Suchergebnisse für ‘fußball’

  

“Bild”-Wörterbuch

In den “Bild”-Redaktionen werden beständig neue Wörter produziert: selbsthaftende Etiketten für die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme. Fast täglich werden es mehr. Eine unvollendete Sammlung, von niedlich bis menschenverachtend, von verharmlosend bis vorverurteilend.

Hinweis: Seit den Relaunch von Bild.de Anfang 2006 führen leider einige externe Links im Wörterbuch nicht mehr zum Ziel.

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Abschiebe-Mädchen: minderjährige weibliche Person, der eine Ausreise-Aufforderung zugestellt wurde.

Altersangabe: geschätzter, vermuteter oder geratener Wert, der das mögliche Alter einer Person illustrieren soll.

Aids-Mann, unheimlicher: männliche Person afrikanischer Herkunft, die mehrere Frauen wissentlich mit HIV infiziert hat.

Aids-Playboy: männliche Person, die mehrere Frauen wissentlich mit HIV infiziert hat.

Airboss: Airbus A 380.

Amy Weinhouse: Amy Winehouse.

anonyme Handy-Nachricht: SMS, deren Absender die Empfängerin zu kennen glaubt.

Aschenputtel-Richterin: Richterin in Robe.

Atom-Chaoten: Greenpeace-Aktivisten, die gegen Atomkraft demonstieren.

Ausbrech-Bär: Brillenbär Juan aus dem Berliner Zoo (→ Flucht-Affe).

Baby-Beweis: Foto von Heidi Klum mit ihrem vier Tage alten Kind.

Badewannenfrau: telefonierende Kellnerin in der Badewanne, deren Wohnung von SEK-Beamten mit der eines Drogendealers verwechselt wird.

Balken-Fußball: Fernseh-Übertragung im “Quetsch-Format” 16:9.

Balkonmonster: (auch: Balkon-Vergewaltiger). Mann, der bei Frauen einsteigt, um sich sexuell an ihnen zu vergehen.

Bauch-Geheimnis: Operationsnarbe von Uwe Ochsenknechts Ehefrau Natascha.

Bein-ab-Professor: Dozent der Fachhochschule Dessau, dem anlässlich einer Entzündung in einer kostarikanischen Klinik das rechte Bein amputiert wurde, dessen linkes Bein aber nach Angaben der “Mitteldeutschen Zeitung” in einer deutschen Klinik gerettet werden konnte. (vgl. → Ohr-ab-Hund)

Benz-Baby: Luca-Timon Schrempp.

Benzin-Wut: Unzufriedenheit über die Höhe des Benzinpreises.

Berlinackte, die: (1) Von “Bild” erdachter Spitzname für die Schauspielerin Bai Ling, die während der Berlinale 2004 durch sparsame Bekleidung aufgefallen war. (2) Bezeichnung für Frauen, die irgendetwas mit Berlin und nackten Brüsten zu tun hatten oder einfach unbekleidet in der Stadt waren.

Bestie, fette: übergewichtiger Angeklagter.

Beton-Mutter: Sonderfall der → Todes-Mutter.

Bibber-Oma: 88-Jährige, die “bei 15 Grad bibbern” muss, weil der → Herzlos-Vermieter ihr die Heizung abgedreht hat.

Bin-Laden-Vize: Abu Mussab el Sarkawi.

Blut-Rallye, perverse: Fahrt mit einem Personenkraftwagen über eine Schaf-Weide, bei der ca. sechs Tiere zu Tode kommen.

Blutschande-Kinder: Abkömmlinge zweier Verwandter ersten Grades (→ Inzest-Paar).

Blut-Vermögen: Nachlass eines Mannes, der Amok lief.

Bojen: → Dutten; → Hupen.

Boller-Brüste: Brüste von Pamela Anderson.

Boris Specker: Boris Becker, von Paparazzi unvorteilhaft fotografiert.

Brücken-Teufel-Witwer: Ehemann des → Holzklotz-Opfers.

Brummi-Killer: Lkw-Fahrer, dem mehrere Morde zur Last gelegt werden.

Brust-ab-Mord: Tötungsdelikt, bei der das Opfer “pervers verstümmelt” worden sein soll.

Busen-Alarm: Noch mehr Fotos von leichtbekleideten Frauen (→ Popo-Alarm).

Busen-Ballarina: Ballettänzerin mit Körbchengröße 75 H.

Busen-Bettlerinnen: Frauen, die um Spenden für Brust-OPs bitten.

Busenblitzalarm: Kurzzeitiger Blick auf sekundäres Geschlechtsmerkmal prominenter Frauen (→ Nippel-Alarm)

Busenmacher-Witwe: Frau mit operativ vergrößerter Brust und gestorbenem reichen Ehemann, die sich gegen die Bezeichnung → Busenwitwe wehrt.

Busen-Krieg: Zwist zweier Frauen wegen eines Mannes.

Busen-Witwe: Frau mit operativ vergrößerter Brust und gestorbenem reichen Ehemann.

China-Sklaven: illegal eingeschleuste Chinesen.

danach: davor (→ davor)

Danny DeCitro: Danny DeVito, wenn er Zitronenlikör verkauft.

David Gagahoff: David Hasselhoff als Opfer von Internet-Spott.

davor: danach (→ danach)

Deutürken: Türken mit Deutschland als zweiter Heimat.

Deutürk-Fahne: schwarz-rot-goldene Flagge mit Halbmond und Stern.

Döner-Killer: mutmaßliche/r Serienmörder von Opfern, die minderheitlich (2 von 9) in einem Dönerimbiss gearbeitet bzw. einen Döner-Imbiss besessen haben.

Doppel-Nackt-Triumpf: Zwei Frauen, die bei einem “Playboy”-Wettbewerb erfolgreich waren, kommen aus derselben Stadt.

3D-Papst: Filmregisseur James Cameron, dessen Erfolgsfilm “Avatar” in 3D gedreht wurde.

Drogen-Attacke auf dem Schulhof: Wortspiel (Schultüte / Haschisch-Tüte) im Fernsehen auf Kosten einer Mutter.

Dutten: Brüste der Sängerin Courtney Love (→ Hupen, → Schaumglocken).

Eis-Baby: Kind, das nach seinem Tod in der Tiefkühltruhe aufbewahrt wird (→ Eis-Eltern).

Eis-Eltern: Paar, dessen gemeinsames Kind (→ Eis-Baby) nach dessen Tod in der Tiefkühltruhe aufbewahrt wird.

Eis-Halle: Handballhalle im tunesischen Sousse.

Eis-Mädchen: Kind auf Intensivstation, nachdem es in einen vereisten See eingebrochen war.

Eis-Mutter: Frau, die eines ihrer Kinder nach dessen Tod in der Tiefkühltruhe aufbewahrt.

