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KW 22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kann man das Leben im Dritten Reich erklären, indem man Sophie Scholl nachspielt?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:31 Minuten)
Anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl haben SWR und BR ein digitales Projekt gestartet und die Widerstandskämpferin auf Instagram quasi auferstehen lassen. Man wolle die “User*innen hautnah, emotional und in nachempfundener Echtzeit an den letzten zehn Monaten ihres Lebens teilhaben” lassen. Die Journalistin und Podcasterin Nora Hespers hatte bereits auf “Übermedien” den öffentlichen Umgang der Verantwortlichen mit Kritik thematisiert (nur mit Abo lesbar): “Statt Wertschätzung hätte man diese Kritik lieber aus der Welt. Sie ist störend und lästig, scheint es. Dabei ist es gerade diese ehrenamtliche Arbeit in den Kommentaren, die aktuell Kontexte liefert, die das Community-Management bislang wenig geliefert hat – oder erst, wenn bereits entsprechende Diskussionen im Gang waren.” Nun spricht Hespers mit Holger Klein im “Übermedien”-Podcast über ihre Kritik an dem Projekt.

2. Medientage Mitteldeutschland 2021
(youtube.com, Medientage Mitteldeutschland 2021, diverse Videos)
Diese Woche fanden die Medientage Mitteldeutschland statt, eine zweitägige Medienkonferenz mit einem vielfältigen Programmangebot. Wer nicht dabei sein konnte, kann beruhigt sein: Alle Diskussionen und Vorträge stehen zum Nachgucken auf der Website unter dem jeweiligen Programmpunkt sowie auf Youtube bereit. Wer sich das volle Programm gönnen will, kann sogar die kompletten Mitschnitte anschauen:

3. Die Blaue Stunde: Wie verändern Plattformen die Demokratie?
(zdf.de, Vivian Perkovic, Video: 60:07 Minuten)
Auf der Leipziger Buchmesse hat Vivian Perkovic drei Autorinnen und Autoren aufs blaue Sofa eingeladen, um mit ihnen über ihre Bücher zu sprechen: Gesine Schwan (“Politik trotz Globalisierung”), Bernd Stegemann (“Die Öffentlichkeit und ihre Feinde”) und Michael Seemann, der ein Buch über die “Die Macht der Plattformen”) vorgelegt hat.

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4. Sind die sozialen Netzwerke noch zu retten?
(freitag.de, Benjamin Knödler, Audio: 55:31 Minuten)
Nicole Diekmann ist Hauptstadtkorrespondentin des ZDF und Autorin des jüngst erschienenen Buchs “Die Shitstorm-Republik”. Darin beschäftigt sie sich mit den Fragen, “wie Hass im Netz entsteht und was wir dagegen tun können”. Mit Benjamin Knödler, Online-Redakteur des “Freitag”, spricht Diekmann über Versäumnisse von Politik und Medien im Umgang mit Sozialen Netzwerken, über Mechanismen des Hasses im Netz und darüber, was es bedeutet, davon betroffen zu sein. Außerdem erörtert sie, wie man die Sozialen Medien vielleicht doch noch retten kann.

5. Influencer gegen Impfstoff und Literaturformate im Netz
(wdr.de, Steffi Orbach, 43:19 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin werden in etwas mehr als 40 Minuten verschiedenste Medienthemen behandelt: Der Kampf gegen die freie Presse, Anti-Impfstoff-Kampagnen von Influencern, Literatur-Formate im Internet, das Community-Management von Medienhäusern sowie die Bürger-Beteiligung an der ARD-Zukunft. In der satirischen Medienschelte wird am Schluss noch mit den “Pfingstfestspielen” der Medien abgerechnet.

6. Polizeiruf 110 – die Krimidokumentation
(ardmediathek.de, Tom Kühne, Video: 44:29 Minuten)
Die Fernsehreihe “Polizeiruf 110” wurde ursprünglich vom DDR-Fernsehen als Gegenstück zum westdeutschen “Tatort” produziert. Seit vielen Jahren wird die beliebte Sendung von der ARD fortgesetzt und feiert dieses Jahr ihren 50. Geburtstag. Passend dazu gibt es bei der ARD einen Blick hinter die Kulissen und ein Zusammentreffen mit einigen Kommissarinnen und Kommissaren.

Relotius-Interview, Kein “Klima vor Acht”, Mutig in Minsk

1. Zweifel und Neugierde – über den Umgang mit einem Fälscher
(deutschlandfunk.de, Henning Hübert, Audio: 9:06 Minuten)
Der frühere “Spiegel”-Reporter Claas Relotius hat sich in einem 90 Fragen umfassenden Interview mit dem Magazin “Reportagen” erstmals zu seinen gefälschten Texten geäußert. Der Deutschlandfunk hat mit “Reportagen”-Chefredakteur Daniel Puntas Bernet über die Entstehungsgeschichte gesprochen. Im Text zum Deutschlandfunk-Beitrag gibt es darüber hinaus einige Einschätzungen Dritter (darunter auch die des “6-vor-9”-Kurators).
Weiterer Lesehinweis: Der Journalist Armin Wolf stellt in einem Blog-Beitrag eine bezeichnende Stelle des Relotius-Interviews heraus: “Irgendwo in dem Interview schildert er eine rührende Episode, wie er auf einer Dienstreise ins irakische Kriegsgebiet 4.500 Euro von seinem Spesenkonto einer Flüchtlingsfamilie schenken wollte, die dann aber nie am vereinbarten Treffpunkt eingetroffen sei. Die Anekdote endet mit dem Satz: ‘Es kann auch sein, dass alles ganz anders war und ich mir Teile davon nur eingebildet habe.’ Ja, so könnte es auch sein.”

2. Mehr Klimathemen? Noch keine Einigung zwischen ARD und Klima vor Acht
(rnd.de)
Die Initiative “Klima vor Acht” hat sich mit ARD-Verantwortlichen getroffen, um für eine Klimasendung vor der “Tagesschau” zu werben. Das Gespräch sei “in guter, konstruktiver Atmosphäre” verlaufen, wenn es auch keine Einigung gegeben habe. In diesem Zusammenhang eine vielsagende Aussage des ZDF-Intendanten Thomas Bellut auf den Medientagen Mitteldeutschland: “Ich würde es nicht machen. Klima ist wichtig, aber danach kommt das nächste Thema. Themen ändern sich ständig. Ich finde es falsch, so etwas vorzugeben, denn damit macht man Politik. Ist das unsere Aufgabe? Nein.” “Klima vor acht” kommentiert das mit einem knappen “Wer sagt’s ihm?”

