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Guttenberg, The Atlantic, 9Live

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Liebe der Adeligen in den Zeiten des Krieges”
(dradio.de, Arno Orzessek)
Arno Orzessek erkennt kunsthistorische Ahnenreihen im Bildprogramm des “nach Posen lechzenden Verteidigungsministers” Karl-Theodor zu Guttenberg. “Offenkundig will er die vom Gleichheitswahn angekränkelten Deutschen durch moderne Re-Inszenierung wieder mit dem Herrschaftsporträt alter Schule vertraut machen.”

2. “Marke Wikileaks: was Verlage neidisch macht”
(meedia.de, Don Alphonso)
Don Alphonso glaubt, dass Wikileaks etwas hat, von dem die Verleger träumen: “ein funktionierendes Geschäftsmodell im Internet auf Basis der Einnahmen von Lesern. Und das ohne jede Abhängigkeit von Werbung.”

3. Interview mit Vaughan Smith
(zeit.de, Khue Pham)
Vaughan Smith hat Wikileaks-Gründer Julian Assange Unterschlupf geboten. “Die Medien missbrauchen Wikileaks als Schild: Sie publizieren die Geschichten und machen damit Quote, zeigen gleichzeitig aber mit dem Finger auf ihn, schreiben über Sexgeschichten und machen ihn zum Bösewicht.”

4. “Das CIA-Gerücht im Infokrieg – Julian Assanges falsche Freunde”
(rpzine.de, Robert Pitterle)
Eine der beiden Frauen, die Julian Assange anklagen, habe CIA-Kontakte. Robert Pitterle prüft die durch einen Retweet von Keith Olbermann ausgehenden Gerüchte.

5. “Web Focus Helps Revitalize The Atlantic”
(nytimes.com, Jeremy W. Peters)
“The Atlantic” erzielt nach tiefgreifenden Umstrukturierungen (Abbruch der Paywall, Zusammenführung von Print- und Onlineredaktion, Aufhebung der Unterschiede zwischen Print und Online bei den Anzeigenverkäufen, Einstellung junger Journalisten) fast 40 Prozent der Werbeeinnahmen online.

6. “Cashcow hat ausgedient: Sind die Tage von 9Live gezählt?”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Der Call-In-Sender 9Live befindet sich in der Krise, weil “die Auflagen und Informationspflichten verschärft” wurden – “die kontinuierliche Aufklärungsarbeit über die Tricks des Call-In-Geschäfts durch aufmerksame und engagierte TV-Zuschauer im Internet hat dort sicher ihren Beitrag geleistet.” Nachtrag, 16. Dezember: Christoph Bellmer von ProSiebenSat.1 dementiert: “Presse-Spekulationen über eine Einstellung von 9Live entbehren jeder Grundlage.”

Süddeutsche Zeitung, David Remnick, Mad Men

6 vor 9

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1. “Die verdeckte PR im Boulevard”
(ndr.de, Video, 7:42 Minuten)
“Zapp” zeigt, wie Videomaterial der Firma lucky7even auf Bild.de oder in die ProSieben-Sendung “Taff” übernommen wird. Stern.de bezahlte für das Material gar einen Drittanbieter.

2. “Fehler über Fehler”
(journalistik-journal.lookingintomedia.com, Colin Porlezza, Stephan Ruß-Mohl und Marta Zanichelli)
Ein Forschungsprojekt wertet Fehler in Regionalzeitungen der deutschen Schweiz und Italien aus. Eine Übersicht zeigt: “Vier faktische Fehler wurden von den Befragten besonders häufig moniert: Reißerische Überschriften, die den Tenor des tatsächlichen Geschehens nicht widerspiegeln, entstellte Zitate, falsch wiedergegebene Zahlen und Orthografiemängel.” Weitere Artikel zum Thema finden sich in der Ausgabe “Medienselbstkontrolle im Wandel”.