Eis-Vater: Mann, dessen Ehefrau das gemeinsame Kind nach dessen Tod in der Tiefkühltruhe aufbewahrt.

Energie-Abzocker: Energieversorgungsunternehmen, die die Preise erhöht haben.

Engel mit den Eisaugen, der: amerikanische Studentin, die in Italien ihre Mitbewohnerin getötet haben soll.

enthüllen: (1) etwas behaupten; (2) etwas längst Bekanntes mit Verspätung aufgreifen.

Erb-Penner: Obdachloser, der von seinem Vater ein Haus geerbt hat.

Erdnuss-Komet: Asteroid, dessen Form an eine Erdnuss erinnert.

exklusiv: bei einer Pressekonferenz mitgeschrieben.

Fesselsex-Anwalt: Schwiegersohn der → Fesselsex-Oma.

Fesselsex-Oma: Schwiegermutter des → Fesselsex-Anwalts.

Fliegenmädchen: äthiopisches Mädchen, das kein Geld für Waschwasser hat und deshalb Fliegen anzieht (→ Tränenjunge).

Flucht-Affe: Gorilla Bokito aus dem Berliner Zoo (→ Ausbrech-Bär).

folgenlos Beschuldigter: Angeklagter, dessen Karriere und Ruf durch einen Strafprozess, an dessen Ende er freigesprochen wurde, zerstört wird.

Fremdgeh-Wetter: Sonnenschein mit sommerlichen Temperaturen.

Fremdkuss (auch: fremdknutschen): Begrüßungsbussi in Anwesenheit von Paparazzi.

Ganz Deutschland: die “Bild”-Redaktion (in Wendungen wie Ganz Deutschland spricht über…”, “Ganz Deutschland diskutiert…”, “Ganz Deutschland rätselt…”).

Gasnosse: Gerhard Schröder, der im Anschluss an seine Kanzlerschaft Berater einer russischen Gasfirma wurde.

geheim: (1.) der “Bild”-Zeitung erst seit Kurzem bekannt; (2.) der “Bild”-Zeitung und ihren Lesern schon länger bekannt; (3.) weltweit lange bekannt; (4.) irgendwas mit Hitler; (5.) öffentlich; (6.) falsch; (7.) öffentlich und von “Bild” gefälscht; (8.) von “Bild” bis heute nicht verstanden; (9.) von “Bild” aus anderen Zeitungen abgeschrieben; 10.) privat (vgl. auch → heimlich).

Gewissheit, traurige: Befürchtung, schlimme.

Glatzen-Gau: eigenhändiges Abrasieren des Haupthaars in einem von Paparazzi belagerten Frisiersalons.

Glatzkopf-Killer: Mann mit kurzen Haaren und Halbglatze, der wegen Totschlags angeklagt ist.

Gluck-gluck-weg-war’n-sie-Schwimmer: Schwimmer des Deutschen Schwimmverbandes, die bei Olympischen Spielen nicht die Medaillenerwartungen der “Bild”-Zeitung erfüllen.

Google-Killer: Wegen Mordes Verurteilter, der vor seiner Tat im Internet recherchiert hat.

Grand-Prix-Porno: privater Videofilm mit pornografischem Inhalt unter Mitwirkung der späteren kroatischen Teilnehmerin am Eurovision Song Contest 2006, der “schon vor zwei Jahren für großes Aufsehen sorgte”.

Grinse-Killer: mutmaßlicher Mörder, von dem die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlichte, das ihn lachend zeigt.

Grinsi-Klinsi: Jürgen Klinsmann, lächelnd.

Grusiker: Marilyn Manson.

Gyros-Bomber: griechischer Fußballspieler.

Hamster-Dödel: überdurchschnittlich kleiner Penis (→ Mini-Enrique).

Haschisch-Bomber: Ebi Smolarek (mehrere Jahre, nachdem er 2002 wegen Haschisch-Konsums von der Europäischen Fußball-Union mal für drei Monate gesperrt worden war).

heimlich: ohne “Bild” einzuladen (vgl. auch → geheim).

Herzlos-Vermieter: Vermieter, der einer 88-jährigen Frau (→ Bibber-Oma) die Heizung abgestellt hat.

“Hinkefering”, Franz: Vize-Kanzler Müntefering (SPD) mit Bänderriss.

Hitlerkind Franz Josef Wagners ganz persönliche Bezeichnung für Neonazis (vgl. auch → Nazi-Killer).

Hitler-Putsch: Putschversuch, bei dem es sich nicht um den “Hitler-Putsch” handelt.

Hochhaus-Baby, totes: Kleinkind, das den offenbar vorsätzlich herbeigeführten Sturz aus einem 21-stöckigen Haus nicht überlebte.

Holocaust-Bestie: Adolf Eichmann, NS-Kriegsverbrecher.

Holzklotz-Opfer: Frau, die durch einen von einer Autobahnbrücke geworfenen Holzklotz ums Leben kam.

Horror-Eltern: Elternpaar, das wegen Mordes an seiner Tochter angeklagt ist.

Hunger-Hund: abzumagernde Mischlingshündin, die bei Flugreisen ins Handgepäck passen sollte.

HunSticker, Michelle: Moderatorin Michelle Hunziker als Gratis-Aufkleber-Motiv der Springer-Zeitschrift “TV Digital”.

Hupen: Weibliche Brüste (“Freie Sicht auf die Hupen”: → Nippel-Alarm).

Hurensohn: Kind einer Prostituierten.

Igelmädchen: 21-jährige Frau, die einen Igel von der Straße retten wollte und dabei tödlich verunglückte.

Inzest-Paar: Verwandte, die gemäß § 173 StGB den Beischlaf zwischen Verwandten vollzogen haben. → Inzest-Bruder, → Inzest-Vater.

Inzest-Monster: Mann, der seine Tochter 24 Jahre lang im Keller eingesperrt und mit ihr gegen ihren Willen zahlreiche Kinder gezeugt haben soll.

Irak: Iran.

“Irre von Teheran”, der: Mahmud Ahmadinedschad, iranischer Präsident.

Jahrtausend-Papst: Karol Józef Wojtyła (1920 – 2005, von 1978 – 2005 als Johannes Paul II. Oberhaupt der katholischen Kirche)

Jammer-Buch: Magnus Gäfgen, “Allein mit Gott – Der Weg zurück”, Atlantic Milenium Press 2005, 215 S.

jetzt: Zeitraum, der grob zwischen einem, drei, fünf und 22 Jahren liegt.

Käfigbande: Mit-Angeklagte.

Kaiser-Heli: Hubschrauber vom Typ “Agusta A 109”.

Karne-geil, der: Hochstimmung beim Karneval.

Käse-Tussi: Niederländerin.

Käs Moss: Kate Moss, die mit einem Käsesandwich nach Pete Doherty geworfen haben soll.