3. Mutig in Minsk – wenn die Polizei das TV-Studio stürmt
(youtube.com, Zapp – Das Medienmagazin, Video: 17:02 Minuten)
(Achtung: Trigger-Warnung! Im verlinkten Video sind Gewaltszenen zu sehen.) Für Alexander Lukaschenko, das Staatsoberhaupt von Belarus, scheinen unabhängige Medien Staatsfeind Nummer eins zu sein. Jeder Mensch mit einer Kamera in der Hand riskiere eine Festnahme. Seit August 2020 seien mehr als 400 Journalisten und Journalistinnen festgenommen worden. Das neueste, prominente Opfer ist der regierungskritische Blogger Roman Protasevich, den Lukaschenko über den Umweg einer Flugzeugentführung festnehmen ließ. Roman Schell berichtet seit mehr als zehn Jahren aus Osteuropa. Für “Zapp” hat er die jüngsten Ereignisse zusammengefasst.
Weiterer Lesetipp: Die Deutsche Welle meldet, dass ihr Korrespondent Alexander Burakow nach 20 Tagen aus dem Untersuchungsgefängnis entlassen wurde. Es muss eine furchtbare Zeit für Burakow gewesen sein: “Sie haben mich jede Nacht zweimal geweckt, mich aus der Zelle geholt und mir befohlen, mich komplett auszuziehen, auch die Unterwäsche”. Außerdem habe man ihm in seiner Haftzeit Bettlaken, Decke und Kissen verwehrt (dw.com, Irina Filatova).

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4. “Man muss sich als Journalist vor zu viel Nähe hüten”
(fachjournalist.de, Florian Beißwanger)
Der “Fachjournalist” hat sich mit Michael Schlieben unterhalten, der als politischer Korrespondent bei “Zeit Online” tätig ist. In dem Gespräch geht es unter anderem um Schliebens Arbeitsalltag, den bevorstehenden Bundestagswahlkampf und die Frage, warum Politikjournalismus in Deutschland vergleichsweise höflich ist. Die Tendenz der Politik, eigene Newsrooms einzurichten, sieht Schlieben mit gemischten Gefühlen: “Wenn die Ministerien und Parteien ihre Kommunikation nicht professionalisieren würden, wäre es nicht zeitgemäß. Trotzdem nervt es natürlich manchmal, wenn die Pressestellen darauf verweisen, dass ihr Chef vom Dienst heute Morgen schon um neun Uhr eine Pressemitteilung herausgegeben hat und der Minister für ein Statement leider nicht zur Verfügung steht – oder nur für den eigenen Hauskanal.”

5. Achtzig Millionen für ostdeutsches Programm
(faz.net, Anna Schiller)
Wenn es nach dem Willen von Linkspartei und MDR-Rundfunkrätin Nicole Anger geht, sollen künftig ein Prozent der Beitragseinnahmen, rund 80 Millionen Euro jährlich, an ostdeutsche Programmangebote von NDR, RBB und MDR fließen. Der Deutsche Journalisten-Verband sieht in dem Vorstoß einen “ernst zu nehmenden Diskussionsansatz” und fordert: ARD braucht Ost-Talkshow (djv.de, Hendrik Zörner).

6. Lesen, was sonst nur der Verfassungsschutz liest
(uebermedien.de, Klaus Ungerer)
Klaus Ungerer ist Leser der vom Verfassungsschutz beobachteten “jungen Welt” geworden. Er schildert es ironisch als eine Mutprobe der besonderen Art: “Damit das Ganze noch etwas verschwörerischer wird, abonniere ich nicht direkt beim Blatt, sondern gehe täglich zu einem der verbliebenen Zeitschriftenläden – und kaufe das Ding. Anonym. An der Kasse. Das wird den Schlapphüten zu denken geben! Wer ist der Typ, was führt er im Schilde, läuft da eine ganz große Sache, sollten wir rasch mehr Mittel beantragen?”

7. Clubhouse-Tipp: Die Writers Pub diskutiert über das “Bild”-Buch “Ohne Rücksicht und Verluste”.
(turi2.de, Tatjana Kerschbaumer)
Zuletzt ein siebter Link, da in eigener Sache: Heute Abend diskutiert das “Writers Pub” der “Reporterfabrik” über das “Bild”-Buch “Ohne Rücksicht auf Verluste” meiner BILDblog-Kollegen Moritz Tschermak und Mats Schönauer. Neben Moritz unter anderem auf dem virtuellen Podium: “Reporterfabrik”-Gründer Cordt Schnibben, der Politiker Kevin Kühnert und die TV-Moderatorin Aline von Drateln. Um 18:30 Uhr geht es auf Clubhouse los, ihr seid alle herzlich eingeladen.

Leichenfledder-Portal “Mannheim24”, Zahnloser Tiger, Kreischsäge Klum

1. “Wir staunen bis heute”: Das Portal “Mannheim24” und die Klicks mit Jan Hahns Tod
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Dem Portal “Mannheim24” ist offenbar jedes Mittel Recht, an Klicks und Reichweite zu kommen, und beutet dazu auf – man muss es leider so sagen – scheinheilige und verabscheuungswürdige Weise den Tod eines TV-Moderators aus. Boris Rosenkranz ist der Sache für “Übermedien” nachgegangen und hat sich an den verantwortlichen Geschäftsführer gewandt. Und der hat Rosenkranz sogar partiell Recht gegeben: “Sie haben in der Grundrichtung ihrer Vorhaltung recht: In der Gesamtbetrachtung mutet es in der Tat seltsam an, dass wir den Vorwurf erheben, dass Instagramer:innen den Tod von Jan Hahn für Reichweite ausnutzen, und wir ebenfalls mit der Berichterstattung Reichweite erzielen.”

