Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Das Geld der Regierung, Gesundheit im Internet, Frauenmachtanteile

1. Ist die Regierung zu nah dran?
(t-online.de, Carsten Janz & Johannes Bebermeier & Jonas Mueller-Töwe)
Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD hat die Bundesregierung eine anonymisierte Liste veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Bundesministerien und das Bundeskanzleramt in den vergangenen fünf Jahren rund 1,5 Millionen Euro an Journalistinnen und Journalisten gezahlt haben. Die Honorare habe es vor allem für Moderationen und die Leitung von Lehrgängen gegeben. Von den insgesamt 200 Medienschaffenden, die ein Honorar erhalten haben, sollen etwa 120 zur Zeit der Zahlung für die Öffentlich-Rechtlichen gearbeitet haben: “Das ist deshalb pikant, weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk zwar unabhängig von Bundes- und Landesregierungen ist, in Teilen der Bevölkerung aber als besonders staatsnah wahrgenommen wird.”

2. Gesundheit im Internet: Was leisten YouTube Health und neue Google-Funktionen?
(riffreporter.de, Iris Hinneburg)
Auf Youtube gibt es zahlreiche medizinische Informationsangebote, deren medizinische Seriosität für Laien nicht immer leicht zu beurteilen ist. Nun hat Youtube ein Gütesiegel speziell für Gesundheitsthemen eingeführt (“YouTube Health”). Iris Hinneburg hat sich das Ganze genauer angesehen und auch einen Blick auf die erweiterte Google-Suche geworfen.

3. Recherche allein rettet uns nicht
(journalist.de, Björn Staschen)
Im Januar hat Daniel Drepper, Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”, in einem Text auf die Wichtigkeit des Investigativjournalismus allgemein und speziell für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hingewiesen. Es brauche ganze Teams kluger Reporterinnen und Reporter mit Rückendeckung und Freiheiten: “Wenn ich möchte, dass diese Reporterinnen wichtige Diskussionen in der Gesellschaft anstoßen, wenn ich möchte, dass sich diese Reporterinnen für uns alle in den Wind stellen – dann muss ich als Sender investieren und dann muss ich mich als Sender etwas trauen.” Darauf antwortet nun Björn Staschen, der in der NDR-Programmdirektion den Bereich Technologie und Transformation betreut. Drepper habe “mit seiner Forderung grundsätzlich recht”, aber: “Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der sich nur darauf konzentriert, die Ergebnisse investigativer Recherche abzubilden, zeichnet ein Zerrbild unserer Gesellschaft. Diese Gesellschaft bestünde nur aus Politikerinnen und Politikern, die sich bestechen lassen, aus Ärztinnen und Ärzten, die Krankenkassen betrügen und aus Rüstungslobbyistinnen und -lobbyisten, denen Kriegstote im Lichte hoher Profite egal sind.”

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4. Der Fokus wird verschoben
(taz.de, Nelli Tügel)
Journalistische Faktenchecks wollen und sollen Klarheit schaffen, doch zwei aktuelle Beispiele würden zeigen, dass sie politische Konflikte nicht so einfach entschärfen können: Der Faktencheck zur Recherche des US-Journalisten Seymour Hersh über die Sprengungen der Nord-Stream-Pipelines sowie der Faktencheck zu einer “Hart-aber-fair”-Sendung, in der es um Kriegsverbrechen in der Ukraine ging.

5. Fox News soll kritische Reporter unter Druck gesetzt haben
(spiegel.de)
Nach den US-Wahlen 2020 verbreiteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fox News wider besseres Wissen Donald Trumps Märchen von der gestohlenen Wahl. Jetzt zeigen durchgesickerte Dokumente: Wer nicht mitspielte, bekam offenbar Druck vom Sender.

6. Frauenmachtanteile in den Leitmedien: Stern sinkt, SZ und Focus steigen auf
(pro-quote.de)
ProQuote Medien zog zum Weltfrauentag Bilanz zur Macht der Frauen in den Medien: “Im Ranking der neun von ProQuote Medien ausgewerteten Medien konnte die Süddeutsche Zeitung sich vom fünften auf den dritten Platz verbessern: Der Frauenmachtanteil der Zeitung liegt aktuell bei 44 Prozent – und damit fünf Prozentpunkte höher als im Sommer 2022. Nur knapp darüber liegt Die Zeit auf Platz zwei, allerdings mit leichten Verlusten (1,9 Prozentpunkte). Weiter unangefochten an der Spitze steht die taz – mit einem Frauenmachtanteil von aktuell 64,6 Prozent.”
Dazu inhaltlich passend: Wer hat 2022 die Titel deutscher Magazine fotografiert oder illustriert? Eine Auswertung nach Geschlecht (freelens.com)

Buschmann muss “Libra” stoppen, “Impulse”, Nuhr ein Erzählmuster

1. Buschmann lässt umstrittenen Justiz-Infodienst einstellen
(tagesspiegel.de, Jost Müller-Neuhof)
Bundesjustizminister Marco Buschmann muss den erst im vergangenen Jahr gestarteten Online-Informationsdienst für juristische und rechtspolitische Nachrichten “Libra Rechtsbriefing” stoppen. Grund dafür sei ein vom Ministerium selbst in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, nach dem “Libra” als Verstoß “gegen den Verfassungsgrundsatz der Staatsfreiheit der Presse” bewertet wird. Diesem Grundsatz zufolge darf der Staat keinen Journalismus betreiben.