Kate Singleton: Kate Middleton, (Ex-)Freundin von Prinz William.

Katzen-Kraft: Aus Müll gewonnener Diesel-Treibstoff.

Killer-Krankheit: Schlaganfall.

Killer-Nazis (pl.): Gruppe von Rechtsextremisten, die mindestens zehn Menschen erschossen haben (ursprünglich und irreführenderweise auch “Nazi-Killer”).

Killer-Schüler (pl.): 17-jährige Jugendliche, die ein Ehepaar getötet haben.

King Knall: Miroslav Klose.

Klapprad-Rentner: 92-Jähriger, der von einem LKW “totgequetscht” wurde.

Klau-Chance, keine: unumstrittene olympische Goldmedaillen für deutsche Teilnehmer.

Klima-Heuchler: Sigmar Gabriel.

Klümchen: Leni Klum (Tochter von Heidi Klum).

Klümchen Nr. 2: Henry Günther Ademola Dashtu Samuel Klum (Sohn von Heidi Klum) (→ Klümchen).

Klum-Kugel: Bauch der schwangeren Heidi Klum.

klumen: unbestimmte Handlung von Heidi Klums ganzem Glück.

Krawall-Bär: Braunbär auf deutschem Boden.

Krebsjunge: (1.) An Krebs erkranktes Kind, das in Mexiko starb. (2.) Vom Krebs geheilter Jugendlicher, der im Michael-Jackson-Prozess als Ankläger und Zeuge auftrat.

Krebsmädchen: An Krebs erkrankte Minderjährige, über deren Schicksal “Bild” eine Zeitlang berichtet.

Kuckucks-Vater (auch “Zahle-Papa”): Mann, der Unterhalt für ein Kind bezahlt, das er nicht gezeugt hat.

Kuss-Mädchen: vermeintliche Freundin von Tom Kaulitz.

Kuss-Unfall: öffentlicher Kuss.

Kurti (auch “faltiger Kurti”): Kurt Russells Penis.

Kurvikova: die frühere Profi-Tennisspielerin Anna Kournikova, als sie noch “ultra-feminin” war und “schöne Rundungen” hatte.

Leichenprofessor (auch: Leichen-Mann): der umstrittene Anatom Gunther von Hagens, Visiting Professor an der New York University (USA), Gastprofessor an der Dalian Medical University (China) und Honorarprofessor an der Bishkek State Medical Academy (Kirgisien).

Liebesdepp, Deutschlands größter: Mann, der auf Mallorca eine Frau kennenlernt, sie nicht nach Name und Telefonnummer fragt und sich anschließend an “Bild” wendet.

Liebesmonster, tätowiertes: Erwachsener Mann, der möglicherweise eine Zeitlang in einer Intimbeziehung mit einer Minderjährigen zusammenlebte.

Luder-Alarm: wird von “Bild” meist bei → Luder-Rückfall ausgelöst, kann gleichzeitig mit → Busenblitzalarm oder → Nippel-Alarm auftreten.

Luder-Rückfall: wiederholtes freizügiges Verhalten einer meist prominenten, weiblichen Person. Oftmals gekennzeichnet durch → Busenblitzalarm oder → Nippel-Alarm.

Lügen-Politiker: Politiker, der nachweislich mehrere falsche, eidesstattliche Versicherungen abgegeben hat.

Maulkorb-Urteil: Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Veröffentlichung von Paparazzi-Fotos.

Mini-Enrique: überdurchschnittlich kleiner Penis (→ Hamster-Dödel).

Mini-Models: Brüste von Kate Moss.

Mord-Reiter: die Janjawid (berittene arabische Miliz), denen der → Tränen-Junge entkam.

Müll-Kinder: Kinder, von denen “Bild” behauptet, sie seien verwahrlost.

nachrechnen: Online-Berechnungen anderer (z.T. ohne Quellenangabe) übernehmen.

Nackt-Freundin: Striptease-Tänzerin, deren Beruf in einem Mord-Prozess keine Rolle spielt.

NacktFotograf: Aktfotograf mit Stalkerneigung (nicht zu verwechseln mit “Nackt-Fotograf”).

Nackt-Künstler: Aktmaler.

Nackt-Test: niederländische DVD, die Ausländern Informationen über ihr Einwanderungsziel vermittelt.

Nackt-Unfall: TV-Auftritt der Sängerin Kylie Minogue in einem kurzen geschlitzten Rock, bei der sekundenlang ihr vermutlich hautfarbener Slip zu sehen war.

NacktTochter: junge Frau mit prominentem Vater, von der “Bild” monatlang wiederholt verschiedene Oben-ohne-Fotos zeigte.

Nackt-Zensur: (1.) Überlegung der griechischen EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou, das Abbilden sog. “Seite-1-Mädchen” europaweit zu verbieten. (2.) Entscheidung, einen TV-Film ohne eine überflüssige Nacktszene zu zeigen.

Narbenmann (auch: Narben-Sänger): der an Lupus erythematodes erkrankte Sänger Seal Henry Olusegun Olumide Adelo Samuel (genannt Seal).

Nippel-Alarm: Kurzzeitiger Blick auf sekundäres Geschlechtsmerkmal prominenter Frauen (“Freier Blick auf die → Hupen).

Nippel-News: mit einem Schriftzug bedruckte T-Shirts für Frauen.

Ohr-ab-Hund: Hund, dem die Ohren abgeschnitten wurden.

Ohr-Abschneider: Mann, der dem → Ohr-ab-Hund die Ohren abschnitt.

Okrakel: Oktopus, der den Ausgang von Fußballspielen richtig vorhersagt.

Pannen-Pipi: Tomislav Piplica, Torwart von Energie Cottbus.

Papstneidische Glaubensbrüder: papstkritische Christen.

Pasta-Schnute: Mund eines Italieners.

Penis-Attacke: Entblößung eines männlichen Geschlechtsteils spätabends im Fernsehen.

Penis-Gerücht, irres: (auch: Penis-Anhängsel, irres) die im Internet aufgekommene und mit unseriösen Quellen untermauerte Behauptung, die Sängerin Lady Gaga habe (auch) ein männliches Geschlechtsorgan.

Penis-Opfer: Chavdar Yankov.

Perversling, feiger: Angeklagter (wg. sexuellen Missbrauchs Minderjähriger), der sein Gesicht vor Fotografen verbirgt.

Pete Drogerty: Pete Doherty.

Pfui-Liga: Fußball-Bundesliga.

Pfui-Profis: Bundesliga-Fußballspieler, die versteckte Fouls begehen.

Pfui-Skandal: umstrittene “Struwwelpeter”-Bühnenfassung am Berliner Carrousel-Theater.

Pfui-TV: britische Fernsehserie “The Farm”.

Pfusch-Mädchen: Junge Frau nach missglückter Dutten- Hupen- Schaumglocken- Zuckertüten- Brust-OP.

