Suchergebnisse für ‘guttenberg’

Guttenbergs Anwalt, bedrohte Journalisten, fehlende Tanit Koch

1. Wiedervereinigte Medienrepublik – was eint, was trennt?
(ndr.de, Video, 29:49 Minuten)
Passend zum Tag der Deutschen Einheit hat das Medienmagazin „Zapp“ eine Schwerpunktsendung zur „wiedervereinigten Medienrepublik“ zusammengestellt. In den drei Beiträgen geht es um „Medien-Klischees über den Osten“, „Zuschauerbindung beim MDR“ und den „‚Neues Deutschland‘-Fake“, dazu gibt es ein Interview mit Sergej Lochthofen, den früheren Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“.

2. Guttenbergs Firma ist weltweit präsent – aber kaum zu finden
(morgenpost.de, Sebastian Geisler)
Fragt man Karl-Theodor zu Guttenberg nach einem möglichen politischen Comeback, verweist der frühere Verteidigungsminister gern auf sein „expandierendes Unternehmen“ „Spitzberg Partners“. Fragt man nach „Spitzberg Partners“, meldet sich Guttenbergs Anwalt Christian Schertz. Sebastian Geisler von der „Berliner Morgenpost“ hat sich von drohenden Gegendarstellungen und Unterlassungen nicht abschrecken lassen und weiterrecherchiert, auf der Suche nach „Spitzberg“-Dependancen und -Mitarbeitern. Sein Werkstattbericht handelt nicht nur von Guttenbergs Firma, sondern auch von dessen Umgang mit den Medien.

3. Morddrohungen gegen Journalisten
(taz.de, Marina Mai)
Trung Khoa Le betreibt von Berlin aus die zweisprachige Onlinezeitung thoibao.de. Dort hat er unter anderem über die Entführung des vietnamesischen Expolitikers Trinh Xuan Thanh berichtet — ausgesprochen erfolgreich, mit 1,5 Millionen Klicks allein im August, von denen 80 Prozent aus Vietnam gekommen sein sollen. Nun wird Le verfolgt. Fotos von ihm tauchen im Internet auf, genauso Informationen über seine Kinder und Morddrohungen gegen ihn. Verwandte von Le wurden bereits vom vietnamesischen Geheimdienst befragt.

4. Die Reise zum Mittelpunkt des Bebens
(newsroom.de, Christian Jakubetz)
„Vor ein paar Jahren“, schreibt Christian Jakubetz, habe er mal eine Idee gehabt, die nie über den Status einer Idee hinausgekommen sei: ordentlichen Lokaljournalismus ordentlich aufziehen. „Man geht raus, schreibt Geschichten aus der Lebenswirklichkeit der Menschen, immer unter der Fragestellung: Wie geht’s uns eigentlich in Deutschland gerade so? Das alles zum einen multimedial aufbereitet und zum anderen an und aus Orten erzählt, die sonst nicht so sehr im Fokus der medialen Aufmerksamkeit stehen.“ Das Interesse von Redaktionen damals: ganz knapp über null. Plötzlich entdecken „taz“ und „Zeit Online“ den Lokaljournalismus wieder. Dass nun „eine nur leichte Abwandlung“ seiner Idee „gerade als das wirklich heiße Ding im Journalismus gefeiert“ werde, amüsiert Jakubetz.

5. Kleines Heft mit großen Zielen
(sueddeutsche.de, Oliver Meiler)
Das Magazin „Eastwest“, das seit kurzer Zeit auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz an den Kiosken liegt, hieß eigentlich mal „East“ und war das PR-Blatt der italienischen Bank „Unicredit“. Heute steckt das Kreditinstitut teilweise zwar immer noch hinter dem Printprojekt, aber „Eastwest“ ist ein durchaus ernstzunehmendes Politmagazin geworden. Oliver Meiler hat die kleine Redaktion, die inzwischen auf italienisch, englisch und deutsch publiziert und der Anfragen aus Spanien und Portugal vorliegen, in ihrer Produktionswohnung in Rom besucht.