2. Auf Augenhöhe mit dem Mittelstand
(journalist.de, Nikolaus Förster)
Eine spannende Geschichte hat Nikolaus Förster, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins “Impulse”, zu seiner Übernahme des Magazins vor zehn Jahren zu erzählen: “Es war der Moment der Wahrheit: Am 9. Januar 2013, abends um 22.08 Uhr, unterschrieb ich nach monatelangen Verhandlungen den Management-Buy-out-Vertrag und übernahm Impulse. 14 Jahre lang hatte ich für Gruner+Jahr gearbeitet, zunächst im Entwicklungsteam der Financial Times Deutschland, als Reporter, Kommentarchef, Ressortleiter, ab 2009 schließlich an der Spitze des Unternehmermagazins Impulse. An diesem kalten Januarabend Anfang 2013 aber, als hunderte Kolleginnen und Kollegen bereits ihre Kündigung erhalten hatten, weil Gruner+Jahr sich dazu entschieden hatte, ihre Wirtschaftsmediengruppe zu zerschlagen, wechselte ich die Rollen: vom angestellten Chefredakteur zum unabhängigen Unternehmer.” In seinem Text beschreibt Förster, wie es gelang, “Impulse” wieder profitabel zu machen, und was er im Lauf der Zeit gelernt hat.

3. Dieter Nuhr und die Angst vorm gesellschaftlichen Wandel
(dwdl.de, Peer Schader)
Bei “DWDL” beschäftigt sich Kolumnist Peer Schader ausführlich und anhand von vielen Zitaten mit den Erzählmustern des Kabarettisten Dieter Nuhr. Sein Fazit: “Nein, Dieter Nuhr ist genauso wenig Nazi wie ein ‘Opfer der Grünen Sekte’, auch wenn er auf Twitter abwechselnd so bezeichnet wird. Er will bloß eine Welt zurück, in der ihm die klimaverklebten veganen Fahrradfahrer:innen mit den Gendersternchen nicht ständig durch ihre schiere Präsenz diktieren, wie sein wochenaktuelles Stand-up-Programm auszusehen hat, wo deswegen dann kein Raum mehr für geistreiche Witze über die wirklich wichtigen Themen unserer Zeit bleibt.”

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4. Schaut, wie süß wir sind: Selenskyj, Madonna und die Fotos des Monats
(uebermedien.de, Hendrik Wieduwilt)
Hendrik Wieduwilt analysiert bei “Übermedien” regelmäßig Nachrichtenbilder: Wie wirken sie? Und warum? Was ist inszeniert? Und von wem? Diesmal mit dabei: Kriegsbilder aus dem Hubschrauber, Begegnungen mit Wolodymyr Selenskyj, Ursula von der Leyen in Blau-Gelb und diverse Fototricks.

5. “Sparen ist bei uns Alltagsgeschäft”
(medienpolitik.net, Helmut Hartung)
Helmut Hartung hat sich mit Yvette Gerner, Intendantin von Radio Bremen, über die Zukunft des Senders unterhalten und nachgefragt, ob sich durch einen Zusammenschluss mit einer oder mehreren anderen ARD-Anstalten Geld sparen ließe. Gerner verneint: “Bei Radio Bremen gibt es nicht mehr viel zu sparen. Ginge es wirklich um Einsparungen, wäre bei einem Zusammenschluss keine echte Fusionsrendite drin, da wir besonders kostengünstig produzieren.”

6. Aufhören, wenn’s am schlimmsten ist
(taz.de, Carolina Schwarz)
“taz”-Redakteurin Carolina Schwarz war lange Fan von “Deutschland sucht den Superstar”, doch die Liebe ist erloschen. Ohne Dieter Bohlen funktioniere “DSDS” zwar nicht – mit ihm aber auch nicht mehr. Schwarz’ Rat an die Senderverantwortlichen: “Das einzig Richtige wäre, DSDS abzusetzen und sich einzugestehen, dass man aufhören sollte, wenn es am schlimmsten ist.”

Bezahlung für Scholz-Interview, Schlesingers Ruhegeld, “Dilbert”

1. Dem Kanzler lieb und teuer
(taz.de, Sebastian Erb)
Auf der letztjährigen Digitalkonferenz re:publica wurde Bundeskanzler Olaf Scholz von der ProSieben-Moderatorin Linda Zervakis in einem 20-minütigen Interview befragt. Wie sich später herausstellte, hatte das Kanzleramt bei der Auswahl der Moderatorin offenbar kräftig mitgemischt und auch eine als “Kostenpauschale” deklarierte Summe von mehr als 1.000 Euro an Zervakis überwiesen. Doch darüber wollte Linda Zervakis nicht sprechen und ging sogar einen Schritt weiter, schreibt Sebastian Erb in der “taz”: “Schon am Tag der Online-Veröffentlichung der Recherche kam Post von ihrem Anwalt. Er wollte der taz untersagen, auch nur den Verdacht zu äußern, dass Zervakis für die Moderation auf der Republica eine Bezahlung erhalten haben könnte, die als Teil einer großzügigen Kostenpauschale getarnt wurde.”