2. “Die Medienaufsicht ist ein zahnloser Tiger”
(deutschlandfunkkultur.de, Stephan Karkowsky, Audio: 8:20 Minuten)
Der Partyschlager-Sänger Ikke Hüftgold aka Matthias Distel erhob vor einigen Tagen schwere Vorwürfe gegen den Fernsehsender Sat.1 und die Produktionsfirma Imago TV. Es ging dabei um das Ausnutzen der Not von psychisch vorbelasteten Kindern aus einer prekär lebenden Familie für ein “Frauentausch”-ähnliches TV-Format. Bei Deutschlandfunk Kultur kommentiert Medienwissenschaftler Bernd Gäbler den Vorgang. Gäbler weiß, wovon er spricht: Er ist der Autor der Studie “Armutszeugnis. Wie das Fernsehen die Unterschichten vorführt”.
Weiterer Lesehinweis: Der Streit zwischen dem Partyschlager-Sänger und der Produktionsfirma geht weiter. Distel habe seine Ankündigung wahr gemacht und Strafanzeige gegen Sat.1 und Imago TV gestellt. Die Produktionsfirma gehe ihrerseits mit einer Unterlassungsaufforderung gegen den Entertainer vor: Imago verlangt Unterlassung von Distel, der erstattet Anzeige (dwdl.de, Timo Niemeier).

3. Facebook News in Deutschland, Kampagne gegen Biontech, Wie Influencer Geld verdienen, Aufmerksamkeitsmaschine TikTok
(socialmediawatchblog.de, Simon Hurtz)
Im “Social Media Watchblog” analysiert Simon Hurtz den Facebook-News-Deal vieler deutscher Verlage: Warum machen fast alle großen Verlage mit? Was bezweckt Facebook mit seinem News-Angebot? Warum sollten Verlage vorsichtig sein? Und welche Rolle spielt der Axel-Springer-Konzern? Hurtz bricht das weite Themenfeld im bewährten Analysestil auf die wesentlichen Fakten herunter und endet mit einer überraschenden Schlussbemerkung.

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4. ARD führt “Sprüche vor acht” am Vorabend ein
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die ARD führt ein neues Format ein: Immer Freitags gegen 19:45 Uhr sollen in der Mini-Sendung “Sprüche vor acht” Redensarten erklärt werden. Die Initiative “Klima vor Acht” hatte lange Zeit (und bislang erfolglos) mit der ARD um ein paar Sendeminuten für Klimaberichterstattung gerungen und ist nun wenig begeistert: “Kein Witz: Das Erste führt nun ‘Sprüche vor acht’ zur besten Sendezeit ein. In jeder Sendung soll eine Redensart anschaulich erklärt werden. Seit Monaten werben wir und tausende Unterstützer:innen für #KlimaVor8. Aber die ARD muss halt Prioritäten setzen.”
Zwar nicht in direktem Zusammenhang mit der “Sprüche-vor-acht”-Entscheidung der ARD, aber inhaltlich doch nah dran – ein weiterer Lesehinweis: Hände mit Sekundenkleber festgeklebt: Klimaaktivisten protestieren bei mehreren ARD-Anstalten (dwdl.de, Timo Niemeier).

5. “KenFM” unter Beobachtung
(tagesschau.de, Florian Flade & Georg Mascolo)
Wie die “tagesschau” berichtet, wird die Plattform “KenFM” nun vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet: Die Seite verbreite Falsch- und Desinformation und treibe damit die Radikalisierung der sogenannten “Querdenker”-Szene voran. Das Vorgehen der Behörde sei nicht unumstritten: “Kritiker merken an, der Inlandsnachrichtendienst dürfe sich nicht mit immer mehr Beobachtungsobjekten übernehmen, schließlich gebe es vor allem in den Landesbehörden nur begrenzt Ressourcen. Zudem drohe das Risiko von Klagen. Der Verfassungsschutz müsse außerdem im Bereich von Medien besonders sensibel agieren. Mangelnde Qualität in der Berichterstattung könne beispielsweise kein Grund für eine Überwachung sein.”

6. Faszination “Germany’s Next Topmodel”
(deutschlandfunk.de, Christoph Sterz, Audio: 6:02 Minuten))
Gestern Abend ging die 16. Staffel der Castingshow “Germany’s Next Topmodel” bei ProSieben zu Ende. Was macht die Faszination dieses vielfach kritisierten Formats aus? Der Deutschlandfunk hat dazu zwei Experten befragt, die Journalistikprofessorin Margreth Lünenborg und den Regisseur Kai Tilgen, der selbst für ähnliche Formate gearbeitet hat. Tilgen sagt: “Beim Privatfernsehen erzählt man manchmal halt auch Geschichten, die es gar nicht gegeben hat. Oder die es mit diesem Ende nicht gegeben hat, oder die es mit der Konnotation nicht gegeben hat. Das kann man prima machen.”
Weiterer Lesehinweis: Bei der “Süddeutschen Zeitung” kommentiert Ulrike Nimz das Staffelfinale: “Aufgewachsen mit Instagram, Tiktok, Youtube sind die jungen Frauen längst Profis der Selbstvermarktung. Nach 16 Staffeln ist keine mehr überrascht, wenn sie eine Kakerlake aufs Dekolleté gesetzt oder die Haare abrasiert bekommt, was immer Heidi Klum auch anstellt, um zu verschleiern, dass die Show sich von ernstzunehmender Talentsuche abgewandt hat wie Wolfgang Joop vom natürlichen Alterungsprozess.”

Corona-Wortschöpfungen, “Bild”-Reinfall, YT-Aus für “Querdenken 711”

1. Warum “indische Mutante” kein guter Begriff ist
(deutschlandfunk.de, Samira El Ouassil, Audio: 4:40 Minuten)
Im Deutschlandfunk erklärt die Kommunikationswissenschaftlerin Samira El Ouassil, warum es ihrer Ansicht nach unter Diskriminierungsaspekten einen Unterschied macht, ob man vom “chinesischen Virus” oder von der “britischen Mutante” spricht: “Nun – dass die eine Formulierung für manche Menschen gefährlich sein kann und für andere nicht, liegt daran, wie Rassismus historisch betrachtet, aber auch praktisch im Alltag funktioniert. Denn Menschen können asiatisch gelesen werden und werden aufgrund ihrer äußerlichen Merkmale rassistisch diskriminiert. Jemanden jedoch rein phänotypisch als ‘britisch’ zu lesen und ihn deshalb zu diskriminieren – das ist schwer möglich.”

