Suchergebnisse für ‘spiegel online’

“Compact”-Verbot mit Bestand?, Streik bei Funke-Blättern, Venezuela

1. Das Com­pact-Verbot wird vor Gericht halten
(lto.de, Gerhart Baum & Max Schulze)
In einem Gastbeitrag für “Legal Tribune Online” argumentieren Gerhart Baum und Max Schulze, dass das Vereinsverbot gegen das “Compact”-Magazin gerechtfertigt und verfassungsgemäß sei, da es die demokratische Ordnung vor Verfassungsfeinden schütze. Baum und Schulze betonen, dass das Verbot wegen der kämpferisch-aggressiven Aktivitäten von “Compact” Bestand haben werde, und plädieren auch für ein Verbot der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative.

2. Drei Tage Streik bei Funke-Blättern
(djv-nrw.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband in Nordrhein-Westfalen (DJV NRW) hat die Redakteurinnen und Redakteure der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”, der “Westfalenpost”, der “Neuen Rhein/Neuen Ruhr Zeitung” und der Funke Medien NRW GmbH zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen. Funke wolle neu eingestellte Redakteurinnen und Redakteure mit einem “Schmalspurtarifvertrag” abspeisen, was geringere Gehälter, gestrichenes Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie verlängerte Arbeitszeiten bedeute, so der DJV NRW.

3. Britische Regierung fordert von Social-Media-Firmen Maßnahmen gegen Fake News
(spiegel.de)
Die britische Regierung habe Vertreter von Social-Media-Unternehmen wie TikTok, Google, Meta und X zu einem Treffen eingeladen und zu Maßnahmen gegen die Verbreitung von “Fake News” aufgerufen. Hintergrund seien die anhaltenden rechtsextremen Ausschreitungen in britischen Städten, die durch teils millionenfach geteilte Falschmeldungen in Sozialen Medien angeheizt worden seien.

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4. Venezuela: Hartes Los für viele Medien
(verdi.de, Knut Henkel)
Das Verdi-Medienmagazin “M” spricht mit dem venezolanischen Medienwissenschaftler Andrés Cañizález über die Lage der Medien und der Pressefreiheit in Venezuela. Eine unabhängige Berichterstattung werde systematisch behindert, etwa indem der Zugang zu Regierungsinformationen erschwert und Websites, die Falschmeldungen aufdecken, blockiert würden.

5. Elon Musks X verklagt abtrünnige Werbekunden
(faz.net)
Elon Musks Online-Plattform X/Twitter wolle große ehemalige Werbekunden wie Unilever und Mars wegen eines angeblich koordinierten Boykotts verklagen, nachdem diese ihre Anzeigen wegen gelockerter Regeln für Hassrede und Falschinformationen auf der Plattform gestoppt hatten. X wirft den Werbekunden vor, gegen Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben und dem Unternehmen Milliarden US-Dollar vorzuenthalten.

6. Technomagazin bangt ums Überleben
(taz.de, Nicholas Potter)
Nicholas Potter berichtet über das drohende Aus des vor 35 Jahren gegründeten Technomagazins “Groove”. Trotz sinkender Abozahlen und Werbeeinnahmen hoffe die kleine Redaktion, durch eine Kampagne mit einem neu gegründeten Verein für Technojournalismus und 500 Mitgliedschaften zu je 100 Euro pro Jahr die Zukunft des Magazins sichern zu können.

Peinliches Penisfechten, Türkei sperrt Instagram, “Der heißt Salami”

1. Peinliches Penisfechten
(taz.de, Carolina Schwarz)
Vergangene Woche ist bei “Übermedien” eine kritische Auseinandersetzung mit der Potsdam-Recherche von “Correctiv” (“Geheimplan gegen Deutschland”) erschienen. Dort bilanzieren Stefan Niggemeier (“Übermedien”), Christoph Kucklick (Leiter der Henri-Nannen-Schule) und Felix W. Zimmermann (“Legal Tribune Online”): “Der Text ist misslungen, das Verhalten von Correctiv nach der Veröffentlichung fragwürdig und die Berichterstattung vieler Medien eine Katastrophe.” “Correctiv” hat den Vorwürfen in einer Stellungnahme entgegnet: “Die Kritik der drei Autoren von Übermedien, die unseren Text als unzureichend empfinden, beruht überwiegend auf stilistischen Anmerkungen und der Wahrnehmung anderer Medienberichte über unsere Recherche.” Carolina Schwarz hat sich den ganzen Vorgang von außen angeschaut und befindet in der “taz”: “Das Problem an der Kritik ist, dass sie teilweise mit den gleichen Mitteln arbeitet, die sie Correctiv vorwirft: nämlich mit Übertreibungen, Spekulationen und Fehlern.” Schwarz kritisierte aber auch die Reaktion von “Correctiv”-Chef David Schraven und kommt schließlich zu dem Schluss, das alles wirke von außen “wie ein peinliches Penisfechten unter Journalisten”.
Weiterer Lesehinweis: Rechtsanwalt und Jura-Blogger Thomas Stadler schreibt: “Die von den Autoren im Duktus der Überheblichkeit geäußerte Kritik an der Reportage von Correctiv, überzeugt nicht. Auf diese Art und Weise kommen wir sicherlich zu keiner echten Debatte.” Und im “Medienmagazin” von radioeins spricht Jörg Wagner mit Christoph Kucklick und “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels über die Kritik an der Recherche (ardaudiothek.de, Audio: 1:54:22 Stunden).