2. Patricia Schlesinger will monatlich 18.300 Euro
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Die frühere RBB-Intendantin Patricia Schlesinger klagt auf Zahlung eines Ruhegelds von monatlich über 18.000 Euro. Joachim Huber sieht in dem von vielen als Skandal empfundenen Vorgang eine Chance zur Veränderung: “Das Ruhegeld wurde eingeführt, also kann es auch wieder abgeschafft werden. Fällt es weg, muss der Armutsbericht nicht neu geschrieben werden.”

3. Twitter entlässt offenbar mindestens weitere 200 Mitarbeiter
(spiegel.de)
Ob Twitter seit der Übernahme von Elon Musk einen langsamen Abstieg oder einen schnellen Absturz erlebt, ist unklar. Der umstrittene Milliardär sorgt jedenfalls fast wöchentlich für Negativschlagzeilen. Nun sollen laut “New York Times” nach diversen Entlassungen weitere 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Online-Netzwerks ihre Kündigung erhalten haben. Das wären fast zehn Prozent der zuletzt noch übrigen 2.300 Mitarbeiter.

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4. Demokratiefeindliche Narrative in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine
(belltower.news)
Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine Broschüre über “demokratiefeindliche Narrative in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine” herausgegeben (PDF). Die Autoren analysieren darin verschiedene Narrative wie etwa die angebliche Bedrohung russischer Minderheiten oder die Behauptung, die Ukraine werde von Faschisten regiert. Ziel der Broschüre sei es, den Leserinnen und Lesern ein besseres Verständnis für die Informationskriegsführung Russlands zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie man sich dagegen zur Wehr setzen kann.

5. Reform dringend benötigt
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert den Gesetzgeber auf, das Transparenzregister zügig zu reformieren. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem November 2022 sei “die Einsichtnahme in das Transparenzregister nicht mehr möglich.” Das müsse sich schnellstens ändern, so der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall: “Medienschaffende brauchen bei Recherchen über Wirtschaftskriminalität und Geldwäsche die Informationen, die die Unternehmen an das Transparenzregister melden müssen.”

6. US-Zeitungen streichen “Dilbert”
(sueddeutsche.de, Philipp Riessenberger)
Hunderte Zeitungen in den USA wollen die beliebten “Dilbert”-Comics des Zeichners Scott Adams künftig nicht mehr veröffentlichen. Der Grund: Adams habe am vergangenen Mittwoch in einem Livestream Schwarze als “Hass-Gruppe” bezeichnet, von der sich Weiße möglichst fernhalten sollten.

“Bettelbriefe” der Intendantin, Reichelts schwarzer Kanal, Gesprengt

1. Deutsche Behörden informieren Firmen über Journalistenanfragen
(spiegel.de, Carina Huppertz)
Eigentlich soll das Transparenzregister helfen, fragwürdige Geldströme offenzulegen. Doch Firmen würden über die Recherchen von Journalistinnen und Journalisten teils vorab informiert, wie Carina Huppertz berichtet: “Die Möglichkeit, Eigentümern Informationen über Anfragen zu übermitteln, war bereits in der fünften Antigeldwäsche-Richtlinie der EU aus dem Jahr 2018 enthalten, doch nur wenige Länder hatten sie umgesetzt. In Deutschland hatten die Fraktionen von CDU, SPD und FDP unter anderem auf Druck von Wirtschafts-Lobbyverbänden für die Aufnahme dieses Verfahrens im Gesetz gestimmt. Seither erfahren Firmeneigentümer, dass zu ihnen recherchiert wird – allerdings nicht, von wem genau.”

2. RBB-Intendantin schreibt “Bettelbriefe”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, Katrin Vernau, soll die Ruhegeldempfänger und -empfängerinnen der RBB-Vorgängeranstalten Sender Freies Berlin, Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg und auch des RBB angeschrieben und um einen “Solidarbeitrag für den RBB” gebeten haben. Wer dem zustimme, könne damit rechnen, dass dies (positiv) in der Betriebsöffentlichkeit kommuniziert werde. Das Ansinnen stößt auf wenig Gegenliebe, wie Joachim Huber im “Tagesspiegel” berichtet: “Im Adressaten-Kreis rumort es, von ‘Unverschämtheit’ ist die Rede, verbunden mit der Empörung, warum Intendantin Vernau beim Einsparen nicht ans eigene Gehalt inklusive Mietzuschuss denkt.”

3. Der schwarze Kanal
(taz.de, Peter Nowak)
Peter Nowak beschäftigt sich in der “taz” mit dem Youtube-Kanal “Achtung, Reichelt!” des ehemaligen “Bild”-Chefredakteurs Julian Reichelt, dessen Ziel es sei, rechte Politik in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Am Ende seines Artikels vergleicht Nowak Reichelts Wirken mit dem des ZDF-Moderators Gerhard Löwenthal, der lange Jahre als kalter Krieger des ZDF und politische Reizfigur galt, und weist darauf hin, dass Reichelts Sendungen heute eine viel größere Reichweite hätten. Kommentar des “6-vor-9”-Kurators dazu: Ganz so schlimm dürfte es nicht sein. Löwenthals “ZDF-Magazin” dürfte in den 70er- und 80er-Jahren weitaus häufiger gesehen worden sein als Reichelts rechte Empörungsfilmchen heutzutage.