2. “Bild”-Reinfall: genau ein Jahr später stellt Drosten die “Bild” schon wieder bloß
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Die “Bild”-Redaktion scheint nach wie vor ein Problem mit dem Virologen Christian Drosten zu haben: “Drosten-Studie immer noch nicht veröffentlicht”, hieß es in einer aktuellen Schlagzeile. Das Peinliche: Die Headline erschien exakt an dem Tag, an dem die Studie im renommierten Fachblatt “Science” veröffentlicht wurde. Thomas Laschyk kommentiert: “Die veröffentlichte Studie bestätigt genau, was Drosten bereits im April letzten Jahres sagte: Kinder können genauso ansteckend sein wie Erwachsene. Was für ein Mega-Fail der BILD! Noch am selben Tag wird sie von einem der größten Wissenschaftsmagazine der Welt an ihren Platz verwiesen. Neben dem Science Magazine wirkt die BILD halt wie ein schreiendes Kleinkind.”

3. Youtube löscht Kanal der Gruppierung “Querdenken 711”
(stuttgarter-zeitung.de)
Youtube hat den Kanal der umstrittenen Gruppierung “Querdenken 711” nunmehr endgültig gelöscht. In einem ersten Schritt sei der Kanal “eingefroren” worden, es konnten also keine weiteren Videos mehr hochgeladen worden. “Während dieser Suspendierung versuchten sie, die Vollstreckung zu umgehen, indem sie einen anderen Kanal benutzten, und als Ergebnis wurden beide Kanäle gelöscht”, erklärt Youtube. Laut “Stuttgarter Zeitung” bestreite Michael Ballweg, Sprecher von “Querdenken 711”, dass man ein blockiertes Video ein zweites Mal auf einem anderen Kanal hochgeladen habe.

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4. Instagram und Facebook blenden Likes aus – aber nur auf Wunsch
(spiegel.de)
Für viele Social-Media-User sind Likes die entscheidende Währung, um Erfolg zu messen. Diese Zahlengetriebenheit kann teilweise unangenehme Begleiteffekte haben. Nun wollen Instagram und Facebook eine Möglichkeit anbieten, auf die Anzeige von Like-Zahlen zu verzichten. Damit wolle man erreichen, “dass die Leute sich mehr auf den Kontakt zu Freunden und Inspiration fokussieren können, statt darauf, wie viele Likes sie oder andere Leute bekommen”, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

5. RSF stellt Strafanzeige gegen Lukaschenko
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen hat beim litauischen Generalstaatsanwalt Strafanzeige gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko gestellt. Grund sei die erzwungene Umleitung eines Ryanair-Flugs am vergangenen Sonntag und die anschließende Verhaftung eines kritischen Journalisten: “Wir zeigen Alexander Lukaschenko persönlich an, weil diese Entführung mit terroristischem Hintergrund direkt und offenkundig auf sein Betreiben geschehen ist.”

6. Amazon kauft Hollywood-Filmstudio MGM
(zeit.de)
Der weltgrößte Onlinehändler Amazon will sich das Hollywood-Studio MGM einverleiben und ist bereit, dafür 8,45 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Amazon könnte damit ein Filmportfolio von etwa 4.000 Titeln übernehmen, darunter Hollywood-Klassiker wie Ben Hur, Rocky und RoboCop oder die James-Bond-Reihe. Die Übernahme müsse nur noch von den US-amerikanischen Regulierungsbehörden genehmigt werden.

Menschenverachtung, “Welt” vs. “Volksverpetzer”, Siegte Reichelt?

1. “Plötzlich arm, plötzlich reich”: Vorwürfe gegen Sat.1 und Imago TV
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Partyschlager-Sänger Ikke Hüftgold aka Matthias Distel erhebt schwere Vorwürfe gegen den Fernsehsender Sat.1 und die Produktionsfirma Imago TV. In einem Format, das an die Sendung “Frauentausch” erinnert, tauschen eine arme und eine reiche Familie das Leben. Als Distel die Dreharbeiten dazu begann und im Austausch-Haushalt eintraf, habe er Zweifel an dem Projekt bekommen: “Sofort kam die Frage bei uns auf, ob man Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem 8 Tage am Stück bis zu 10 Stunden gearbeitet werden sollte.” Auf Facebook hat er ein bewegendes Statement in die Kamera gesprochen – ein erschütternder Einblick in die Abgründe des TV-Boulevards.

2. Wie die “Welt” versehentlich “Volksverpetzer” an die Spitze der Twitter-Charts katapultierte
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Thomas Laschyk vom “Volksverpetzer” arbeitet in einem langen Beitrag den Disput zwischen seinem Portal und der “Welt” rund um das umstrittene Thesenpapier zur intensivmedizinischen Versorgung in der Corona-Pandemie auf. Laschyk fragt sich: “Warum hat es eine Zeitung wie die WELT nötig, unseren kleinen Blog derart anzugreifen? Und zwar so … nennen wir es ‘böswillig’? Unbelegte Anschuldigungen (eher: Projektion), Fake News, Anprangerungen. Ich glaube, unsere vielen Faktenchecks von WELT–Artikeln in letzter Zeit tun langsam weh.”

3. Indische Regierung verbietet Begriff »indische Variante«
(spiegel.de)
In Indien hat sich die Corona-Mutante B.1.617 ausgebreitet, die auch als “indische Variante” bezeichnet wird. Diesen Ausdruck wolle die indische Regierung jedoch aus der Welt schaffen und habe daher alle Onlineplattformen aufgefordert, Stellen, in denen dieser Begriff vorkommt, zu löschen. Man argumentiere, dass die WHO die Variante B.1.617 nicht mit einem bestimmten Land in Verbindung bringe. Für den “Spiegel” zeigt die Reaktion der indischen Regierung, wie stark diese angesichts massiver Fehleinschätzungen unter Druck stehe.

