Menschen in Not.
(Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222 und 116 123) erreichen kannst.)

3. Fast jeden zweiten Tag schrieb der Boulevard 2020 etwas Negatives über Menschen aus Afghanistan
(kobuk.at, Benjamin Steiger)
Benjamin Steiger hat die Berichterstattung der österreichischen Presse über Menschen aus Afghanistan untersucht und dabei Missverhältnisse festgestellt, die “die Realität grob verzerren und Vorurteile verfestigen können”. Beispielsweise sei 2020 in fast jeder zweiten Ausgabe der “Kronen Zeitung” zumindest ein Negativ-Artikel über Afghaninnen oder Afghanen erschienen.

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4. MDR gewinnt in Glyphosat-Streit
(meedia.de)
Im Jahr 2015 hatte das ARD-Magazin “Fakt” über das Glyphosat-Gutachten einer Behörde berichtet und damit in Zusammenhang stehende Dokumente veröffentlicht. Das betroffene Bundesinstitut ging dagegen juristisch vor, angeblich seien die Urheberrechte der Autoren verletzt worden. Nun hat das Oberlandesgericht Köln die Klage des Instituts abgewiesen. MDR-Programmdirektor Klaus Brinkbäumer kommentiert: “Das Gericht hat diesen Versuch, Zensur über den Umweg des Urheberrechts auszuüben, ganz klar zurückgewiesen. Der Fall zeigt aber, dass die Rundfunkfreiheit auch in unserem Land jeden Tag aufs Neue verteidigt und erstritten werden muss.”

5. JournalistInnen, wir müssen reden
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer hat sich das aktuelle “Edelman Trust Barometer” angeschaut. Dabei handelt es sich um eine jährliche Umfrage zum Vertrauen in Regierungen, Unternehmen, Medien und Nichtregierungsorganisationen. Knüwer fordert: “JournalistInnen müssen sich endlich den Fehlentwicklungen ihrer Branche stellen, sie müssen bereit sein, Kritik zu ertragen und auszutragen. Und sie müssen sich ändern.”

6. Der Mann, der BILD zur Kriegsmaschine macht
(youtube.com, Walulis Story SWR3, Video: 15:00 Minuten)
Philipp Walulis wirft einen satirischen Blick auf das Aufmerksamkeits-Business von “Bild”-Chef Julian Reichelt. Ein unterhaltsames und kurzweiliges Psychogram, bei dem man manchmal nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Harter Cringe, schokoladehaltiger PR-Stunt, Giovannis Braten

1. Harter Cringe
(faz.net, Felix Hooss)
Die beiden umtriebigen Gründer eines Kondom-Start-ups kamen 2019 auf eine weitere publicityträchtige Idee: Wie wäre es, wenn man im Berliner Olympiastadion die größte “BürgerInnenversammlung” abhielte und dort über Petitionen abstimmen ließe? Dank einer geschickten Medienkampagne und der Unterstützung durch einige Influencer und Influencerinnen sammelten sie 1,8 Millionen Euro für die Umsetzung des Vorhabens ein. Felix Hooss hat sich eine sechsteilige Doku über das ambitionierte Projekt angeschaut: “Bis zuletzt bleibt vage, was genau im Olympiastadion eigentlich geschehen, wie das mit den Petitionen funktionieren, was hier politisch verhandelt werden soll. Das ist aber irgendwie auch egal. Letztlich wird hier eine leere Hülle promotet, darunter ist nichts; ob politische Beteiligung verkauft werden soll oder eben Kondome, spielt keine Rolle. Die Reichweite der Influencer wirkt dabei wie ein Steroid. Nie war es leichter, sich ein bisschen politisch, ein bisschen weltverbessernd zu fühlen, ohne auch nur das Geringste am eigenen Lebensstil zu hinterfragen.”
Weiterer Gucktipp: Zum Hintergrund ein Hinweis auf das lohnenswerte und vorausschauende Gespräch zwischen Wolfgang M. Schmitt und Ole Nymoen aus dem Jahr 2019: Olympiastadion: So blöde war die Weltrettung noch nie! (youtube.com, Video: 29:41 Minuten).