Pilzminator: US-Politiker und ehemaliger “Terminator”-Darsteller Arnold Schwarzenegger, in dessen verkaufter Villa ein Schimmelpilzbefall festgestellt wurde.

Pipi-Bombe: Abwässer, die in gefrorenem Zustand aus der defekten Bordtoilette eines → Pipi-Jets austreten.

Pipi-Fälschung: Austausch einer Urinprobe gegen Fremdurin aus einem an den Genitalien befestigten Plastiksack.

Pipi-Jet: Flugzeug, aus dessen defekter Bordtoillete Abwässer austreten (→ Pipi-Bombe).

Pipi-Überwachung: Urin-Probe zur Dopingkontrolle (→ Schummel-Pinkler).

Plapper-Assi: Assistenztrainer Roland Koch.

Pleite-Griechen, die: Einwohner Griechenlands.

Pleite-Protz-Scheich, der: (auch: Scheich Protz) Muhammad ibn Raschid Al Maktum, Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate.

Pocasso (auch: Po-mmendorf, Po Vinci oder Toulouse Po-utrec): Tätowierung auf dem Steiß.

Polen-Schumi: Robert Kubica, polnischer Formel-1-Pilot.

Pop-Titan: Dieter Bohlen.

Popo-Alarm: Veröffentlichung von Fotos leichtbekleideter Frauen (→ Busen-Alarm).

Popo-Unfall, gemeiner: Steißbeinbruch.

Porno-Rückfall, schwerer (auch: Schmuddel-Rückfall, erschütternder): “FHM”-Kolumne einer ehemaligen Porno-Darstellerin über “erotischen Erfahrungen mit farbigen Männern” (“Bild”).

Porno-Verdacht: Vermutung, dass Illustrationen auf Kaubonbon-Verpackungen sexuelle Handlungen darstellen.

Prinz Pause: Lukas Podolski als Ersatzspieler.

Prinz Peng: Lukas Podolski.

Prinz Peng, kleiner: Louis Podolski, Sohn von Lukas Podolski.

Prinzessin von Hohenkullern: Prinzessin Maja von Hohenzollern, deren rechte Brustwarze durch das Verrutschen ihres Kleides beim Tanz kurzzeitig zu sehen war (→ Zuckertüte).

Prof. Kara-Flex: der mit umgangssprachlichen Begriffen aus dem Hand- und Heimwerkermillieu wenig vertraute Anekdotenerzähler Hellmuth Karasek.

Prügelnacht von Istanbul, die (auch “Prügelnacht von Türkei gegen Schweiz”): Gewalttätigkeiten unter Fußballern nach einem WM-Qualifikationsspiel (→ “Türken-Sünder”)

Prügel-Nacht von Potsdam, die: Übergriff auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M.

Prügel-Prinz: ursprünglich Ernst-August von Hannover, inzwischen auch Harry Windsor und Frederic von Anhalt.

Prügel-Türke: Özalan Alpay; vgl. auch Prügelminister (Christoph Palmer), Prügel-Gauchos (Argentinische Fußballnationalmannschaft von 2006), Prügel-Model (May Andersen), Prügel-Männer und Prügel-Mädchen (diverse) sowie → Prügel-Prinz.

Pummelnaldo: der brasilianische Fußballspieler Ronaldo Luís Nazário de Lima nach Gewichtszunahme.

Pummel-Tore: erfolgreiche Torschüsse des brasilianischen Fußballspielers Ronaldo Luís Nazário de Lima trotz Übergewichtes.

Reifen-Depp: Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier.

renommiert: umstritten.

Rollstuhl-Mädchen: 30-jährige Rheumakranke.

Rollstuhl-Sängerin: gelähmte Volksmusikinterpretin.

“Sahara-Sex”: Geschlechtsverkehr bei Außentemperaturen von bis zu 37 Grad Celsius.

Sarrazin-Land: Stadtteil mit sehr hohem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, besonders Muslimen.

SAT 1-Baby: Fötus einer Mitarbeiterin in der Sat.1-Abteilung “Show & Unterhaltung”, der mutmaßlich von RTL-Chef Marc Conrad gezeugt wurde.

schänden: Ein mit einem Hakenkreuz bekritzeltes Din-A-4-Papier vor das Wappen der deutschen Botschaft in Athen halten.

Schamlos-Ehepaar: Paar, das angekündigt hat, während seiner Teilnahme an der RTL2-Show “Big Brother” ein Kind zeugen zu wollen.

Schaumglocken: Brüste der Sängerin Britney Spears (→ Hupen).

Schiri-Frau: Schiedsrichterin.

Schlechtschreibreform: Rechtschreibreform.

Schleck-Fall: Begrüßungskuss zwischen Dieter Thomas Heck und Jürgen Drews.

Schlüpfer-Opa: verheirateter 59-Jähriger, der heimlich Damenunterwäsche kauft und trägt.

schmidtzig: wichtigstes Kriterium zur Bewertung der Sat.1-Show “Anke Late Night”.

Schnief-Viren: Krankheitserreger, die “böse rumschwirren” und mit dem Verzehr von Sauerkraut bekämpft werden können.

Schniedel-Woods Eldrick “Tiger” Woods (→ Tiger-Woods-Syndrom).

Schnitzel-Stefan: mutmaßlicher Zechpreller, dessen Lieblingsgericht “Schnitzel mit Pommes oder Eisbein mit dicker Schwarte und viel Senf” sein soll.

Schummel-Huren: Prostituierte, die “gefälschten Geschlechtsverkehr” praktizieren.

Schummel-Pinkler: jmd., der eine Urinprobe gegen Fremdurin aus einem an den Genitalien befestigten Plastiksack austauscht (→ Pipi-Fälschung).

Schummel-Urin: → Pipi-Fälschung.

Schwarz-Rot-Geil: 1.) positives Nationalgefühl 2.) Deutschland (“Heute gegen Georgien will er wieder für ‘Schwarz-Rot-Geil’ ballern”).

Schweinirei: Foul von Bastian Schweinsteiger.

See-Schlacht: Nachbarschaftstreit um die Länge von Wolfgang Joops Bootssteg.

Sekt-Anschlag: jmd. öffentlich Sekt über den Kopf gießen.

Sekt-Politiker (→ Sekt-Anschlag): CDU-Wirtschaftssenator, der jmd. öffentlich Sekt über den Kopf gießt.

Sendezeit schinden: Wiederholungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

sexeln: küssen, umarmen.

Sex-Erpressung: Verkaufsverhandlungen über den Preis von Nacktfotonegativen.

Sex-Hure: Frau, die (anders als gewöhnliche Huren oder Prostituierte, die sexuelle Handlungen gegen Bezahlung anbieten) sexuelle Handlungen gegen Bezahlung anbietet.

