Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Lobbys, Minilöhne, Fördermittel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “taz geht mit schlechtem Beispiel voran”
(blogs.taz.de/hausblog)
Vier taz-Redakteure schreiben auf, wo sie nach eigener Meinung “zu unbedarft oder unkritisch mit lobbygesteuerten Informationen” umgegangen sind.

2. “Wes Brot ich ess …”
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Wolfgang Messer geht auf die taz-Aktion ein. Er glaubt, es wäre, “quer über den gesamten Journalismus”, erheblich weniger zeitaufwendig, “nur über die Fälle zu berichten, bei denen absolut keine Korruption im Spiel war, weil sie nämlich die verschwindend kleine Minderheit darstellen.”

3. “8 Gründe, warum die Macher von ‘Schwiegertochter gesucht’ in die Hölle kommen”
(faz-community.faz.net/blogs, Peer Schader)

4. “Die Lücke, die der Teufel ließ”
(katrinschuster.de)
“Spiegel Online” listet Branchen auf, die Minilöhne zahlen. Katrin Schuster vermisst eine.

5. “Im Sumpf der Subventionen”
(arte.tv, Video, 51:37 Minuten)
Wo kommen die Fördermittel der Europäischen Union an? Ein Film von Pierre-Emmanuel Luneau-Daurignac mit Skipisten auf Bornholm, “Butter” in Frankreich, Autobahnen in Süditalien und Günter Verheugen. Siehe dazu auch “Europe’s Hidden Billions” (thebureauinvestigates.com) und die Suchmaschine ft.com/eufunds.

6. “Post an Wagner: TV-Serie Borgia”
(paramantus.net)
Die “TV-Serie Borgia” antwortet auf einen Brief von Franz Josef Wagner: “Und was haben Sie, lieber Herr Wagner, überhaupt gegen die Sünden der Päpste? Verstört Sie vermutlich die Parallele zu aktuellen Skandalen, die Sie als Papst-Fan nicht wahrhaben wollen?”

Piratenpartei, Beißreflexe, Säbel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Stille Post sie spielen”
(scilogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Wie “Spiegel Online” eine dpa-Meldung über eine neue Studie umschreibt, “ohne die Studie zu kennen und verstanden zu haben”.

2. “Piratenpartei: Humor ist, wenn man trotzdem lacht”
(panorama.blog.ndr.de, Andrej Reisin)
Andrej Reisin reagiert auf wütende Reaktionen von Mitgliedern und Sympathisanten der Piratenpartei, die sich von einem NDR-Beitrag “verhöhnt” fühlen. “Über Inhalt und Qualität des Films lässt sich selbstverständlich streiten – und der NDR bietet dafür mit seiner Kommentarfunktion ja auch breiten Raum. In den Reaktionen kommt allerdings auch etwas anderes zum Vorschein, nämlich ein Gestus, der sich jedwede Kritik oder Satire schlicht und ergreifend verbitten will.”

3. “Genies nach Maßgabe des deutschen Journalismus”
(antimedien.de, Hektor Haarkötter)
“Deutschland hat wirklich einige Geistesgrößen zu bieten. Gescheite, unglaublich belesene Leute, die aus ihrem enormen Wissensschatz unter Anwendung der Gesetze der Logik (und machmal auch unter Umgehung derselben) zu brillanten Schlüssen kommen. Die ‘Zeit’- und ‘Spiegel’-Redakteure könnten vermutlich lebenslänglich suchen, sie würden diese echten ‘Genies’ nicht finden.”

4. “Das Scheißleben der Feuilletonisten”
(spiegel.de, Georg Diez)
Das Ich und das Wir im deutschen Feuilleton. “Was hier von unterschiedlicher Seite versucht wird, ist eine Umdeutung der Gegenwart mit den Mitteln der Literaturkritik.”

5. “Alte Beißreflexe”
(faz.net, Johannes Warda)
Es bestehe kein Zweifel, “dass sich die Bürgerbewegung von G8- und Bildungsprotest über den arabischen Frühling bis zu ‘Occupy Wall Street’ großer Medienaufmerksamkeit” erfreue, findet Johannes Warda. “So mancher Vorwurf an die sogenannten Mainstream-Medien erinnert da an alte Beißreflexe: ein anachronistisches Verhaltensmuster aus der Zeit der Blockkonfrontation, das gerade die Indie-Medien und die Netzkultur überwunden zu haben glaubten.”