2. Mehr Inhalt wagen?
(deutschlandfunk, Sascha Wandhöfer, Audio: 36:34 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die mediale Berichterstattung über Donald Trump und des US-Wahlkampf. Es diskutieren DLF-Hörer Hendrik Zech, Erik Kirschbaum (“Los Angeles Times”) und USA-Korrespondentin Doris Simon.

3. Türkei sperrt Zugang zu Instagram
(spiegel.de)
Die Türkei habe am Freitag den Zugang zu Instagram gesperrt, nachdem Fahrettin Altun, Kommunikationsdirektor von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der Social-Media-Plattform Zensur vorgeworfen hatte. Der Aufruf von Instagram, aktuell nur noch über VPN möglich, sei offiziell wegen der nationalen Sicherheit und dem Schutz der öffentlichen Ordnung blockiert, ein direkter Zusammenhang mit Altuns Vorwürfen wurde nicht bestätigt.

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4. Wie sich das Fernsehen zum Anwalt der kleinen Leute machte
(dwdl.de, Christian Richter)
“Die ‘Drei mit den Mützen’ und der ‘Mahn-Man’ gehörten in den 90ern fest zum RTL-Programm und waren so erfolgreich, dass schnell weitere Sender zum Anwalt der kleinen Leute werden wollten. Das allerdings war echten Anwälten ein solcher Dorn im Auge, dass die Formate selbst die Gerichte beschäftigten.” Bei “DWDL” schildert Christian Richter, “wie sich das Fernsehen zum Anwalt der kleinen Leute machte”.

5. Die Hypewellenreiterin
(zeit.de, Pascal Mühle)
Pascal Mühle schreibt bei “Zeit Online” über Natalie Jane, eine junge US-amerikanische Sängerin mit fast 10 Millionen TikTok-Followern. Janes Karriere, die durch einen viralen Hit auf TikTok beschleunigt wurde, illustriere den Wandel in der Musikindustrie, der junge Künstlerinnen und Künstler vor neue Herausforderungen stelle: kurzfristige Verträge, der ständige Zwang, in den Sozialen Medien präsent zu sein, und der strategische Umgang mit den Algorithmen der Plattformen.

6. Panne in “Tagesthemen”-Liveshow amüsiert ARD-Zuschauer
(t-online.de)
t-online.de berichtet über einen kuriosen Vorfall in den live ausgestrahlten ARD-“Tagesthemen”: Während Moderator Helge Fuhst ernste Nachrichten verkündete, unterbrach plötzlich eine Stimme aus dem Off Fuhsts Ansage mit den Worten: “Der heißt Salami, Jens. Hast du das gelesen?” Die technische Panne habe zu zahlreichen scherzhaften Kommentaren in den Sozialen Netzwerken geführt.

Youtube als Rechtsschleuder, Der Geist der Wahl, Niederlage für NDR

1. YouTube immer relevanter bei Verbreitung extrem rechter Inhalte
(spiegel.de)
Eine neue Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft “Gegen Hass im Netz” zeige, dass Rechtsextreme und Verschwörungsideologen Youtube systematisch nutzen, um ihre Inhalte zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen. Aus dem Messengerdienst Telegram heraus werde gezielt auf Youtube verlinkt, die Akteure der Szenen würden zusammenarbeiten, um Youtubes Schutzmaßnahmen zu umgehen.

2. Esken: Bundesregierung sollte X nicht “weiter füttern”
(zeit.de)
SPD-Chefin Saskia Esken fordere, dass sich die Bundesregierung von Elon Musks Plattform X zurückziehen und stattdessen Alternativen für die Kommunikation nutzen soll. Sie betone außerdem, dass die EU schärfere Maßnahmen im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste gegen X ergreifen sollte. Esken kritisiere, dass Musk X für seine persönlichen Ansichten nutze und nicht genug gegen russische Desinformationskampagnen unternehme.

3. Nie­der­lage für NDR nach Inter­pre­ta­tion von Cor­rectiv-Recherche
(lto.de, Max Kolter & Felix W. Zimmermann)
Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg habe entschieden, dass der NDR bestimmte Aussagen in einem Bericht von tagesschau.de über ein Treffen von rechten Politikern und Rechtsextremen in Potsdam nicht mehr verbreiten darf. Der Bericht, basierend auf einer “Correctiv”-Recherche, hatte behauptet, dass dort auch über die Ausbürgerung von deutschen Staatsbürgern diskutiert wurde. Dagegen hatte sich Verfassungsrechtler und AfD-Anwalt Ulrich Vosgerau, der in Potsdam anwesend war, gewandt. Das Landgericht Hamburg hatte Vosgeraus Unterlassungsantrag noch abgelehnt, das OLG entschied nun, dass tagesschau.de den Artikel ändern muss, berichtet “Legal Tribune Online”: “Das Hanseatische Oberlandesgericht untersagte dem Norddeutschen Rundfunk, der für die Tagesschau verantwortlich ist, ‘in Bezug auf’ Vosgerau zu berichten, dass auf dem Potsdamer Treffen auch eine Ausbürgerung von Staatsbürgern diskutiert worden sei”.
Weiterer Gucktipp zu einem anderen Fall: Vosgerau-Prozess gewonnen: Wahrheit darf nicht verboten werden. Appell an den Kollegen! Rechtsanwalt Chan-jo Jun wendet sich in seinem Video an Vosgerau: “Warum unternehmen Sie den Versuch, wahre Tatsachenbehauptungen verbieten zu lassen?” (youtube.com, Video: 6:54 Minuten)