Sex-Lehrerin: (beliebige) Lehrerin, die mit einem Schüler (oder dem Vater eines Schülers) in sexuelle Handlungen verstrickt war (nicht zu verwechseln mit Sexlehrerin).

Sex-Tragödie: Situation einer geschlechtsreifen Eisbären-Dame, die mit einem noch nicht geschlechtsreifen Eisbärenbullen anzubandeln versucht.

Sing-Unfall: Textschwäche beim öffentlichen Absingen der deutschen Nationalhymne.

Single: Mensch in fester Beziehung, aber unverheiratet.

SMSeln: flirten per SMS.

Strom-Wut: Unterstellte Ungerechtigkeit bei Energiepreisen.

Super-Polizist: (1.) Lee Paige, Fahnder der US-amerikanischen Anti-Drogenbehörde DEA, von “Bild” auch “Polizei-Trottel” genannt. (2.) Wolfgang Geier, Leitender Kriminaldirektor im Polizeipräsidium Mittelfranken, von “Bild” auch “Spezialist für aussichtslose Fälle” genannt.

SNN: Kurzform für “short nippel-news” (→ Nippel-News).

Suppen-Sylvie: Ex-MTV-Moderatorin Sylvie van der Vaart, die gemeinsam mit ihrem Fußball spielenden Mann Rafael in Holland einen Werbevertrag mit Knorr abgeschlossen hat.

Tanga-Grapscher, perverser: Mann, der Mädchen in den Schritt oder an die Unterhose greift (→ Tanga-Terror).

Tanga-Terror: Mädchenunterhosen, die einem Popstar von seinen Fans per Post zugestellt werden.

Telefonbusen: mit Telefonnummer beschriftetes Dekolletee.

Tequila-Junge: 16-jähriger, der, nachdem er größere Mengen Alkohol (Tequila) getrunken hatte, rund einen Monat später an den Folgen einer Alkoholvergiftung starb (→ Wodka-Mädchen).

Terror-Witwe: (islamische) Selbstmordattentäterin, deren Mann im Krieg gestorben ist.

Tiger-Woods-Syndrom: Sexsucht.

Todes-Mutter, die: Bezeichnung für eine Frau, die im jeweils aktuellsten, öffentlich gewordenen (oder von “Bild” öffentlich gemachten) Fall mit dem gewaltsamen Tod eines eigenen Kindes in strafrechlich relevanten Zusammenhang gebracht werden kann (oder von “Bild” gebracht wird).

Todespfleger: → Tot-Spritzer.

Tomaten-Schiri: Knut Kircher, Schiedsrichter.

Totraser: jmd., der einen tödlichen Autounfall verursacht.

Tot-Spritzer: Krankenpfleger, der Patienten mit Medikamenten tötet.

Tränenjunge (auch Tränenkind): der einjährige Sudanese Abdelsalam, fotografiert in einem Flüchtlingslager im Tschad.

Tränen-Krieg: Sorgerechtsprozess, bei dem eine der streitenden Parteien weinend den Gerichtssaal verlässt.

Tsunami-Kind, deutsches: Seit einem Seebeben im Indischen Ozean von ihren Eltern vermisstes Mädchen.

Türkei-Virus: Aus Zentralasien stammender Krankheitserreger H5N1, landläufig als “Vogelgrippe” bekannt.

Türken-Sünder: → “Prügel-Türke”

TV-Titan: Thomas Gottschalk.

Unterpfotung: Abschluss eines Arbeitsvertrages durch und für Daisy, den Hund des verstorbenen Rudolph Moshammer.

Umzugskisten-Gorilla (auch Gorilla aus der Umzugskiste, Umzugs-Gorilla): Gorilla-Junges, das den Zoo wechselt.

Uuuupsala-schön-anzusehen-sind-sie-ja: Brüste von Britney Spears.

Urlaub-Weg-Minister: SPD-Politiker, der den Deutschen nahegelegt hatte, man solle “im Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen”.

Venus-Geweih: symmetrische Tätowierung unterhalb des Bauchnabels.

verklagen: anzeigen.

Versexen: den Look von DSDS-Gewinnerin Elli ändern.

Wasser-Schweini: Bastian Schweinsteiger, von einem Laienpaparazzo beim Wasserskilaufen fotografiert.

wegsexen: durch freizügiges Auftreten einen Wettbewerbsvorteil erlangen.

Wirbel (auch Riesen-Wirbel / Sex-Wirbel / Liebes-Wirbel / Porno-Wirbel / Baby-Wirbel): Sachverhalte, über die “Bild” an mindestens zwei Tagen berichtet (→ ganz Deutschland).

Wodka-Mädchen (auch Absturz-mädchen): 14-Jährige, die wenige Tag nach dem → Tequila-Jungen größere Mengen Alkohol (Wodka) getrunken hatte und mit dem Verdacht auf Alkoholvergiftung mehrere Tage im Krankenhaus verbrachte.

Zisch-und-weg-Polo: VW Polo GTI.

Zombie-Killer: Amokläufer bei einer Mottoparty.

Zuckertüte: rechte Brust des Fotomodells Naomi Campbell.

Zwischen Schambein und Schaumglocken: Bauch.

 

Danke auch an die vielen Hinweisgeber!

Longchamp, Winkler, Technologiekritik

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Illusion vom paid content”
(ndr.de, Video, 6:17 Minuten)
Ein kurzer Überblick über die bisherigen Bezahlangebote der Printverlage im Internet. Weiterhin unbeantwortet bleibt die Frage, für welche Form von Journalismus Leser bereit sind, online Geld auszugeben. Klar ist: “Die fetten Jahre sind vorbei.”

2. “Hau den Blocher”
(tagesanzeiger.ch, Simone Matthieu)
Das linksliberale Boulevardportal Tagesanzeiger.ch behandelt die (eigene) Verhaltensweise, Aussagen von Prominenten gegen die rechtskonservative Partei SVP und deren Aushängeschild Christoph Blocher aufzubauschen. Der “altbekannte PR-Trick” sei eine “Win-Win-Situation”: “Die Medien machen gute Quote und der Blocher-Verunglimpfer wird – egal wie unbekannt er ist und wie unbedeutend seine Aussagen sind – zum Mann der Stunde.”

3. “Wie ein 20-Jähriger einen Verlag demontiert”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz über den hyperlokalen Sportjournalismus von Michael Wagner, dem Macher von fussball-passau.de: “Jede Liga, jedes Spiel wird dort inzwischen ausführlich geschildert. Es gibt Spielerbörsen, Tabellen, Statistiken, kurzum: Wagner hat ein hyperlokales (Fußball-)Medium gemacht — und die User dort sind glücklich.”