6. “Symbolträchtiger Mongolismus und eine Wiener Leiche auf Abwegen”
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Aus welchem Bild ein von express.de, mopo.de und berliner-kurier.de eingesetztes Symbolfoto eines Säbels ausgeschnitten wurde.

Der arabische Frühling als arabischer Herbst

Ein syrischer Fernsehsender hat am Dienstag Bilder gezeigt, die den Sohn Muamar al-Gaddafis, Saif al-Islam, zeigen sollen. Die Aufnahmen entstanden am 20. September und zeigen den Gaddafi-Sohn bei einer Kundgebung mit Gefolgsleuten, teilte der Sender Arrai TV mit. Saif al-Islam rief die Menge zum Widerstand auf und forderte die Einnahme der Hauptstadt Tripolis. Er war nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, nachdem die Truppen der Übergangsregierung im August die libysche Hauptstadt eingenommen hatten. Eine Überprüfung der Bilder war zunächst nicht möglich.

Soweit der Off-Sprecher eines Videos, das die Nachrichtenagentur Reuters verbreitet hat, und das unter anderem auf “Spiegel Online” zu finden ist.

Arrai TV ist nicht unbedingt die seriöseste Quelle, weswegen in der Tat Vorsicht geboten ist.

Und wenn Saif al-Islam al-Gaddafi am 20. September nicht gerade in der gleichen Bekleidung die exakt gleichen Bewegungen ausgeführt haben sollte wie im Februar, dann haben Arrai TV und Reuters keine “neuen” Bilder gezeigt, sondern alte aus einer neuen Perspektive — wie unsere Gegenüberstellung beweist:

Mit Dank an Thomas.

Michael Jeannée, Papstbesuch, Hongkong

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Schluss mit der arroganten Scheiße!”
(taz.de, Isolde Charim)
Isolde Charim bespricht einen Auftritt (Video, 7:55 Minuten) in der Sendung “Die große Chance” auf ORF1, dem ersten öffentlich-rechtlichen Kanal in Österreich. Beteiligt sind Michael Jeannée, “eine österreichische Version von Franz Josef Wagner”, als Begleiter eines Motorengeräusch-Imitators und Sido als Juror.

2. “Bischof unter Verdacht”
(mittelbayerische.de, Christine Schröpf)
“Spiegel Online” meint, Bischof Gerhard Ludwig Müller im Restaurant “Grill Royal” gesehen zu haben, während dieser an der Papstmesse im Berliner Olympiastadion weilte. “Spiegel-Online hatte den Regensburger Oberhirten mit einem anderen bayerischen Kirchenmann verwechselt: Prälat Wilhelm Imkamp, Direktor der Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild, der – grob betrachtet – ansatzweise eine Ähnlichkeit besitzt. Der Fehler ist inzwischen auf der Spiegel-Homepage korrigiert.”

3. “Prädikat: ‘Besonders peinlich!'”
(giordano-bruno-stiftung.de)
Die Giordano-Bruno-Stiftung hält Medienberichte zum Papstbesuch in Deutschland für unkritisch: “Im Fernsehen, im Radio, in den Printmedien wurden regelrechte Jubelarien auf den Papst angestimmt. Unterschiede zwischen Boulevard-Journalismus und Feuilleton verschwanden zunehmend – nicht nur die BILD feierte ‘ihren’ Papst, auch die ‘seriöse’ FAZ stimmte fröhlich in den frommen Jubelchor ein.”

4. “Das Transmitter-Problem”
(freitag.de, 2. September 2011)
Drei Wissenschaftler schreiben darüber, was die Medien aus ihren Forschungen machen: “Haben Sie schon davon gehört, dass die verheerenden Ausschreitungen in England durch eine chemische Mangelerscheinung im Gehirn verursacht wurden? Und dass wir bald in der Lage sein werden, ein solches Verhalten mit einem Nasenspray zu behandeln? Im Verlauf der vergangenen drei Wochen konnten Millionen von Menschen auf mindestens drei Kontinenten derartige Geschichten aus der Presse erfahren. Sie sind komplett erfunden.”

5. “Schweizer Online-Portal baut 24-Stunden-Redaktion auf”
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann)
Sonja Pohlmann stellt das Büro von 20min.ch in Hongkong vor.