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4. Wie politisch ist die Gaming-Branche?
(ardaudiothek.de, Nina Landhofer, Audio: 24:38 Minuten)
Der Podcast von “BR 24 Medien” beschäftigt sich mit der wachsenden Bedeutung von Gaming und Computerspielen, die längst kein Nischenthema mehr seien und auch politische Botschaften transportieren könnten. Diskutiert werden aktuelle Themen wie der Boykottaufruf gegen den Tesla-Cybertruck im Spiel “Fortnite”. Und auch die Rolle von Journalistinnen und Journalisten und deren Berichterstattung wird thematisiert.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Über die kuriose Geschichte um den Cybertruck in “Fortnite” und die weiteren Implikationen geht es auch in der aktuellen Folge von “Haken dran”, dem Social-Media-Update der “ct”: Heute echauffiert, morgen schon KI trainiert (mit Lorenz Meyer) (hakendran.podigee.io, Gavin Karlmeier, Audio: 1:00:07 Stunden).

5. Der Geist der zukünftigen Wahl
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng beschreibt in seinem Artikel, wie deutsche Parteien die Bedeutung Sozialer Medien wie Snapchat für die politische Kommunikation unterschätzen. Während sie sich zunehmend auf TikTok konzentrieren, um junge Wählerinnen und Wähler zu erreichen, werde das Potenzial von Snapchat in diesem Bereich weitgehend ignoriert. Dies biete Extremisten Raum für deren Inhalte.

6. Deep Talk mit Marti Fischer über Unsicherheit, Musik und Humor
(youtube.com, Manuel Stark, Video: 38:40 Minuten)
Marti Fischer ist vor allem für seinen Youtube-Kanal bekannt, auf dem er unterhaltsame und lehrreiche Inhalte wie die Serie “Wie Geht Eigentlich Musik” veröffentlicht. Zusammen mit Bodo Wartke produzierte er mit dem Wortspiel-Song “Barbaras Rhabarberbar” einen viralen Welthit. Im “Deep Talk” des SWR spricht Marti Fischer mit Manuel Stark über seine Unsicherheiten und die Frage, wie Musik ihm half, mit Gefühlen des Ausgeschlossenseins umzugehen.
Weiterer Gucktipp: Deep Talk mit Bodo Wartke über Trauer und Poesie (youtube.com, Manuel Stark, 43:20 Minuten).

“Compact” klagt, Talkshow-Kritik der EU-Politiker, Feinde und Deppen

1. Com­pact klagt vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt
(lto.de, Markus Sehl)
Nach dem Verbot des rechtsextremen “Compact”-Magazins durch das Bundesinnenministerium klagen nun die Betreiber vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Schließung und die Beschlagnahme ihres Vermögens. Das Ministerium argumentiere, die Zeitschrift habe eine verfassungsfeindliche Grundtendenz und rufe zum Kampf gegen die verfassungsmäßige Ordnung auf. Das Gericht werde zu entscheiden haben, inwieweit “die Bedeutung der Pressefreiheit gegenüber dem Totalverbot von Compact” zu bewerten ist, schreibt Markus Sehl bei “Legal Tribune Online”.

2. “Die Rechten sehen Medien als Feinde, aber auch als nützliche Deppen”
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Die Historikerin, Journalistin und USA-Expertin Annika Brockschmidt erklärt im Interview mit dem “journalist”, wie sich die Republikanische Partei in den USA über Jahrzehnte radikalisiert hat, und warnt vor der Übernahme rechter Narrative durch Medien: “Die amerikanische Rechte hat eigene Medienimperien geschaffen, die bei ihrem Aufstieg eine wichtige Rolle spielen. Aber Schuld tragen auch etablierte Medien. Die Aufmerksamkeitsökonomie belohnt Empörung. Leute regen sich gern auf oder jubeln jemandem zu. Medien inszenieren das, sie produzieren steile Schlagzeilen oder laden umstrittene Politiker*innen ein.”

3. Warum die Talkshow-Kritik der EU-Politiker etwas irreführend ist
(stefan-fries.com)
In einem parteiübergreifenden Brandbrief kritisieren Europaabgeordnete die geringe Präsenz von Europapolitikerinnen und -politikern in den Talkshows von ARD und ZDF nach der Europawahl. Der Brief liegt dem Medienjournalisten Stefan Fries vor. Er hat nachgezählt und nachgerechnet, was an den Vorwürfen dran ist. Sein Fazit: “Natürlich kann man beklagen, dass die Europawahl überhaupt so wenig Thema war, und sicherlich hätten da auch mehr EU-Politiker sitzen können/müssen. Auch, dass einige Talkshows nach einer letzten Ausgabe nach der Wahl in die Sommerpause gegangen ist, beklagen die Unterzeichner des Briefes zurecht. Und sie loben auch die Berichterstattung insgesamt. Aber ihre Rechnung ist einfach zu platt.”

