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Ende der “Wiener Zeitung”, “Funk”, 140 Schreiben vom Rechtsanwalt

1. Das ist die letzte “Wiener Zeitung”
(derstandard.at)
“Das ist ein bitterer Tag für Österreich als Medienstandort und Kulturland und ein trauriger Tag für alle, die seriösen Qualitätsjournalismus schätzen”, zitiert der “Standard” den österreichischen Politiker und SPÖ-Parteivorsitzenden Andreas Babler. Gemeint ist das Ende der “Wiener Zeitung”, die bis zu ihrer letzten gedruckten Ausgabe am heutigen Freitag als die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt gilt. Grund für die Schließung sei vor allem der Entzug der Finanzierung durch die Regierung gewesen.
Weiterer Lesehinweis: Das Ende der “Wiener Zeitung”: Chronologie einer gescheiterten Rettung (wienerzeitung.at).

2. “Immer häufiger Medienanwälte”
(taz.de, Wilfried Urbe)
Über presserechtliche Auseinandersetzungen, juristische Einschüchterungsversuche und Abmahnungen haben wir in den “6 vor 9” schon häufig berichtet, aber was Günter Wallraff in seinem Interview mit der “taz” erzählt, verblüfft auch uns: Im Vorfeld der “Team-Wallraff”-Sendung über Missstände in Krankenhäusern hätten er beziehungsweise Redaktion und Sender rund 140 Anwaltsschreiben erhalten. Wallraff habe eine einfache Faustregel: “Die Allerschlimmsten betreiben den größten juristischen Aufwand, um einzuschüchtern und damit Missstände zu vertuschen.”
Weiterer Lesetipp und ebenfalls die RTL-Sendung “Team Wallraff” betreffend: Wie Burger King vor neuen RTL-Enthüllungen in die Offensive geht (dwdl.de, Alexander Krei).

3. 1. Juli 2024: Independence Day für 12,5 Millionen Kabel-Haushalte
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Es klingt zunächst nach einer rein technischen Meldung, könnte aber erhebliche Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten haben: In einem Jahr fällt das sogenannte Nebenkostenprivileg, das es Vermieterinnen und Vermietern erlaubt, die Kosten des Kabelanschlusses monatlich über die Nebenkosten auf die Mieterinnen und Mieter umzulegen. Die neu gewonnene Freiheit könnten viele nutzen, um sich endgültig vom linearen Fernsehen zu trennen. Uwe Mantel erläutert die Hintergründe.

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4. Nach Kritik an Berichterstattung über “rechte Parteien”: Funk entschuldigt sich für Fehler
(deutschlandfunk.de)
In einem Instagram-Beitrag des öffentlich-rechtlichen Jugendformats “Funk” hieß es: “Björn Höcke, Alice Weidel, Friedrich Merz und Markus Söder haben was gemeinsam: Sie sind rechts.” Diese Darstellung wurde teilweise heftig kritisiert, eine Kritik, der sich auch der Intendant des SWR und “Funk”-Gesamtverantwortliche Kai Gniffke anschließt. Der Beitrag sei umgehend offline genommen worden. Zudem veröffentlichte die zuständige Redaktion “Die da oben” ein Video-Statement, in dem sie sich zu der Kritik äußert.

5. Den Kinobetreibern explodieren die Kosten
(faz.net, Helmut Hartung)
Christine Berg, Chefin des Verbands der Kinobetreiber, klagt in der “FAZ” über die steigenden Kosten und sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Sie plädiert für finanzielle Unterstützung bei der energetischen Sanierung der Lichtspielhäuser und der Umrüstung auf Photovoltaikanlagen. Außerdem wünscht sie sich ein “größeres Engagement des öffentlich-rechtlichen Rundfunks”, so könnte die ARD doch einmal wöchentlich vor der “Tagesschau” einen deutschen Kinofilm bewerben. Nun denn.

6. Millionen-Betrug mit Falschmeldungen: das steckt hinter der Bitcoin-Falle
(youtube.com, Mirko Drotschmann, Video: 12:24 Minuten)
Selbst auf seriösen Nachrichtenseiten wie der des “Spiegel” tauchen betrügerische Fake-Anzeigen auf. Da wird zum Beispiel Markus Lanz vermeintlich von der Polizei abgeführt, dazu die reißerische Textzeile: “Tausende strömen nach Lanz’ Verhaftung zu Geldautomaten”. Wie funktioniert diese Betrugsmasche? Wie kommt es, dass solche Fake-Meldungen auf seriösen Nachrichtenportalen landen? Und wie kann man die Klickfallen durchschauen? Mirko Drotschmann hat es sich für das Medienmagazin “Zapp” genauer angeschaut.

KW 25/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug, diesmal mit dem Schwerpunkt auf der zurückliegenden Jahreskonferenz der Journalistinnen- und Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Machtmissbrauch, Imageschaden, Braindrain – Wohin geht’s mit Springer?
(youtube.com, Silke Burmester, Video: 53:13 Minuten)
Bei der Podiumsdiskussion zur Zukunft des Axel-Springer-Verlags geht es unter anderem um die strukturellen Probleme der Redaktionen von “Bild” und “Welt”: Wie unabhängig können Journalistinnen und Journalisten bei Springer arbeiten, und welche Rolle spielen dabei der Verleger Mathias Döpfner und die Chefredaktionen? Welche Folgen hat es, wenn immer mehr Recherchejournalisten und -journalistinnen das Unternehmen verlassen, und der Verlag Schwierigkeiten hat, qualifiziertes Personal zu finden? Es diskutieren Anette Dowideit, stellvertretende Chefredakteurin von “Correctiv” und zuvor Mitarbeiterin der “Welt”, Journalistikprofessor Volker Lilienthal und Pia Stendera, Reporterin, Autorin und Podcasterin (“Boys Club – Macht & Missbrauch bei Axel Springer”).