6. “Günther meets Angie oder: Boulevard trifft Politik”
(heise.de, Rudolf Maresch)
Rudolf Maresch rezensiert den Besuch von Angela Merkel bei Günther Jauch (Video, 61 Minuten). Siehe dazu auch jacobjung.wordpress.com, nachdenkseiten.de oder welt.de.

Wolfgang Herles, Sudan, Torben P.

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “18 Sekunden Zündstoff”
(spiegel.de, Beate Lakotta)
Wie Boulevardzeitungen mit der Gewalttat von Torben P. umgehen, die breit bekannt wird, nachdem die Polizei ein 18 Sekunden langes Video zur Fahndung ins Internet stellt. “Es hieß, der ‘Juristensohn’ wohne ‘behütet bei Papa und Mama im schicken Heiligensee’. Aber Torbens Vater ist gar kein Jurist, beide Eltern sind schwerkrank und seit vielen Jahren Frührentner, die P.s wohnen in einer Genossenschaftswohnung.”

2. “Am Originalschauplatz”
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster erstaunt es, “wie wenige Literaturkritiken tatsächlich von Literatur handeln”. Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung sei die ZDF-Literatursendung “Das blaue Sofa” mit Wolfgang Herles: “Vom Fiktionalen scheint Wolfgang Herles schlichtweg keinen Begriff zu haben. Oder vielleicht interessiert es ihn auch einfach nicht. Oder das ZDF denkt, es interessiere seine Zuschauer nicht.”

3. “Das kalte Herz des Internet”
(tagesspiegel.de, Michael Naumann)
Aufgrund des 9/11-Spezialangebots “Asche, Feuer, Todesangst” kritisiert “Cicero”-Chefredakteur Michael Naumann “Spiegel Online”: “Die Website mitsamt ihrem akustisch-voyeuristischen Angebot ist das Zeugnis eines Sensationsjournalismus, der jede Spur von Anstand, Mitgefühl und Demut verloren hat.”

4. “Die 2-Wochen-Frist beim Notar”
(finblog.de, Andreas Kunze)
Andreas Kunze beobachtet im Journalismus zunehmend ein Stille-Post-Syndrom: “Da immer schneller und immer billiger produziert wird, schreibt einer vom anderen ab, auf die Quelle schaut kaum noch einer. Sollte irgendjemand in der Kette einen Fehler gemacht haben, wird daraus irgendwann eine fast unkorrigierbare Legende.”

5. “Nie wurden die Säue schneller durchs Dorf getrieben”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Die London-Korrespondentin der ARD, Annette Dittert, spricht über Boulevardzeitungen und den schnellen Wechsel von aktuellen Themen. Die Krawalle in London haben sie nicht überrascht: “Ich habe seit zwei Jahren jedem erklärt, der es wissen wollte, dass die Situation hier irgendwann eskalieren würde, und dazu auch immer wieder Magazinstücke gemacht für Magazine, wie den ‘Weltspiegel’ oder auch lange Dokumentationen, z.B. über die Kindergangs in Liverpool. Das war eigentlich allen hier klar, die genauer hingeschaut haben, dass es irgendwann knallen wird.”

6. “Wie groß ist der Sudan wirklich?”
(fernsehlounge.de)
Eine Frage bei “Schlag den Raab” verpasst die im Juli erfolgte Abspaltung des Südsudans.

Pedalisten, Oettinger, Neven DuMont

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die ‘Sächsische Zeitung’ und das Internet – oder: die verlorene Ehre eines Lehrers”
(flurfunk-dresden.de, owy)
“In den sozialen Netzwerken beobachten die Lehrer anonym das Internet-Verhalten ihrer Schüler” steht in einem Artikel in der “Sächsischen Zeitung”. “Wohl kaum. Völliger Unsinn, genaugenommen. Man drehe das mal weiter: Was wäre eigentlich los, würden sich Journalisten anonym mit Pseudonym in soziale Netzwerke einschleichen – und die Leser beobachten?! Ohgottohgottohgott!”

2. “Spiegel der Gesellschaft?”
(weltraumer.de)
“Spiegel Online” beleuchtet den Konflikt zwischen “Pedalisten” und “Blechfreunden”, zufällig das aktuelle Thema der Printausgabe, mit einer Klickstrecke, die aus Zitaten aus verschiedenen Foren besteht: “Im Internet wird über alles und jedes diskutiert, gestritten und geschimpft. Daraus Beweise für ein gesamtgesellschaftliches Phänomen zu stricken, ist schon arg windig und fragwürdig.”

