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Altersgrenze für Soziale Medien?, Verstärker-Effekte, Defensivmodus

1. Umfrage: Mehrheit für Zugang zu sozialen Medien erst ab 16
(t-online.de)
Laut einer aktuellen Umfrage befürworte eine Mehrheit der Deutschen eine Altersgrenze für Soziale Medien, wobei die meisten (57 Prozent) ein Mindestalter von 16 Jahren vorschlügen. Kritiker einer solchen Grenze, darunter der Deutsche Lehrerverband und Bundesbildungsministerin Karin Prien, würden eine starre Altersgrenze ablehnen und stattdessen stärkere Schutzmaßnahmen und Altersverifikationen fordern. Bislang fehle jedoch ein wirksamer Kontrollmechanismus, um bestehende Altersvorgaben im Internet konsequent umzusetzen.

2. So lassen sich ungewollte Verstärker-Effekte vermeiden
(belltower.news, Simone Rafael)
Simone Rafael wünscht sich, dass Medien bei der Berichterstattung über die AfD deren rechtsextreme Positionen klar benennen, kritische Einordnungen vornehmen und provokative Aussagen von Parteimitgliedern nicht unkommentiert übernehmen. Rafael plädiert dafür, Verstärker-Effekte für rechtsextreme Ideologie zu vermeiden, indem Redaktionen auf analytische, sorgfältig recherchierte Berichte setzen und sich nicht auf rein emotionale Reizthemen konzentrieren.

3. Leid dokumentieren, Leid erleben: Journalismus in Krisen- und Kriegsregionen
(youtube.com, Sarah Ulrich, Video: 1:01:36 Stunden)
Auf der Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche gab es ein Panel über Journalismus in Krisen- und Kriegsregionen. Unter der Leitung von Moderatorin Sarah Ulrich sprechen Emran Feroz (Journalist und Reporter), Rabea Stückemann (Autorin und Producerin) sowie Sophia Maier (Journalistin und Kriegsreporterin) über die besonderen Herausforderungen der Arbeit “im Spannungsfeld zwischen journalistischer Genauigkeit und persönlicher Betroffenheit”.

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4. Des KI-Kaisers neue Kleider: Warum wir aus dem Defensivmodus rausmüssen
(npj.news, Stephan Weichert)
Stephan Weichert betont in seinem Debattenbeitrag, dass Künstliche Intelligenz (KI) bereits heute unverzichtbarer Teil unseres Alltags und besonders im Journalismus angekommen sei, jedoch auch große Risiken mit sich bringe. Er fordert, dass Journalistinnen und Journalisten offen und ehrlich über die Folgen und Herausforderungen durch KI sprechen und aktiv mitgestalten müssten, anstatt nur zu reagieren. Guter, resilienter Journalismus sei entscheidend, um demokratische Werte zu sichern und negativen Effekten der KI entgegenzuwirken.

5. Das sind die am meisten verbreiteten «Fake News» in der Schweiz
(fairmedia.ch, Tobias König)
“Fairmedia” berichtet, dass in der Schweiz in den vergangenen Jahren am häufigsten Falschnachrichten zu Corona, Donald Trump und dem Krieg in der Ukraine verbreitet worden seien. Besonders populäre “Fake News” seien ein Video von Daniele Ganser über die Ukraine, falsche Behauptungen des Anwalts Philipp Kruse zum WHO-Pandemievertrag und Verschwörungserzählungen über den rumänischen Politiker Călin Georgescu.

6. Trump will Frist zum Verkauf von TikTok um weitere 90 Tage verlängern
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump plane, die Frist für den Verkauf des US-Geschäfts der Videoplattform TikTok durch den chinesischen Mutterkonzern ByteDance erneut um 90 Tage zu verlängern. Hintergrund sei ein Gesetz der USA, das einen Verkauf erzwinge, da ByteDance vorgeworfen werde, TikTok für chinesische Spionage zu nutzen. Trump wolle durch den Verkauf verhindern, dass TikTok in seinem Land abgeschaltet wird, weshalb dies bereits die dritte Fristverlängerung wäre.

Nachrichtenvermeidung, Falsche Todesnachricht, Verurteilungen

1. Mehr als zwei Drittel der Menschen meiden Nachrichten
(spiegel.de)
Dem “Digital News Report 2025” des Reuters Institute zufolge meiden inzwischen 71 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer gelegentlich Nachrichten, um ihr mentales Wohlbefinden zu schützen: “Das mit Abstand wichtigste Motiv der Nachrichtenvermeidung stellen demnach die negativen Auswirkungen der Nachrichten auf die eigene Stimmung (48 Prozent) dar. 39 Prozent der Menschen, die Nachrichten vermeiden, geben an, dass zu viel über Kriege und Konflikte berichtet wird und dass sie von der Menge an Nachrichten erschöpft sind.”