6. Warum Tanit Koch im neuen „Bild“-Buch fehlt
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath hat sich das große „Bild“-Buch aus dem „Taschen Verlag“ genauer angeschaut, auch die Übersicht aller Chefredakteure des Boulevardblatts. Auffällig: In dem von Kai Diekmann und Julian Reichelt herausgegeben Werk lauten die letzten zwei Chefredakteure: Kai Diekmann und Julian Reichelt. Es fehlt: Tanit Koch, die aktuelle Chefredakteurin der gedruckten „Bild“, der im Februar dieses Jahres Reichelt als „Bild“-Oberchef vorgesetzt wurde. Lückerath fragt sich: „Warum ignoriert das Buch zur Geschichte der Bouevardzeitung aber ihre [Kochs] gut 13 Monate an der Spitze von ‚Bild‘ von Anfang 2016 bis Februar 2017?“ Die Antwort, die der Verlag ihm auf diese Frage liefert, hält er für „interessant“.

„Bild“ schützt Guttenberg vor Lesermeinung

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg darf heute in der „Bild“-Zeitung (und seit gestern auf Bild.de) mal wieder zur Nation sprechen:

Guttenberg findet, dass das „trotzige Kind“ Wladimir Putin mit seinen „lauten Rülpsern“ nichts auf Schloss Elmau verloren habe: Es sei richtig …

unser freiheitlich demokratisches Wertesystem nicht zu verschachern. Genau das würde im Falle einer Nachladung Putins geschehen.

Dieser würde kaum demütig auftreten, sondern sich in seinem zynischem Handeln noch bestätigt sehen. Es wäre ein fatales Signal an all jene, die in unseren Werten ihr Feindbild sehen.

Die Aufmerksamkeit nutzt Guttenberg, um gleich auch noch gegen „meist nicht so gute Gutmenschen“ auszuteilen, die gegen das G7-Treffen protestieren. Seine Worte wirken aber vor allem wie eine späte Abrechnung mit dem Grünen-Politiker Jürgen Trittin, der Guttenberg in der Plagiatsaffäre einst „Hybris“ und „Hochstaplerei“ vorwarf:

Tausende Demonstranten in München und Garmisch. Viele meinen es gut und wissen es nicht besser. Manche aber sehr wohl.

Bestes Beispiel inmitten der Protestierenden: ein breit grinsender Grünen-Politiker Jürgen Trittin. Ja, jener, der vor einigen Jahren noch selbst G7-Gipfel kritiklos mitorganisierte.

Sicher, in unserem Land gibt es das Recht auf Meinungsänderungsfreiheit. Gottlob. Es gibt aber wohl kaum einen Politiker, der davon so schamlos und lediglich wahltaktisch Gebrauch macht wie Trittin. Eigentlich sollte es diese Form der Verlogenheit sein, die die Menschen auf die Straße treibt.

Karl-Theodor zu Guttenberg ist für Bild.de — noch immer„Deutschlands populärster Politiker“. Und wenn so einer „exklusiv“ seine Meinung aufschreibt, müssten die Herzen der Leser doch höher schlagen.

Die Rechnung ging aber nicht so ganz auf




















Nach mehr als 300 Kommentaren, von denen ein Großteil Kritik an Guttenberg enthielt, hatte die Redaktion genug: Der Artikel wurde abgeschaltet und neu eingestellt, dieses Mal aber ohne Kommentar-Funktion.

Wenn in der Kommentarspalte auf Bild.de rassistisch gehetzt wird, dauert es eine halbe Ewigkeit, bis mal jemand einschreitet. Doch wenn die Leserschaft in vergleichsweise harmloser Wortwahl ihre negative Meinung gegen einen „Bild“-Liebling kundtut, geht es ratzfatz.

Mit Dank an „Deichkind“!

Ailton, Xaver, zu Guttenberg

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Offizielle Stellungnahme zum ‚Fall Ailton'“
(olympique-lucerne.ch)
Ein Fußballverein der untersten Liga in der Schweiz teilt mit, Ailton verpflichtet zu haben: „Die Fakten waren aus unserer Sicht derart überspitzt dargestellt, dass die Unglaubwürdigkeit dieser Mitteilung auf der Hand lag. Wir sind ein neuer Verein, der sich aus Fussballfreunden formiert hat. Wir spielen in der 5.Liga (unterste Liga in der Schweiz) und können mit unserem Jahresbudget gerade mal die Kosten decken.“

2. „5.-Liga-Klub veräppelt Medien“
(20min.ch, mme)
Die Falschmeldung ist nach wie vor unkorrigiert in vielen Online-Portalen zu lesen. Auf Welt.de heißt es zum Beispiel: „‚Wir sind überglücklich über diesen Transfercoup‘, sagte Lucerne-Trainer Saliu Demerali. Ailton selbst wurde auf der Klub-Homepage zitiert: ‚Ailton kommen und dann nur Tore, Tore, Tore.'“ Nachtrag, 11:40 Uhr: Der Artikel auf Welt.de wurde inzwischen gelöscht.