3. “Die Wachhunde der Wachhunde”
(brodnig.org, Ingrid Brodnig)
Ingrid Brodnig präsentiert das seit einem halben Jahr existierende Blog “Kobuk” als “weiteres Beispiel dafür, wie das Web zum Wachhund der Wachhunde wird”.

4. “Happy Birthday, Süddeutsche Zeitung!”
(medien-monitor.com, Helene Pawlitzki)
Zum 65. Geburtstag huldigt Helene Pawlitzki in sechs Artikeln der “Süddeutschen Zeitung”. Der abtretende Chefredakteur, Hans Werner Kilz, sagt in einem langen Gespräch: “Immer wenn über die Krise der Zeitungen gesprochen wird, lamentieren die Journalisten am lautesten. Die sollen sich um ihre Arbeit kümmern und das Lamentieren dem Verlag und den Chefredakteuren überlassen. Es ist eine schwierigere Zeit für Zeitungen, aber was sich nie ändern wird, ist, dass Qualitätsjournalismus gefragt ist. Der Journalismus ist doch nicht am Ende, nur weil die Zeitungen ins Trudeln geraten.”

5. Interview mit David Remnick
(blogs.sueddeutsche.de, Andrian Kreye)
Andrian Kreye befragt David Remnick, Chefredakteur des “New Yorker”. Über Arianna Huffington und ihre “Huffington Post” sagt er: “Ich finde ihre abwertenden und beleidigenden Bemerkungen über die New York Times vor allem arrogant. Wenn man sich ihre Webseite anschaut, dann sind das vor allem Blogger, deren Qualität von zweifelhaft bis mittelmäßig reicht. In der rechten Spalte gibt es Titten, Ärsche und Klatschnachrichten, wer gerade wieder am meisten abgenommen hat. Und in der Mitte sind Artikel aus der New York Times, dem Wall Street Journal und der Washington Post, denen sie liberalere Überschriften geben.”

6. “(Literally) Mad Men”
(ichwerdeeinberliner.com, Wash Echte, englisch)
Zum Start von “Mad Men” auf “ZDF Neo” versucht Wash Echte Aussagen zu deuten, die er schon über die Serie gehört hat.

Und Galileo rotiert im Grab immer nach Süden

Manchmal testet das ProSieben-Vorabendmagazin “Galileo” nicht nur, wie viel Essen in einen Jumbo geht, sondern versucht auch, seinen Zuschauern die Welt zu erklären. Gestern überprüfte die Sendung in einem “Grundschulwissenstest”, was die Menschen noch von den elementaren Dingen behalten haben, die sie als Kind gelernt haben. “Jeder Deutsche sollte unseren Test mit Bravour bestehen”, sagte der “Galileo”-Sprecher, denn es handele sich um “absolutes Basiswissen”.

Und so sollten die Kandidaten zum Beispiel mithilfe einer Schale Wasser, eines Holzstückchens, einer Nadel und eines Magneten einen Kompass bauen, was den meisten misslang. “Jeder Grundschüler sollte diese Aufgabe meistern können”, sagte der Sprecher streng. “Ganz klar: Hier fehlt den Kandidaten Basiswissen.”

Freundlicherweise gab “Galileo” Nachhilfe, und zwar so:

 

 

“Das ist unsere Erde.

Am Nordpol lagern riesige Eisen-Vorkommen.

Magnete zieht das magisch an.

Nadeln auch.

Sofern sie magnetisch sind.”

Ganz klar: Hier fehlt “Galileo” Basiswissen.

Irgendwelche riesigen und offenbar magnetischen Eisen-Vorkommen am Nordpol sind nicht dafür verantwortlich, dass Kompassnadeln sich nach Norden ausrichten — diese Eisenmassen müssten zum Beispiel auch munter unter der Erde durch die Gegend wandern, um die wechselnden Positionen des magnetischen Nordpols und die sogar gelegentliche Umkehrung von Nord- und Südpol zu erklären.