2. Schon lange geplant? Die Zerschlagung von Gruner+Jahr und die Folgen
(youtube.com, Steffen Grimberg, Video: 1:00:23 Stunden)
Gruner + Jahr war einst ein Gigant in der Zeitschriftenbranche mit so bekannten und reichweitenstarken Titeln wie “Stern”, “Brigitte” und “Geo”, doch spätestens mit der Übernahme durch RTL/Bertelsmann sind diese Zeiten vorbei. Wann begann der Niedergang? Und wer hat welche Fehler gemacht? War die Zerschlagung von Gruner + Jahr von Bertelsmann strategisch geplant? Oder war sie eine notwendige Maßnahme zur Rettung des Restgeschäfts, wie Bertelsmann-Chef Thomas Rabe behauptet? Darüber diskutieren der freie Journalist Thomas Schuler, der viel zu Gruner + Jahr recherchiert hat, der frühere “Geo”-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede, die Gewerkschafterin Tina Fritsche sowie die freie Journalistin Verena Carl, die für verschiedene G+J-Magazine geschrieben hat und schreibt.

3. Berichten über #metoo – zwischen Betroffenen, Medienanwält:innen und Gerichten
(youtube.com, Stefanie Dodt, Video: 1:05:11 Stunden)
Am Beispiel des Rammstein-Sängers Till Lindemann werde deutlich, wie schwierig das Berichten über (mögliche) #metoo-Fälle und Verdachtsberichterstattung im Allgemeinen sind. Wie gelingt der Spagat zwischen journalistischem Anspruch und juristischen Grenzen? Welche Schlüsse ziehen deutsche Medienhäuser aus den Reaktionen von Beschuldigten und Gerichten? Darüber diskutieren Sascha Sajuntz (Rechtsabteilung “Spiegel”), Lena Kampf (Investigativressort “Süddeutsche Zeitung”) und Sonja Süß (Hessischer Rundfunk).

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4. Wie eine zeitgemäße Klimaberichterstattung aussehen müsste – und warum es sie bis heute nicht gibt.
(youtube.com, Oda Lambrecht, Video: 1:06:53 Stunden)
Im Panel zur Klimaberichterstattung diskutieren Barbara Junge von der “taz”, Wulf Schmiese vom ZDF, Oliver Haustein-Teßmer von der “Lausitzer Rundschau” und Gabriele Holzner vom Hessischer Rundfunk über den richtigen Umgang von Medien mit diesem wichtigen Thema. Wichtige, weil belebende Teilnehmerin der Runde ist die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die für ihre unbequemen, aber berechtigten Hinweise und Fragen bekannt ist.

5. Eine verminte Recherche – Wer sprengte die Nord-Stream-Pipelines?
(youtube.com, Svea Eckert, Video: 1:11:12 Stunden)
Wer ist für den Anschlag verantwortlich, bei dem beide Stränge der Ostseepipeline Nord Stream 1 und einer der beiden Stränge von Nord Stream 2 zerstört wurden? In letzter Zeit deckten verschiedene Redaktionen vor allem Spuren auf, die in Richtung Ukraine deuten (was nicht zwingend heißen muss, dass dort auch die Urheberschaft liegt). Entsprechend wachse der Druck auf die deutsche Politik und die Medien, die zu diesem Thema recherchieren. Es diskutieren Jörg Schmitt (“Süddeutsche Zeitung”), Jörg Diehl (“Spiegel”) und Holger Stark (“Zeit”). Ein spannender Einblick in eine brisante Thematik, die an einen Krimi erinnert.

6. Vom Yps-Gimmick bis zur Oper: Die Top 10 der innovativen Formate im Journalismus
(youtube.com, Christian Fuchs & Jonathan Sachse, Video: 57:53 Minuten)
Christian Fuchs (“Zeit”) und Jonathan Sachse (“Correctiv”) stellen verschiedene herausragende Beispiele für innovative Formate im Journalismus vor. Das Spektrum reicht von Live-Formaten über Graphic Novels bis hin zu Comedy-Videos und Newsgames.

Medienereignis U-Boot-Suche, Keine Fragen zugelassen, Neue Satire-Opfer

1. Medienereignis U-Boot-Suche
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Sebastian Wellendorf, Audio: 7:09 Minuten)
Wenn, wie in der vergangenen Woche, ein überfülltes Boot kentert und Hunderte Menschen ertrinken, die auf der Flucht sind, ist das Medien nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit wert wie die Suche nach einem Tauchboot mit fünf Insassen, das reichen Menschen einen Unterwasserausflug zur Titanic verspricht. Der Deutschlandfunk hat mit Experten und Expertinnen über die Gründe dieses Phänomens gesprochen.