3. „Xaver brachte die zweitschwerste Sturmflut seit Beginn der Aufzeichnungen“
(plus.google.com, Judith Andresen)
Judith Andresen findet nicht, dass die Medien bei den Warnungen vor Orkan Xaver übertrieben haben: „Die Medien und offizielle Stellen sind also der Idee gefolgt: ‚bei Sturm ist es drinnen sicherer‘. Das ist kein Alarmismus. Das ist angemessen. Wir hatten Glück. Das Meer ist stärker, als wir es sind.“

4. „Kalkül der Angst“
(faz.net, Mark Siemons)
China droht der Belegschaft von „New York Times“ und „Bloomberg“ mit einer Ausweisung. „Sämtlichen 24 Korrespondenten der beiden Organisationen wurde verweigert, die Erneuerung ihrer Presseausweise oder ihrer Journalistenvisa zu beantragen, die sie bis Ende des Jahres benötigen, um in China zu bleiben.“

5. „Zu Guttenbergs magere Bilanz als EU-Internetberater“
(netzpolitik.org, Kirsten)
Kirsten versucht herauszufinden, was Karl-Theodor zu Guttenberg als Internetberater der EU-Kommission geleistet hat.

6. „Der Aufruf der Schriftsteller“
(faz.net)
Ein von 560 Schriftstellern aus 83 Ländern unterzeichneter Aufruf: „Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen, in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben. Dieses existentielle Menschenrecht ist inzwischen null und nichtig, weil Staaten und Konzerne die technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung massiv missbrauchen.“

Postjournalismus, Guttenberg, Liebe

6 vor 9

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1. „Postjournalismus“
(blogs.taz.de/wortistik, Detlef Gürtler)
Zu den „drei bekannten Säulen der Gewaltenteilung“ Legislative (Parlament), Exekutive (Regierung) und Iudikative (Rechtssprechung) fügt Detlef Gürtler Narrative (Medien) und Investigative (Enthüller) hinzu.

2. „Onlinemedien, vergesst mal das Tempo!“
(blogs.tageswoche.ch, David Bauer)
Journalisten können News „noch so schnell nachhoppeln, irgendeine Schildkröte ist immer schon da und hat es getwittert“, stellt David Bauer fest. „Man braucht nun aber nur einen Schritt weiterzudenken. Dann wird man realisieren, dass das Ausformulieren einer News über vier Abschnitte ebenfalls eine sehr dürftige Einordnungsleistung ist und Geschwindigkeit daher nicht das sein kann, wodurch sich der Journalismus im Netz von anderen Medienformen abhebt und womit ein Onlinemedium sich gegenüber der Konkurrenz profilieren kann.“

3. „Sensationen und Krokodilstränen“
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Zum Interview von Giovanni di Lorenzo mit Karl-Theodor zu Guttenberg in der „Zeit“ schreibt Lothar Struck: „Nur weil ein Journalist auf Anregung eines Buchverlags mit einem gestrauchelten Minister spricht, macht er sich noch lange nicht gemein mit dessen zweifelhaften Methoden. Genau das unterstellen aber die Kritiker dem ZEIT-Chefredaktor mit seinem Guttenberg-Interview gemacht zu haben.“

4. „Die Rückkehr des Plagiators „
(freiepresse.de, Eva Prase)
Sprachwissenschaftler Werner Holly schätzt das Interviewbuch „Vorerst gescheitert“ ein. Über Guttenberg sagt er: „Konsequent ordnet er alle Aussagen monomanisch dem Ziel unter, den Vorsatz des Plagiats auszuräumen, den er für sein Moralapostel-Image am meisten fürchtet. Dabei vergisst er, dass er sich schon mit diesen Äußerungen für jede halbwegs qualifizierte Arbeit disqualifiziert, erst recht für ein Amt. Kein Personalchef dürfte diesen Mann nach Lektüre seines Buches einstellen. Er gibt darin ja zu, mitunter nicht zu wissen, was er tut.“

5. „1073 Interviews = 6 MB“
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Jakob Buhre erzählt von den Erfahrungen nach 10 Jahren „Planet Interview“. Ihm fällt auf, dass sich viele schwer tun damit, „über die Arbeit bei ‚Bild‘ zu reden“. Zum Geburtstag stehen zudem alle bisher veröffentlichten Interviews in einer Datei zum Download bereit.