In Wahrheit ist die Erde von einem Magnetfeld umgeben, das durch den sogenannten Geodynamo-Prozess entsteht: das sind Induktionsvorgänge im äußeren, flüssigen, elektrisch leitfähigen Erdkern.

Und morgen bei “Galileo” Jumbos großer Vergleichstest: Nordpol oder Nordpolen, wo gibt’s das beste Eis?

Mit Dank an Ronny R.!

Tangstgefühle, Foxconn, The Local

6 vor 9

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1. “Unglaublich: Journalismus a la ‘Bild am Sonntag'”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath beobachtet eine Unterhaltung zwischen Pro7-Sprecher Christoph Körfer und einem Mitarbeiter von “Bild am Sonntag”: “Er wurde von Körfer darauf hingewiesen, dass der Artikel vom vergangenen Wochenende von vorne bis hinten falsch sei. Die Reaktion des Journalisten: ‘Ist mir egal’. Die Ankündigung des ProSieben-Sprechers, man werde Gegendarstellungen zu dem Bericht verlangen, quittierte der ‘BamS’-Vertreter mit einem gleichgültigen Achselzucken und lief weiter.”

2. “Der Tod steht ihnen gut”
(cicero.de, Christian Kortmann)
Christian Kortmann beschreibt die Vermeldung von verstorbenen Prominenten in Online-Portalen. “Steht die Eilmeldung vom Tod eines Prominenten auf der Seite eines Nachrichtenportals, stellt in der Regel auch die nächste Website eine Meldung online. Das wiederum beobachtet das erste Portal, sieht sich in seiner Einschätzung der Nachrichtenlage bestätigt und zieht mit einem neuen, ausführlicheren Artikel zum Thema nach.”

3. “Grundformen der Tangst”
(wissenslogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Anatol Stefanowitsch spürt in einem langen, lesenswerten Beitrag einer von den Medien hundertfach verbreiteten Pressemeldung nach, in der es um “Krankheitsbilder” wie “Textaphrenie, post-textisches Stresssyndrom, ‘Tangst’gefühle (aus Text und Angst) und Koma-Texten” geht. Dazu: “The Science News Cycle” (aus den Kommentaren).

4. “Foxconn mutiert zum Skandalhersteller: Kaum Besserung in der Berichterstattung”
(macnotes.de, Richard Joos)
Seit seinem Beitrag vom 28. Mai 2010 kann Richard Joos kaum eine Besserung in der Berichterstattung über den “Skandalhersteller Foxconn” (Spiegel Online) feststellen. “Der eigentliche Skandal dürfte sein, dass nach wie vor nirgends die Selbstmordquote bei Foxconn in eine Relation gesetzt wird – denn sie liegt unter dem chinesischen Durchschnitt.”

5. “British newspapers plagiarising The Local”
(thelocal.de, Marc Young, englisch)
Marc Young, Managing Director von “The Local Germany”, beschuldigt einen in Berlin für die britischen Tageszeitungen “The Scotsman”, “Daily Telegraph” und “Daily Mail” tätigen Korrespondenten des Plagiats. “He has also copied from our colleagues at Spiegel Online, Reuters and AFP in the past.” Anmerkung, 13:20 Uhr: Der Artikel ist nicht mehr verfügbar, offenbar wurde er inzwischen gelöscht.

6. “Welt des Journalismus (13)”
(zweitens-magazin.de)
“Preisfrage: um welche Personen wird sich dieser Artikel drehen?”

GNTM, SDA, ORF

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1. “Ware Schönheit”
(zeit.de, Elisabeth Raether und Matthias Kalle)
Im “Zeit Magazin” ist ein langer Artikel zu den Verträgen rund um die Castingshow “Germany’s Next Topmodel” zu lesen. Keine, die bisher zum “Topmodel” gekürt wurde, sei heute Topmodel: “Die Gewinnerinnen sind ProSieben-Gesichter, Markenbotschafterinnen des Senders und der Show geworden.” Die Autoren sind bei der Recherche nicht auf Auskunftsbereitschaft gestossen: “Es scheint wie ein Kartell des Schweigens, mit festen, ungeschriebenen Regeln, und es verwundert, dass junge Frauen sich diesen Regeln unterwerfen, die im Leben eigentlich andere Optionen hätten.”