3. “Autobrände: Gegensätzliche Medienstrategien”
(ndr.de, Video, 4:50 Minuten)
Wie die Medien, darunter “Bild” und “Spiegel”, mit den derzeit häufigen Fahrzeug-Brandstiftungen in Berlin umgehen.

4. “‘Bild’-Idee: Oettinger holt Flagge wieder ein”
(ftd.de, Peter Ehrlich)
Ein Vorstoß von Günther Oettinger forderte, dass “Flaggen von Euro-Staaten, die auf Hilfskredite angewiesen sind, künftig vor den Brüsseler Institutionen auf halbmast wehen” sollen. Ein irischer Journalist wollte wissen, woher diese Idee kommt. “Darüber habe Oettinger vorher mit der Chefredaktion der Zeitung gesprochen. So also bringt ‘Bild’ Ideen in die Welt.”

5. “Zeigst du noch Haltung oder buckelst du schon?”
(christundwelt.de, Wolfram Weimer)
TV-Talkshows “laufen dem Parlament den Rang ab”, beobachtet Wolfram Weimer: “Das Koordinatensystem unserer Willensbildung verschiebt sich derartig ins Mediale, dass veritable Minister achselzuckend erklären: Eine Illner-Sendung ist heute wichtiger als zehn Bundestagsdebatten. Wenn die Welt des Inszenatorischen aber so wichtig wird, mutiert das Mediensystem dann nicht zu einer Derivate-Szene des Politischen?”

6. “Vom Kampf darum verstanden zu werden”
(fr-online.de, Arno Widmann)
Der zweite Roman des Printverlegers Alfred Neven DuMont nennt sich “Vaters Rückkehr”, “ein Buch über einen Vater-Sohn-Konflikt aus der Sicht des Sohnes. Das ist mehr als interessant.”

Angestellter des Monats

Der Satiriker Martin Sonneborn hat es wieder geschafft. Mit seiner provokativen Plakataktion im Berliner Wahlkampf hat er so viel Aufsehen erzeugt, dass auch Spiegel Online ein Video über die neuste Polit-Episode des “Titanic-Chefs” oder “Titanic-Chefredakteurs” produzierte.

"Die Partei" sorgt für Wirbel im Berliner Wahlkampf. "Ick bin ein Obama" , titelt ein Wahlplakat, das Parteichef und Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn als Obama-Double zeigt.

Allein: Chefredakteur der Satirezeitschrift “Titanic” ist Sonneborn schon seit 2005 nicht mehr. Stattdessen arbeitet er nun für verschiedene Medien wie zum Beispiel die “heute show” und “Spam” — die Satire-Rubrik von Spiegel Online.

Helmut-Maria Glogger, Kreuzritter, Legoland

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Fail!”
(theeuropean.de, Martin Eiermann)
Das Panorama-Ressort von “Spiegel Online”: “Im Gefühl der Schadenfreude sind Normen und Hierarchien vergessen, wenn sich der Leser mit dem Promi scheinbar auf Augenhöhe wähnt. Auf einmal erscheint der Gegenüber genauso herrlich menschlich wie man selbst. Ein bisschen gefühlte Emanzipation, ein bisschen Voyeurismus – mehr braucht es nicht zum Glücklichsein.”

2. “Roche legt sich mit Ringier an”
(tagesanzeiger.ch, Daniel Arnet)
Helmut-Maria Glogger legt in einer Kolumne von “Blick am Abend” nahe, Autorin Charlotte Roche habe den Roman “Schossgebete” nicht selbst geschrieben. “Nach einer Anfrage durch Tagesanzeiger.ch/Newsnetz beim Buchverlag wusste man zunächst nichts von diesem Artikel – das, obwohl in der Adressatenzeile von Gloggers Kolumne die Presseleiterin von Piper eingefügt war. Obwohl die Rubrik ‘Glogger mailt’ heisst, hat er offenbar Hemmungen, seine Texte auch wirklich abzuschicken.”

3. “Das Korrektiv im Internet”
(fluter.de, Andi Weiland)
Andi Weiland stellt verschiedene Watchblogs vor.