6. „Ich liebe dich“
(nzzfolio.ch)
Paolo, Sepp, Lisa und andere erzählen von der Liebe.

Guttenberg, Schuhbeck, Kämmerer

6 vor 9

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1. „Zehn Jahre indirekter freistoss – auch mein Jubiläum“
(indirekter-freistoss.de, Oliver Fritsch)
Die „Presseschau für den kritischen Fußballfreund“ feiert das zehnjährige Jubiläum: „Gegründet habe ich den indirekten freistoss, um den seriösen Stimmen mehr Gewicht zu geben. Meinung gemacht wird ja nach wie vor woanders: bei Bild und im Fernsehen. Vielleicht ist deren Macht im Fußball im letzten Jahrzehnt ein wenig geringer geworden, ich kann mich aber auch täuschen.“

2. „Ein gefährlicher Mann“
(faz.net, Volker Zastrow)
Karl-Theodor zu Guttenberg ist nicht als reuiger Sünder zurückgekehrt, „sondern gepanzert mit Rechtfertigungen, bewaffnet mit Drohungen“. „Die unerzählte Geschichte geht so: Guttenberg hat es geschafft, fast in alle wichtigen Redaktionen dieses Landes belastbare Beziehungen aufzubauen, mit ungeheurem Charme. Das hat in einigen Häusern dazu geführt, dass Berichterstatter nicht so geschrieben haben, wie sie dachten. Die Redaktionen wurden auf Linie gebracht, soweit sie sich nicht ganz von selbst drauf brachten, längst vor der Affäre.“

3. „Mediale Steigbügelhalter“
(dradio.de, Bettina Schmieding)
Hat Guttenberg eine PR-Agentur beauftragt? „Wenn ja, dann hätte er das Geld echt besser ausgeben können. Schließlich gibt es genug Steigbügelhalter für den Baron in der deutschen Presse und die machen das total unentgeltlich.“

4. „Der scheinheilige Herr Schuhbeck“
(buggisch.wordpress.com)
Christian Buggisch schreibt über Fernsehkoch Alfons Schuhbeck, der „Gesundheit predigt und das Gegenteil verkauft“.

5. „So arbeiten Journalisten fair“
(ratgeber.presserat.ch)
Der neue Ratgeber „Was Medienschaffende wissen müssen“ des Schweizer Presserats.

6. „Kurz vor Schluss“
(zeit.de, Roland Kirbach)
Die finanzielle Situation deutscher Kommunen: „Nachdem Cross Border Leasing unattraktiv geworden war, weil die Steuervorteile in den USA entfallen waren, wurden deutsche Kämmerer aus Verzweiflung zu Zockern. Gelockt von cleveren Bankern, schlossen sie mit Finanzinstituten Wetten auf die künftige Zinsentwicklung ab. Reihenweise haben die Städte verloren.“

Kaffeepads, Glogger, Guttenberg

6 vor 9

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1. „Drama bei SWR3latenight mit Pierre M. Krause“
(youtube.com, Video, 5:59 Minuten)
Wie aus einem einfachen Kauf von Kaffeepads ein großes Drama entstehen kann.

2. „Boulevard der Schäbigkeiten“
(spiegel.de, Frank Patalong)
Aussagen von Max Mosley und J. K. Rowling vor der Untersuchungskommission zum Abhörskandal der Boulevardzeitung „News of the World“. Und von Sienna Miller: „Sie erzählt, wie ihre intimsten Beziehungen belastet und in Frage gestellt wurden, als über Jahre Informationen in der Presse auftauchten, ‚von denen definitiv nur drei Personen wussten‘. Es klingt, als könne sie es bis heute nicht fassen. Man spürt, dass sie über mehr als nur erschüttertes Vertrauen spricht, sie redet von intimen Beziehungen, die durch Verdächtigungen am Rande des Zusammenbruchs standen.“