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4. Leitfaden für den digitalen Wahlkampf
(reporter-ohne-grenzen.de)
Anlässlich des bevorstehenden Online-Wahlkampfs fordert ein Bündnis verschiedener Institutionen eine faire Auseinandersetzung: “Wir fordern alle demokratischen Parteien auf, eine Firewall für die Demokratie zu bauen. Das heißt: Vereinbaren Sie einen Verhaltenskodex für den digitalen Wahlkampf. Dafür haben wir vier einfache Regeln formuliert, deren Einhaltung eigentlich selbstverständlich sein sollte: Volle Transparenz beim Umgang mit Daten, ein umfassender Grundrechtsschutz und der Verzicht auf Desinformation sowie digitale Gewalt.”

5. “Bild”-Chef gewinnt vor Gericht gegen “Spiegel”
(sueddeutsche.de)
“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt hat einen juristischen Erfolg gegen den “Spiegel” erzielt, doch wie ist dieser einzuordnen? Die Auswirkungen sind bislang jedenfalls überschaubar: Der Artikel “Vögeln, fördern, feuern” ist weiterhin beim “Spiegel” online, inzwischen sogar ohne Paywall, und lediglich um eine Anmerkung der Redaktion und eine Stellungnahme Reichelts ergänzt worden. Der “Bild”-Chef hatte moniert, dass er vor Veröffentlichung des Artikels vom “Spiegel” nicht konfrontiert worden sei. Dieser weist darauf hin, dass er mit der Kommunikationsabteilung des Axel-Springer-Verlages in Verbindung gestanden habe, und schreibt: “Julian Reichelt hat in einem Rechtsstreit mit dem SPIEGEL-Verlag eidesstattlich versichert, von der Kommunikationsabteilung des Axel-Springer-Verlages nicht über unsere Fragen informiert worden zu sein.”

6. Youtuber entwirft Fakecreme und legt Social-Media-Stars rein
(rnd.de)
Der Youtuber Marvin Wildhage wollte wissen, wie sorgfältig Influencer ihre Kooperationspartner und die von ihnen beworbenen Produkte auswählen, und hat ihnen die vermeintliche Hautcreme “Hydrohype” (ein profanes Gleitgel) zur Anpreisung angeboten. Drei Online-Meinungsmacher seien auf den Streich hereingefallen und hätten die vermeintliche Wundercreme auf ihren Kanälen beworben.

KW 20: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie vergiftet ist das Klima in den Redaktionen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:23 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit den beiden Reporterinnen Eva Hoffmann und Pascale Müller. Die zwei Journalistinnen haben Kolleginnen und Kollegen nach deren Erfahrungen mit Belästigungen, Machtmissbrauch, Sexismus und Rassismus in Redaktionen befragt. Insgesamt hätten 189 Personen auf ihren Aufruf reagiert, mit 25 mutmaßlich Betroffenen haben die Autorinnen tiefergehend gesprochen. Die Medienbranche habe ein strukturelles Problem, das sich nachteilig für alle auswirke: “Unsere Meinung ist schon, dass es den Output verschlechtert, wenn Redaktionen verängstige und belästigte Mitarbeiter*innen haben.”

2. Welche 11 Learnings hat die Rheinische Post auf TikTok gemacht, Hannah Monderkamp?
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene & Sebastian Pähler, Audio: 49:56 Minuten)
Seit drei Monaten mischt die “Rheinische Post” auf der Kurzvideo-Plattform TikTok mit. Wie geht man auf einem TikTok-Kanal viral – und wie nicht? Wie lassen sich redaktionelle Prozesse auf TikTok umsetzen? Welche Ziele können Medien erreichen? Um diese Themen geht es im Gespräch mit Hannah Monderkamp, Head of Audience Development der “Rheinischen Post” (das Gespräch beginnt bei Minute 8:30.)

3. Warum Trash-Schleuder RTL jetzt seriös wird
(youtube.com, Walulis Story, Philipp Walulis, Video: 15:33 Minuten)
Der Fernsehkanal RTL ist bei vielen Menschen vor allem als Unterhaltungs- und Trashschleuder bekannt, doch der Sender arbeitet an seinem Image: weniger Dieter Bohlen, mehr Jan Hofer. Weniger Trash-TV, mehr seriöse News. Philipp Walulis erklärt den Strategiewechsel auf gewohnt zugespitzte Weise.

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4. Podcast Spezial zur Rundfunkpolitik: Seriöses für junges Publikum
(soundcloud.com, M – Der Medienpodcast, Manfred Kloiber, 35:32 Minuten)
Bei “M – Der Medienpodcast” gibt es eine Sonderausgabe zur Rundfunkpolitik. Manfred Kloiber hat sich mit Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales von ARD Aktuell, unterhalten – über die Fragen, wie die Öffentlich-Rechtlichen das junge Publikum erreichen können, wie sie der Streaming-Konkurrenz trotzen wollen und wo sie bei den Sozialen Medien ansetzen.

5. Lebensgefährlicher Enthüllungsjournalismus und Grimme-Preise
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 44:19 Minuten)
Im Medienmagazin von WDR 5 geht es unter anderem um folgende Themen: Lebensgefährliche Enthüllungen, die Grimmepreise, den Unmut über die WhatsApp-Frist und den Trend zum Newsletter-Journalismus. Zum Abschluss folgt noch eine Portion Medienschelte: “Ein falscher Satz – und raus bist du.”

6. Indiana Jones: Hinter den Kulissen
(youtube.com, Arte, Video: 52:16 Minuten)
Und noch etwas Unterhaltsames. Die Arte-Doku über den Kassenschlager “Indiana Jones”, der vor vier Jahrzehnten das Genre Abenteuerfilm revolutionierte: “Peitsche, Hut, verschlissene Jacke und ein schelmisches Lächeln auf den Lippen – das sind die unverkennbaren Markenzeichen von Indiana Jones. Der Filmheld wird dieses Jahr 40: Der runde Geburtstag bietet die ideale Gelegenheit zur Untersuchung eines popkulturellen Phänomens, das die Filmlandschaft nachhaltig prägte.”