2. Aufregung wegen Fake-Todesmeldung: Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek lebt
(tagesspiegel.de, Gerrit Bartels)
Einige Medien und Nachrichtenportale hätten ungeprüft eine Meldung eines offensichtlichen Fake-Accounts über den vermeintlichen Tod der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek übernommen. Jelinek betonte, dass es bereits das zweite Mal sei, dass sie fälschlich für tot erklärt worden sei, und bestätigte, dass sie sehr wohl am Leben sei. Auch Jelineks Verlag Rowohlt dementierte die Todesmeldung offiziell als “Fake”.

3. Ein kleiner Schritt Richtung Gerechtigkeit
(taz.de, Christian Jakob)
Christian Jakob berichtet über ein Urteil gegen zwei Männer, die nach Überzeugung des zuständigen Gerichts am Mord an der maltesischen Investigativ- und Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia beteiligt gewesen sind. Sie “sollen den Sprengstoff für das Autobomben-Attentat beschafft haben und wurden vom Gericht deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt.” Caruana Galizia wurde 2017 getötet, und die Indizien dafür seien erdrückend, dass der Mord “mit ihren Recherchen gegen ­ranghohe Mitglieder der Regierung von Ex-Premierminister Joseph Muscat zusammenhängt.” Sie hatte vielfach über Korruption im Umfeld der sozialdemokratischen Regierungspartei Maltas berichtet. Daphne Caruana Galizias Familie sagte nach der Gerichtsentscheidung: “Wir hoffen, dass das heutige Urteil einen Schritt auf dem Weg darstellt, die Welt für Journalisten sicherer zu machen”.

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4. Südkorea: Journalismus als demokratischer Watchdog während des Kriegsrechts
(de.ejo-online.eu, Chansouk Kim)
Laut dem Medienwissenschaftler Chansouk Kim habe die Verhängung des Kriegsrechts in Südkorea im Jahr 2024 durch den damaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol den Journalismus des Landes vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Trotz angeordneter Zensur hätten viele südkoreanische Medien jedoch weiterhin kritisch berichtet und mit Echtzeit-Faktenprüfungen und Live-Übertragungen international Anerkennung erlangt.

5. Ehemalige Geschäftsführerin Sigrun Albert sagt: Der BDZV ist nicht ramponiert
(kress.de, Marcus Schuster)
Marcus Schuster hat für “kress pro” mit Sigrun Albert, der neuen Geschäftsführerin des Verlags Nürnberger Presse, über deren Pläne für die digitale Transformation des Medienhauses gesprochen. In dem Interview erklärt Albert, warum sie nach gut zwei Jahren als Hauptgeschäftsführerin den Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) verlassen hat, und betont dabei die Bedeutung ihrer dort gesammelten Erfahrungen im Bereich Lobbying. Albert weist zudem die Kritik zurück, der BDZV sei aufgrund interner Konflikte und Austritte geschwächt.

6. Printausgabe wird per Ende Jahr eingestellt
(persoenlich.com)
Die Schweizer Gratiszeitung “20 Minuten” werde zum Jahresende ihre Printausgabe einstellen und ab dann vollständig auf digitale Angebote setzen. Als Folge würden bis zu 80 Vollzeitstellen gestrichen. Zudem werde man die Redaktionen aus der Deutsch- und der Westschweiz zu einer Redaktion zusammenlegen und einige Regionalbüros schließen. Gewerkschaften sähen darin eine Gefahr für die Medienvielfalt in der Schweiz.

Amoklauf-Videos, Angriff auf Journalistin, Prozessauftakt

1. Medienethikerin Paganini: Videos in Medien vom Amoklauf in Graz “inakzeptabel”
(derstandard.at, Oliver Mark)
Die Medienethikerin Claudia Paganini kritisiert die Veröffentlichung von Videos, die den Amoklauf in Graz zeigen, durch die Redaktionen von Krone.at und oe24.at als medienethisch und medienrechtlich “inakzeptabel”. Die Portale hätten die Ängste der betroffenen Schülerinnen und Schüler für Klicks instrumentalisiert. Paganini bemängele zudem die fehlende Kontextualisierung sowie die Gefahr zusätzlicher Traumatisierungen. Der österreichische Presserat habe bereits Beschwerden gegen diese Berichterstattung erhalten.

2. Australien empört über Angriff auf Journalistin in Los Angeles
(tagesspiegel.de)
Die australische Journalistin Lauren Tomasi sei beim Berichten über die Proteste in Los Angeles, die sich gegen die US-Einwanderungspolitik richten, von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden, obwohl sie als Pressevertreterin zu erkennen gewesen sei. Australiens Premierminister Anthony Albanese habe den Vorfall verurteilt: “Wir finden es inakzeptabel, dass das passiert ist, und denken, dass die Rolle der Medien besonders wichtig ist”.

3. Warten auf die “Blatt­schüsse”
(lto.de, Markus Sehl & Felix W. Zimmermann)
“Durfte das BMI das rechtsextreme Compact-Magazin verbieten? Wurde die Pressefreiheit ausreichend berücksichtigt? Was ist verfassungsfeindlich, was politisch legitime Kritik?” Bei “Legal Tribune Online” berichten Markus Sehl und Felix W. Zimmermann über den Prozessauftakt vor dem Bundesverwaltungsgericht, bei dem zentrale medien- und verfassungsrechtliche Fragen zum staatlichen Verbot des “Compact”-Magazins verhandelt werden. Dabei gehe es insbesondere um die Frage, ob das Vereinsrecht ein legitimes Instrument darstellt, um ein journalistisches Medium dauerhaft zu verbieten, oder ob mildere Alternativen ausreichend sind.