2. “Neulich im Propagandaministerium”
(diepresse.com, Christian Ortner)
Christian Ortner stört es, dass der ORF die geplante Abschiebung von Arigona Zogaj als “Vertreibung” bezeichnet. “Das ist keine semantische Petitesse, sondern jene Methode der Manipulation, mit der normalerweise Propagandaministerien arbeiten: Wenn die Zogais ‘vertrieben’ werden, dann kann man genauso gut Osama Bin Laden einen ‘Freiheitskämpfer’ nennen.”

3. “Geheimnisse an der frischen Luft”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.com, Thomas)
Die “Süddeutsche Zeitung” löst mal wieder das Geheimnis um das Lächeln der Mona Lisa.

4. “Die Macht des Monopols”
(20min.ch, Ronny Nicolussi)
Seit drei Monaten ist die SDA die einzige Nachrichtenagentur der Schweiz. Ex-AP-Schweiz-Mitarbeiter Ronny Nicolussi zieht ein Fazit.

5. “Der Reporter, der aus der Kälte kam”
(blog.rhein-zeitung.de, Tim Kosmetschke)
Tim Kosmetschke über den Mann der ARD im “Mannschaftsquartier” der Fußball-Nationalmannschaft, Claus Lufen. “Es sind Orte wie Malente, Ascochinga und irgendwie auch Spiez, die die Fantasie deutscher Fußballfans beflügeln.”

6. “Fernsehprogramm von Juni 1971”
(retro-tv.de, Video, 22:48 Minuten)
Die 35. Ausgabe von Retro-TV mit der Spielshow “Wünsch Dir was” und den Fernsehserien UFO und “Alles dreht sich um Michael”.

Pfitzinger, Hegemann, Knallpresse

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1. “Der lauteste Leser”
(taz.de, Anja Maier)
taz-Redakteurin Anja Maier besucht Hans Pfitzinger, einen an Krebs erkrankten taz-Leser, der sie in seinem 2008 und 2009 geführten taz-Blog schon als “Hohlspießerin” und “Dünkelkolumnistin” bezeichnete.

2. “Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?”
(gefuehlskonserve.de, Deef Pirmasens)
Im von vielen Medien ausführlich rezensierten Buch “Axolotl Roadkill” von Helene Hegemann stehen Passagen, die sehr ähnlich im Buch “Strobo” des Bloggers Airen zu finden sind. Romanautorin Hegemann gibt auf buchmarkt.de zu, von Airen “regelrecht abgeschrieben” zu haben. Felicitas von Lovenberg überraschen die Vorwürfe in der FAZ nicht – “einem ungewöhnlichen Bucherfolg” folge “fast nichts so zuverlässig wie der Plagiatsvorwurf”.

3. “Was die Medien Ihnen verschweigen”
(evangelisch.de, Daniel Drepper)
Daniel Drepper schreibt über “Project Censored”, ein seit über 30 Jahren bestehendes Non-Profit-Projekt, das sich um von den Medien nicht aufgegriffene Themen kümmert.

4. “Zum Umgang mit der Knallpresse”
(floriansiepert.com)
Florian Siepert beleuchtet, wie BBC Radio 4 mit fragwürdigen Quellen wie “Sun, Mirror oder Daily Mail” umgeht.

5. “Sat 1: Sender ohne Sendung”
(tagesspiegel.de, Bernd Gäbler)
“Um Sat 1 zu retten, müsste es einen Bruch mit dem ewigen Lavieren, den Halbheiten des Low-Budget-TV und dem Nachläufertum geben. Dazu reichen nicht einzelne Formatideen. Der Sender selbst braucht ein Leitbild.”

