Suchergebnisse für ‘korrigiert’

Kurz korrigiert (298)

Wir wissen wirklich nicht, wen unter den durchschnittlich über elf Millionen “Bild”-Lesern es interessieren könnte, wieviele Tage zwischen den Geburtstagen von Karlheinz Kögel und Bill Clinton liegen.

Wir wissen nur, dass die Differenz heute im Rahmen der “Ich weiß es!”-Kolumne von Christiane “Ich weiß es!” Hoffmann in der “Bild”-Zeitung steht (siehe Ausriss) — und dass die Zahl 111 nicht mal stimmt.

Mit Dank an Holger K. fürs Nachzählen.

Kurz korrigiert (297)

"Wärmster Dezember seit 1300 Jahren"
Es gehört wirklich nicht viel dazu, obige Behauptung, die “Bild” heute auf der letzten Seite aufstellt, als das zu erkennen was sie ist: nämlich “in doppelter Hinsicht Unsinn”, wie “Spiegel Online” schreibt.

Denn erstens zitiert “Bild” selbst im Text den Klimatologen Reinhard Böhm (der übrigens laut einer Agentur-Meldung “konstruierte Horrorszenarien strikt ablehnt und dem meteorologische Überreaktionen so überhaupt nicht liegen”) mit den Worten:

“Wir erleben gerade die wärmste Periode* seit 1300 Jahren.”
Hervorhebung von uns.

Und zweitens ist der Dezember — und auch das dürfte “Bild” bekannt sein — gerade mal sieben Tage alt. Wie er trotzdem den Weg in die Überschrift finden konnte, bleibt also das Geheimnis von “Bild”.

*) Dass Böhm mit “Periode” keineswegs den Monat Dezember meinen konnte, kann man übrigens auch daran erkennen, dass in der Studie, aus der die “1300 Jahre” stammen, lediglich “Jahresdurchschnittstemperaturen bis ins 8. Jahrhundert” errechnet wurden.

Mit Dank an Timo B. und Benjamin K. für den sachdienlichen Hinweis.

Kurz korrigiert (296)

Prinzipiell natürlich sehr aufmerksam von der “Bild”-Zeitung, den Nicht-Anatomen unter ihren Lesern mithilfe einer “BILD-GRAFIK” zu illustrieren, was da genau bei diesem Basketballer kaputt gegangen ist, der seinen Fuß plötzlich “auf 3 Uhr” sah.

Wobei man da sogar als Laie stutzig werden könnte: Das Innenband des Fußes befindet sich also an der Außenseite des Fußes? Und das Syndesmoseband, das das Schien- mit dem Wadenbein verbindet, sitzt deutlich unterhalb von Schien- und Wadenbein?

Ist natürlich Quatsch. Wenn Sie sich die korrekten Orte der diversen Verletzungen bitte auf diesen Grafiken selbst raussuchen möchten, vielen Dank.

Wer in der Grafik einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten.

Besten Dank an Philipp S. und Manuel N.!

Kurz korrigiert (288-294 293 292)

Klar, am Anfang war die Lage unübersichtlich, und “Bild” war bei weitem nicht das einzige Medium, das in der Berichterstattung über den Emsdettener Amoklauf den ein oder anderen Fehler gemacht hat. Aber schließlich hat “Bild” ja seit Juli wieder eine Korrekturspalte. Genutzt hat sie die in den vergangenen beiden Tagen allerdings nicht. Dabei hätte sie lang werden können:

  • “Bild” schrieb über Bastian B., er habe “mit Freunden ‘Gotcha’” gespielt. Offenbar war er jedoch “Airsoft”-Spieler.
  • “Bild” schrieb, die Polizei habe im Wohnhaus der Eltern “eine Gaspistole, eine Softairwaffe und ein Luftgewehr (Pumpgun)” sichergestellt. Tatsächlich ist “Pumpgun” jedoch kein Synonym für “Luftgewehr”.*
  • “Bild” schrieb, die Schwester von Bastian B. sei auf dieselbe Schule gegangen, wie Bastian B. Tatsächlich geht sie jedoch nicht auf die Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten, sondern offenbar auf das Martinum Gymnasium.
  • “Bild” schrieb, Bastian B. habe für das Computerspiel Counter Strike “schon als 12-Jähriger (…) ein dreidimensionales Modell seiner Schule” programmiert. Das hatten zwar tatsächlich Schüler der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) erzählt, “Spiegel Online” berichtete jedoch vorgestern, dass es höchst zweifelhaft sei, dass eine solche “map” der GSS überhaupt existiert und dass Bastian B. sie programmiert hat.**
  • “Bild” zeigte eine Abbildung der vermeintlichen map der GSS Emsdetten (siehe Ausriss unten). Tatsächlich handelt es sich, wie derselbe “Spiegel-Online”-Artikel deutlich machte, dabei jedoch um eine ganz andere GSS in Melsungen.
  • “Bild” schrieb in Bezug auf die Counter-Strike-map, Bastian B. sei “nächtelang (…) per Joystick durch die virtuellen Schulflure” gerannt und habe versucht, “in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Lehrer und Schüler zu erschießen”. Tatsächlich gibt es in Counter Strike jedoch keine Schüler und Lehrer, sondern lediglich “Terroristen”, “Counterterroristen” und gegebenenfalls Geiseln, die allerdings nicht mal die Geiselnehmer erschießen dürfen, ohne Strafpunkte zu bekommen. (Übrigens wird Counter Strike in der Regel nicht mit dem Joystick gespielt, sondern mit der Tastatur).
  • “Bild” schrieb über “Counterstrike (ab 16)”: “Spezialität: Headshots (Kopfschüsse)! Blut spritzt dabei.” Tatsächlich “spritzt” in der in Deutschland ab 16 frei erhältlichen Version kein Blut. (Wahrscheinlich ist deshalb auf dem Screenshot, den “Bild” heute abdruckt und dazu schreibt, “blutspritzende Opfer einer ‘Counterstrike’-Kampfsequenz” auch kein Blut zu sehen.)