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4. Zwei Männer wegen Beihilfe zu Mord an maltesischer Journalistin verurteilt
(spiegel.de)
Auf Malta seien rund acht Jahre nach dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia zwei Männer wegen Beihilfe zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden, da sie die Autobombe geliefert hatten, mit der Galizia 2017 ermordet wurde. Der mutmaßliche Auftraggeber des Mordes, der Geschäftsmann Yorgen Fenech, stehe noch vor Gericht. Ihm werde vorgeworfen, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, um Daphne Caruana Galizia und ihre Enthüllungen zum Schweigen zu bringen.

5. ARD-Nachrichtentag: Mehr Transparenz
(verdi.de, Claudia Krieg)
In ihrem Beitrag berichtet Claudia Krieg über den “ARD-Nachrichtentag”, bei dem bundesweit Regionalredaktionen ihre Türen öffneten und vor allem jungen Menschen ermöglichten, hinter die Kulissen der Nachrichtenproduktion zu schauen und daran aktiv mitzuwirken. Ziel sei es gewesen, mehr Transparenz zu schaffen, Vertrauen gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu stärken und dessen Bedeutung für eine unabhängige, demokratische Berichterstattung zu verdeutlichen.

6. Leuchtturm 2025 an Robert Pausch für Enthüllung der “Operation D-Day”
(netzwerkrecherche.org)
Wie das Netzwerk Recherche (NR) bekanntgibt, erhält “Zeit”-Journalist Robert Pausch die Auszeichnung “Leuchtturm 2025” für seine investigative Recherche “Das liberale Drehbuch für den Regierungssturz” (nur mit Abo lesbar), in der er aufdeckte, wie die FDP im Jahr 2024 ihren Ausstieg aus der Ampelkoalition gezielt vorbereitet hatte. Pausch habe in seinem Bericht anhand vertraulicher Dokumente und Insider-Gespräche detaillierte Einblicke in die strategischen Überlegungen und internen Spannungen innerhalb der FDP gegeben, wodurch die Hintergründe des Koalitionsbruchs nachvollziehbar geworden seien. Der Preis werde am 13. Juni auf der NR-Jahreskonferenz verliehen.

Entscheidung über “Compact”, Julian Reichelt, Authentische Kunstfigur

1. Worum es bei der Entscheidung über Compact geht
(tagesschau.de)
Voraussichtlich diese Woche entscheidet das Bundesverwaltungsgericht darüber, ob das rechtsextreme Magazin “Compact” verboten werden darf. Ein erstes Verbot, das 2024 vom Bundesinnenministerium ausgesprochen wurde, wurde anschließend gerichtlich vorläufig ausgesetzt. Wann und warum wurde “Compact” verboten? Warum wurde der Vollzug des Verbots ausgesetzt? Und wie argumentiert “Compact”? Ein FAQ hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu dem Fall zusammengestellt.

2. Mr. Reichelt geht nach Washington
(tagesspiegel.de, Philipp Blanke)
Julian Reichelt, ehemaliger “Bild”-Chefredakteur und aktueller Leiter des rechtsgerichteten Portals “Nius”, war überraschend beim Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus anwesend, offenbar auf Einladung der US-Seite. Im Internet sei spekuliert worden, Reichelt könnte bewusst eingeladen worden sein, um durch eine provokante Frage einen Eklat bezüglich deutscher Innenpolitik, insbesondere im Hinblick auf die AfD, auszulösen.

3. »Reichinnek macht das ähnlich wie Söder«
(spiegel.de, Marc Röhlig)
Der Social-Media-Experte Fabian Grischkat hat mit dem “Spiegel” darüber gesprochen, wie Politikerinnen und Politiker in Sozialen Medien erfolgreich sein können, indem sie bewusst eine authentische Kunstfigur inszenieren. Als Beispiele nennt er Markus Söder, der mit Burger-Selfies seine Zielgruppe anspricht, und Heidi Reichinnek, die dies mit Tanzvideos tut. Beide gäben dabei nicht zu viel Privates preis. Grischkat warnt jedoch davor, politischen Erfolg allein auf viralen Content zu stützen.

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4. Tagesschau schreibt rechte Desinfo-Kampagne über EU-NGOs ab
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Thomas Laschyk kritisiert beim “Volksverpetzer”, dass tagesschau.de unkritisch eine rechte Desinformationskampagne der “Welt” übernommen habe, die bereits widerlegte Vorwürfe gegen EU-geförderte Umwelt-NGOs verbreite. Laut Laschyk inszeniere die “Welt” eine angebliche Verschwörung, in der die EU-Kommission NGOs heimlich für Lobbyarbeit bezahle, obwohl Recherchen längst nachgewiesen hätten, dass die Förderung transparent und legal erfolge.