6. “The Blogs Must Be Crazy”
(thedailyshow.com, Video, 5:34 Minuten, englisch)
Jon Stewart mokiert sich über die reißerischen Schlagzeilen von US-Blogs wie der “Huffington Post”.

Klicks, N24, Paid Content

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1. “Lass klicken, Baby!”
(jungle-world.com, Ivo Bozic)
Ivo Bozic beschäftigt sich mit den Klicks im Internet, die nach wie vor die Grundlage für Werbeeinnahmen sind: “Um Klicks zu erschleichen, scheint jeder Trick gerechtfertigt, so plump er auch sein mag. (…) Der Nachrichtenseite N24.de gelang es im Sommer, ihre Visits innerhalb von nur einem Monat um 328,7 Prozent zu steigern auf beacht­liche 19,4 Millionen. Einfach dadurch, dass der Traffic der viel stärker frequentierten, ebenfalls zur ProSieben-Sat.1 Media AG gehörende Seite Wer-weiß-was.de seit Juli mitgezählt wird. Ein ganz legaler Trick.”

2. “Der Wert von Nachrichten bei N24”
(ndr.de, Anne Ruprecht, Video, 5:44 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” zu den Sparplänen bei N24. Das Blog “Nachrichten sind wichtig” liefert Zahlen zum Thema und schreibt, dass N24 2008 einen Jahresüberschuss von 13.13 Millionen Euro machte. “Im Jahr 2008 waren alle deutschen Sender im operativen Geschäft rentabel.”

3. Interview mit Matthias Eberl
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Ein Gespräch mit Matthias Eberl, der Audioslideshows macht und damit kürzlich den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Online gewann: “Bisher bin ich nur wie ein Getriebener einigen wirren Idee hinterhergelaufen, jetzt ist rückblickend das Gefühl da, etwas gemacht zu haben, was journalistische Relevanz hat. Und ich hoffe auch, dass sich das Ansehen der Audioslideshow geändert hat.”

4. “Wer will Geld, wer nicht?”
(persoenlich.com)
Eine Umfrage unter Schweizer Medienmachern zu Paid Content. Kurt W. Zimmermann: “Geld für Content können nur Medien verlangen, die etwas bieten, was sonst niemand bietet.”

5. “100 Jahre Zweisamkeit”
(ftd.de, Thomas Birkner)
Thomas Birkner glaubt, dass trotz der Paid-Content-Debatte “der Vertriebsweg keine Alternative zum Anzeigengeschäft” bieten kann. “Es ist erst die Mischfinanzierung aus Anzeigen- und Vertriebserlös von etwa 65 zu 35 Prozent, die es dem Journalismus 100 Jahre lang ermöglicht hat, sich als Kontrollorgan für den Staat zu etablieren.”

6. “Die Recherchen amerikanischer Online-Medien”
(ndr.de, Mareike Fuchs, Video, 4:46 Minuten)
Und gleich noch ein “Zapp”-Beitrag aus New York über die Stiftung Pro Publica, die sich dem investigativen Journalismus verschrieben hat.

Tages-Anzeiger, N24, Anklam

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1. “Dürfen Zeitungen von Bloggern klauen?”
(teczilla.de, Bernd Kling)
Tagesanzeiger.ch schreibt einen Artikel offensichtlich aufgrund eines Blogeintrags von Teczilla.de: “Die Übernahmen durch den Tages-Anzeiger aber sind nicht etwa als Zitate gekennzeichnet, sondern erscheinen als eigene Leistung. Wenigstens eine freundliche Verlinkung zurück zur offensichtlich benutzten Quelle? Fehlanzeige, der anonyme (Um-)Schreiber lässt es einfach als sein ‘Werk’ erscheinen.”