2. “Ein beispielloser Anschlag auf die Pressefreiheit”
(falter.at, Florian Klenk)
Der österreichische Investigativjournalist Franz Miklautz deckte unter anderem auf, dass sich ein Magistratsdirektor in nur einem Jahr rund 70.000 Euro für Überstunden auszahlen ließ. Damit zog Miklautz den Zorn der Klagenfurter Mächtigen auf sich, die ihn anzeigten. Er sei kein Journalist, sondern ein Krimineller, der Amtsgeheimnisse verraten habe. Damit nicht genug: Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ließ seine “Mobiltelefone, Computer, Tablets oder andere internetfähige Geräte und dergleichen” beschlagnahmen – ein “beispielloser Justizskandal”, wie Florian Klenk schreibt.

3. Keine Fragen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert, dass bei einer Pressekonferenz mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang vom Kanzleramt keine Fragen zugelassen wurden: “Dass der deutsche Regierungschef die Regeln seiner chinesischen Gäste offenbar bereitwillig übernimmt und bei einer Pressekonferenz gestern in seinem Kanzleramt keine Fragen zulässt, ist ein Affront. Die anwesenden Korrespondenten wurden zu Statementempfängern degradiert. Dafür hätten sie sich nicht auf den Weg ins Kanzleramt machen müssen.”

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4. Haben wir denn gar nichts gelernt aus der Ära Trump?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:24 Minuten)
Eigentlich hätten Redaktionen in den Trump-Jahren viel über den medialen Umgang mit dem damaligen US-Präsidenten lernen können und müssen, doch mit der aktuellen Anklage gegen Donald Trump scheint vieles vergessen. Hunderte von Reporterinnen und Reportern blasen selbst die belanglosesten Beobachtungen zu vermeintlich berichtenswerten Nachrichten auf und schenken Trump eine unangemessene Aufmerksamkeit. Holger Klein spricht mit dem “Tagesthemen”-Moderator und USA-Kenner Ingo Zamperoni über das Problem, das oft auch ein Dilemma ist.

5. Theodor-Wolff-Preise in fünf Kategorien vergeben
(zeit.de)
Gestern wurde der Theodor-Wolff-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen im deutschen Journalismus, vom Verband der Digitalpublisher und Zeitungsverleger vergeben. Ausgezeichnet wurden Dunja Ramadan für “Der Garten und der Dschungel” (“Süddeutsche Zeitung”, nur mit Abo lesbar), Moritz Aisslinger für “Dem Sturm ausgeliefert” (“Zeit”) und Julia Ruhnau für “Endlevel Hass” (“Nürnberger Nachrichten”, nur mit Abo lesbar), Jan Georg Plavec und Simon Koenigsdorff für ihr digitales Angebot “Klimazentrale Stuttgart” (“Stuttgarter Zeitung”/”Stuttgarter Nachrichten”) sowie Daniel Brössler für sein Stück “Schreckliche neue Welt” (Süddeutschen Zeitung, nur mit Abo lesbar).

6. Die neuen Opfer der Satire: Jetzt wird auch nach unten kritisiert
(pnp.de, Raimund Meisenberger)
Raimund Meisenberger hat einen lesenswerten Essay über den Zustand des Kabaretts in Deutschland geschrieben. Er stellt fest: “Seit Hofnarrs Zeiten war es das Privileg der Satire, zur Abwechslung mal die Mächtigen an den Pranger zu stellen. Mancher Satiriker (und andersrum auch mancher Politiker) heute praktiziert das Gegenteil und kritisiert nicht mehr die Mächtigen, sondern die de facto Machtlosen – Minderheiten, die durch ihre pure Existenz ein Beispiel geben, dass die Dinge auch anders sein könnten und dass der Status quo weder sakrosankt noch alternativlos ist.”

KW 24/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Den Vogel abgeschossen – Elon Musk vs. Twitter
(wondery.com, Audio: vier Episoden zwischen 31 und 37 Minuten)
Amazons Podcast-Tochter Wondery hat eine aufwändig produzierte vierteilige Serie über Elon Musks Twitter-Übernahme veröffentlicht. Die Episoden sind spannend erzählt und mit vielen Informationen und Originalstimmen gespickt. Eine der gelungensten medienrelevanten Infotainment-Produktionen der letzten Zeit!

2. Ulf Buermeyer über Freiheitsrechte und strategische Klageführung
(denkangebot.org, Katharina Nocun, Audio: 1:08:45 Stunden)
Im “Denkangebot”-Podcast hat Katharina Nocun Ulf Buermeyer zu Gast, Co-Moderator der “Lage der Nation”, Richter am Landgericht Berlin und einer der Gründer der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). In dem Gespräch geht es unter anderem um das Konzept der strategischen Klageführung, Hass im Netz, die Chatkontrolle und die Arbeit der GFF.

3. Umstrittene Umfrage: Schlägt jeder 3. junge Mann seine Freundin?
(ndr.de, Daniel Bröckerhoff, Video: 10:12 Minuten)
Über die von vielen Medien unkritisch zitierte, umstrittene Umfrage, nach der ein Drittel der befragten Männer Gewalt gegen die Partnerin für “akzeptabel” hält, hatten wir diese Woche bereits in den “6 vor 9” berichtet. Nun hat sich das Medienmagazin “Zapp” mit den Fehlern und Merkwürdigkeiten der Umfrage und ihrer medialen Verwertung auseinandergesetzt.