5. Politische Interviews im Deutschlandfunk
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 19:30 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” wird der Eindruck eines Hörers aufgegriffen, dass “die Priorität von Interviews oft darin bestehe, Aussagen zuzuspitzen und zu verkürzen”. Es diskutieren DLF-Hörer Johann Banzhaf und DLF-Redakteur Dirk Müller.

6. Urteil: Smartphone-Aufnahmen des Tagesgeschehens genießen Urheberrechtsschutz
(heise.de, Stefan Krempl)
Wie Stefan Krempl bei “heise online” berichtet, habe das Landgericht Frankfurt entschieden, dass auch einfache Smartphone-Aufnahmen von Tagesereignissen wie Naturkatastrophen urheberrechtlich geschützt sind, selbst wenn der künstlerische Anspruch fehlt. Das ausschließliche Nutzungsrecht liege damit grundsätzlich beim Ersteller oder demjenigen, dem die Rechte übertragen worden seien.

Springer baut ab, Schweizer Medien, Demokratie stumm geschaltet

1. Alles auf dem Prüfstand: Axel Springer baut über Hundert Stellen ab
(kress.de, Marc Bartl)
Im Zuge einer Neuausrichtung und Umstrukturierung plane der Springer-Konzern, rund ein Drittel der Stellen in seiner Holding zu streichen. Konkret sollen die bisher etwa 380 Stellen auf 250 reduziert werden. Die Holding, die zentrale Steuerungsfunktionen des Konzerns übernimmt, solle damit deutlich verschlankt werden. Die Redaktionen, etwa die von “Bild” oder “Welt”, seien von den Kürzungen nicht betroffen.

2. Kriminalität nicht mit Migration verknüpfen
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben kritisiert im Verdi-Medienmagazin “M”, dass Medien und Politik Kriminalität zunehmend mit Migration verknüpfen und damit rechtsextremen Deutungsmustern Vorschub leisten würden. Berichterstattungspraktiken und Polizeikommunikation hätten sich seit der Kölner Silvesternacht 2015/2016 verändert. Dies äußere sich insbesondere durch häufigere Herkunftsnennungen, was ein verzerrtes Bild erzeuge. Röben warnt davor, die komplexen Ursachen von Gewalt nur auf die Herkunft zu reduzieren, und fordert, Kriminalität differenzierter zu betrachten.

3. Wie digital unabhängig sind die Schweizer Medien unterwegs? Spoiler: Fast null
(dnip.ch, Adrienne Fichter)
Adrienne Fichter blickt auf die weitreichende Abhängigkeit Schweizer Medienhäuser von US-amerikanischen Tech-Konzernen wie Google und Microsoft, sowohl bei der redaktionellen Infrastruktur als auch durch Förderprogramme. Dies gefährde die digitale Souveränität und den Quellenschutz. Nur wenige Redaktionen wie die der “WOZ” oder des “WAV”-Recherchekollektivs hätten laut Fichter auf eigenverwaltete europäische Lösungen gesetzt.

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4. Demokratie auf stumm geschaltet: Das EU-Medienrecht trifft auf harte Realität
(de.ejo-online.eu, Marius Dragomir)
Eine neue Studie warne, dass viele EU-Länder trotz des europäischen Medienfreiheitsgesetzes anfällig für politischen Einfluss auf Medien seien. Besonders problematisch sei der Missbrauch von öffentlichen Werbegeldern und die Konzentration von Medieneigentum in wenigen Händen. Die Studie fordere von der EU entschlossenes Handeln, um Medienregulierungen durchzusetzen.

5. Reichweitenmessung: Müssen wir mit dem Flickenteppich leben?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet bei “DWDL” über die Diskussion zur Zukunft der Reichweitenmessung, in der sich Experten einig zeigen, dass die klassische TV-Quote am Morgen danach nicht mehr ausreiche und neue Messgrößen nötig seien. Trotz Fortschritten bleibe die Reichweitenmessung fragmentiert, da internationale Streaming- und Social-Media-Plattformen eigene und kaum vergleichbare Metriken nutzen würden.

6. TikTok leitet #skinnytok-Anfragen auf Hilfeseite für Essstörungen um
(spiegel.de)
TikTok leite Suchanfragen nach dem Hashtag #skinnytok nun auf eine Hilfeseite für Essstörungen um. Damit reagiere die Videoplattform auf Kritik aus der EU, die ihr vorwerfe, ungesunde Schönheitsideale zu fördern. Zuvor hatte der Hashtag Inhalte mit Abnehmtipps und extrem schlanken Körperbildern gezeigt, die Essstörungen verharmlosen oder verherrlichen könnten.