2. 90 Jahre Haus des Rundfunks: Die Sendesäle und die Akustik
(rbb-online.de, Sigrid Hoff)
Das Haus des Rundfunks in der Berliner Masurenallee hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zum 90-jährigen Bestehen geht der rbb in einer Serie den Spuren der Architektur und der wechselvollen Geschichte dieses Baus nach. In der aktuellen Folge geht es um die Sendesäle und die Akustik.
Weiterer Hörtipp: Der fünfteilige Podcast über das Haus des Rundfunks, von der Grundsteinlegung im Jahr 1929 bis in die Jetztzeit.

3. “Ritter Sport hat es geschafft, absolut an die Grenze des Möglichen zu gehen”
(wiwo.de, Nele Husmann)
Ein Schokoladen-Hersteller behauptete, seine Schokolade dürfe nicht Schokolade genannt werden, weil sie keinen Zucker enthalte. Ein geschickter PR-Stunt, der sich jedoch als unwahr herausstellte. Der Firma konnte es egal sein: Zahlreiche Medien waren auf die Meldung angesprungen und hatten berichtet. Lars Rademacher, Vorsitzender des Deutsches Rats für Public Relations und Medien-Professor in Darmstadt, hält die Aktion für einen Grenzfall.
Weiterer Lesehinweis: Wie man eine neue Schokoladensorte in alle Medien bringt (übermedien.de, Stefan Niggemeier).

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4. MDR bietet virtuelle Tour durchs Sendezentrum an
(dwdl.de, Alexander Krei)
Pandemiebedingt bietet der MDR derzeit keine Studioführungen an. Nun hat sich der Sender eine Alternative einfallen lassen und lädt zu einer virtuellen 360-Grad-Tour durch die Studios am Standort Leipzig ein. Bei “Mittendrin – die virtuelle MDR-Studiotour” kann man zum Beispiel hinter die Kulissen der Studios von “MDR aktuell” und “Sport im Osten” schauen, eine Regie besuchen oder beim “Riverboat” vorbeigucken.

5. Facebook-Blockade wegen Mediengesetz: Was nun, Australien?
(heise.de, Torsten Kleinz)
In Australien eskaliert ein Streit um die sogenannte Linksteuer. Das Parlament will Konzerne wie Facebook und Google dazu verpflichten, Verlage und Medienhäuser an den Erlösen zu beteiligen, wenn deren Inhalte abgegriffen werden. Als Reaktion hat Facebook sämtliche Nachrichteninhalte des Landes gesperrt. Was bedeutet dies für Netzpolitik, Medien und das Internet? Und wer wird aus dem Kampf als Sieger herausgehen: Nationalstaaten oder die großen Konzerne? Torsten Kleinz spielt drei Szenarien durch, die er für möglich hält.

6. “Die Zeit” wird 75 Jahre alt. Braten für alle!
(twitter.com/uebermedien, Video: 0:27 Minuten)
Anlässlich des 75. Geburtstag der Wochenzeitung “Die Zeit” präsentiert “Übermedien” einen Ausschnitt aus einer NDR-Doku über Giovanni di Lorenzo, den “Meister der Zwischentöne”. di Lorenzo ist anscheinend auch ein Meister der Zwischentöne, wenn es um (seltenes) Lob geht.
Weiterer Gucktipp: “‘Die Zeit’ – Eine Wochenzeitung wird 75” (ndr.de, Inga Mathwig & Davod Hohndorf, Video: 44:53 Minuten).

Demütigungs-Business, Bezirksamt vs. Livestream, Gedächtnis weg

1. Das Geschäft mit der Demütigung hat eine lange Tradition
(tagesspiegel.de, Inga Barthels)
Dass Frauen in der Öffentlichkeit immer wieder mit Hass, Häme und Misogynie überschüttet und öffentlich gedemütigt werden, habe seit der Antike Tradition, schreibt Inga Barthels beim “Tagesspiegel”. Mit dem Aufkommen des Internets habe das Problem jedoch eine neue Dimension angenommen. Barthels nennt einige prominente Beispiele wie Kasia Lenhardt, Monica Lewinsky und Britney Spears.
Weiterer Hinweis: Auf Twitter wirft Jasmina Kuhnke (Twitter-Name: @ebonyplusirony) dem “Tagesspiegel” vor, mit ihr ähnlich umgegangen zu sein: “Lieber Tagesspiegel, ihr seid Teil des Problems, denn ihr hattet auch keinerlei Bedenken, u.a. mich, eine ‘twitternde Vierfachmutter’, zu diffamieren und öffentlich zu demütigen!” Kuhnke bezieht sich damit auf einen Artikel von Fatina Keilani aus dem Januar, der mehrfachen Widerspruch (1, 2, 3) ausgelöst hatte.