4. “Falscher Prophet”
(blog.persoenlich.com, Stefan Bühler)
Stefan Bühler fordert wegen der “katastrophalen Fehlleistung” des Prognostikers Claude Longchamp bei der Vorhersage der Ergebnisse der Minarett-Initiative für das Schweizer Fernsehen Konsequenzen.

5. “Willi Winkler und der Mann der Tat”
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Thierry Chervel kritisiert einen Artikel von Willi Winkler in der “Süddeutschen Zeitung” über Dieter Kunzelmann: “Winklers Artikel repräsentiert eine Tendenz in der kulturellen, intellektuellen und auch politischen Linken in Deutschland – eine Tendenz zur Leugnung der Geschichte.”

6. “Standardsituationen der Technologiekritik”
(online-merkur.de, Kathrin Passig)
Kathrin Passig schreibt über den “öffentlich geäußerten Missmut über das Neue” und stellt einen stets wiederkehrenden Argumentationsverlauf fest. 1. Wofür soll das gut sein? 2. “Wer will denn so was?” 3. Das ist nur etwas für “zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten”. 4. Das ist nur “eine Mode, die vielleicht wieder vorbeigeht”. 5. Das wird auch nichts ändern. 6. Es ist gut, aber nicht gut genug. 7. “Schwächere als ich können damit nicht umgehen!”. 8. So sollte man aber es nicht nutzen. 9. Es verändert unsere “Denk-, Schreib- und Lesetechniken zum Schlechteren”.

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Hunde, wollt Ihr ewig trainingsfrei haben?

Der Fußball-Trainer Felix Magath gilt als das, was man gerne einen “harten Hund” nennt. Originellerweise nennt man ihn deshalb gerne in der Liga auch “Quälix” — und sein Ex-Spieler Jan-Aage Fjörtoft ließ sich nach einiger Zeit unter dem Trainer Magath zu dem wunderbaren Satz hinreißen, demnächst werde das Training wohl auf Alcatraz veranstaltet.

Mit wohligem Gruselschauer berichtet “Bild” heute deswegen von Magaths neuesten Disziplin-Eskapaden: Jetzt quält er seine (mittlerweile) Schalker Jungs sogar schon an Neujahr und an Silvester! “Fünf Wochen vor Jahresende zündet Schalke-Trainer Felix Magath (56) schon mal den ersten Knaller…”, staunt “Bild”, um sofort hinzufügen, dass es so etwas auf Schalke “schon ewig nicht mehr” gegeben habe. Ob Fred Rutten, Mirko Slomka oder Jupp Heynckes, sie alle hätten nie vor dem 3. Januar mit dem Training begonnen. Und Ralf Rangnick, der olle Fußball-Professor, habe seinen Spielern sogar “mindestens doppelt so viel” an freien Tagen gewährt wie der ewige Quälix.

Ein Beleg mehr also für den “harten Hund”? Eher nein, denn Rangnick konnte es sich mühelos leisten, der Mannschaft doppelt so viel Urlaub zu geben. Die traditionelle Winterpause war früher auch doppelt so lang. In dieser Saison hingegen wird sie erstmals von rund sechs auf drei Wochen gekürzt. Statt wie früher Ende Januar/Anfang Februar müssen die Bundesliga-Teams dieses Jahr bereits am 15. Januar wieder zur Rückrunde antreten.

Mag also sein, dass Magath tatsächlich ein harter Hund ist — 17 andere Trainer der Liga werden allerdings in diesem Jahr ähnliche “Knaller zünden”.

Mit Dank an Basti!

Savelberg, Kochsendungen, Federer

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. Interview mit Rob Savelberg
(blogsprache.de, Torben Friedrich)
Journalist Rob Savelberg spricht über die Auswirkungen einer Frage an einer Pressekonferenz zum Koalitionsvertrag. “Die Qualität meiner Frage war ganz normal. Es fiel mir nur auf, dass von 300 Journalisten in der Bundespressekonferenz niemand nach der Personalie Schäuble weitergefragt hat. Den Spendenskandal hat niemand vergessen, aber danach fragen, öffentlich, bei der ‘feierlichen’ Präsentation des neuen Koalitionsvertrag, das hat keiner gemacht.”

2. “Die Risiken der Risiko-Berichterstattung”
(tagesschau.de, Fiete Stegers)
Eine Zusammenstellung von weiterführenden Links zur “krass überzogenen” Berichterstattung vieler Medien zur Schweinegrippe.

3. “Veröffentlichte Namen im Wettskandal”
(ndr.de, Video, 5:14 Minuten)
Fußball: Obwohl noch nicht klar ist, wer vom Wettskandal betroffen ist, nennen “Welt Online” und “Bild” Namen.

4. “10 Kochsendungen zum Kotzen”
(fernsehkritik.tv, Video, ca. 15 Minuten)
Fernsehkritik-TV kümmert sich um die inflationär ausgestrahlten Kochsendungen am Fernsehen. Zitat aus dem Beitrag: “Früher hat das ZDF am Nachmittag niveauvolles Kinderfernsehen gezeigt. Heute gibt es dort niveauloses Erwachsenenfernsehen. Denn das hier dürfte sogar Kindern wahrlich zu blöd sein.”

5. “Text jetzt, Dessous später”
(woz.ch, Susan Boos)
Susan Boos schreibt über die sich zunehmend auflösenden Grenzen zwischen Journalismus und PR – “sechzig Prozent aller Beiträge in den Medien sind auf Pressekonferenzen oder -mitteilungen zurückzuführen” – “Die Medienschaffenden haben immer weniger Zeit, in der Folge kommen sie oft unvorbereitet an Interviews und kennen ihre Dossiers nur ungenügend oder gar nicht. So können die PR-Beauftragten sie mit Informationen füttern. Und sie nehmen das Futter dankbar an.”

6. “Roger Federer Behind Scenes CNN Interview”
(youtube.com, Video, 4:54 Minuten, englisch und spanisch)
CNN bittet den Tennisspieler Roger Federer zum Interview. Aufgezeichnet werden auch spanische Fragen, die sich Federer mit ernster Miene anhören soll.

Enke, Sportblogger, Benninghoff

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Nummer Eins lebt”
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris fragt sich, warum zum Tod von Robert Enke dauernd Sätze wie “Mir fehlen die Worte” und “Warum nur?” fallen – schliesslich würden vier Millionen Deutsche an Depressionen leiden. “Wir wissen, warum. Es ist eine Krankheit.” – “Aber im Rahmen der real existierenden Medienwirklichkeit lesen wir stattdessen über die verdammte Schweinegrippe (die in meinen Augen nichts ist als eine Hysterie).”

2. “Flickering Lights”
(11freunde.de, Dirk Gieselmann)
“Nur eine Stunde zuvor hat ein Mensch irgendwo dort im Dunkeln seinem Leben ein Ende gesetzt. Wer will da wirklich dabei sein?”