2. “Offener Brief an den Vorstandsvorsitzenden Thomas Ebeling”
(nachrichtensindwichtig.blogspot.com)
Journalisten des TV-Senders N24 wenden sich gegen die Pläne von ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling, das Nachrichtenangebot drastisch zu kürzen, weil Nachrichten “nicht unbedingt” allen Zuschauern wichtig seien: “Diese Auffassung lehnen wir entschieden ab. Wir fordern, dass die größte private TV-Sendergruppe in Deutschland auch weiterhin ihrer Informationspflicht im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages gerecht wird.”

3. “Sollten freie Journalisten auf Twitter aktiv werden?”
(frei.djv-online.de)
Ein frischer, allerdings von einer gewissen Twitter-Ängstlichkeit geprägter Beitrag im “DJV freienblog”. Freiberufler würden beim Twittern Gefahr laufen, “durch das offenherzige Freigeben der eigenen Bezugsquellen (die angezeigten Tweets, denen man folgt) wie auch der Abonnenten (derjenigen, die einem folgen) schnell kopierbar zu werden.”

4. “Ideologie statt Recherchen”
(nzz.ch, ras.)
Rainer Stadler glaubt, dass die Annahme der Volksinitiative “Gegen den Bau von Minaretten” teilweise den mehr ideologischen als genau recherchierenden Schweizer Medien geschuldet sei: “Die Medien schauten nicht so genau hin, weil sie annahmen, die Vernunft würde in dieser politischen Auseinandersetzung sowieso obsiegen.”

5. “Deutschland, entblättert”
(zeit.de, Anita Blasberg und Götz Hamann)
Journalismus unter Druck: “Etwas Grundlegendes geschieht, nicht nur in Anklam, sondern im ganzen Land. In bislang nicht gekanntem Umfang entlassen Zeitungsverlage ihre Leute, schließen ganze Redaktionen, lagern sie aus, ersetzen fest angestellte Redakteure durch billige Leihkräfte.”

6. “Information goes out to play”
(news.bbc.co.uk, David McCandless, englisch)
Man muss Statistiken nicht immer in Balken darstellen – hier ein paar Ideen, wie man das auch machen kann.

HRE, Köppel, Spreng

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1. “ProSiebenSat.1 fällt auf Harald Schmidt-Fake rein”
(meedia.de)
Jan Böhmermann spielte für die Sendung “Harald Schmidt” einen “angeblich an Schweinegrippe Erkrankten”: “Mit Mundschutz und hustend antwortete er auf die Reporterfragen und kam mit der Story, in seiner Siedlung wegen der Krankheit isoliert und geächtet zu sein, in sämtliche Nachrichten der ProSiebenSat.1-Gruppe.”

2. “Wo die HRE-Aufklärung stecken blieb”
(carta.info, Steffen Rutter)
“Die Medien haben über den HRE-Ausschuss nicht immer überzeugend unabhängig und teilweise inhaltlich falsch berichtet.”

3. “Auf der Suche nach der Leidenschaft”
(medienspiegel.ch, Nick Lüthi)
Nick Lüthi, Chefredakteur des Medienmagazins “Klartext”, sucht die Kreativität in den Newsrooms: “Wer Journalismus mit Leidenschaft ausübt, sucht und findet seine Plattformen fernab der industriell bewirtschafteten Kanäle. Zwar lässt sich dort nicht das grosse Geld machen, dafür existieren aber Freiheiten, die die renditeoptimierte Newsroomkultur den Medienschaffenden nicht gewährt.”

4. “Köppel? ‘Keine gute Idee'”
(tagesanzeiger.ch, Verena Vonarburg)
“Weltwoche”-Chefredakteur Roger Köppel wird vom Schweizer Fernsehen aus einer politischen Diskussionssendung wieder ausgeladen, weil der Generalsekretär der FDP andeutet, dass der frischgewählte Bundesrat Didier Burkhalter der Sendung fernbleibt, wenn auch Köppel dabei ist. Redaktionsleiterin Marianne Gilgen: “Wenn ich an diesem Tag die Wahl habe zwischen dem neu gewählten Bundesrat und Herrn Köppel, dann fällt meine Wahl halt auf den Bundesrat.”