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4. Christian Wulff wettert gegen Kai Diekmann
(turi2.de, Pauline Stahl, Video: 1:28:22 Stunden)
Bei “turi2” weist Pauline Stahl auf einen Youtube-Mitschnitt einer Veranstaltung mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff hin. Dieser habe dort gegen den ehemaligen “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann ausgeteilt und Diekmanns Vorgehen in der Mailbox-Affäre vor zwölf Jahren mit Diebstahl verglichen. Heute würde Wulff mit dem Springer-Verlag nach eigener Aussage anders umgehen: “Ich würde ganz dicht machen”.

5. Langzeitrecherchen: Wie kann man sich die leisten?
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 39:25 Minuten)
Im Werkstattgespräch von “Bonjourno” geht es ums liebe Geld und die Frage: Wie kann man sich als Journalist oder Journalistin Langzeitrecherchen leisten? Sollte man für eine monatelange Recherche selbst in Vorkasse gehen? Oder sich um eine Förderung bewerben? Darüber spricht Olivia Samnick mit dem freien Journalisten Benjamin Hindrichs.

6. Wie Alkohol in den Medien romantisiert wird
(youtube.com, El Leykauf, Video: 20:38 Minuten)
Vor allem im Trash-TV sei zu sehen, wie Alkohol verharmlost und mit Spaß und Humor in Verbindung gebracht werde, meint El Leykauf von “Brust raus”: “Und viel zu selten wird dabei aufgeklärt, dass der hohe Konsum von Alkohol gefährlich ist. Ungesund ist. Und auch süchtig machen kann.” In ihrem Video schaut sich Leykauf genauer an, “ob die Darstellungen in den Medien von Alkohol und Co. moralisch vertretbar sind oder nicht.”

KW 23/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Diesmal in einer Spezialausgabe zur zurückliegenden re:publica. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Powerplay. Macht und Sexismus in der Medienbranche
(youtube.com, Juliane Löffler, Pia Stendera, Lena von Holt & Daniel Drepper, Video: 1:04:42 Stunden)
Die #MeToo-Debatte hat in den vergangenen Jahren zu einer gesellschaftlichen Sensibilisierung für Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse geführt. Ausgelöst wurden diese Diskussionen und Debatten meist durch journalistische Recherchen. Das verlinkte Panel beschäftigt sich mit Macht und Sexismus in der Medienbranche.

2. “Die Medien” und “der Osten”: Was läuft schief in deutschen Medien?
(youtube.com, Mandy Tröger, Video: 29:56 Minuten)
Ist “der Osten” wirklich eine “mediale Problemzone”, wie so oft behauptet wird? Dieser Frage geht Mandy Tröger in ihrem Vortrag nach. Sie gibt einen Überblick über die historische Entwicklung, die Probleme der Gegenwart und denkt über mögliche Lösungen für die Zukunft nach.

3. Factual vs. Fiction: Wie unterhaltsam dürfen Dokumentationen sein?
(youtube.com, Khesrau Behroz, Antje Boehmert & Benjamin Cantu & Vera Linß, Video: 59:42 Minuten)
Dokumentationen sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch eine spannende und unterhaltsame Geschichte erzählen. Doch wie findet man die richtige Balance zwischen Fakten und Fiktion?

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4. Von Social Media zu einem echten Social Web
(youtube.com, Marcel Weiß, Video: 32:36 Minuten)
Dank Mastodon hat ActivityPub als erstes Protokoll in den vergangenen zwölf Monaten genug Fahrt aufgenommen, um ein offenes Soziales Netzwerk für eine breite Öffentlichkeit in greifbare Nähe rücken zu lassen. In seinem Talk geht Marcel Weiß der Frage nach, was es das braucht, um eine wirklich vernetzte Öffentlichkeit auf einer nachhaltigen Infrastruktur zu ermöglichen.

5. Rechtsextremismus im Internet. Was wissen wir und was können wir tun?
(youtube.com, Jan Rau & Josefa Francke, Video: 27:28 Minuten)
Jan Rau und Josefa Francke geben einen Überblick über die aktuelle Situation des digitalen Rechtsextremismus: Welchen Gefahren sind wir ausgesetzt? Was können Gesetze und Gerichte tun? Wie sieht die Präventionsarbeit aus? Und welche Aufgabe hat die Gesellschaft?

6. Das Ende von Twitter? – Die dümmsten und teuersten Ideen aus sechs Monaten Musk
(youtube.com, Dennis Horn & Gavin Karlmeier, Video: 57:44 Minuten)
In ihrem Podcast “Haken dran” gehen Gavin Karlmeier und Dennis Horn mehrmals wöchentlich aktuellen Entwicklungen bei Twitter unter Elon Musk nach. Auf der re:publica sprechen sie über die “dümmsten und teuersten Ideen aus sechs Monaten Musk”.

Reporter im Fadenkreuz, re:publica, Selbstreferenzielle Höllenschleife

1. Reporter im Fadenkreuz
(taz.de, Adefunmi Olanigan)
Nachdem der Reporter Julius Geiler im “Tagesspiegel” über den Berliner Polizisten und AfD-Lokalpolitiker André G. berichtet hatte, der im Verdacht steht, Coronamaßnahmen ignoriert zu haben, ermitteln nun die Berliner Behörden – gegen Geiler. André G. werfe ihm üble Nachrede und Verleumdung einer politischen Person vor.