3. “Defizite des etablierten Sportjournalismus”
(carta.info, Jürgen Kalwa)
Jürgen Kalwa schreibt über Einschüchterungsmaßnahmen gegenüber Sportbloggern: “Weil es dort fast überall an einer konsequent kritischen und skeptischen Haltung gegenüber Sponsoren, Investoren und angeblichen Experten wie Franz Beckenbauer mangelt (…), reagieren solche Herrschaften schnell überempfindlich, wenn ihnen jemand seine Meinung sagt. Dann schicken sie rasch ihre Anwälte los.”

4. “Rekordstrafe – Philipp Lahm und seine offenen Worte”
(ndr.de, Video, 6:21 Minuten)
Die Sendung “Zapp” fasst nochmals zusammen, was dieses Interview des Fußballers Philipp Lahm mit der “Süddeutschen Zeitung” ausgelöst hat.

5. Interview mit Dirk Benninghoff
(meinemarie.org, Josche van der Ven)
Der Nachrichtenchef von stern.de, Dirk Benninghoff, spricht gegenüber der Schülerzeitung “Marie” ein offenes Geheimnis aus: “Online-Redaktionen werden niemals so besetzt werden wie Print-Redaktionen zu ihren besten Zeiten, weil man damit tendenziell nicht so viel Geld verdienen kann, deswegen werden auch Praktikanten ‘online’ häufig als Vollzeitkräfte ‘missbraucht’. Das führt wiederum dazu, dass schon die Praktikanten gut sein müssen.”

6. “Preis und Wert des Journalismus”
(schimmeck.de, Tom Schimmeck)
Der freie Journalist Tom Schimmeck an den Mainzer Medientagen: “Um überleben zu können, produzieren alle für möglichst viele Kunden in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Text. Recherche – Nachhaken, Nachdenken, Nachlesen – verkommt zum Luxus. Journalisten sind verdammt zum Wiederkäuen der zirkulierenden Worthülsen und Soundbytes.”

Pressehaus Stuttgart, Walder, Hartmann

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Steuerhinterziehung im Pressehaus Stuttgart”
(swr.de)
Ein ehemaliger Abteilungsleiter löst mit einer Selbstanzeige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus: “Demnach sollen den Mitarbeitern in der Druckerei von ‘Stuttgarter Zeitung’ und ‘Stuttgarter Nachrichten’ über viele Jahre Gelder zugeflossen sein, für die keine Lohnsteuer und Sozialabgaben gezahlt wurden.”

2. “Kein Verständnis für Gejammer”
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
Mit der Einführung des Newsrooms beim Ringier-Verlag verlieren alle bisherigen Ressortleiter der “Blick”-Gruppe ihre Funktion, können sich aber (wie andere) bis zum 13. November darum bewerben. Marc Walder, Chef von Ringier Schweiz: “Ich habe kein Verständnis für Gejammer oder Polemik, denn wenn das grösste Medienhaus die Bedürfnisse des Lesers nicht versteht und darauf reagiert, dann haben wir alle – ich inklusive – bald keinen Job mehr.”

3. “Whiteface zu Halloween: Dieses Jahr mal als Wallraff”
(noahsow.de)
Noah Sow nimmt die neuste Wallraff-Aktion auf und feiert Halloween als “Whiteface” Günter Wallraff.

4. Interview mit einem ‘Digital Native'”
(telemedicus.info, Anja Assion)
Ein Gespräch über den Medienkonsum einer 14-jährigen Gymnasiastin – herkömmlicher Journalismus kommt darin nicht vor: “Ein normaler Tag im Internet… Nun, als erstes gehe ich zu SchülerVZ und schaue dort, ob es etwas Neues gibt. Dann checke ich meine Mails und außerdem ein Forum, in dem ich aktiv bin. Auf all diesen Plattformen, besonders SchülerVZ, findet man mich auch mehrmals am Tag.”

5. “News von heute erst morgen”
(media-blog.ch, Edi)
Edi hat die Tageszeitung “Bote der Urschweiz” abonniert, erhält sie aber täglich einen Tag zu spät. Ein Rabatt soll ihm dafür trotz vergünstigten Tarifen bei den Postbeförderung nicht gewährt werden: “Ist das Leserservice? Welcher andere Trottel bekommt die Tageszeitung von heute erst morgen?”

6. “Waldi Hartmann und der Vulkanausbruch”
(derwesten.de, Andreas Winkelsträter)
Waldemar Hartmann erklärt, wie es dazu kam, dass er Sportreporter wurde: “Ich hatte ne Kneipe in Augsburg. Und in der verkehrten einige Journalisten, meist Sportjournalisten, weil da auch viele Fußballer waren. (…) Und so bin ich da ein bisserl hineingeschlittert.”

Lily Allen und die Monsterschlampen

I don’t know what’s right and what’s real anymore
And I don’t know how I’m meant to feel anymore
And when do you think it will all become clear?
‘Cause I’m being taken over by the fear

(Lily Allen – The Fear)

Ein britisches Gericht hat die Boulevardzeitung “The Sun” verurteilt, 10.000 Pfund Schadenersatz an die Sängerin Lily Allen zu zahlen.

Im Mai dieses Jahres hatte die “Sun” aus einem angeblichen Interview Allens mit der französischen Fußballzeitschrift “So Foot” zitiert, in dem die Sängerin sich abfällig über ihre Kolleginnen und Spielerfrauen Victoria Beckham und Cheryl Cole geäußert haben soll.

Lily Allen gab aber an, nie mit “So Foot” gesprochen zu haben, eine Klage gegen das Magazin ist in Frankreich anhängig. Die “Sun” hat sich entschuldigt und den Artikel aus ihrem Online-Angebot entfernt.

Warum wir das in einem Watchblog für deutschsprachige Medien aufschreiben?

Läster-Attacke gegen Victoria Beckham und Ashley Coles Frau - Lily Allen: Posh ist ein Monster, Cheryl eine Schlampe

Nachtrag, 16:16 Uhr: Und – Zack! – hat auch Bild.de den Artikel offline genommen.

Promis, Zwangsfernsehen, Printfeudalismus

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Das Geschäft mit falschen Promi-Nachrichten”
(ndr.de, Video, 5:22 Minuten)
Ein Blick auf die englische Boulevard-Presse, die ungeprüft von Lesern telefonisch mitgeteilte Stories über Prominente druckt, wenn sie denn keine rechtliche Bedrohung darstellen. Einmal niedergeschrieben, werden die Unwahrheiten, zum Beispiel die Geschichte über die in Brand geratenen Haare von Amy Winehouse, hundertfach von anderen Medien verbreitet, immer mit Bezug auf das Ursprungsblatt.

2. “Axel Springer und die Stasi”
(faz.net, Michael Hanfeld)
Michael Hanfeld über den Film “Bespitzelt Springer!” von Tilman Jens, der die Überwachung des Axel Springer Verlags durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zum Thema hat. Sein Fazit: “Vor der Stasi war Springer nackt.”