7. #77 Was sind die Grenzen von Boulevardjournalismus, Moritz Tschermak?
(podcastproduzenten.de, Medientage Mitteldeutschland, Claudius Nießen, Audio: 20:52 Minuten)
In eigener Sache und deshalb als zusätzlicher Link: Mein BILDblog-Kollege Moritz Tschermak hat sich im Podcast der Medientage Mitteldeutschland über die Grenzen von Boulevardjournalismus unterhalten. Es geht unter anderem um tendenziöse Berichterstattung, den Einfluss von “Bild”-Chef Julian Reichelt und um Soziale Medien in der Regenbogenpresse.

Der Antisemitismus der anderen, “DiviGate”-Analyse, Politwerbung

1. Der Antisemitismus der Anderen
(krautreporter.de, Stephan Anpalagan)
“Deutschland diskutiert mal wieder über Antisemitismus. Nein: über muslimischen Antisemitismus. Dabei wurde der deutsche nie aufgearbeitet.” Stephan Anpalagan spricht in seinem wichtigen Longread auch die Rolle vieler Medien an, insbesondere die des Springer-Konzerns: “Man könnte meinen, die Herrschaften bei Bild und zuweilen auch Welt ließen keine noch so abwegige Gelegenheit ungenutzt, um den Antisemitismus in Richtung Islam umzulenken.”

2. Mehr Tiefgang im Netz
(taz.de, René Martens)
René Martens kommentiert die als Webdokus angelegten Kulturformate der Öffentlich-Rechtlichen: “Es gehört zu den Ironien des Mediennutzungswandels, dass im vermeintlich oberflächlichen Netz Kultur-TV-Formate entstehen, die mehr Tiefe ermöglichen als die klassischen Sendungen – wobei diese – über den Weg der linearen Zweitverwertung – dann wiederum von den Neuentwicklungen profitieren können.”

3. Der Fall Argonerd – Issue #3
(getrevue.co, Benjamin Läpple)
In einem umstrittenen, da lücken- und fehlerhaften Thesenpapier sowie einem “Welt”-Interview wurden den Intensivmedizinern schwere Vorwürfe gemacht: Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) habe angeblich im eigenen Interesse mit Zahlen getrickst, Patienten seien ohne Not auf Intensivstationen verlegt worden (die DIVI widersprach dem entschieden). Auf Twitter wurde die Debatte stark durch einen anonymen Account befeuert. Benjamin Läpple hat die Vorgänge um das angebliche #DiviGate rekonstruiert und in seine Analyse mehr als eine Million Tweets einbezogen.

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4. ARD und ZDF nehmen Arte-Inhalte in ihre Mediatheken auf
(dwdl.de, Alexander Krei)
ARD und ZDF haben ihre Mediatheken bereits vergangenes Jahr um die Inhalte des jungen Netzwerks Funk und des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix erweitert. Nun wolle man große Teile des Programmangebots von Arte integrieren: “Das stärkt die gemeinsame Plattform und macht unsere inhaltliche Vielfalt attraktiv und nutzerfreundlich zugänglich”, so der ARD-Verantwortliche Benjamin Fischer.

5. Facebook verbietet Falschinformationen in Werbeanzeigen – warum ist die Plattform dann voll damit?
(correctiv.org, Alice Echtermann)
“Correctiv” ist selbst als Faktenchecker für Facebook tätig, gerät bei der Überprüfung von politischen Anzeigen jedoch an seine Grenzen: “Wir fanden bei unseren Recherchen Hinweise darauf, dass Facebook seine eigenen Regeln bezüglich Falschinformationen und politischen Anzeigen hierzulande nicht konsequent durchsetzt. Manche Anzeigen werden gesperrt, andere nicht. Die Frage ist: Nach welchen Kriterien entscheidet Facebook hier?” Alice Echtermann führt in der lesenswerten Recherche einige konkrete Fälle und Schwachstellen auf.

6. Angriff auf Netflix und Disney+
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann & Stefan Fries, Audio: 5:20 Minuten)
Im globalen Streaming-Markt zeichnet sich eine Verdichtung ab: WarnerMedia soll mit dem TV-Konzern Discovery fusionieren, die französischen TV-Sendergruppen TF1 und M6 wollen sich zusammenschließen, und Amazon werde womöglich das traditionsreiche Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (besser bekannt als MGM) übernehmen. Stefan Fries hat sich im Deutschlandfunk mit dem Medienjournalisten Thomas Lückerath über die möglichen Auswirkungen für das Publikum in Deutschland unterhalten.

KW 19: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Till Eckert im Podcast zu Kein Filter für Rechts
(stern.de, Steffen Gassel, Audio: 44:05 Minuten)
“Correctiv”-Faktenchecker Till Eckert spricht bei “Stern nachgefragt” über die Instagram-Recherche “Kein Filter für Rechts” und erklärt, wie Rechtsextreme das Netzwerk nutzen, um Nachwuchs zu rekrutieren. Die vollständige Geschichte kann man hier nachlesen.

2. Wie entsteht das NDR Coronavirus Update?
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene & Sebastian Pähler, Audio: 1:16:00 Stunden)
Der Podcast “NDR Coronavirus-Update” mit dem Virologen Christian Drosten und dessen Kollegin Sandra Ciesek erfreut sich großer Beliebtheit und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Doch das Format wird nicht nur von den zwei Fachleuten getragen. Im Hintergrund arbeitet eine zehnköpfige Redaktion. Korinna Hennig und Katharina Marenholtz gehören seit Beginn an zum Podcast-Team. Bei “Was mit Medien” geben sie einen Einblick in ihre Arbeit: Wie läuft die Zusammenarbeit mit Drosten und Ciesek? Wie sieht die Qualitätskontrolle aus? Was haben sie in den letzten Monaten über Medien gelernt?