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4. Funke Mediengruppe entlässt Redakteure
(verdi.de, David Bieber)
Die Funke Mediengruppe gibt neben der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” und der “Berliner Morgenpost” verschiedene Anzeigenblätter und kostenlose Wochenzeitungen heraus. Nun wolle das Unternehmen seine mehr als 25 kostenlosen Wochenzeitungen in Nordrhein-Westfalen zentral und ohne eigene Inhalte produzieren. Das habe Folgen für die Belegschaft, berichtet die Gewerkschaft Verdi: “Von mittlerweile nur noch etwa 18 festangestellten Redakteur*innen bzw. Redaktionsassistentinnen und Sekretärinnen sollen zehn entlassen werden oder sind bereits freigestellt worden.”

5. Wie hat der Ukraine-Krieg die Medien verändert?
(ardaudiothek.de, BR24 Medien, Linus Lüring, Audio: 32:06 Minuten)
Ein Jahr nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine zieht das BR24-Medienmagazin eine mediale Zwischenbilanz: Wie hat sich die Art und Weise, wie Medien über den Krieg berichten, und wie Politikerinnen und Politiker über Waffen und Militär sprechen, verändert? Wie verändert sich der Stellenwert militärischer Expertise in den Redaktionen? Und: Wie verändert sich die digitale Kriegsführung? Linus Lüring spricht mit Anna Engelke (NDR), Anna Litvinenko (FU Berlin) und Marcus Maurer (Uni Mainz).

6. ARD blamiert sich mit Übersetzungsfehler
(t-online.de)
Das ARD-Format “Faktenfinder” will aufklären und Hintergründe erklären, so auch letztens bei einem Artikel über eine Theorie des US-Journalisten Seymour Hersh zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines. Allerdings kam es dabei zu einem peinlichen Übersetzungsfehler, der weitreichende Folgen hatte, weil statt von “Hohlladungen” auf einmal von “Sprengstoff in Pflanzenform” die Rede war. Unbedingter Lesetipp dazu ist die Stellungnahme von David Domjahn, der beim “Faktenfinder” als Sprengstoff-Experte zitiert wurde und die Geschichte nun bemerkenswert transparent und selbstkritisch aufklärt.

Neue Faktencheck-Plattform, Peter Lustig, Vergiftete Begnadigungen

1. GADMO startet Online-Plattform mit Faktenchecks
(correctiv.org)
“Gadmo”, das “German-Austrian Digital Media Observatory”, gilt als der größte Zusammenschluss von Faktencheck-Teams und Forschung im deutschsprachigen Raum. Mit an Bord sind die Deutsche Presse-Agentur, Agence France-Press, die Austria Presse Agentur und das Recherchenetzwerk “Correctiv”. Geleitet und koordiniert wird das Projekt von der TU Dortmund. Seit gestern sind alle Faktenchecks der teilnehmenden Organisationen und Agenturen auf den Seiten GADMO.eu und faktengegenfakes.de abrufbar.

2. Russische Exil-Journalist:innen im Kampf gegen Zensur
(ndr.de, Zapp Medienmagazin, Video: 21:09 Minuten)
Unzählige russische Medienschaffende sind ins Exil gegangen, um von dort aus weiter berichten zu können. Wie recherchieren sie fern der Heimat über Russland und den Krieg? Wie gehen sie mit Morddrohungen um? Das Medienmagazin “Zapp” hat einige der mutigen Journalistinnen und Journalisten getroffen.

3. Zurück in den Zukunftsrat
(taz.de, Steffen Grimberg)
Ein neues Gremium soll die Zukunft von ARD und ZDF bestimmen. Doch das, was bisher darüber bekannt ist, mache wenig Hoffnung, findet Steffen Grimberg: “Alte Schlachten zu schlagen ist auch bei zu vielen In­ten­dan­t*in­nen immer noch eine Lieblingsbeschäftigung. Das bringt die Öffentlich-Rechtlichen aber überhaupt nicht weiter.”

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4. Newsletter Netzwerk Recherche 218 vom 22.02.2023
(netzwerkrecherche.org, Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe bietet einen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Außerdem geht es um ein Interview mit Seymour Hersh, die “Storykiller”-Recherchen, den Schutz von Whistleblowern und die wachsende Gefahr durch Autokratien, die Korruption als strategische Waffe einsetzen. Der Pressespiegel gibt zudem wertvolle Lesetipps zu ausgewählten Themen.

5. Vergiftete Begnadigungen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Das Regime in Teheran hat zwölf Medienschaffende begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen. Die meisten von ihnen mussten jedoch Erklärungen unterschreiben, die es ihnen unmöglich machen, weiter zu arbeiten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisiert dies als neue Form der Unterdrückung und fügt hinzu: “Die zwölf Begnadigten können jederzeit wieder ins Gefängnis gesteckt werden. 30 ihrer Kolleginnen und Kollegen sitzen noch immer in den Foltergefängnissen, Hunderte weitere arbeiten in Angst. Diese Maßnahme der iranischen Führung ist nicht mehr als ein Feigenblatt.”