2. Plant die EU einen neuen “Heiz-Hammer”?
(zdf.de, Florian Neuhann)
Die “Bild”-Redaktion berichtete gestern exklusiv, dass die EU einen “härteren Heiz-Hammer als die Bundesregierung” plane. Florian Neuhann, Brüssel-Korrespondent des ZDF, hat sich die Sache genauer angeschaut und ist zu einer geteilten Bewertung gekommen: “Eine Geschichte, die erst als Ente zurückgewiesen wird. An der aber nicht alles ganz falsch ist.”
Dazu auch: Die Europäische Kommission widerspricht in einem Twitter-Thread der “Bild”-Berichterstattung.

3. re:publica 23: Wo bleibt der Cash?
(verdi.de, Sarah Schaefer)
Sarah Schaefer war zu Gast auf der re:publica, dem “Festival für die digitale Gesellschaft”, und hat dort einige medienrelevante Panels besucht. Ein kompakter Zwischenbericht für alle, die es nicht nach Berlin geschafft haben. Kurze Eindrücke von der Konferenz gibt es auf dem Youtube-Kanal der re:publica: Tag 1, Tag 2 und Tag 3.

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4. Selbstreferenzielle Schleife aus der Hölle
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband, Audio: 4:27 Minuten)
Deutschlandfunk-Kolumnistin Marina Weisband hält den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Medien für gefährlich: “In einer Welt, in der Journalismus von Kapital abhängig ist, ist der Drang nach Optimierung jetzt also noch leichter zu erfüllen. Und noch weit gefährlicher. Der Verzicht auf solche unlauteren Abkürzungen als Teil des journalistischen Ethos – zum Beispiel durch Selbstverpflichtung – ist eine Möglichkeit, das zu vermeiden.”

5. Im Fokus: die Menschlichkeit
(fachjournalist.de, Ralf Falbe)
Der Fotojournalist Mads Nissen hat mit seinen Bildern bereits zum dritten Mal einen World Press Photo Award gewonnen. Im Interview mit dem “Fachjournalist” spricht er über sein Erfolgsrezept, seinen Werdegang, sein Werk und seine Arbeitsweise. Außerdem gibt Nissen Einblicke, wie er den Zugang zu den Protagonistinnen und Protagonisten seiner Bilder findet.

6. Hörbar Rust mit Lorenz Maroldt
(radioeins.de, Bettina Rust, Audio: 1:22:36 Stunden)
Er hätte Fußballspieler, Basketballer oder Punkmusiker werden können, ist aber beim Journalismus gelandet: Lorenz Maroldt, Chefredakteur des “Tagesspiegels” und Initiator des täglichen Newsletters “Checkpoint”, ist zu Gast in der “Hörbar Rust”.

Staats­an­walt­schaft beharrt, Making Of “Boys Club”, Trash-Fernsehen

1. Staats­an­walt­schaft beharrt auf Ankla­ge­er­he­bung
(lto.de)
Wie vergangenen Freitag in den “6 vor 9” zu lesen war, hat das Landgericht Karlsruhe die Anklage gegen einen Redakteur des unabhängigen Senders Radio Dreyeckland (RDL) nicht zugelassen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, auf die Archivseite der verbotenen Plattform linksunten.indymedia verlinkt und damit eine verbotene Organisation unterstützt zu haben. Wie “Legal Tribune Online” berichtet, geht die Auseinandersetzung zwischen der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und dem RDL-Redakteur nun in die nächste Runde: Die Staatsanwaltschaft habe Beschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts eingelegt.

2. Making Of Boys Club – Was bedeutet die Springer-Recherche für die Branche?
(hinterdenzeilen.de, Niklas Münch & Tobias Hausdorf, Audio: 48:20 Minuten)
Seit Mitte April gibt es den Podcast “Boys Club”, eine achtteilige Hör-Produktion über “Macht & Missbrauch bei Axel Springer”. Für das einjährige Projekt haben die Macherinnen mit über 40 aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Springer-Verlags gesprochen und über 80 Stunden Material generiert (Transparenzhinweis: Auch wir vom BILDblog haben einige Worte zu den Methoden von “Bild” beigesteuert). Bei “Hinter den Zeilen” kommen Pia Stendera, Lena von Holt und Emily Ulbricht zu Wort, die für den Podcast verantwortlich sind. Sie erzählen von der Arbeit am Projekt, erklären, wie die Recherche auch sie verändert hat, und erläutern, was der Podcast über die gesamte Medienbranche aussagt.

3. Google muss Suchtreffer nur bei Nachweis von Falschangaben löschen
(spiegel.de)
Der Bundesgerichtshof habe ein wichtiges Urteil zum sogenannten Recht auf Vergessenwerden gefällt. Wer sich durch falsche Angaben in Suchergebnissen verleumdet sieht, müsse demnach selbst aktiv werden: “Die Karlsruher Richter dürften sich auch nach einem vorherigen, grundsätzlichen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gerichtet haben, wonach der Suchmaschinenbetreiber nicht verpflichtet ist, aktiv nach Artikeln mit Falschinformationen zu forschen. Der Betroffene hat demnach selbst nachzuweisen, dass die Angaben über ihn offensichtlich unrichtig sind.”