3. Ulrike Meinhof: Von der Journalistin zur Terroristin
(youtube.com, Zapp, Caroline Schmidt, Video: 29:14 Minuten)
Für “Zapp” begibt sich Caroline Schmidt auf die Spur der ehemaligen Journalistin und späteren Terroristin Ulrike Meinhof – einer der Köpfe der sogenannten Baader-Meinhof-Gruppe beziehungsweise der Roten Arme Fraktion aus den 70er-Jahren. Schmidt hat sich dazu mit Zeitzeugen unterhalten wie dem ehemaligen “Konkret”-Redakteur und heutigen “Welt”-Herausgeber Steffan Aust und dem Schriftsteller Peter Schneider: “Es ist die Geschichte einer dramatischen Radikalisierung, von Meinhofs großer Zeit als Kolumnistin bei ‘Konkret’, über die Jahre im Untergrund und dann im Gefängnis bis hin zu einer letzten Geiselnahme, mit der Meinhofs Anhänger sie freipressen wollten – und scheiterten.”

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4. ARD-Zukunftsdialog und Radio nur für Frauen
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 43:27 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin behandelt in der Sendung folgende Themen: Tom Buhrow: “Da hingehen, wo die Leute sind”; Angriff auf den App-Store; Serie über Schwule – bitter nötig?; DAB+ kommt, UKW geht?; “Femotion” – Radio nur für Frauen; Medienschelte – Gepriesen sei der Lanz! Und Achtung, Tipp in eigener Sache: das neue Buch unserer BILDblog-Autoren Mats Schönauer und Moritz Tschermak.

5. Auf gelb gesetzt – Pressefreiheit in Deutschland und Spanien
(sr-mediathek.de, Isabel Sonnabend & Thomas Bimesdörfer, Audio: 17:29 Minuten)
Im Medien-Podcast des Saarländischen Rundfunks geht es um die Pressefreiheit in Spanien und die Frage, warum es dort an der Situation mehr auszusetzen gibt als in Deutschland. Beide Länder werden von den Reportern ohne Grenzen mit gelb (zufriedenstellend) eingestuft. Deutschland taucht in der 180 Staaten umfassenden Rangliste der Pressefreiheit derzeit an Platz 13 auf, Spanien liegt an 29. Stelle.

6. Warum Youtube jetzt immer mehr Werbung zeigt
(youtube.com, Walulis Story, Video: 15:08 Minuten)
Für Youtube kann es in letzter Zeit gar nicht genug Werbeclips geben, findet Philipp Walulis, egal wie dumm sie seien: “Hauptsache viel!” Walulis fragt sich, woher der Massenangriff der Werbeanzeigen kommt und welche Strategie dahinter steckt. Die habe etwas mit den Monetarisierungsmöglichkeiten für “Creator” und die zunehmende Konkurrenz durch Mitbewerber TikTok zu tun.

Palmer und das N-Wort, Drama in MV, Das Treiben der Tech-Giganten

1. Boris Palmer und das N-Wort
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Anatol Stefanowitsch & Bettina Schmieding, Audio: 8:15 Minuten)
Baden-Württembergs Grüne wollen ein Parteiausschlussverfahren gegen ihr Noch-Mitglied Boris Palmer anstrengen. Dem vorausgegangen war ein vielfach kritisierter obszöner Facebook-Kommentar des Tübingener Oberbürgermeisters, der das N-Wort enthielt. Die Kanzlerkandidatin der Grünen und Co-Parteivorsitzende Annalena Baerbock hatte sich bereits auf Twitter von Palmer distanziert: “Die Äußerung von Boris #Palmer ist rassistisch und abstoßend. Sich nachträglich auf Ironie zu berufen, macht es nicht ungeschehen. Das Ganze reiht sich ein in immer neue Provokationen, die Menschen ausgrenzen und verletzen. Boris Palmer hat deshalb unsere politische Unterstützung verloren.” Im Deutschlandfunk spricht Bettina Schmieding mit dem Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch über Palmers Entgleisung. Der Fall zeige auch, wie kompliziert die Berichterstattung über Grenzüberschreitungen ist.

2. Der Gute, der Böse, das Drama
(taz.de, Anne Fromm)
Das Startup “Katapult MV” will im Lokaljournalismus Mecklenburg-Vorpommerns mitmischen, der bislang von Teilnehmern wie dem “Nordkurier” geprägt ist. Anne Fromm wirft einen differenzierten Blick auf das Geschehen: “Die alte, rechte Lokalzeitung gegen das coole, linke Medien-Start-up, ganz so einfach ist es eben nicht. Hört man sich um unter denen, die in MV für die Demokratie kämpfen, Initiativen und Vereine gegen Rechtsextremismus, dann warten da einige gespannt auf Katapult MV. Auch sie stören sich am teils rechten, verschwörerischen Sound des Nordkurier. Aber sie sagen auch, dass sich ein­ige Redakteur*in­nen vor Ort zuletzt besonders bemüht hätten, linke Initiativen ins Blatt zu holen.”

3. “Wenn ich 26 wäre, würde ich mich selbstständig machen”
(journalist.de, Stephan Weichert)
Astrid Csuraji war lange in der Journalistenausbildung tätig, bis sie 2018 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Mit ihrem Start-up bietet sie Medienhäusern innovative Ideen für Vermittlung und Aufbereitung journalistischer Inhalte an. Wie akquiriert sie neue Projekte und Gelder? Warum hält sie so sehr am Journalismus fest? Und wie kommt sie mit ihrem jungen Unternehmen durch die Krise? Unter anderem darum geht es im Gespräch mit dem Hamburger Journalisten und Medienwissenschaftler Stephan Weichert.

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4. Schweden: Immer mehr digitale Hetze gegen Journalisten
(de.ejo-online.eu, Anika Hinz)
Auch Schweden hat ein Problem mit Gewalt gegen Journalisten und Journalistinnen. Vor allem Online-Attacken hätten in letzter Zeit stark zugenommen, wie Reporter ohne Grenzen in einer Erhebung festgestellt habe. Um sich selbst zu schützen, würden immer mehr Medienschaffende den Weg der Selbstzensur gehen. Laut Tove Carlén vom schwedischen Journalistenverband würden sie sich immer öfter dazu entscheiden, ihre Profile in den Sozialen Netzwerken zu löschen.