2. Bezirksamt untersagt Live-Berichterstattung
(tagesschau.de, Andrej Reisin)
Gestern haben das Robert-Koch-Institut und das Bezirksamt Berlin-Mitte auf einer Pressekonferenz über eine Corona-Studie berichtet. Die “Tagesschau” wollte, wie übliche Praxis, die Pressekonferenz per Livestream übertragen. Dies wurde jedoch vom Bezirksamt untersagt. Dazu hätte man vorher eine Einverständniserklärung aller Teilnehmenden einholen müssen. Die ARD-Verantwortliche Juliane Leopold zeigt sich besorgt: “Wir finden einen Präzedenzfall gefährlich, Livestreaming einer Pressekonferenz zur Corona-Lage zu verhindern.”
Auf Twitter zieht Hendrik Wieduwilt einen Vergleich: “Man muss sich das mal reinzimmern: Die live-Information der Öffentlichkeit soll davon abhängen, dass *jeder* Beteiligte vorher einwilligt. Hoffentlich bricht in Berlin kein Krieg aus, da verliert man immer DSGVO-mäßig den Überblick und es kommt wieder nichts in der Tagesschau!”
Weiterer Gucktipp: Bei “Zapp” geht der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar der Frage nach: Corona – Hat der Journalismus versagt? (ndr.de, Video: 10:30 Minuten)

3. Verbannung dank halbnacktem Jesus
(sueddeutsche.de, Christiane Lutz)
Google hat die App des Satiremagazins “Titanic” aus dem hauseigenen Appstore (“Google Play Store”) geschmissen. Stein des Anstoßes ist unter anderem eine Jesus-Karikatur auf dem Cover der Dezemberausgabe der “Titanic”. Dabei handele es sich um eine Darstellung, die laut Google “nicht mit unseren Sexualitäts- und Obszönitätenrichtlinien vereinbar” sei. Das Angebot der “Titanic”, einen Balken über die heikle Stelle zu legen, habe Google abgelehnt und auf der kompletten Löschung des Covers bestanden. “Titanic”-Chefredakteur Moritz Hürtgen zeigt sich eher amüsiert als schockiert: “Wenn Google bei seiner Haltung bleibt, finden wir eben nicht im Playstore statt.”

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4. Weg mit dem Gedächtnis
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Das Stuttgarter Pressehaus, Teil der Südwestdeutschen Medien-Holding (SWMH), will im Zuge von Einsparmaßnahmen sein Archiv schließen. Sparen an der falschen Stelle, wie Josef-Otto Freudenreich findet: “Ökonomisch bewertet ist der Posten Archiv höchstens Portokasse für die SWMH. Der größte deutsche Tageszeitungskonzern weist einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro und eine Beschäftigtenzahl von mehr als 5.000 aus. Zum Vergleich: Im Möhringer Keller sind von ursprünglich elf MitarbeiterInnen noch vier übriggeblieben, die ihre Kosten zudem in Teilen wieder einspielen.” Freudenreichs Urteil: “Publizistisch gesehen ist die Schleifung des Archivs ein Kulturbruch, ein weiterer Offenbarungseid.”

5. Podcasts, öffentlich-rechtliches Radio und die Plattformen
(kuechenstud.io, Philip Banse & Sandro Schroeder, Audio: 2:03:27 Stunden)
Der Journalist Philip Banse podcastet bereits seit dem Jahr 2005 und ist einer der Köpfe des tagespolitischen Podcasts “Lage der Nation”. Sandro Schroeder ist beim Deutschlandradio für Konzeption und Präsentation von Podcasts zuständig und versendet regelmäßig einen Fach-Newsletter. In ihrem Podcastgespräch über Podcasts sprechen die beiden Experten unter anderem über die Schwierigkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit dem neuen Medium und die drohende Dominanz der Audio-Plattformen.

6. Clubhouse in Real Life
(youtube.com, Late Night Berlin, Video: 4:33 Minuten)
Keine Einladung für die Audio-Chat-App Clubhouse bekommen oder nicht im Besitz eines iPhones? Macht nichts, Klaas Heufer-Umlauf und sein Sidekick Jakob Lundt nehmen Euch mit ins analoge Clubhouse.