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4. Föderl-Schmid kommt anders zurück
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Wie die “taz” berichtet, kehrt Alexandra Föderl-Schmid, bislang stellvertretende Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, im September zur “SZ” zurück, scheidet aber aus der Chefredaktion aus und wird Nachrichtenchefin. Zuvor hatte Föderl-Schmid wegen (inzwischen von der Universität widerlegten) Plagiatsvorwürfen eine Auszeit genommen.

5. US-Schauspieler treten gegen Videospielbranche in den Streik
(zeit.de)
Die US-Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA habe einen Streik gegen die Videospielindustrie ausgerufen, nachdem Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen gescheitert seien. Ein zentraler Streitpunkt sei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, den die Schauspielerinnen und Schauspieler kontrolliert sehen wollen, um Missbrauch zu verhindern. Außerdem würden sie höhere Löhne für ihre Arbeit fordern, einschließlich Synchronisation und Motion Capturing, nachdem ein Streik in der Filmbranche bereits ähnliche Forderungen erhoben hatte.

6. »Darum werde ich meine Frau nicht zurückbringen in dieses Land«
(spiegel.de)
Prinz Harry hat in einer neuen Doku erklärt, dass Großbritannien wegen der aggressiven Berichterstattung der Boulevardpresse zu gefährlich für seine Frau Meghan geworden sei. Das Paar sei in den vergangenen vier Jahren stark von der Presse verfolgt worden, was auch zu einer Kluft zwischen ihm und der königlichen Familie geführt habe.

Die “Bunte” und das Werbematerial, Lindemann, Gnadenlose Hetzjagd

1. “Bunte” gibt Werbematerial als eigene Interviews aus
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier thematisiert die Praxis der Zeitschrift “Bunte”, Werbematerial als redaktionellen Inhalt auszugeben. Er kritisiert, dass ein vermeintliches Interview mit einer Gynäkologin und Influencerin über Diabetes und Wechseljahre in Wirklichkeit eine geschickt inszenierte Produktwerbung für ein Blutzuckermessgerät sei. Diese habe die Zeitschrift ohne entsprechende Werbe-Kennzeichnung veröffentlicht. Die “Bunte”-Redaktion habe bereits wiederholt vorgefertigte Interviews von Unternehmen als redaktionelle Beiträge veröffentlicht, ohne deutlich zu machen, dass es sich dabei um Werbung handelt.

2. K.O.-Tropfen-Ver­dacht gegen Lin­de­mann bleibt unzu­lässig
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Wie bei “Legal Tribune Online” zu lesen, habe das Oberlandesgericht Hamburg entschieden, dass die Verdachtsäußerung des “Spiegel”, Till Lindemann habe Frauen bei Rammstein-Konzerten K.-o.-Tropfen verabreicht, unzulässig sei. Es gebe jedoch weiterhin Diskussionen über den Einsatz von Alkohol, um Frauen sexuell verfügbar zu machen. Der Rechtsstreit werde voraussichtlich weitergehen, auch wenn einige Anklagepunkte nicht weiter verfolgt würden.
Zum Thema auch ein Gucktipp: Bei Youtube beschäftigt sich Rechtsanwalt Chan-jo Jun mit den jüngsten Entwicklungen in der Causa Lindemann: Lindemann hat vor Gericht keinen Ruf mehr zu verlieren und warum wir Mandanten schlechter behandeln (youtube.com, Video: 29:43 Minuten).

3. EU-Abgeordnete kritisieren ARD und ZDF wegen Talkshows
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” unter Berufung auf einen Artikel der “Süddeutschen Zeitung” berichtet, kritisieren Europaabgeordnete die geringe Präsenz von Europapolitikern in den Talkshows von ARD und ZDF. In einem parteiübergreifenden Brandbrief bemängeln sie, dass nach der Europawahl nur wenige EU-Parlamentarier in den Sendungen zu sehen gewesen seien. Das ZDF weise die Kritik zurück und betone, dass man regelmäßig über europäische Themen berichte, beispielsweise in der Sendung “heute in Europa”.

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4. “Brat” for President
(taz.de, Anastasia Zejneli)
Anastasia Zejneli hat auf Social-Media-Plattformen wie TikTok nachgeschaut, wie die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris bei der Gen Z ankommt und hat einen gewissen “Hype um ihre Person” erkannt: “Als Po­li­ti­ke­r*in auf Social-Media-Trends aufspringen kann schnell peinlich oder zu gewollt wirken. Doch im Fall der ehemaligen US-Senatorin funktioniert es. Auch weil viele der Videos von jungen Use­r*in­nen selbst veröffentlicht werden und es kein reiner Kampagnentrick ist.”