Fake-“Bild”, RBB spart sich Sparen, (Kein) Interview mit Clint Eastwood

1. Aktivisten verteilen Fake-“Bild”-Zeitung in Supermärkten
(t-online.de)
Aktivisten der Klimagruppe “Neue Generation” sollen in Berliner Supermärkten gefälschte Ausgaben der “Bild”-Zeitung verteilt haben, um gegen die aus ihrer Sicht propagandistische Berichterstattung des Springer-Konzerns zu protestieren. Laut Polizei wurden dabei keine strafbaren Inhalte verbreitet, die Aktivisten hätten jedoch möglicherweise gegen das Hausrecht verstoßen. In der gefälschten Zeitung fordere die Gruppe Springer-Chef Mathias Döpfner zu einem Gespräch auf.
Zusätzlicher Lesehinweis zu einer weiteren Aktion der “Neuen Generation”: Neue Generation – alter Gegner: “Die Neue Generation startet eine Kampagne gegen den Springer-Konzern. Doch die Blockade einer Druckerei in Berlin kann die Polizei verhindern.” (taz.de, Erik Peter)

2. Österreichischer “Kurier” soll Interview mit Clint Eastwood erfunden haben
(tagesspiegel.de)
Hollywood-Star Clint Eastwood werfe der österreichischen Zeitung “Kurier” vor, ein Interview mit ihm zu seinem 95. Geburtstag erfunden zu haben. Eastwood sagt, er habe dieses Interview nie gegeben. Die Zeitung habe dies zunächst bestritten, jedoch später eingeräumt, dass die Autorin Elisabeth Sereda den Text aus mehreren älteren Gesprächen zusammengesetzt und nicht ein aktuelles Interview geführt habe. Obwohl Sereda ihre Darstellung verteidige, habe der “Kurier” die Zusammenarbeit mit ihr aufgekündigt.

3. RBB zieht ein paar seiner 150 Spar-Maßnahmen zurück
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet bei “DWDL”, dass der RBB nach Kritik aus der eigenen Belegschaft einige seiner ursprünglich 150 Sparmaßnahmen zurückgezogen oder abgemildert habe, etwa bei der Kinder-Radiosendung “Ohrenbär” und den Radionachrichten. Intendantin Ulrike Demmer betone jedoch, dass das Gesamtziel, 22 Millionen Euro einzusparen, unverändert bestehen bleibe und weiterhin Strukturen und Abläufe beim öffentlich-rechtlichen Sender verschlankt werden sollen.

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4. RSF startet Fernsehsender mit Julia Nawalnaja
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat gemeinsam mit Julia Nawalnaja, der Witwe des in russischer Haft gestorbenen russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, den neuen Fernsehsender “Russia’s Future” gestartet. Der Sender soll unabhängigen Journalismus und demokratische Werte fördern und Millionen Haushalte in Russland, in Europa, im Nahen Osten und in Afrika erreichen. Ziel sei es, Nawalnys Vermächtnis fortzuführen und die Pressefreiheit in Russland zu stärken.

5. Der Gerettete verramscht den Retter
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Josef-Otto Freudenreich berichtet bei “Kontext”, dass die Neue Pressegesellschaft aus Ulm, zu der unter anderem die Zeitung “Südwest Presse” gehört, von der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) die Mehrheit an den Stuttgarter Zeitungen übernehme und damit eine weitere Konzentration der Medienlandschaft erfolge. Die betroffenen Redaktionen seien schockiert, da sie weitere Einsparungen und einen Bedeutungsverlust befürchten würden. Der Ursprung der Probleme liege im kostspieligen Kauf der “Süddeutschen Zeitung” durch die SWMH im Jahr 2007, der zu finanziellen Schwierigkeiten und Sparzwängen geführt habe.

6. Nadia Zaboura – Verlorenes Medienvertrauen, gefährdete Demokratie?
(youtube.com, Nadia Zaboura, Video: 31:33 Minuten)
Auf der Digitalkonferenz re:publica hat Nadia Zaboura einen Vortrag über Nachrichtenjournalismus und Medienvertrauen gehalten: “Medienvertrauen ist der Kern demokratischer Gesellschaften. Entlang Grimme-nominierter Medienanalysen bietet dieser Vortrag eine umfassende Analyse der oft kritisierten deutschen Nahost-Berichterstattung – und zeigt wissenschaftsbasiert sieben Problemfelder, Exzellenz sowie konstruktive Auswege auf.”

“Trusted Flagger”, Falschberater TikTok, Vermittlung gescheitert

1. Wie rechte Parteien in ganz Europa gegen öffentlich-rechtliche Medien vorgehen
(republik.ch, Dennis Bühler & Priscilla Imboden)
Rechtspopulistische Parteien wie die SVP in der Schweiz, die FPÖ in Österreich und die AfD in Deutschland würden gezielt Strategien verfolgen, um öffentlich-rechtliche Medien zu schwächen und zu diffamieren. Das Vorgehen ließe sich in vier Schritten zusammenfassen: Zunächst würden die Medien diskreditiert, dann finanziell durch Gebührenkürzungen unter Druck gesetzt, danach politisch vereinnahmt oder in Partei- und Propagandasender umgewandelt, und schließlich würden eigene rechte Mediennetzwerke aufgebaut.