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4. Publisher entdecken TikTok
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Die Kurzvideo-Plattform TikTok ist auf dem besten Weg, ein relevanter Kanal für Verlage zu werden, meint Petra Schwegler und nennt in ihrem Beitrag einige Gründe dafür. Seit einiger Zeit werde TikTok durch längere Videoformate und Live-Streams für Verlage relevanter denn je. Die Plattform gehe mittlerweile sogar aktiv auf Verlage zu und biete ihnen ein Publisher-Tool an, das die Medienhäuser auch an den Einnahmen aus der Videowerbung beteiligen soll.

5. Start 2024: Caren Miosga soll auf “Anne Will” folgen
(dwdl.de, Manuel Weis)
Der NDR hat sich offenbar auf eine Nachfolgerin für Anne Will für die Moderation des sonntäglichen Polittalks im Ersten geeinigt. Mit Caren Miosga besetze die ARD den Sendeplatz bereits zum dritten Mal mit einer Frau, die von den “Tagesthemen” kommt: “Den Anfang machte Sabine Christiansen, die bis 1997 die ‘Tagesthemen’ präsentierte und ab Anfang 1998 dann durch ‘Sabine Christiansen’ führte. 2007 gab Christiansen die Moderation ab – ihre Nachfolgerin wurde ‘Anne Will’, die dafür ihren Job bei den ‘Tagesthemen’ aufgab. Den frei gewordenen Platz bei den ‘Tagesthemen’ besetzte damals: Caren Miosga.”

6. Anja Rützel über gutes und schlechtes Trash-Fernsehen.
(turi2.de, Pauline Stahl, Audio: 35:05 Minuten)
Im “turi2”-Podcast spricht Trash-TV-Expertin Anja Rützel über gute und schlechte leichte Unterhaltung und erklärt, warum sie der “ZDF-Fernsehgarten” in den vergangenen Wochen “richtig erschüttert” hat, warum sie kein Fan davon ist, dass eine Datingshow wie der “Bachelor” schon eine Woche vorher im Stream zu sehen ist, und was sie beim “Eurovision Song Contest” über ihre internationalen Kolleginnen und Kollegen gelernt hat.

KW 20/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Was steckt hinter der ARD-Reform?
(mdr.de, Lars Sänger & Carsten Kayser, Video: 29:19 Minuten)
“Medien360G”, “das Portal für Medienkompetenz” des MDR, hat ein umfangreiches Dossier zur ARD-Reform veröffentlicht, zu dem auch ein etwa 30-minütiges Video gehört. Darin geht es um die Verschlankung des öffentlich-rechtlichen Systems, um Sparmaßnahmen und Strukturänderungen sowie um die Frage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht grundlegend reformiert werden müsste.

2. Julian Hessenthaler zum “Ibiza”-Video
(tvthek.orf.at, Armin Wolf, Video: 21:48 Minuten)
Julian Hessenthaler war einer der Köpfe hinter dem sogenannten “Ibiza”-Video, das einen der größten politischen Skandale Europas auslöste und in Österreich zum Bruch der Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ führte. Armin Wolf hat Hessenthaler interviewt und mit ihm über die Entstehungsgeschichte des Videos gesprochen. Natürlich geht es auch wieder um die Frage, welche Rolle Jan Böhmermann bei all dem spielte beziehungsweise nicht spielte.

3. Die Ausbildung bei RTL Nord – Ein Blick hinter die Kulissen
(journalistik.blogs.uni-hamburg.de, Leonie Urbanczyk, Audio: 58:09 Minuten)
Der “JKW-Podcast” der Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg bietet einen Blick hinter die Kulissen der Ausbildung bei RTL Nord. Zu Gast ist Steffi Scholz, die nach ihrem Jurastudium in den Journalismus wechselte und seit 23 Jahren bei RTL Nord arbeitet. Seit 16 Jahren ist Scholz Chefin vom Dienst und mittlerweile auch für die Volontärinnen und Volontäre zuständig.

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4. Journalist und Moderator Christian Sievers bei “Völlig überzogen”
(egofm.de, Hoffmann & Kollmann, Audio: 37:35 Minuten)
Zu Gast bei “Völlig überzogen” ist der Journalist Christian Sievers, der für das ZDF als Reporter und Korrespondent weltweit unterwegs war und heute im “heute journal” als Moderator über das aktuelle Weltgeschehen berichtet. Welche Erfahrung hat ihn am meisten geprägt? Was entgegnet er der Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem? Und wie könnte seiner Meinung nach eine Nachrichtensendung in 15 bis 20 Jahren aussehen?

5. Framing im Journalismus
(podcastfe7a98.podigee.io, Sabrina Harper, Audio: 34:39 Minuten)
Der “Media-for-Peace”-Podcast basiert auf einer Kooperation des Media Lab Bayern mit der Universität der Bundeswehr München und dem Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr. In der aktuelle Folge geht es um “Framing im Journalismus”. Zu Gast sind der Journalist Timour Chafik und die Wissenschaftlerin Ines Engelmann. Sie sprechen unter anderem über Frame-Setting, Frame-Building und Framing-Effekte sowie über positives Framing am Beispiel des lösungsorientierten Journalismus.