3. „Medien sitzen Bigpoints ‚Umsatzrakete‘ auf“
(meedia.de, Henning Ohlsen)
Henning Ohlsen fragt beim Mediensprecher von Bigpoint nach, ob mit einer virtuellen Drohne tatsächlich „in 4 Tagen 2 Mio. Euro“ umgesetzt wurde, wie zum Beispiel Krone.at schreibt: „Es gab zehn Drohnen, die durchschnittlich rund 100 Euro kosteten. Hubertz’ Rechnung im Gamesbrief-Bericht sei lediglich ein Planspiel gewesen, das falsch wiedergegeben worden sei.“

4. „Glogger mailt. Aber tut er das wirklich?“
(superblaa.blogspot.com, Franky Armee)
„Glogger mailt“ nennt sich eine tägliche Kolumne in der Gratiszeitung „Blick am Abend“ von Helmut Maria Glogger. Doch werden diese E-Mails auch tatsächlich verschickt? Franky Armee fragt nach, siehe dazu auch den Beitrag „SP-Präsident Christian Levrat über Gloggers Mail“.

5. „Die neuen Gebrüder Grimm“
(taz.de, Felix Dachsel)
Große Männerwochen bei der „Zeit“: „Erst bescheinigt Helmut Schmidt, der Herausgeber, Peer Steinbrück, dem SPD-Fast-Kanzler-Kandidaten, das volle Zeug zum Kanzler (Titelzeile: ‚Die Partie ist eröffnet‘), jetzt nimmt der Chefredakteur des Hamburger Blatts dem Exminister die Beichte ab (Titelzeile: ‚Es war kein Betrug‘).“ Zur „Zeit“ und Guttenberg siehe auch das Interview mit FAZ-Redakteur Jürgen Kaube (dradio.de, Frank Meyer)

6. „Eurokrise macht Pause, damit deutsche Medien über Guttenberg-Comeback spekulieren können“
(der-postillon.com)

Kriegsbilder, WAZ, Guttenberg

6 vor 9

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1. „Kampagne des Verteidigungsministeriums“
(sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao)
Die „taz“ protestiert gegen die Werbung der Bundeswehr in „Bild“-Produkten. „Nach derzeitiger Planung“ sollen aber nur 600.000 Euro, also 12.5 Prozent des Werbebudgets „auf Bild, BamS und bild.de“ entfallen. „In welchen anderen Printmedien Anzeigen erscheinen, steht dem Sprecher zufolge noch nicht fest.“

2. „Journalismus in solchen Ländern ist immer riskant“
(faz.net, Michael Hanfeld)
Die Redaktionsspitze von „Bild am Sonntag“ verteidigt die Recherchereise zweier Reporter in den Iran, die mit einer monatelangen Inhaftierung endete: „Journalismus in Ländern mit autoritären Regimen ist immer riskant, wie aktuell die Verhaftung auch deutscher Reporter in China gezeigt hat. Pauschal auf solche Recherchen zu verzichten und, wie es einige Schlaumeier jetzt empfehlen, grundsätzlich nur in Risikoländer zu reisen, wenn man dort erwünscht ist, wäre das Ende von unabhängigem Journalismus.“

3. „Die meisten Bilder sind gestellt“
(journal21.ch, Helmut Scheben)
Helmut Scheben, langjähriger Redakteur der „Tagesschau“ des Schweizer Fernsehens, über Bilder aus dem Krieg: „Die meisten Bilder von Kampfhandlungen sind gestellt. Das ist eine banale Weisheit, denn jedem ist klar, dass ein Kameramann oder eine Kamerafrau keine Kampfhandlungen aus der Nähe filmen kann, es sei denn sie sind lebensmüde.“

4. „Der Nachwuchs ist unpolitisch“
(fr-online.de, Andreas Schwarzkopf)
Über Krieg und Journalismus spricht auch der erfahrene Reporter Christoph Maria Fröhder. „Viele Kollegen, die aus Geldnot oder aus Sicherheitsgründen etwa mit den Isaf-Truppen in Afghanistan unterwegs sind, werden manipuliert, bekommen nicht das ganze Bild zu sehen. Ich habe mehrfach erlebt, wie Kollegen verboten bekamen, Übergriffe von Soldaten auf Zivilisten aufzunehmen.“