2. “Medien machen sich von mächtigen Techunternehmen abhängig”
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Die Digitalexpertin und ehemalige EU-Abgeordnete Marietje Schaake warnt im Interview mit Sonja Peteranderl vor der wachsenden politischen Macht großer Tech-Konzerne. Schaake kritisiert insbesondere, dass Medien zu abhängig von Konzernen wie Google, Meta oder X seien und dadurch demokratische Prozesse gefährden würden. Sie fordert deshalb mehr Transparenz und eine wirksamere Regulierung, um die Demokratie gegen den zunehmenden Einfluss der Tech-Giganten zu schützen.

3. Bundesnetzagentur ernennt drei weitere Trusted Flagger
(zeit.de)
Die Bundesnetzagentur habe im Rahmen des Digital Services Act der EU drei weitere Organisationen (Bundesverband Onlinehandel, HateAid, Verbraucherzentrale Bundesverband) als sogenannte “Trusted Flagger” zertifiziert, damit strafbare Inhalte auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube effizienter gemeldet werden könnten. “Trusted Flagger” seien in der Lage, Hinweise auf möglicherweise illegale Inhalte mit Priorität bei den Plattformen zu platzieren, sie könnten jedoch selbst keine Löschentscheidungen treffen. Dies liege weiterhin in der Verantwortung der Plattformbetreiber.

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4. RBB kann sich nicht mit Ex-Intendantin Patricia Schlesinger einigen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der RBB habe sich nicht mit seiner ehemaligen Intendantin Patricia Schlesinger auf eine außergerichtliche Einigung verständigen können. Schlesinger verlange vom öffentlich-rechtlichen Sender ein monatliches Ruhegeld, während der RBB seinerseits Schadensersatz in Millionenhöhe von ihr fordere. Da die Vermittlungsversuche gescheitert seien, werde das Gericht voraussichtlich Anfang Juli eine Entscheidung treffen.

5. Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches soziales Netzwerk, Gavin Karlmeier?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 22:36 Minuten)
Bei “Läuft”, dem Podcast von epd medien und Grimme-Institut, hat sich Alexander Matzkeit mit dem Digitalberater und Podcast-Host Gavin Karlmeier (“Haken dran”) unterhalten: “Sind soziale Netzwerke von Tech-Milliardären als Ausspielkanäle für ARD und ZDF noch angemessen? Oder ist es an der Zeit, eine europäisch-demokratische Alternative zu schaffen? Wie könnte sie aussehen?”

6. Viele beliebte TikToks zu psychischer Gesundheit sind fehlerhaft
(spiegel.de)
Viele TikTok-Videos zum Thema psychische Gesundheit würden falsche oder unzuverlässige Informationen verbreiten, wie eine Untersuchung der britischen Zeitung “Guardian” ergeben habe. Mehr als die Hälfte der beliebten Videos enthalte demnach fehlerhafte Tipps oder Versprechen, beispielsweise vermeintlich einfache Lösungen für Angstzustände oder Traumata. Experten würden warnen, dass solche Inhalte Nutzerinnen und Nutzer verwirren oder von notwendiger professioneller Hilfe abhalten könnten.
Weiterer Lesetipp zu TikTok: TikTok-Charts Mai 2025: Ein Monat der Abschiede und Neuanfänge (dwdl.de, Simon Pycha).

Zukunft von Phoenix, An den Rand gedrängt, Generationen-Stereotype

1. “Ich verstehe nicht, warum Phoenix in Frage gestellt wird”
(dwdl.de, Senta Krasser)
Bei “DWDL” berichtet Senta Krasser, dass der Fernsehsender Phoenix möglicherweise abgeschafft werden könnte, da ARD und ZDF im Zuge von Sparmaßnahmen zwei ihrer vier Informationskanäle einstellen müssten. Der langjährige Phoenix-Korrespondent Gerd-Joachim von Fallois äußere dazu deutliches Unverständnis und betone, der Sender sei unverzichtbar für die politische Bildung, biete einzigartige Einblicke und ermögliche ausführliche Analysen politischer Ereignisse. Fallois argumentiere, Phoenix erfülle seit Jahrzehnten konsequent seinen Auftrag und dürfe daher keinesfalls geopfert werden.

2. An den Rand gedrängt: Die mediale Marginalisierung Afrikas
(de.ejo-online.eu, Ladislaus Ludescher)
In deutschsprachigen Leitmedien werde Afrika laut Ladislaus Ludescher stark marginalisiert und bekomme nur sehr wenig Aufmerksamkeit. Selbst große Krisen und Kriege wie im Sudan oder in der Region Tigray würden kaum erwähnt oder gänzlich ignoriert. Wenn doch über Afrika berichtet werde, dann fast ausschließlich über negative Themen. Dadurch entstehe ein einseitiges und oft stereotypes Bild.