6. “Heute vor 7 Jahren ist Peter Lustig gestorben”
(twitter.com/topfvollgold, Mats Schönauer, Video: 2:02 Minuten)
Anlässlich des Todestages von Peter Lustig, Hauptdarsteller und Autor der ZDF-Serie “Löwenzahn”, räumt Mats Schönauer mit einer bösen Unterstellung auf: “Hier nochmal zur Erinnerung: Er war KEIN Kinderhasser. Das wurde von der BILD-Zeitung in die Welt gesetzt, nachdem er sie kritisiert hatte.”

Lästige Hobbydetektive, Flaggschiff versenkt, Haushaltsabgabe

1. Amateure spielen online Ermittler – und bringen ein Dorf gegen sich auf
(spiegel.de, Henrik Bahlmann)
Das Verschwinden einer Frau in der nordenglischen Grafschaft Lancashire wurde nicht nur zum Medienspektakel, sondern rief auch unzählige Hobbydetektive und Influencerinnen auf den Plan. Die selbsternannten Ermittlerinnen und Ermittler glaubten, den Fall aufklären zu können, und überschritten dabei oft Grenzen. Henrik Bahlmann fasst den Fall zusammen.

2. Flaggschiff versenkt
(epd.de, René Martens)
Wie bereits in den “6 vor 9” berichtet, will der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe zahlreiche Zeitschriften des ehemaligen Verlagshauses Gruner + Jahr einstellen und damit mehrere hundert Stellen abbauen. Bei “epd medien” fragt René Martens: “Wie passt der Stellenabbau mit den Jubelmeldungen von Bertelsmann zu Gewinnen und Umsätzen in Rekordhöhe zusammen?”

3. DJV ruft zu Spenden auf
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband ruft zu Spenden für Journalistinnen und Journalisten sowie deren Angehörige unter den Erdbebenopfern in der Türkei auf: “Wie wir von unserer Partnerorganisation TGS wissen, sind auch Medienschaffende und ihre Familien von der verheerenden Naturkatastrophe betroffen. Sie brauchen unsere Hilfe in schlimmster Not.”

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4. Warum es gut ist, wenn alle den ORF finanzieren
(derstandard.at, Josef Trappel)
Die Entscheidung, in Österreich eine Haushaltsabgabe zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen ORF einzuführen, sei überfällig und nicht zuletzt aus staatsbürgerlicher Perspektive richtig, kommentiert Josef Trappel: “Die Bewohnerinnen und Bewohner sorgen kollektiv für eine gemeinschaftlich erwünschte Leistung. So wie bei den Schulen und den Parks: Egal ob wir Kinder haben und in die Schule schicken oder den Park für die Mittagspause, den Hundespaziergang oder gar nicht benützen, wir bezahlen gemeinsam dafür.”

5. Das Erbe von Jan Kuciak
(deutschlandfunk.de, Marianne Allweiss)
Vor fünf Jahren wurden der slowakische Investigativjournalist Ján Kuciak und dessen Verlobte ermordet. Kuciak hatte zu Korruption und Steuerhinterziehung recherchiert und war auch an der Auswertung der sogenannten “Panama Papers” beteiligt. Der mutmaßliche Auftragsmord habe ein regelrechtes Beben in der slowakischen Gesellschaft ausgelöst. Wie ist die Situation heute? Was hat sich verändert? Marianne Allweiss hat nachgefragt.

6. Reporterin geknickt: “Ich hab mich als Blume verkleidet, aber das ging nach hinten los”
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video: 2:29 Minuten)
Reporterinnen und Reporter wollen dort sein, wo etwas los ist, und das ist zur Zeit der Karneval. Das führt zu einigen, nun ja, bemerkenswerten Auftritten, die Boris Rosenkranz zusammengeschnitten hat.

Offener Brief, Getrübte Rückblicke, Wahlmaschinen-Hersteller klagt

1. Offener Brief an die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock
(pro-quote.de)
Der Verein ProQuote Medien hat zusammen mit dem Deutschen Journalisten-Verband, “Correctiv”, den Neuen deutschen Medienmacher*innen, dem Netzwerk Recherche und dem Journalistinnenbund in einem offenen Brief an Außenministerin Annalena Baerbock appelliert, sich für inhaftierte Journalistinnen und Journalisten im Iran einzusetzen: “Nennen Sie die Opfer beim Namen und fordern Sie ihre Freilassung. Setzen Sie sich politisch für diejenigen ein, die im Iran für Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen. Nehmen Sie diplomatisch Einfluss auf das Regime und finden Sie entsprechend einer starken feministischen Außenpolitik deutliche Worte für die Missachtung von Frauen- und Menschenrechten.”

2. Der getrübte Rückblick – Wenn in Jahresrückblicken drei Viertel der Welt vergessen wird
(de.ejo-online.eu, Ladislaus Ludescher)
Ladislaus Ludescher fasst zusammen, um welche Themen und Regionen es in den vergangenen Jahresrückblicken ging, und das ist recht unvollständig. So hätten Krisen und Katastrophen, die sich im Globalen Süden ereigneten, wenig bis gar keine Beachtung gefunden: “In der ‘Tagesschau’ beispielsweise wurde in der ersten Jahreshälfte 2022 über die britische Königsfamilie umfangreicher berichtet als über den globalen Hunger und über den Sport mehr als über den gesamten Globalen Süden.”