6. Geheime Absprachen: Die Wahrheit über Stadionvlogs von ViscaBarca, Trymacs und Co.
(youtube.com, Fritz Lüders & Inga Mathwig, Video: 19:37 Minuten)
Obwohl es streng verboten ist, Spiele der Fußball-Bundesliga zu filmen und zu übertragen, und derartiges Verhalten von den Rechteinhabern sanktioniert wird, erreichen die Youtube-Videos von “ViscaBarca”, “Trymacs” und Co. mit Aufnahmen aus Fußballstadien anscheinend unbehelligt ein Millionenpublikum. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich enge Verbindungen zwischen Vloggern, Agenturen und Lizenzgebern wie Amazon oder der Deutschen Fußball Liga, wie “Zapp” zeigt.

KW 19/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Das Internet der Zukunft
(zukunft-verstehen.podigee.io, Sascha Lobo, Audio: 1:01:41 Stunden)
Zu Gast bei “Zukunft verstehen” ist diesmal Torsten Beeck, der neue Chefredakteur des IT-Magazins “c’t”. Beeck war zuvor in der Chefredaktion des “Spiegel” und hat bei Facebook beziehungsweise Meta gearbeitet, bringt also viel Wissen aus dem Journalismus und der IT-Branche mit. Da liegt es nahe, dass es in dem Gespräch nicht nur um die Zukunft des Internets, sondern auch um die Zukunft des Journalismus geht. Noch der Vollständigkeit halber: Bei “Zukunft verstehen” handelt es sich um einen Podcast des Unternehmens Cisco.

2. Neues aus der Nachbarschaft: Zukunftsperspektiven für Lokal- und Regionalmedien
(youtube.com, Andreas Weise, Video: 59:43 Minuten)
Der Lokaljournalismus steht vor großen Herausforderungen: Reichen die digitalen Einnahmen aus, um unabhängige Redaktionen zu finanzieren? Was passiert, wenn die Werbeeinnahmen der klassischen TV- und Radioanbieter in den nächsten Jahren weiter zurückgehen? Und wie sieht die regionale Medienlandschaft 2030 ohne Förderung aus? Darüber diskutierten auf den Medientagen Mitteldeutschland Sigrun Albert (Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger), Janis Brinkmann (Professor für Publizistik und digitale Informationswissenschaft), Markus Heinker (Präsident des Medienrats der sächsischen Landesmedienanstalt) sowie Helge Lindh (SPD-Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Kultur und Medien).

3. Wirklich? Eine neue Printzeitung!
(der-digitale-fruehschoppen.de, Andreas Rackow & Thomas Krause, Audio: 37:18 Minuten)
Simone Lange, ehemalige Oberbürgermeisterin von Flensburg, plant die Herausgabe einer Wochenzeitung mit dem Titel “wirklich”, die zunächst nur in gedruckter Form erscheinen soll. Andreas Rackow und Thomas Krause haben nachgefragt, wie es zu dieser ungewöhnlichen Entscheidung kam und was Lange genau plant.

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4. Pressefreiheit und Selbstkontrolle
(365.vsum.tv, Luis Paulitsch, Audio: 33:23 Minuten)
Im internationalen Ranking der Pressefreiheit ist Österreich weiter zurückgefallen und liegt derzeit auf Platz 29 von insgesamt 180 Ländern. Als Reaktion auf das Abrutschen wird oft eine Stärkung des Qualitätsjournalismus in Österreich gefordert. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der österreichische Presserat? Und warum dient die journalistische Selbstkontrolle auch dem Schutz der Pressefreiheit? Darüber spricht Luis Paulitsch mit der Medienexpertin Astrid Zimmermann und dem ÖVP-Mediensprecher Kurt Egger.

5. Technik-Utopien
(popkulturfunk.podigee.io, Valentina Hirsch, Audio: 1:25:06 Stunden)
Im “Popkulturfunk” unterhält sich Valentina Hirsch mit dem Journalisten Richard Gutjahr über Technikutopien. Dabei geht um Technik, die begeistert, und Technik, die nicht begeistert, um Hypes und Trends, aber auch um Dystopien.

6. Kulturkampf deutsche Sprache
(youtube.com, Christian Ehring & Jakob Leube & Freddy Radeke, Video: 6:05 Minuten)
Das NDR-Satiremagazin “extra 3” rechnet mit dem “Kulturkampf um die deutsche Sprache” ab: “Die CDU und die AfD in Thüringen haben im vergangenen Jahr sogar ein Gender-Verbot für Behörden durchgesetzt. Das ist ein richtiger Kulturkampf. Verständlich. Gerade die Behördensprache muss in ihrer ganzen Schönheit erhalten bleiben. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.”

Kohl vs. Diekmann, Böhmermann und der Quellenschutz, Welzers Empirie

1. Walter Kohl lässt rechtliche Schritte gegen Diekmann-Buch prüfen
(tagesspiegel.de)
Der “Tagesspiegel” berichtet unter Berufung auf dpa-Informationen, dass Walter Kohl, Sohn von Altkanzler Helmut Kohl, möglicherweise gegen das neue Buch von Ex-“Bild”-Chef Kai Diekmann vorgehen wolle: “Viele Darstellungen Kai Diekmanns sind falsch. Von diesen Vorwürfen habe ich erst gestern Nachmittag erfahren, jetzt werde ich rechtliche Schritte prüfen lassen”, so Walter Kohl. Die im Buch behandelten Details seien “ein durchschaubarer Versuch von Herrn Diekmann, mit unseriösen und reißerischen Äußerungen Buchverkäufe auf dem Rücken unserer Familie abzusetzen.”