5. Die Welt als Fälschung (1)
(oe1.orf.at, Sarah Kriesche, Audio: 24:47 Minuten)
Beim österreichischen Hörfunksender Ö1 geht es um “die Welt als Fälschung”: die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Authentizität von Inhalten wie Bildern, Texten und Filmen und das Abschreiben aus fremden Quellen. Wie können Schulen und Universitäten auf die Bedrohung des originären Wortes reagieren? Und was hat es mit Plagiatsjägern auf sich? (Hinweis des “6-vor-9”-Kurators: Der Beitrag beginnt ab Minute 1:54).

6. Helene Fischer: Die gnadenlose Hetzjagd auf ihre Familie
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 9:32 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal zeigt er, wie gnadenlos die Klatschpresse seit Jahren die Sängerin und Unterhaltungskünstlerin Helene Fischer und deren Lebensgefährten Thomas Seitel verfolgt.

Internes Papier, Böhmermann unterliegt, Ikonisches Attentats-Foto

1. So begründet das BMI das Compact-Verbot
(lto.de, Felix W. Zimmermann & Markus Sehl & Max Kolter)
Das Bundesinnenministerium (BMI) habe das rechtsextreme Magazin “Compact” verboten, weil es als Sprachrohr für verfassungsfeindliche Ziele fungiere. “Legal Tribune Online” liege ein 79-seitiges internes Papier des Ministeriums vor, das detailliert begründe, wie “Compact” aus Sicht des BMI die verfassungsmäßige Ordnung ablehnt und rassistische sowie antisemitische Inhalte verbreitet. Trotz Diskussionen um die Pressefreiheit sehe das Innenministerium in dem Verbot keinen Widerspruch, da hier die Meinungsfreiheit missbraucht werde.

2. Verfassungsschutz darf Zeitung “Junge Welt” erwähnen
(zeit.de)
Das Berliner Verwaltungsgericht habe entschieden, dass der Verfassungsschutz die Zeitung “Junge Welt” in seinen Berichten erwähnen darf, weil sie eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaftsordnung nach marxistisch-leninistischem Verständnis anstrebe. Die Zeitung sehe im Handeln des Verfassungsschutzes einen Eingriff in ihre Pressefreiheit. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, die “Junge Welt” habe bereits Rechtsmittel angekündigt und wolle notfalls bis nach Karlsruhe vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Weiterer Lesehinweis mit juristischen Details: Die “Junge Welt” darf wei­terhin vom Ver­fas­sungs­schutz erwähnt werden (lto.de, Maryam Kamil Abdulsalam).

3. Ein Jackpot, aber für wen?
(taz.de, Jörg Colberg)
Der Fotograf und Autor Jörg Colberg kommentiert das ikonische Foto, das nach dem Attentat auf Donald Trump entstanden ist: Trump inmitten von Sicherheitsbeamten mit erhobener Faust und US-Flagge hinter sich. Das Foto vermittle ein Bild der Stärke, wohingegen Live-Aufnahmen ein großes Chaos zeigen würden. Dieses Beispiel mache deutlich, wie die Fotografie komplexe Ereignisse vereinfache und dabei wichtige Aspekte ausklammere.

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4. So viel Hass wie nie: 40 Anzeigen wegen “GNTM”-Hetze
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, wurde die vergangene Staffel von “Germany’s Next Topmodel” von einer Rekordzahl an Hasskommentaren im Internet begleitet. ProSieben musste 40.000 problematische Kommentare löschen und habe 40 davon bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, da sie zum Teil strafrechtlich relevant waren. Diese Entwicklung verdeutliche das Ausmaß von Hass im Internet und die Bedeutung der Moderation von Social-Media-Kanälen.

5. Filmschaffende kriegen künftig mehr
(verdi.de)
Wie beim Gewerkschaftsmagazin “M” zu lesen ist, haben die Filmschaffenden nach langen Tarifverhandlungen deutliche Verbesserungen erreicht, darunter eine monatliche Vier-Tage-Woche, kürzere Tagesarbeitszeiten und eine verbesserte Altersvorsorge. Ab Januar 2025 gelten neue Arbeitszeit- und Überstundenregelungen sowie Gagenerhöhungen von jeweils 2,5 Prozent in den Jahren 2025 und 2026. Ein Ergebnis zu tariflichen Regelungen für den Einsatz von generativer KI bei Filmproduktionen stehe noch aus.

6. Jan Böhmermann unterliegt vor Gericht erneut bei Streit um Honig-Werbung
(spiegel.de)
Jan Böhmermann hat im Rechtsstreit um eine Honigwerbung, in der der Imker Rico Heinzig Böhmermanns Konterfei satirisch verwendete, erneut verloren. Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden habe die Berufung in einem Eilverfahren des Moderators gegen ein Urteil des Landgerichts Dresden vom Februar zurückgewiesen. Das Landgericht hatte damals entschieden, dass die Verwendung von Böhmermanns Bild und Namen durch Heinzig eine zulässige satirische Auseinandersetzung darstelle. Gegen die Entscheidung des OLG sei ein Rechtsmittel nicht mehr möglich, Böhmermann könne jedoch ein Hauptsacheverfahren vor dem Landgericht Dresden anstrengen.