5. „Briefkastenmüll (I)“
(revierflaneur.de)
Der Revierflaneur erhält Post vom Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, Ulrich Reitz. Er soll ein „Bürgervotum“ ausfüllen, was ihm mit einem kostenlosen Probeabo der „WAZ“ und der Aussicht auf Gewinn eines Reisegutscheins im Wert von 1.000 Euro schmackhaft gemacht wird. „Vermutlich denken die Marketingprofis bei der WAZ, dass sie die Adressaten ihrer Umfrage in Zeiten des Wutbürgertums mit dem Aufruf zu einem ‚Bürgervotum‘ eher zur Teilnahme motivieren können.“

6. „Wie Ken den Kopf verlor“
(faz.net, Volker Zastrow)
Ein langes Lesestück zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg: „Wer sich nicht blenden lässt, kann sehen, dass Guttenberg, gemessen an den üblichen, erst recht den an ihn angelegten Maßstäben, in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bekommen hat. Er ist ein auffallend intelligenter Mensch, aber seine äußeren, zertifizierten Leistungen lagen deutlich unter diesem Niveau. Durchgestartet ist er erst in der Politik, dort aber mit ungeheurem Druck.“

Holofernes, Spiegel, Guttenberg

6 vor 9

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1. „BILD-Zeitung wirbt mit Holofernes-Absage“
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Im Hausblog erklärt Sebastian Heiser, warum die „taz“ eine ganzseitige Anzeige von „Bild“ veröffentlicht: „Weil die BILD-Zeitung uns dafür bezahlt. Laut unserer Anzeigenpreisliste kostet eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige unter der Woche 12.555 Euro. Das sind schon ein paar Monatsgehälter für einen taz-Mitarbeiter. Daher drucken wir auch Anzeigen von Atomkraftunternehmen wie Vattenfall oder von Ölkonzernen wie BP.“ Das Interview mit Judith Holofernes führte Josef Winkler.

2. „Kampagnenjournalismus“
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Lukas Heinser macht sich Gedanken zur Absage von Judith Holofernes: „Ein Vorwurf, der immer mal wieder aufkam, lautete, mit ihrer Antwort hätten Wir Sind Helden ‚Bild‘ nur noch mehr Aufmerksamkeit verschafft. Mit der gleichen Logik könnte man Greenpeace vorwerfen, indirekte PR für BP zu machen. Das alte Mantra ‚Any PR is good PR‘ steht im Raum, das ich für ziemlichen Unfug halte. Fragen Sie mal Jörg Kachelmann, welche Auswirkungen die ständige Erwähnung seines Namens in den Medien während der letzten elf Monate auf dessen Karriere und Leben gehabt haben!“

3. „Neu bei Bildblog: Der Spiegel“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz hat die aktuelle „Spiegel“-Titelgeschichte „Bild – Die Brandstifter“ auf dem iPad gelesen: „Der gesamte Titel liest sich wie eine Zusammenfassung der besten Bildblog-Geschichten der letzten zwei Jahre, garniert mit ein paar eigenen Einschätzungen und ein paar Hintergrundgesprächen, beispielsweise mit Ottfried Fischer, den man dann mit Sätzen zitiert, die schon etliche Male auch anderswo zu lesen waren.“

4. „Warum liebt die ‚Bild‘-Zeitung Guttenberg so sehr?“
(dradio.de, Dieter Kassel)
Ex-„Bild-am-Sonntag“-Chefredakteur Michael Spreng glaubt, die „Bild“-Chefredaktion unterstütze Karl-Theodor zu Guttenberg „aus eigener Überzeugung und aus kaufmännisch-wirtschaftlichem Kalkül“. „Schlagzeilen mit Guttenberg verkaufen sich besser als Schlagzeilen über Thomas de Maizière, das liegt auf der Hand.“

5. „Der Liebling der Medien“
(taz.de, Petra Hemmelmann)
Petra Hemmelmann wertet Medienberichte über Guttenberg aus: „Einen echten Fanclub scheint der Minister in der Redaktion des ‚Focus‘ zu haben. Neun von zehn Bewertungen fielen zugunsten Guttenbergs aus, damit war das Nachrichtenmagazin mit Abstand das Medium mit der deutlichsten Positiv-Haltung.“

6. „Handzeichen-Lexikon“
(el-futbol.de, Sidan)
Ein „Lexikon für Fussballer-Handzeichen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit“.