2. Böhmermann und der Quellenschutz
(correctiv.org, Justus von Daniels)
Nachdem das sogenannte Ibiza-Video für einen der größten politischen Skandale Europas sorgte, landete Julian Hessenthaler, der Urheber des Videos, im Gefängnis. Nach seiner Freilassung gab er “Correctiv” das erste Interview. Im Gespräch mit Tilo Jung erzählte Hessenthaler später noch einmal in aller Ausführlichkeit, wie das Ibiza-Projekt ablief, und welche unrühmliche Rolle dabei aus seiner Sicht Jan Böhmermann spielte, der mit einer öffentlichen Anspielung im Vorfeld der Veröffentlichung viel kaputt gemacht habe (wen nur dieser Aspekt interessiert: Auf Twitter gibt es einen knapp siebenminütigen Ausschnitt). Wie die “Correctiv”-Redaktion berichtet, hätten sie und andere Medien inzwischen ein Schreiben von Böhmermanns Anwalt erhalten, in dem dieser mitteile, dass Jan Böhmermann keine Vertraulichkeit zugesichert habe. Für “Correctiv” kommentiert Chefredakteur Justus von Daniels, selbst Jurist: “Mit der Aussage seines Anwalts zieht sich Böhmermann auf eine juristische Ebene zurück, was sein gutes Recht ist: Wer keine Vertraulichkeit zusagt, muss sich grundsätzlich auch nicht daran halten. Er dreht den Schutz damit zu seinen Gunsten um. Der Quellenschutz im Journalismus ist allerdings kein juristischer Vorgang, sondern ein ethischer Maßstab, um Vertrauen gegenüber Informanten zu gewährleisten – egal wie undurchsichtig ein Mensch sein mag, der Informationen mitteilt.”

3. Die Empirie geschlossen – und alle Fragen offen
(uebermedien.de, Andrej Reisin)
Offenbar wollte der Autor Harald Welzer den in seinem Buch über “Die Vierte Gewalt” (Co-Autor: Richard David Precht) erhobenen Vorwurf, die deutschen Medien zeichnen ein einseitiges und gefährliches Bild vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, empirisch untermauern. Andrej Reisin kann Welzers Untersuchung wenig abgewinnen: “Mit viel Aufwand und sprachlichem Glitter versucht Welzer seinem Essay den Mantel der Wissenschaftlichkeit umzuhängen. Es soll der auf empirischer Forschung beruhende Beweis angetreten werden, dass seine und Prechts Thesen von der Einseitigkeit der Medien, ihrer Verliebtheit in die eigene Rolle und Macht, ihrer von der öffentlichen Meinung massiv abweichende veröffentlichte Meinung nicht einfach nur Bauchgefühl sind, sondern wissenschaftlich begründ- und belegbar. Doch die scheinbare Empirie, die hier betrieben wird, besteht vor allem darin, bereits vorher feststehende Ergebnisse mit einem Datenwust zu unterfüttern.”

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4. Die Spyware-Jagd
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl ist Gründerin des Thinktanks “BuzzingCitiesLab” und Algorithmic Accountability Reporting Fellow bei “AlgorithmWatch”. Im “journalist” schreibt sie über die Gefahren für Journalistinnen und Journalisten, die von Spionagetools ausgehen: “Spyware für Smartphones wie Pegasus oder Reign ermöglicht es Angreifern, Geräte zu infiltrieren, vertrauliche Informationen, Dokumente, auch intime, kompromittierende Daten und Aufnahmen zu erlangen. Die Überwachung kann Reporter*innen unter Druck setzen, Investigativrecherchen verhindern, die Identität von Quellen aufdecken und Quellen wie Journalist*innen in Gefahr bringen.”

5. Intransparent und undemokratisch
(taz.de, Caspar Shaller)
Der Deutsche Journalisten-Verband tritt im November aus der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) aus (Pressemitteilung), zu deren Gründungsmitgliedern er gehört. Als Hauptgründe werden “mangelnde Transparenz” und “undemokratisches Verhalten” genannt. Zuvor hätten bereits die Journalistenverbände Finnlands, Norwegens, Dänemarks und Islands beschlossen, ihre Mitgliedschaft in der IFJ aufzugeben. Die Gründe: “korrupte Aktivitäten”, undemokratische Praktiken und unethisches Finanzgebaren.

6. tagesschau startet auf Mastodon
(tagesschau.de, Frida Kammerer)
Die “Tagesschau” ist nun auch auf der dezentralen Plattform Mastodon vertreten: “Wir wollen den Aufbau der tagesschau-Mastodon-Community von Anfang an intensiv begleiten”, so Isabella David-Zagratzki und Patrick Weinhold, die die Social-Media-Redaktion leiten. Nach dem Erfolg der “Tagesschau” auf TikTok und Instagram wolle man jetzt das Fediverse erobern, von dem Mastodon ein Teil ist.

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