3. Dunja Hayali, die Wut und die Wahrheit: der spektakuläre Aufstieg der ZDF-Moderatorin
(rnd.de, Imre Grimm)
Gestern feierte die Journalistin Dunja Hayali im ZDF ihr Debüt als Hauptmoderatorin des “heute journals”. Anlass für Imre Grimm, der meinungs- und durchsetzungsstarken Hayali ein Porträt zu widmen: “Was ist das Geheimnis der 48‑Jährigen?”
Weiterer Lesetipp: Schlicht überzeugend: So lief die Premiere für Dunja Hayali beim “heute-journal” (tagespiegel.de, Joachim Huber).

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4. ORF soll 300 Millionen Euro sparen
(spiegel.de)
Dem ORF droht ein drastischer Sparplan. Bis 2026 soll Österreichs öffentlich-rechtlicher Sender rund 300 Millionen Euro einsparen. Das werde unter anderem Folgen für den Sportkanal ORF Sport + haben, aber auch dem ORF Radio-Symphonieorchester drohe das Aus.

5. 5 Hacks für Lokale, (fast) ohne Kaninchenzüchter
(texthacks.substack.com, Anne-Kathrin Gerstlauer & Julia Blust & Alexander Schulz)
In der neuesten Ausgabe ihres Newsletters gibt Anne-Kathrin Gerstlauer fünf “Texthacks” für den Lokaljournalismus weiter. Die Tipps kommen von Julia Blust und Alexander Schulz vom “Südkurier”: “Sei relevant”, “kenne deine Zielgruppe”, “stelle Fragen”, “vermeide piefige Floskeln” und “brich Überregionales runter”. Wie immer kompakt und unterhaltsam zusammengefasst.

6. Lügen, damit die Zuschauer bleiben
(faz.net, Nina Rehfeld)
Der US-Fernsehsender Fox News sieht sich mit einer Klage des Wahlmaschinen-Herstellers Dominion Voting Technology konfrontiert. Das Unternehmen behauptet, Fox News habe wider besseres Wissen die Behauptung verbreitet, die Wahlmaschinen seien benutzt worden, um die Präsidentschaftswahl 2020 zugunsten von Joe Biden zu fälschen. Dokumente zeigen jedoch, dass sich sogar die Stars des Senders hinter vorgehaltener Hand über die Wahlbetrugshysterie lustig machten.

“Focus”-“Arztsiegel”, Geld für Ex-Programmchef, NS-Verstrickungen

1. Focus-Siegel für Ärzte ist irre­füh­rend
(lto.de)
Endlich hat ein Gericht (voraussichtlich) Schluss gemacht mit den “Arztsiegeln” des “Focus”, die das Magazin zahlungswilligen Ärzten und Ärztinnen zum Preis von 2.000 Euro zur Übernahme anbietet. Mit der Vergabe der Siegel verstoße der Verlag gegen das “lauterkeitsrechtliche Irreführungsverbot”, urteilte das Landgericht München. Die Siegel erwecken den unzutreffenden Eindruck, die mit der “Focus-Empfehlung” werbenden “Top-Mediziner” seien aufgrund einer neutralen und sachgerechten Prüfung ausgezeichnet worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

2. ZDF-Gründungsintendant: Verstrickungen ins NS-Regime
(dwdl.de)
Das ZDF hat anlässlich eines bevorstehenden Jubiläums die Rolle seines Gründungsintendanten Karl Holzamer während der NS-Zeit aufgearbeitet und ist dabei auf Verstrickungen in das Nazi-Regime gestoßen. Nach Angaben des Senders wurde der Lebenslauf Holzamers im eigenen Presseportal “aufgrund der jetzt vorliegenden neuen Erkenntnisse” korrigiert. Auch das “heute journal” berichtete gestern Abend über das Thema – mit einem Beitrag über die neuen Erkenntnisse zu Holzamers Rolle während der NS-Zeit und einem Interview mit dem Historiker Sönke Neitzel.

3. Abfindungspaket für RBB-Programmchef: Schulte-Kellinghaus bekommt mehr als 400.000 Euro und 9000 Euro Rente pro Monat
(businessinsider.de, Tobias Fuchs & Jan C. Wehmeyer)
Nach den Enthüllungen über Missstände beim RBB hat Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus den Sender auf eigenen Wunsch verlassen. “Business Insider” hat Einblicke in sein Abfindungspaket erhalten: “Der öffentlich-rechtliche Sender zahlt dem Manager noch zwei Jahre monatlich 18.000 Euro und später eine Pension in Höhe von 9000 Euro. Dafür verzichtet Schulte-Kellinghaus auf das üppige Ruhegeld, das ihm ab dem Tag der Trennung zustünde.”

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4. Nach CORRECTIV-Klage: Sachsen-Anhalt gibt Daten zu größten Wasserschluckern heraus
(correctiv.org, Justus von Daniels & Gesa Steeger)
Im Rahmen einer Recherche über die größten industriellen Wasserverbraucher hatte “Correctiv” auch beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt angefragt, doch die Behörde verweigerte die Auskunft. Erst als das “Correctiv”-Team auf Herausgabe der Daten klagte, lenkte das Amt ein. Wohl auch, um einem Urteil zu entgehen. Der mit Abstand größte Wasserverbraucher des Bundeslandes ist übrigens die MIBRAG Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH.