Guttenberg, Churnalism, Fact-Checking

6 vor 9

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1. „Ein BILD von einem Mann“
(taz.de, Steffen Grimberg und Gordon Repinski)
Die heutige „taz“ thematisiert die Verbindung zwischen „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf der Titelseite und nennt sie „eine Waffenbrüderschaft mit gegeltem Haar“.

2. „Bild.de-Leser revoltieren gegen Guttenberg“
(spiegel.de, phw)
„Spiegel Online“ vergleicht einige sehr unterschiedlich ausgehende Abstimmungen zum Verbleib von Guttenberg im Amt des Verteidigungsministers.

3. Interview mit Tobias Huch
(jetzt.sueddeutsche.de, Peter Wagner)
Peter Wagner fragt Tobias Huch, Gründer der inzwischen über 290.000 Nutzer umfassenden Facebook-Seite „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“, ob er Unterstützer zugekauft habe: „Das kann ich eidesstattlich versichern. Alle Unterstützer sind echt.“ Siehe dazu auch: „Wo kommen all die Guttenberg-Fans her?“

4. „PR-Recycling: Churnalism.com entlarvt faule Journalisten“
(avatter.de)
André Vatter stellt die Website Churnalism.com vor, die es ermöglicht, Pressemitteilungen mit vorgeblich journalistischen Texten zu vergleichen. „Um eine Abfrage zu starten, reicht es aus, einen PR-Schnipsel oder die komplette Pressemitteilung in ein Fenster zu kopieren und den Check-Button zu drücken.“

5. „10 Tipps fürs Fact-Checking“
(recherche-info.de)

6. „Von der Außenwelt abgeschnitten“
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Auf der Suche nach den verlorenen Kontaktdaten der Pressesprecher im Verteidigungsministerium.

Guttenberg, Gaddafi, Franz Josef Wagner

6 vor 9

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1. „Die Pro-Guttenberg-Kampagne im Zwielicht“
(spiegelfechter.com, Jens Berger)
Jens Berger befasst sich mit der von „Bild“ ausgerufenen, kostenpflichtigen Telefonabstimmung über den Verbleib von Karl-Theodor zu Guttenberg im Amt des Verteidigungsministers (BILDblog berichtete). Dazu: Hintergründe zur inzwischen über 270.000 Nutzer umfassenden Facebook-Seite „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“.

2. „Bundeswehr plant Werbekampagne bei ‚Bild'“
(ftd.de)
„Mit Blick auf die Aussetzung der Wehrpflicht plant die Bundeswehr eine große Werbekampagne für den Dienst in der Truppe. (…) Den Angaben des Ministeriums zufolge soll die Kampagne im März beginnen und bei den Zeitungen ‚Bild‘ und ‚Bild am Sonntag‘ sowie der Online-Ausgabe von ‚Bild‘ laufen.“

3. „Die heikle Iran-Mission der BamS-Reporter“
(ndr.de, Video, 7:58 Minuten)
„Zapp“ bezweifelt die Auslanderfahrung der über Monate vom Iran festgehaltenen „Bild-am-Sonntag“-Mitarbeiter Marcus Hellwig und Jens Koch. Und befragt andere Journalisten zur Recherche ohne Journalistenvisum.

4. „Dummheit und Gefahr“
(taz.de, Katajun Amirpur)
Auch die „taz“ blickt zurück auf die Reise in den Iran: „Jetzt, wo die beiden frei sind, kann man es aussprechen: Diese Reise war eine Mischung aus Dummheit und Verantwortungslosigkeit.“

5. „Enden Sie bloß nicht wie Hemingway“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein schreibt eine Ode an Franz Josef Wagner: „Ich mag das Pathos, die starken Bilder. Ironie ist Tarnung. Ironie ist für Feiglinge. Sie haben keine Angst davor, sich lächerlich zu machen. Sie ziehen sich aus und zeigen der Welt Ihren nackten Arsch – wegen des Wortes ‚Arsch‘ werde ich sicher Briefe von empfindsamen Seelen bekommen. Ohne Mut zum Risiko kann man nichts erreichen, auch nicht als Autor.“

6. „Libya: Kadafi’s other foe — copy editors“
(opinion.latimes.com, Paul Whitefield, englisch)
Muammar al-Gaddafi – ein Name in vielen Varianten.

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