4. “Frauenmagazin für die Islamistin”
(wissen.dradio.de, Audio, 7:02 Minuten)
Stephanie Doetzer macht sich auf die Suche nach Leserinnen des Internet-Magazins “Al-Shamikha”. “Kaum einer der westlichen Autoren scheint sich die Mühe gemacht zu haben, das Magazin zu lesen, beziehungsweise übersetzen zu lassen.”

5. “Im Netz der Islamfeinde”
(berlinonline.de, Steven Geyer und Jörg Schindler)
Unter dem Titel “Kreuzritter 2.0” verkaufen die “Frankfurter Rundschau” und die “Berliner Zeitung” heute die gleiche Titelgeschichte. Es geht darin um Recherchen zum islamkritischen Blog Politically Incorrect.

6. “Legoland erklärt Unabhängigkeit von Dänemark”
(der-postillon.com)

“… drei mal hoch!”

Am Dienstag ist in Plymouth, im Süden Englands, ein Junge zur Welt gekommen. Er kam eine Woche nach dem berechneten Geburtstermin, aber gerade rechtzeitig, es in die Lokalzeitung zu schaffen: Er hat nämlich nun am selben Tag Geburtstag wie sein Vater und seine Mutter.

Lustige Sache. Oder, wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa fand, die über die britische Nachrichtenagentur PA davon erfahren hatte, ein Ereignis, das internationale Aufmerksamkeit verdiente. “Spiegel Online” machte sogleich eine Meldung im berüchtigten Panorama-Ressort daraus:

Und tatsächlich stimmt alles, was darin steht. Inklusive der Rechnung, für die man sicherheitshalber einen Experten zurate gezogen hat:

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar und ihr erstes Kind denselben Geburtstag haben, liege bei 1 zu 133 225, zitierte die Zeitung “Plymouth Herald” einen Mathematikprofessor der Universität Plymouth.

Das könnten auch Nicht-Mathematikprofessoren rechnen: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vater den selben Geburtstag hat wie die Mutter ist 1:365, ebenso hoch ist die, dass er denselben Geburtstag hat wie sein Kind. Die Gesamtwahrscheinlichkeit ist also (1:365)*(1:365)=1:133.225.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 678.000 Kinder geboren. Statistisch gesehen tritt also in Deutschland fünfmal jährlich der Fall des Vater-Mutter-Kind-Geburtstages ein. Weil dpa und “Spiegel Online” aber solche Fälle auch international für berichtenswert halten, könnten sie — angesichts von 670 134 Millionen Geburten jährlich — grob statistisch gerechnet fast vierzehn dreimal Mal täglich melden: “Kurioser Zufall: Baby kommt am Geburtstag der Eltern zur Welt”.

Keine Ahnung, ob das ein Beitrag zur Rettung des Journalismus wäre.

Mit Dank an Martin H.!

Korrektur, 16:30 Uhr. Wir hatten die Zahl der jährlichen Geburten weltweit ursprünglich um den Faktor 5 zu hoch angegeben.

Daniel Libeskinds Zweithaus

Morgen jähren sich, Sie werden es mitbekommen haben, die Anschläge vom 11. September 2001 und der damit verbundene Einsturz des World Trade Centers in New York zum zehnten Mal.

“Spiegel Online” hat aus diesem Anlass Daniel Libeskind besucht, jenen Architekten, der den Masterplan für den Bau des neuen World Trade Centers und der dortigen Gedenkstätte erstellt hatte.

Im Vorspann heißt es:

Ausgerechnet als am 11. September 2001 das World Trade Center einstürzte, feierte Daniel Libeskind seinen ersten öffentlichen Bau. Dann machte ihn sein Plan für Ground Zero zum Architekturstar. Sein Entwurf wurde gefeiert, gescholten und gefleddert - doch Libeskind hielt durch.

Im Artikel schreibt Autor Mark Pitzke über Libeskind:

Mit dieser Vision setzte er sich damals gegen die Weltstars der Architekturbranche durch: Norman Foster, Richard Meier, Peter Eisenman, David Childs. Dabei hatte er selbst gerade erst einen einzigen öffentlichen Bau fertiggestellt – das neue Jüdische Museum in Berlin.

Das ist falsch: Bereits drei Jahre zuvor, im Juli 1998 war der tatsächlich allererste realisierte Entwurf von Libeskind eingeweiht worden — das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück.

Mit Dank an CaOs.

Blättern:  1 ... 38 39 40 ... 222