Sicher, das mögen keine besonders gravierenden Fehler sein, aber dafür nutzt “Bild” die Korrekturspalte ja ohnehin nicht.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

*) Nachtrag, 22.00 Uhr: Wir müssen uns leider in einem Punkt korrigieren: Offenbar handelt es sich bei dem sichergestellten Luftgewehr um eine Pumpgun, wie einer Pressemitteilung der Polizei zu entnehmen ist.

**) Nachtrag, 22.35 Uhr: Wie es aussieht, gibt es doch eine Counter-Strike-map der GSS Emsdetten, wie “Spiegel Online” inzwischen berichtet. Ob “Bild” die auch kannte, bleibt offen.

Kurz korrigiert (287)

Bild.de informiert seine Leser heute überraschend darüber, dass die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent zum Jahresbeginn gar nicht soooo schlimm sei wie gedacht. Zum Beispiel, weil sie einige Produkte gar nicht betreffe:

“Keine Mehrwertsteuer müssen Verbraucher auch in Zukunft für (…) Versicherungsprämien (…) bezahlen.”

Das stimmt. Auf Versicherungen wird keine Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) erhoben.

Aber Versicherungssteuer. Und die steigt zum Jahresbeginn, Sie ahnen es: von 16 auf 19 Prozent.

Nachtrag, 21. November. Anders als Bild.de behauptet, hat das Statistische Bundesamt auch nicht “jetzt” errechnet, “dass sich die Preise lediglich um 1,4 Prozent erhöhen”. Bereits am 6. April 2006, also vor über sieben Monaten, gab das Statistische Bundesamt bekannt, dass die Mehrwertsteuer-Erhöhung die Teuerungsrate “maximal um etwa 1,4 Prozent-Punkte erhöhen” würde.

Lustig ist auch die Behauptung von Bild.de, die Mehrwertsteuer-Erhöhung bringe dem Staat “Mehreinnahmen von 19,4 Milliarden Euro im Monat”. Dann wäre der Haushalt schnell saniert. Die 19,4 Milliarden sind allerdings nur die geschätzten Mehreinnahmen im gesamten Jahr 2007.

Nachtrag, 13.45 Uhr. Bild.de hat den Bericht korrigiert — oder besser: es versucht. Die Wörter “jetzt” und “im Monat” wurden ersatzlos gestrichen, und die Versicherungsprämien sind aus dem Kasten “Im Detail” verschwunden. Im eigentlichen Artikel aber stehen sie immer noch falsch herum.

Nachtrag, 16.25 Uhr. Nun hat Bild.de die Versicherungen auch aus dem Artikel entfernt.

Vielen Dank an Elmar K., Stefan L., Tristan H., Felix G. und Tobias G. für die Hinweise!

Kurz korrigiert (286)

Im Duden steht:

kạlt|ma|chen (salopp): skrupellos töten: er macht dich kalt, wenn du ihm über den Weg läufst.

“Bild” schrieb am Montag über die sogenannte “Seckbach-Gang”:

Ein Sprecher der Polizei erklärt uns dazu:

Bandenmitglieder, die einen Auftrag nicht ausführen wollten, wurden unseren Ermittlungen nach “geschmeidig” gemacht, mit Ohrfeigen, Fausthieben und Ähnlichem. Es wurde aber niemand abgeschlachtet oder erschossen.

Mit Dank an Peter M. für den sachdienlichen Hinweis.

Kurz korrigiert (285)

Vor knapp einer Woche druckte “Bild” (verbunden mit einem “BILD-Tipp!”) unter der Autorenzeile “Von Al Gore” ein paar Sätze von Al Gore. (Eigentlich war es — wie uns der Riemann-Verlag auf Nachfrage bestätigt — ein kurzer Auszug aus dem “BILD-Tipp!” aus einem Buch von Gore, was “Bild” nur versäumt hatte, den Lesern mitzuteilen. Aber egal.)

Al Gores kurzer Buchauszug findet sich seitdem auch bei Bild.de – illustriert mit einem Foto des Autors, das Bild.de wie folgt beschriftete:

"U.S. Vize Präsident Al Gore"

Und tatsächlich war Al Gore mal, was Bild.de “U.S. Vize Präsident” nennt — “vom 20. Januar 1993 bis zum 20. Januar 2001 (…) unter Präsident Bill Clinton”, wie es z.B. korrekt bei Wikipedia heißt.

Mit Dank an Sascha O. für den Hinweis.

Nachtrag, 19.55 Uhr: Inzwischen ist Al Gore auch bei Bild.de der “ehemalige US-Vize-Präsident”.

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