Faeser verbietet “Compact”, BVG erreicht Endstation, “Leuchtturm”

1. Faeser verbietet “Compact”
(tagesschau.de, Michael Götschenberg & Holger Schmidt)
Bundesinnenministerin Nancy Faeser habe das rechtsextreme Magazin “Compact” wegen Verstoßes gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verboten. Seit den frühen Morgenstunden würden in mehreren Bundesländern Geschäftsräume und Wohnungen der Verantwortlichen durchsucht, um Beweismaterial zu sichern. Ziel des Verbots sei es, alle Formate und Online-Auftritte von “Compact” zu beenden und das Vermögen zu beschlagnahmen.
Weitere Lesetipps: Wir hatten vergangenen Mittwoch in den “6 vor 9” einen Beitrag über eine “Compact”-Kundgebung verlinkt, bei der eine Regenbogenflagge öffentlich zerrissen und in Brand gesetzt worden war. Außerdem empfehlen wir den BILDblog-Beitrag von Benedikt Frank, in dem dieser bereits im Jahr 2018 über die Verbindungen von “Compact” zu Rechtspopulisten und Rechtsradikalen berichtete.

2. Netzwerk Recherche verleiht den Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen
(netzwerkrecherche.org)
Einmal im Jahr vergibt das Netzwerk Recherche (NR) den “Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen”. In diesem Jahr wird die Auszeichnung an das Medienhaus “Correctiv” gehen, das im Januar über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen in einer Potsdamer Villa berichtete. “Die Arbeit von Correctiv steht exemplarisch für den Wert und die Notwendigkeit von investigativem Journalismus”, so der NR-Vorsitzende Daniel Drepper: “Selten hat eine einzelne Recherche einen solchen Impact gehabt und uns allen gezeigt, wie wichtig diese Art von Journalismus für unseren demokratischen Diskurs ist.”

3. Mit wem reden, wenn nichts mehr geht?
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 47:25 Minuten)
Die “Helpline” ist laut Eigenbeschreibung eine “unabhängige, anonyme und kostenlose Telefonberatung für mental belastete Journalist*innen”. Dass es sie weiterhin gibt, liegt auch daran, dass sie für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung ausgewählt wurde. Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz sprechen in ihrem Podcast “Druckausgleich” mit Malte Werner, der Projektleiter der “Helpline” ist.

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4. Khesrau Behroz: “Ich bin Öffentlichkeitsjournalist”
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:21 Minuten)
Zu Gast bei “Läuft” ist Khesrau Behroz, bekannt für seine dokumentarischen Podcasts. In seiner neuesten Produktion geht es um einen berühmten Mordfall aus dem Jahr 2007: “Judging Amanda Knox”. Behroz spricht mit Alexander Matzkeit darüber, ob er sich selbst als Medienjournalist sieht und warum der Fall Amanda Knox immer noch aktuell ist. Außerdem erklärt er seine verschiedenen Rollen in seiner Produktionsfirma.

5. Katapult kündigt Zeitung für Sachsen an: Ziel sind 500.000 Exemplare
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Das Greifswalder Magazin “Katapult” plane, im August 2024 eine Zeitung für Sachsen herauszugeben, um vor der Landtagswahl über die AfD aufzuklären und die positiven Aspekte der Migration hervorzuheben. Die Finanzierung der angestrebten Auflage von 500.000 Exemplaren solle über Spenden erfolgen. Und auch bei der Verteilung der Zeitung setze “Katapult” auf die Community.

6. Hass und Hetze – BVG verkündet “Endstation”
(tagesspiegel.de, Dominik Mai)
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren dafür bekannt, auf Twitter einen oft humorvollen und direkten Kommunikationsstil zu pflegen, der bei vielen Nutzerinnen und Nutzern beliebt war. Nun haben sie ihre Accounts auf der Social-Media-Plattform X/Twitter wegen zunehmender Hetze und Hass sowie mangelnder Moderation stillgelegt. Das Umfeld auf X entspreche nicht mehr den Werten des Unternehmens.

Ahrtal-Beitrag bleibt, Kemmerichs Tapferkeit, Im Skandal-Rausch

1. Gerichte: Ahrtal-Flutheld muss kritischen Text ertragen
(t-online.de, Lars Wienand)
2022 hatte t-online.de kritisch über “Ärger im Ahrtal” und zwei “Fluthelden auf Besatzerkurs” berichtet. Dagegen war einer der bekannten Helfer gerichtlich vorgegangen, sei damit jedoch nun beim dritten Gericht gescheitert: “Weil der Artikel von einem erheblichen öffentlichen Informationsinteresse getragen sei und sich in den Grenzen einer wertenden Schilderung wahrer Tatsachen aus der Sozialsphäre bewege, überwiege die Pressefreiheit die Persönlichkeitsrechte.”

2. Desinfektionsmittel-Beschaffung: Corona-Journalismus im Skandal-Rausch
(scilogs.spektrum.de, Markus Pössel)
Markus Pössel kritisiert die aktuelle Berichterstattung über die Beschaffung von Desinfektionsmittel durch die Bundesregierung während der Corona-Pandemie. Einige Medienberichte basieren nach Ansicht des Autors auf einem mangelnden Verständnis von Zahlen und Zusammenhängen, da die beschafften Mengen dem tatsächlichen Bedarf entsprächen. Der eigentliche Skandal, so Pössel, liege in der mangelnden Qualität der journalistischen Recherche und nicht in den Beschaffungen selbst.