5. Was sind Memes? Wenn Witz und Kritik viral gehen
(mdr.de)
Die Redaktion “Medien360G” des MDR hat ein umfangreiches Dossier zum Thema Memes veröffentlicht. Dabei handelt es sich laut Wikipedia um kreative Inhalte, die hauptsächlich über das Internet verbreitet werden und in der Regel humorvoll und erheiternd, manchmal auch satirisch und entsprechend gesellschaftskritisch sind. Die Zusammenstellung umfasst ein 13-minütiges Video, eine Kurzanimation sowie mehrere Online-Artikel und Interviews.

6. Musk-Tweets fluten Twitter
(spiegel.de)
Nachdem sich Elon Musk darüber beschweret hatte, dass er auf seiner eigenen Plattform Twitter zu wenig Aufmerksamkeit bekäme, scheinen Mitarbeiter etwas an den Algorithmen verändert zu haben: “Die Penetranz, mit der Twitter derzeit die Nachrichten des Firmeneigentümers vorführt, erscheint exzessiv. Selbst eine Stummschaltung des Accounts scheint keine Wirkung zu haben.”
Siehe dazu auch den Tweet des NBC-Reportes Ben Collins, hier in deutscher Übersetzung: “Elons Cousin James Musk hielt nach dem Super Bowl eine Dringlichkeitssitzung bei Twitter ab, weil die Tweets von Elon schlechter abschnitten als die von Joe Biden. Daraufhin ließen die Twitter-Ingenieure in aller Eile den Twitter-Algorithmus ändern, um sicherzustellen, dass Elon eine ‘noch nie dagewesene Förderung’ erhält.”

“Regime des Mobbings”, Ramschware G + J?, Abrechnung mit Bohlen

1. “Regime des Mobbings”
(sueddeutsche.de, Isabell Pfaff)
In der jüngsten Ausgabe des “Spiegel” erhebt die Journalistin Anuschka Roshani in einem Gastbeitrag (nur mit Abo lesbar) schwere Vorwürfe gegen Finn Canonica, bis Juni 2022 Chefredakteur des Schweizer “Magazins”. Es geht um Machtmissbrauch, Beleidigungen, Sexismus und Hakenkreuze. Isabell Pfaff fasst den erschütternden Fall zusammen.

2. “Ich bin fassungslos angesichts dieser desaströsen Managementleistung”
(wiwo.de, Tobias Gürtler)
Angesichts des drohenden Ausverkaufs beim renommierten Verlag Gruner + Jahr rechnet Peter-Matthias Gaede, langjähriger “Geo”-Chefredakteur, mit Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ab: “Es ist doch eine unfassbare Wertzerstörung, ausgerechnet den anerkanntesten Zeitschriftenverlag der deutschen Nachkriegsgeschichte, der fast in jedem Segment bis heute die anerkanntesten Marken hat, derart verhäckseln und verscherbeln zu wollen. Und es mag ja nostalgisch sein: Trotzdem bedauere ich es, dass Gruner + Jahr, einst ein Juwel in der Krone von Bertelsmann, aus der Sicht eines gelernten CFO, der offenbar mehr gejoggt als gelesen hat, derart als Ramschware empfunden wird.”
Weiterer Lesehinweis: Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Führung des Bertelsmann-Konzerns auf, “alle journalistischen Arbeitsplätze beim Privatsender RTL und bei den früheren Gruner + Jahr-Zeitschriften zu erhalten” (djv.de, Hendrik Zörner).

3. Zwei Direktoren des rbb fristlos gekündigt
(rbb24.de, Gabi Probst)
Wie Gabi Probst berichtet, hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zwei Direktoren fristlos gekündigt. Hintergrund sollen Sonderzahlungen im Zusammenhang mit dem ARD-Vorsitz des RBB sein. Außerdem wurde bekannt, dass der RBB – nach Kritik des Landesrechnungshofs Berlin – Zahlungen an Ex-Chefredakteur Christoph Singelnstein gestoppt habe. Singelnstein arbeitete nach seinem Ausscheiden auf Grundlage eines zusätzlichen Beratervertrags weiter für den RBB. So habe er weiterhin “Gesamtbezüge in der Höhe seines Chefredakteursgehalts” erhalten (rbb24.de, René Althammer & Jo Goll & Marcus Engert).

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4. Das Ende von RT Deutschland? Was die EU-Sanktionen für russische Staatsmedien bedeuten
(rnd.de, Felix Huesmann)
Die deutsche Firma hinter dem hiesigen Ableger des russischen Staatssenders RT (vormals: Russia Today) habe bekannt gegeben, ihre “journalistischen Aktivitäten” zu beenden: “RT DE Productions gibt mit Bedauern die Entscheidung bekannt, die journalistischen Aktivitäten des Unternehmens in Deutschland einzustellen”. Felix Huesmann beleuchtet die Hintergründe und erklärt, warum dies nicht das Ende von RT DE bedeute.