3. Newsletter Netzwerk Recherche 245
(netzwerkrecherche.org, Annelie Naumann)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Annelie Naumann über die in zwei Wochen stattfindende zweitätige Jahreskonferenz des Netzwerks in Hamburg. Außerdem gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

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4. Digitalabgabe könnte Schieflage ausgleichen
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi unterstützt die von Staatsminister Wolfram Weimer vorgeschlagenen Pläne zur Einführung einer Digitalabgabe: “Eine Digitalabgabe würde endlich damit beginnen, die Marktschieflage zwischen in Deutschland tätigen Tech-Giganten und traditionellen Medienunternehmen auszugleichen. Die sich daraus ergebenden Erlöse sollten gezielt zur Förderung von Digitaljournalismus und demokratiefördernden publizistischen Projekten eingesetzt werden.”

5. Generationen-Stereotype in Medien
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, 31:55 Minuten)
Auf der Digitalkonferenz re:publica sprachen Constanze Grießler (ORF), Christoph Daldrop (Universität Kiel) und Tobias Westphal (Jugendpresse e.V.) darüber, wie Medien Altersklischees fortschreiben und welche Auswirkungen diese Narrative auf Gesellschaft und Wahrnehmung haben.

6. Neuer Bericht über seinen Drogenkonsum – Elon Musk wirft »New York Times« Lügen vor
(spiegel.de)
Die “New York Times” (“NYT”) berichtet laut “Spiegel” unter Berufung auf Insider, Elon Musk habe während seines Engagements im US-Wahlkampf für Donald Trump erheblich mehr Drogen konsumiert als bekannt, darunter Ketamin, Ecstasy und psychedelische Pilze. Musk habe die Vorwürfe als Lügen bezeichnet und die Vertrauenswürdigkeit der “NYT” infrage gestellt, jedoch eingeräumt, in der Vergangenheit verschreibungspflichtiges Ketamin gegen depressive Episoden genommen zu haben. Unklar bleibe, ob Musk während seiner gerade beendeten Zeit als Regierungsberater unter Drogeneinfluss stand.

Machtfaktor Social Media, “RTL Direkt” eingestellt, Besetzung

1. re:publica 25: Machtfaktor Social Media
(youtube.com, Chan-jo Jun & Jessica Flint, Video: 53:31 Minuten)
Die Rechtsanwälte Chan-jo Jun und Jessica Flint betonen in ihrem Vortrag auf der re:publica, dass Social-Media-Plattformen zunehmend die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen und die Demokratie bedrohen. Der Grund: Die Algorithmen würden oft extremistische und polarisierende Inhalte bevorzugen. Trotz bestehender Regulierung wie dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz oder dem Digital Services Act bleibe die Durchsetzung mangelhaft. Die zentrale Forderung der Experten: Soziale Netzwerke dürfen nicht länger als neutrale Plattformen, sondern müssen als redaktionell verantwortliche Medien behandelt und entsprechend reguliert werden, um Demokratie und Grundrechte wirksam zu schützen.

2. Propalästinensische Demonstranten besetzen “FAZ”-Gebäude
(tagesspiegel.de)
Etwa 20 propalästinensische Aktivisten hätten vorübergehend den Eingang des Gebäudes der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (“FAZ”) besetzt, um gegen den Gaza-Krieg zu protestieren und ein propalästinensisches Statement der Zeitung zu erzwingen. Die “FAZ” habe diese Forderung abgelehnt, die Polizei habe die Blockade aufgelöst.

3. Die neue Macht vom Golf
(zeit.de, Eike Kühl)
Bei einem Besuch von US-Präsident Donald Trump in den Golfstaaten hätten führende Tech-Konzerne aus den USA wie OpenAI, Nvidia und Amazon milliardenschwere Abkommen geschlossen, um gigantische KI-Projekte und Rechenzentren in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufzubauen. Der Plan der Golfstaaten sei es, Künstliche Intelligenz künftig als wichtigen Wirtschaftssektor auszubauen und somit die eigene Abhängigkeit von Öleinnahmen zu reduzieren.

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4. RTL stellt Nachrichtenjournal »RTL Direkt« mit Pinar Atalay ein
(spiegel.de, Vicky Bargel)
RTL stellt aus Kostengründen sein Nachrichtenmagazin “RTL Direkt” mit Moderatorin Pinar Atalay ein. Es gehe dabei auch darum, Zuschauerinnen und Zuschauer länger an sich zu binden und Umschaltpunkte zu reduzieren. Über 30 Stellen seien von der Schließung betroffen, Atalay bleibe jedoch bei der RTL-Mediengruppe und erhalte ein neues Talkformat beim Sender n-tv. Zusätzlich würden beim zum Konzern gehörenden Magazin “Stern” Stellen gestrichen, darunter die gesamte Faktencheck-Abteilung.

5. Neuwahlen in Rumänien: Erneut koordinierte Online-Kampagnen
(de.ejo-online.eu, Manuela Preoteasa)
Die Präsidentschaftswahlen in Rumänien, die 2024 wegen koordinierter Online-Manipulation aus Russland annulliert wurden, seien bei der Neuwahl 2025 erneut durch manipulierte Kampagnen beeinflusst worden. Eine Recherche zeige, dass rechte politische Kräfte wie George Simion mithilfe gezielter emotionaler Beiträge, KI-generierter Bilder und manipulativer Social-Media-Taktiken hohe Wahlerfolge erzielen konnten. Diese koordinierten Online-Aktivitäten würden weiterhin die öffentliche Meinung verzerren und eine Gefahr für demokratische Wahlprozesse darstellen.