5. “Über Umfragen”
(filmjournalisten.de, Julian)
Filmjournalist Julian Reischl beantwortet eine Umfrage des Bayerischen Journalisten-Verbands BJV über Mitarbeiterhonorare.

6. Interview mit Michael Spreng
(swr.de, Wolfgang Heim, Audio)
Politikblogger Michael Spreng zur bevorstehenden Bundestagswahl. Thema ist auch der Kosename von Edmund Stoibers Frau. Um das Gespräch zu hören: Oben rechts klicken.

Call-In, Augstein, Weinjournalismus

1. “ProSiebenSat.1 setzt bei Call-In jetzt auf Minderjährige”

(dwdl.de, Thomas Lückerath)

“Was für eine peinliche Niederlage der Landesmedienanstalten. Mit deren Segen veranstaltet 9Live seit Montag offenbar aufgrund fehlender Werbespots jetzt auch im Tagesprogramm von ProSieben und kabel eins Call-In-Gewinnspiele in den Werbepausen. Auch Minderjährige dürfen teilnehmen. Bei 9Live heißt es, das sei ein einwöchtiger Test.”

2. Interview mit Jakob Augstein

(fr-online.de, Jakob Buhre und Felix Kubach)

Jakob Augstein, Verleger von Freitag und freitag.de, glaubt, dass “die deutsche Medienlandschaft heute von einer großen Einheitlichkeit geprägt ist. Die Medien haben sich sehr stark im Ton angeglichen, in der Themenwahl, auch in der Temperatur, wie sie ihren Lesern begegnen, was sie ihnen noch zumuten wollen und was lieber nicht mehr.”

3. “Quo vadis Weinjournalismus?”

(weinakademie-berlin.de, Michael W. Pleitgen)

“Die Symbiose von Anzeigen und originärem ‘Content’ ist immer enger geworden. Bis hin zur Un-Unterscheidbarkeit. So gab es letzthin zu 128 Seiten von Deutschlands bestem Food-Magazin (Werbeanteil 35%) noch mal 100 Seiten Gourmetshop-Versandkatalog gratis. Und der Katalog segelt dann unter der Flagge des Magazins. Zeitschrift mit Beilage oder Beilage mit Zeitschrift? Irgendwann können es dann vielleicht die Versandhändler genausogut oder besser.”

4. “Kurras, Springer und die Stasi”

(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker)

Hans Leyendecker merkt an, dass die je 50.000 Mark der Verleger Augstein und Bucerius nicht in die Kampagne “Enteignet Springer” geflossen seien, sondern an das “Institut für Gegenöffentlichkeit”: “Für die Enteignet-Springer-Kampagne oder für das geplante Tribunal zahlten beide Verleger nach den vorliegenden Unterlagen keine Mark. Sie weigerten sich sogar, die Veranstaltung zu unterstützen. In einem dreiseitigen Brief hat Augstein den Bittsteller Schneider abfahren lassen.”

5. “Online-News, mal anders”

(axel-springer-akademie.de/blog, Markus Hofmann)

“Zweispaltiges Layout, Content links, Sidebar rechts – fast alle deutschen Nachrichtenseiten wählen die gleiche Architektur, um ihre Inhalte zu präsentieren. Dabei gibt es eine Reihe alternativer Ansätze, Online-News zu visualisieren.”

6. “Piraten mit Entertaste”

(blog.aphex3k.de, Michael Henke)

Michael Henke ärgert sich über einen Mini-Artikel in der Stuttgarter Zeitung: “Sie beweisen mit diesen 7 Sätzen ein hohes Maß Borniertheit und dass sie keine Ahnung in Bezug auf das Thema haben. Recherche scheint auch keine stattgefunden zu haben, stattdessen werden nachgeplapperte und aufgeschnappte Halbwahrheiten zu einem unhaltbaren Ganzen zusammengewürfelt.”

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