5. Offensive gegen Frauenhass im Netz
(tagesschau.de, Michael Stempfle)
Die Frauen-Union, eine Vereinigung von Politikerinnen von CDU und CSU, will auf das Phänomen Frauenhass im Netz aufmerksam machen und hat dazu ein Beschlusspapier ausgearbeitet, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Zur Initiative der Unionsfrauen um ihre Vorsitzende Annette Widmann-Mauz gehöre auch die Wiedereinführung der umstrittenen und derzeit ausgesetzten Vorratsdatenspeicherung.

6. Too Big To Regulate?
(gutjahr.biz)
Am Wochenende war es uns einen Gucktipp wert: Die Dokumentation “Un-Social: Wie soziale Medien unsere Gesellschaft bedrohen” von Nemi El-Hassan und Richard Gutjahr. Nun hat Gutjahr einen interessanten Beitrag zur Doku nachgeliefert, der das Treiben der Tech-Giganten beleuchtet. Die geballte Lobby-Power habe ihren Preis: “Knapp 20 Millionen Euro im Jahr lassen sich Facebook, Google, Microsoft, Apple und Amazon ihre Parlamentarier-PR in Brüssel kosten. Das ist doppelt so viel, wie die gesamte europäische Autoindustrie zusammen. Geld, mit dem man sich vielleicht nicht direkt Gesetze, sicherlich aber Wohlwollen erkauft.”

7. Toxisch und tendenziös
(sueddeutsche.de, Cornelius Pollmer)
In eigener Sache und deshalb als zusätzlicher Link: Cornelius Pollmer hat “Ohne Rücksicht auf Verluste – Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet” von unseren BILDblog-Autoren Mats Schönauer und Moritz Tschermak gelesen. Sein Fazit: “Der Boulevard, gerade der von Bild, kann vergnüglich und spielerisch sein, er kann mahnen und aufrütteln. Aber wer ihn regelmäßig konsumiert, dem wird beim Lesen dieses Buches wieder einmal bewusst, dass er damit Teil von etwas Toxischem ist, und dass Bild konsumieren mitunter mehr bedeutet, als einen Cheat-Day in die journalistische Diät einzubauen.”

KW 18: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Un-Social: Wie soziale Medien unsere Gesellschaft bedrohen
(youtube.com, Frontal21, Nemi El-Hassan & Richard Gutjahr, Video: 28:32 Minuten)
“Warum haben verantwortliche PolitikerInnen sowohl auf EU-, als auch auf nationaler Ebene bis heute keine einheitlichen Regelungen und Gesetze zum Umgang mit sensiblen Daten der NutzerInnen erlassen? Und: Warum machen wir da eigentlich alle mit und sind sofort zur Stelle, sobald sich eine neue App auf dem Markt etabliert? Sind wir etwa süchtig nach Social Media und falls ja: Ist das ein unangenehmer Nebeneffekt oder gezielte Methodik, die dahinter steckt?” Um Antworten auf diese Fragen zu finden, haben sich Nemi El-Hassan und Richard Gutjahr auf eine Reise von Berlin nach Dublin und Brüssel begeben.

2. Wir müssen reden.
(youtube.com, maiLab, 21:03 Minuten)
“Liebe Freunde der Sonne! Und liebe Feinde der Sonne …” Wissenschaftsjournalistin und Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim geht auf die Meta-Ebene und denkt über problematische Kommentare im Spannungsfeld von Meinungsfreiheit und Toleranz-Paradoxon nach: Wie könnte ein verantwortungsvolles Community-Management aussehen? Neben den bewährten Methoden melden, löschen, blocken setzt Nguyen-Kim auf die “Geheimwaffe Ignorieren”.

3. Wie entsteht eine Sendung mit der Maus?
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene & Sebastian Pähler, Audio: 1:06:01 Stunden)
In der neuen Ausgabe von “Was mit Medien” sind Heike Sistig und Ralph Caspers von der “Sendung mit der Maus” zu Gast und beantworten viele Fragen: Wie entsteht der TV-Klassiker? Warum hat sich die Sendung kaum verändert, schafft es aber trotzdem, modern zu bleiben? Und was bedeutet der Medienwandel für die Maus? Weitere Themen der Folge: Lokaljournalismus, Rückschläge für die Pressefreiheit und die sich verändernde Podcast-Welt.

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4. Freie Medien in der EU und der Welt stehen unter Druck
(youtube.com, Deutsche Welle, Video: 7:40 Minuten)
Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit schaut die Deutsche Welle zunächst auf die Arbeitsbedingungen der Medien in Europa. Besonders düster sei die Lage für unabhängige Medienschaffende in Polen, Slowenien und Ungarn. Laut Reporter ohne Grenzen verschlechtere sich die Lage, die EU sei in der Pflicht, sich dem entgegenzustellen. Die EU-Kommission wende ein, dass sie kaum Möglichkeiten habe, auf die Regierungen einzuwirken. Wenig tröstlich: In anderen Regionen der Welt sieht es noch viel schlimmer aus.

5. Hinterfragen, aufklären, aufzeigen – die Aufgabe der Medien in schwierigen Zeiten.
(youtube.com, M94.5, Fanny Buschert, Video: 58:37 Minuten)
Alexandra Föderl-Schmid, stellvertretende Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, erzählt von ihrer Sicht auf den Journalismus: “Wir dürfen uns nicht mit der bloßen Beschreibung von politischer Inszenierung und der Wiedergabe von Ankündigungen begnügen, wir müssen hinterfragen, Konsequenzen aufzeigen und aufdecken, was falsch läuft.” Das rund einstündige Interview wurde anlässlich der bayerischen Schülermedientage aufgenommen, ist aber auch für Personen interessant, die die Schule bereits hinter sich gelassen haben.

6. Jung, schön, sexy: So tickt der Instagram-Algorithmus
(youtube.com, Zapp, Inga Mathwig, Video: 20:05 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” hat sich die schöne heile Instagram-Welt angeschaut, die teilweise so perfekt ist, dass darunter das Selbstwertgefühl von Jugendlichen leide. Hilft Instagram nach und blendet öfter Bikinifotos ein, um ein besseres Werbeumfeld zu schaffen? Und was macht die junge, schöne und ziemlich freizügige Parallelwelt mit jungen Menschen? “Zapp”-Reporterin Inga Mathwig hat sich dazu unter anderem mit einem Datenjournalisten von der NGO AlgorithmWatch getroffen.

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