Pandemie des Hasses, Handy-Ich, Datensammelwut der Verlage

1. Die Pandemie des Hasses
(rnd.de, Markus Decker & Jan Sternberg)
Es scheint, als trete in Zeiten der Pandemie bei manchen Menschen das Schlechteste nach außen. Leidtragende sind oft PolitikerInnen und inzwischen auch WissenschaftlerInnen, die mit Hassbotschaften und Drohungen überschüttet werden. Der Staat tue sich schwer mit einer angemessenen Reaktion, schreiben Markus Decker und Jan Sternberg. Das Gesetz gegen Hasskriminalität konnte wegen verfassungsrechtlicher Bedenken zur Bestandsdatenauskunft bislang nicht in Kraft treten. Nun drängen Fachleute zur Eile.
Weiterer Gucktipp: Der Youtuber “Schlauchbootfan” setzt sich in seinen Videos kritisch mit Querdenkern auseinander. Das hat den prominenten Querdenker und Betreiber einer Schwindelambulanz Bodo Schiffmann auf den Plan gerufen. Dieser habe auf Telegram seine Gefolgschaft aufgefordert, die Identität des Kritikers aufzudecken. Anschließend habe Schiffmann den Klarnamen, den Arbeitgeber und die Anschrift des “Schlauchbootfans” veröffentlicht (sogenanntes Doxing). Der IT-Anwalt Chan-jo Jun hat sich mit dem Doxingopfer unterhalten. Dabei geht es vor allem um die Frage der Strafbarkeit (youtube.com, Video: 6:41 Minuten).

2. Die Idee der Entbündelung
(taz.de, Stefan Stuckmann)
So sehr der Autor Stefan Stuckmann den Hype um die Audio-Chat-App Clubhouse nachvollziehen kann, so besorgt ist er, was die Folgen anbelangt: “Damit wird aufs Neue ein zwar regulierter, aber im Prinzip offener Markt ersetzt durch eine komplett privatwirtschaftliche Plattform. Eine, die scheinbar offen daherkommt – jeder kann mitmachen! – aber letztlich ein Silo ist. Die keine einzige neue Idee mitbringt, wie sie all die Probleme angehen will, die bereits die älteren sozialen Netzwerke überfordern.”

3. Bezahlen mit Daten
(kontextwochenzeitung.de, Johanna Henkel-Waidhofer)
DatenschützerInnen kritisieren die Datensammelwut der großen Zeitungsverlage, die ihren Lesern und Leserinnen teilweise auf Schritt und Tritt durchs Netz folgen. Johanna Henkel-Waidhofer hat sich an das Thema gemacht, was angesichts verschiedener Interessenlagen und rechtlicher Implikationen nicht einfach ist: “Es ist, als müsste ein Kabelsalat entwirrt werden: Wer an den falschen Stellen zieht, bekommt neue Probleme anstatt alte zu lösen.”

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4. Das Herz des Journalismus schlägt links – so what?
(medienpolitik.net, Christian Pieter Hoffmann)
Die politische Linksverschiebung im Journalismus sei real und vollkommen plausibel, so Christian Pieter Hoffmann, Professor für Kommunikations-Management an der Universität Leipzig. In seinem Text diskutiert Hoffman die Argumente und Gegenargumente zum politischen Bias im Journalismus.

5. Kinozahlen brechen massiv ein
(faz.net)
Die Pandemie hat in der Kinowirtschaft für einen drastischen Rückgang der Besucherzahlen gesorgt. Laut Aussage der Filmförderungsanstalt (FFA) sei der Ticketverkauf um 68 Prozent eingebrochen. Bislang sei die Anzahl der Kinounternehmen stabil. Aus den Zahlen der FFA sei jedoch nicht ersichtlich, wie gut oder schlecht die jeweiligen Kinos durch die Krise kommen.

6. Das Handy-Ich
(zeit.de, Christoph Drösser & Matthias Schütte)
Was sagt unsere Smartphonenutzung und unser Medienkonsum über unseren Charakter aus? Forscher haben 30 Tage lang die Handynutzung von mehreren hundert Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern aufgezeichnet und deren Kommunikations- und Sozialverhalten analysiert. Die “Zeit” fasst in Infografiken die fünf Hauptdimensionen zusammen, anhand derer sich die Persönlichkeit eines Menschen beschreiben lässt – gekoppelt an die Smartphonenutzung. Die Grafiken sind auch deshalb einen Blick wert, weil sie das eigene Medienverhalten überdenken lassen.

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