6. Cosima Gill – Nachrichtenjournalistin und Live-Reporterin beim Fernsehen
(spotify.com, Lisabell Shewafera, Audio: 48:27 Minuten)
Lisabell Shewafera spricht in ihrem Podcast “Inside Medien” mit Cosima Gill über deren Einstieg in den Journalismus und den beruflichen Weg zur Nachrichtenjournalistin und Live-Reporterin beim Fernsehen (unter anderem WDR und “Tagesschau”). Gill erzählt von ihren Erfahrungen bei journalistischen Förderprogrammen und gibt angehenden Journalistinnen und Journalisten praktische Tipps für den Berufseinstieg. Außerdem berichtet sie über Herausforderungen und Unsicherheiten, die sie zu Beginn ihrer journalistischen Laufbahn erlebt hat.

Pressefreiheit gefährdet, Irre Jagd auf Harry Styles, Entappelliert Euch!

1. Pressefreiheit: Wirtschaft und autoritäre Tendenzen machen Medien zu schaffen
(de.ejo-online.eu, Judith Odenthal)
Judith Odenthal vom deutschsprachigen “European Journalism Observatory” berichtet, dass sich die Lage der weltweiten Pressefreiheit laut der Organisation Reporter ohne Grenzen dramatisch verschlechtert habe. Autoritäre Regime und wirtschaftliche Krisen würden den Journalismus zunehmend bedrohen. Auch in Demokratien wie den USA und Deutschland sei der Druck auf unabhängige Medien gewachsen, sei es durch politische Rhetorik oder ökonomische Zwänge.

2. Verfolgt in Berlin: Die irre Jagd auf Harry Styles
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz schildert bei “Übermedien”, wie sich der Aufenthalt des Musikers Harry Styles in Berlin zur medialen Jagd entwickle, bei der Styles’ Privatsphäre zunehmend missachtet werde. Radiosender und Boulevardblätter würden das Geschehen zusätzlich anheizen, etwa mit Prämien für Fotos oder Übersichtskarten mit Harry Styles’ Aufenthaltsorten. Rosenkranz sieht darin ein anschauliches Beispiel dafür, wie problematisch viele Redaktionen mit dem Recht auf Privatsphäre von Prominenten umgehen.

3. Grok macht »Programmierfehler« für Holocaustleugnung verantwortlich
(spiegel.de)
Elon Musks KI-Chatbot “Grok” habe Zweifel an der Zahl der im Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden geäußert. xAI, das Unternehmen hinter “Grok”, spreche von einer unbefugten Änderung durch einen “abtrünnigen Mitarbeiter” und habe die Äußerung inzwischen korrigiert. Zuvor habe “Grok” bereits durch das Verbreiten rechtsextremer Verschwörungsmythen für Kritik gesorgt, worauf xAI angekündigt habe, künftig transparenter vorzugehen und ein Überwachungsteam einzurichten.

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4. Über die Unabhängigkeit des profil: Was wir tun und lassen können
(profil.at, Sebastian Hofer & Jakob Winter)
Das österreichische Magazin “profil” weist den Vorwurf seiner ehemaligen Kolumnistin Barbara Blaha zurück, ihre Absetzung habe politische Gründe oder sei durch Eigentümerinteressen beeinflusst worden. Man habe sich aus redaktionellen Gründen von Blaha getrennt und betone, dass die Redaktion unabhängig von Eigentümern entscheide. Blahas Kritik am Einfluss wirtschaftlicher Strukturen auf Medien hält “profil” für irreführend und verweist im Gegenzug auf finanzielle Abhängigkeiten von Blahas Plattform Moment.at.

5. ProSiebenSat.1 übernimmt Podcast-Schmiede Studio Bummens
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, übernimmt ProSiebenSat.1 die Mehrheit an der Podcast-Produktionsfirma Studio Bummens. Dadurch sollen Produktion und Vermarktung enger verzahnt werden und sich neue Möglichkeiten für Werbekunden sowie Podcast-Talente eröffnen. Beide Seiten würden den Zusammenschluss als strategischen Meilenstein mit großem Zukunftspotenzial bewerten.

6. Appell-Titel im Trend: Wenn Bücher uns anschreien
(br.de, Knud Cordsen)
Knut Cordsen schreibt beim Bayerischen Rundfunk über seine Beobachtung, dass immer mehr Bücher mit Appell-Titeln wie “Entromantisiert Euch!” oder “Entpolarisiert Euch!” erscheinen. Der Ursprung dieser Titelwelle liege in Stéphane Hessels erfolgreichem Essay “Empört Euch!”, seither sei der imperativische Ton zur gängigen Vermarktungsstrategie geworden. Cordsen übt ironisch Kritik an der Masche und ruft den Verlagen zu: “Strengt Euch an! Erfindet Euch neu! Bewegt Euch!”

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