3. Fehler mit System
(woz.ch, Thomas Schwendener)
Wie Thomas Schwendener berichtet, setze die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” eine Künstliche Intelligenz (KI) ein, um Artikel aus anderen Medien umzuschreiben. Das Verfahren führe jedoch häufig zu Fehlern, die von Menschen in der Redaktion korrigiert werden müssen. Trotz ehrgeiziger Pläne und der Behauptung, KI-Tools würden Zeit für die Recherche freisetzen, stoße der Einsatz bei den “Blick”-Leserinnen und -Lesern auf Kritik und Skepsis. Der Verlag Ringier riskiere durch die zunehmende Abhängigkeit von KI das Vertrauen in seine journalistische Arbeit.

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4. X droht Millionenstrafe in der EU
(tagesschau.de)
Die EU-Kommission habe festgestellt, dass die Verifizierungspraxis auf der Plattform X/Twitter möglicherweise gegen EU-Recht verstoße. Elon Musk hatte eingeführt, dass jeder ein blaues Verifizierungshäkchen kaufen kann, was zu Verwirrung und Missbrauch führte. Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung bestätigen, drohe X eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

5. Meta hebt Beschränkungen für Donald Trump auf
(spiegel.de)
Der Konzern Meta habe die Beschränkungen für Donald Trumps Instagram- und Facebook-Kanäle, die nach der Erstürmung des Kapitols eingeführt worden waren, aufgehoben. Hintergrund dieser Entscheidung seien die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im November, bei denen Trump voraussichtlich gegen Joe Biden antreten wird. Trotz der Lockerungen betone Meta, dass für Trump dieselben Richtlinien gelten wie für alle anderen Nutzerinnen und Nutzer, insbesondere in Bezug auf Hassrede und Aufrufe zur Gewalt.

6. Nein, der Rechtschreibrat hat kein Aus für den Genderstern beschlossen
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Der frühere, kurzzeitige Thüringer Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) wandte sich per X/Twitter an die “lieben Leser*innen und Leser:innen aus dem linksgrünen Milieu” und “verehrten Anhänger_innen der Verhunzung unserer Muttersprache”: “Sie müssen jetzt ganz tapfer sein, der Rechtschreibrat hat das Aus für den Genderstern beschlossen.” Bei “Übermedien” kommentiert Medienkritiker Stefan Niggemeier: “Thomas Kemmerich muss jetzt ganz tapfer sein: Der Rechtschreibrat hat nicht das Aus für den Genderstern beschlossen.”

Warnstreik beim WDR, Porno-Transparenz, Schmerzensgeld

1. 48 Stunden: Beim WDR gibt’s den nächsten Warnstreik
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie Uwe Mantel bei “DWDL” berichtet, stagnieren die Tarifverhandlungen beim WDR weiterhin. Nun hätten alle beteiligten Gewerkschaften gemeinsam einen 48-stündigen Warnstreik von Donnerstag bis Samstag ausgerufen. Dem öffentlich-rechtliche Sender werde vorgeworfen, die Vergütungsstrukturen für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschlechtern zu wollen und die Lohnerhöhungen für Festangestellte nicht angemessen zu gestalten.

2. Russische Justiz verbietet Zeitung »The Moscow Times«
(spiegel.de)
Die russische Generalstaatsanwaltschaft habe die Onlinezeitung “The Moscow Times” als “unerwünschte Organisation” eingestuft und verboten, was einen weiteren Schlag gegen die freie Presse in Russland darstelle. Bereits seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die Zeitung wegen angeblicher Diskreditierung der Streitkräfte blockiert und später als “Auslandsagent” gelistet worden. Damit würde jede Zusammenarbeit mit der Redaktion oder Zahlung an das Medium in Russland als strafbar gelten.

3. “Da würde eine neue Technik pauschal unter Strafe gestellt”
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Der Bundesrat habe auf Initiative Bayerns einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Verbreitung von Deepfakes generell unter Strafe stellen soll. Dabei handele es sich allerdings nur um die “aktuellste in einer Reihe hauptsächlich symbolischer, aktionistischer Regelungsbestrebungen”, schreibt Martin Schwarzbeck. Die mit Künstlicher Intelligenz generierten Medien seien bereits durch die bestehende Rechtslage abgedeckt: “Auch für sie gelten das Persönlichkeitsrecht und das Urheberrecht und auch hier zieht der Betrugsparagraf aus dem Strafgesetzbuch.”

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4. 600 Euro Sch­mer­zens­geld für Cem Özdemir
(lto.de)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, muss ein Mann 600 Euro Schmerzensgeld an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zahlen, weil er diesen in einem Facebook-Kommentar als “Drecksack” bezeichnet habe. Außerdem müsse er Özdemir 800 Euro vorgerichtliche Abmahnkosten erstatten.