5. Putins Charme-Offensive
(taz.de, Simone Schlindwein & Katrin Gänsler)
Wie die “taz” berichtet, baut der russische Propagandasender RT seine Präsenz in Afrika aus. Der Zeitung liege ein geheimes Strategiepapier von Russland und Uganda vor, in dem der Ausbau der Beziehungen im Bereich Tele- und Massenkommunikation als erste Priorität genannt werde. Simone Schlindwein und Katrin Gänsler erklären, was es mit Russlands medialer Charme-Offensive in Afrika auf sich hat.

6. Katja Krasavice enthüllt Chat mit Bohlen
(t-online.de)
Die Rapperin Katja Krasavice sitzt dieses Jahr unter anderem neben Dieter Bohlen in der Jury des Gesangswettbewerbs “Deutschland sucht den Superstar”. Nachdem Bohlen eine Teilnehmerin sexistisch angefeindet hatte, teilt Krasavice nun in einem TikTok-Video gegen Bohlen aus: “Es gab keinen Grund für dich, solche Beleidigungen gegen eine Kandidatin zu treffen, die zeitgleich gegen mich und jede Frau da draußen sind. Du weißt ganz genau, wer da neben dir in der Jury sitzt.”

Drohender NDR?, Rückkehr des Holocaust-Leugners, “Sesamstraße”

1. Bundesverwaltungsgericht weist RSF-Klage zurück
(reporter-ohne-grenzen.de)
Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Klage von Reporter ohne Grenzen (RSF) gegen den Einsatz sogenannter Staatstrojaner durch den Bundesnachrichtendienst als unzulässig zurückgewiesen. Die NGO sei nicht selbst betroffen und daher nicht klageberechtigt. Nun habe das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das letzte Wort, denn RSF wolle Verfassungsbeschwerde einlegen.

2. Warum wir unser Corona-Dashboard nach knapp drei Jahren von der Homepage nehmen
(blog.zeit.de, Christian Endt & Elena Erdmann & Julius Tröger)
Vor etwa drei Jahren installierte “Zeit Online” auf der eigenen Startseite das sogenannte “Corona-Dashboard”, auf dem sich Inzidenzen, Todesfälle, Krankenhausbelegungen und Impfquoten aus Deutschland und der Welt ablesen lassen. Nun beendet die Redaktion die prominente Platzierung der Zahlen und nimmt das Dashboard von der Homepage.

3. “Die Akte Scholz”-Autoren Schröm und Hollenstein: Der NDR hat mit juristischen Schritten gedroht
(kress.de, Wolfgang Messner)
Der Mediendienst “Kress” veröffentlicht Auszüge aus dem aktuellen “Wirtschaftsjournalist”, in dem die beiden CumEx-Aufdecker Oliver Schröm und Oliver Hollenstein schwere Vorwürfe gegen den Norddeutschen Rundfunk erheben. Der öffentlich-rechtliche Sender habe kurz vor Erscheinen des Buchs von Schröm und Hollenstein mit juristischen Schritten gedroht, wenn er nicht vorab Einblick in das Manuskript bekäme. Das sei “ein beispielloser Fall” und die “allergrößte Keule, die man gegen so ein Buch herausholen kann”, so einer der Autoren. Im “Kress”-Artikel kommt auch der NDR zu Wort.

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4. Twitter gibt Holocaust-Leugner sein Konto zurück
(spiegel.de)
Twitter hatte den Rechtsextremisten Nick Fuentes im Juli 2021 eigentlich dauerhaft verbannt, da dieser fortwährend gegen die Regeln der Plattform verstoßen habe. Unter Elon Musk gilt dies anscheinend nicht: Das Konto des Mannes, der Adolf Hitler schon mal als “richtig coolen Typen” bezeichnet habe, ist wieder freigeschaltet.
Weiterer Lesehinweis: Meta lässt Trump wieder herein: “Der Internetkonzern hebt die Sperre für den früheren Präsidenten auf Facebook und Instagram auf – warnt aber, dass er bei schlechtem Benehmen wieder suspendiert werden könnte.” (faz.net, Roland Lindner)

5. Künstliche Intelligenz im Journalismus
(netzwerk-medienethik.de, Jessica Heesen)
Das Whitepaper “Künstliche Intelligenz im Journalismus. Potenziale und Herausforderungen für Medienschaffende” zeigt mögliche Einsatzformen für KI in Redaktionen und Medienhäusern. Grundlage des Papiers sei ein Workshop mit Journalistinnen und Journalisten im Juli 2022 gewesen, dessen Ergebnisse in die Handlungsempfehlungen eingeflossen seien. Das Whitepaper steht zum kostenfreien Download zur Verfügung (PDF).

6. “Sesamstraße”-Erfinder Lloyd Morrisett ist tot
(sueddeutsche.de)
Lloyd Morrisett, Miterfinder der “Sesamstraße”, ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Seine Geschäftspartnerin, die TV-Produzentin Joan Ganz Cooney, habe sich in einem Statement wie folgt geäußert: “Ohne Lloyd Morrisett würde es die Sesamstraße nicht geben. Er war es, der als Erster auf die Idee kam, Vorschulkindern über das Fernsehen grundlegende Fähigkeiten wie Buchstaben und Zahlen beizubringen. Er war mir über 50 Jahre lang ein zuverlässiger Partner und treuer Freund, und wir werden ihn schmerzlich vermissen.”

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