5. Genderverbote und was wirklich dahinter steckt
(genderleicht.de, Dorothee Beck)
Bei genderleicht.de beschreibt Dorothee Beck den Streit um geschlechtergerechte Sprache als sprachlichen Kulturkampf der extremen Rechten, um das gemäßigte Bürgertum für sich zu gewinnen. Widerstand gegen geschlechtergerechte Sprache formiere sich aber nicht nur von dort, sondern auch in der bürgerlichen Mitte und in konservativen Medien. Ein Beispiel dafür sei der Thüringer Landtag, wo die CDU, unterstützt von AfD und FDP, einen Appell zur Unterlassung des Genderns in Landesbehörden durchgesetzt habe.

6. EU-Kommission wünscht Porno-Transparenz: Strenge Auflagen für XNXX​
(heise.de, Stefan Krempl)
Der Kampf der EU mit frei zugänglichen Porno-Plattformen geht in die nächste Runde: Wie bei “heise online” zu lesen ist, habe die EU-Kommission die Seite “XNXX” als “sehr große Online-Plattform” eingestuft, womit das Erotikportal ab Herbst die strengsten Auflagen des Digital Services Act erfüllen müsse. Dazu gehöre unter anderem die Pflicht, Minderjährigen den Zugang zu pornografischen Inhalten zu verwehren und umfangreiche Daten mit Behörden zu teilen. Bei Nichteinhaltung würden “XNXX” Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen.

Rammsteins Recht, Streik bei der ARD, Rechtsruck-Video

1. Wie der NDR es Rammstein ermöglichte, gegen seinen Rammstein-Podcast vorzugehen
(uebermedien.de, René Martens)
Der NDR hat seinen Podcast über Rammstein vorsorglich offline genommen, da die Band rechtliche Schritte wegen der Nutzung ihrer Musik eingeleitet hat. René Martens erläutert die vielfältigen Aspekte der Musiknutzung in Podcasts und zeigt die Herausforderungen bei der Verwendung von Musikwerken in journalistischen Produktionen auf: “Der Rammstein-Podcast-Fall beschäftigt nun nicht nur eine Handvoll Juristen in Hamburg, sondern offenbar auch nahezu sämtliche Rechtsgelehrten der ARD.”
Weiterer Lesehinweis: Bei “Legal Tribune Online” berichtet Felix W. Zimmermann über den Fall und geht dabei detailliert auf die juristischen Hintergründe ein: Nirgends, wo es Podcasts gibt (lto.de).

2. Schon wieder bundesweite Streikaktion bei der ARD
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, hat die Mediengewerkschaft VRFF erneut zu einem bundesweiten Streik in der ARD aufgerufen, der bereits zu Programmausfällen geführt hat. Beim WDR fielen Sendungen wie die “Aktuelle Stunde” aus, und auch die “Tagesschau” konnte nur eingeschränkt gesendet werden. Die Gewerkschaft fordert 10 Prozent mehr Gehalt, die ARD-Anstalten argumentieren mit knappen Kassen.

3. “Klinsi und Co. schuld am Rechtsruck”?: Bundeszentrale für politische Bildung löscht nach Empörung Video
(tagesspiegel.de)
Nach heftiger Kritik habe die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein Video gelöscht, das einen Zusammenhang zwischen der Fußball-WM 2006 und einem Rechtsruck in Deutschland herstellte. Die bpb habe die Veröffentlichung des Videos im Nachhinein als Fehler bezeichnet und wolle nun auch die anderen Videos derselben Reihe überprüfen.

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4. Stichwahl zwischen Repression und Verfolgung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) nimmt die anstehende Stichwahl im Iran zum Anlass, auf die desolate Lage der Pressefreiheit in dem Land hinzuweisen: “Solange die Repression in den Gesetzbüchern, den Praktiken und der Politik des iranischen Regimes verankert ist, werden kritische Medienschaffende weiter unnachgiebig verfolgt und hart bestraft”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Selbst im Exil sind iranische Journalisten und Reporterinnen nicht vor Verfolgung sicher. Um sie zu schützen, müssen die jeweiligen Regierungen, Strafverfolgungsbehörden, Social-Media-Plattformen und Redaktionen noch stärker zusammenarbeiten. Den zukünftigen iranischen Präsidenten fordern wir auf, alle inhaftierten Journalistinnen und Journalisten freizulassen.”

5. Wie nehmen Lokalredaktionen ihr Publikum wahr?
(de.ejo-online.eu, Laurie Chappatte)
In ihrer Dissertation hat Laura Amigo die Beziehung zwischen Lokalredaktionen und deren Publikum untersucht, wobei sie verschiedene Typen des Publikums identifiziert hat, die in den Aussagen der Journalistinnen und Journalisten zum Ausdruck kommen. Laurie Chappatte hat die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst.

6. Ein blinder Fleck in der deutschen Berichterstattung?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 38:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk werden regelmäßig Hörerinnen und Hörer zugeschaltet. Diesmal meldet sich Verena Roth zu Wort. Sie findet, dass in Medien viel zu selten über Südosteuropa berichtet wird, und diskutiert darüber mit Wolfgang Vichtl aus dem ARD-Südosteuropa-Studio sowie Ulf Brunnbauer vom Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschungen.

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