3. “Kein politisches Zwangsfernsehen”
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Für Michael Spreng gehen die Vorwürfe von Bundestagspräsident Norbert Lammert an ARD und ZDF ins Leere. Die Übertragung sei auf “Phoenix” zu sehen gewesen, ausserdem unterliege auch der Bundestag “den Gesetzen der Mediengesellschaft”: “Veranstaltungen müssen spannend und kontrovers, zumindest aber interessant sein und einen Erkenntnisgewinn vermitteln”.

4. “Abt. Das Ende des Journalismus”
(infam.antville.org, vanpipe)
Bild.de liefert ein Beispiel, wie eine Geschichte auch ganz ohne Empörung inszeniert werden kann – und Schweizer Online-Portale steigen dankbar darauf ein: “Weder in der Schweizerischen Mediendatenbank noch in Blogs noch auf Google News finden sich Hinweise darauf, dass irgendjemand sich darüber geärgert haben könnte, dass ein deutsches Wiesn-Playmate namens Alena Gerber die obskure Web-Sendung usgang.tv präsentiert.”

5. “Qualitätsmedien und Analysen”
(ballverliebt.eu, Philipp Eitzinger)
Fußball: Philipp Eitzinger war in London und freute sich über detailierte Pass-Analysen im “Guardian”. “Solche Grafiken und Artikel” könne man “in den heimischen Medien lange suchen”.

6. “Nicht mein Beruf”
(rebellmarkt.blogger.de, donalphons)
Donalphons über den Niedergang der Printbranche: “Es wird dem Printfeudalismus ergehen wie dem echten Feudalismus, ein paar Paläste werden stehen bleiben und gegen Geld zu besichtigen sein, aber die Kaschemmen wird man wegreissen, weil es weder finanzierbar sein wird, noch gefragt. Irgendwann wird auch der Trick einer Berliner Tageszeitung nicht mehr laufen, Leute umsonst arbeiten zu lassen – weil die Leute irgendwann verstehen, dass in dem Beruf nur für wenige etwas zu holen ist.”

Bild.de, sid  etc.

Zieht den Bayern die Onlinehosen aus!

Das Medienmagazin “Meedia” hat die Besucherzahlen der Homepages deutscher Profifußballclubs verglichen und daraus “die deutschen Fußballmeister des Internets” ermittelt.

“Tolle Sache!”, scheint man sich bei Bild.de gedacht zu haben und hat die Geschichte gleich aufgegriffen.

Es gab nur ein Problem: In der “Meedia”-Statistik, die auf dem Google-Werkzeug “Ad Planner” beruhen, fehlt der FC Bayern München. Dessen Homepage ist eine Unterseite von t-home.de, weshalb sich aus öffentlich einsehbaren Quellen keine eindeutigen Besucherzahlen (“Unique Visitors”) ermitteln lassen.

“Meedia”-Autor Jens Schröder schrieb aber:

Dem Vernehmen nach dürften aber mindestens 30-40% der 1,60 Mio. Unique Visitors auf t-home.de wegen der FCB-Website zustande gekommen sein. Damit läge der FC Bayern an der Spitze der Clubs.

Also: Die Bayern werden offiziell nicht gewertet, wären aber Schätzungen zufolge deutlicher Spitzenreiter bei den Besucherzahlen.

Das war zu kompliziert für Bild.de, wo man deshalb in einer ersten Version die Bayern der Einfachheit halber zu Siegern erklärte und titelte:

Tabelle nach Homepage-Visits:
Bayern München ist Online-Meister vor Borussia Dortmund

Kurz darauf änderte Bild.de seine Meinung und den Artikel und titelte nun überraschend:

Die Internet-Tabelle der Bundesliga: Dortmund führt vor Bayern

Als Quelle angegeben war nun: “meedia.de und FC Bayern”. Es schien, als hätte Bild.de beim FC Bayern selbst nachgefragt — jedenfalls hantierte die Redaktion plötzlich mit der Zahl “260.000” und erstellte daraufhin ein eigenes Ranking.

Nun könnte man sagen: “Immerhin hat Bild.de sich die Mühe gemacht und selbst noch ein wenig recherchiert. Warum sie das nicht vor der Veröffentlichung des Artikels in der ersten Form (mit Bayern als Spitzenreiter) getan haben weiß man nicht, aber immerhin …”

Doch selbst wenn man annähme, dass die 260.000 stimmten, wäre die folgende Behauptung immer noch Quatsch:

Und auch im Internet reicht es für Deutschlands Vorzeigeklub nur zur Vize-Meisterschaft

Das hat das Mediadaten-Portal meedia.de herausgefunden. Dort werden alle Homepages der Bundesliga-Klubs nach den regelmäßigen Nutzern (“Unique Visitors”) aufgelistet — und da liegt der Rekordmeister hinter Borussia Dortmund.

— denn bei “Meedia” hat der FC Bayern ja gar keinen Platz in der Auflistung.

Das wiederum war den Kollegen vom Sportinformationsdienst sid offenbar völlig entgangen, als sie folgende Meldung tickerten:

Dortmund hat die beliebteste Internet-Homepage
Dortmund (SID) In der Tabelle der beliebtesten Internet-Homepages ist Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund die Nummer eins. Das ist nach Informationen von bild.de das Ergebnis einer Untersuchung des Mediadaten-Portals media.de [sic!]. Aufgelistet wurden die Klubs nach der Anzahl der regelmäßigen Nutzer ihrer Internetseiten pro Monat. Hinter dem BVB (290.000 Nutzer im Monat September) liegt Bayern München (260.000) vor dem Hamburger SV und Schalke 04 (jeweils 240.000) sowie Werder Bremen (220.000).

“Nach Informationen von bild.de das Ergebnis einer Untersuchung des Mediadaten-Portals media.de” — Toll, was? Anstatt einfach mal auf den Artikel bei “Meedia” (mit zwei E) zu schauen, der sogar bei Bild.de direkt verlinkt ist, schreibt der sid, was Bild.de schreibt, was ein “Mediadaten-Portal” (was auch immer das sein soll) schreibt. So funktioniert Journalismus im 21. Jahrhundert.

Auftritt “Welt Online”:

In der Tabelle der beliebtesten Internet-Homepages ist Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund die Nummer eins. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Mediadaten-Portals media.de. Aufgelistet wurden die Klubs nach der Anzahl der regelmäßigen Nutzer ihrer Internetseiten pro Monat. Hinter dem BVB (290.000 Nutzer im Monat September) liegt Bayern München (260.000) vor dem Hamburger SV und Schalke 04 (jeweils 240.000) sowie Werder Bremen (220.000).

Indem man “nach Informationen von bild.de” aus der sid-Meldung rausgenommen hat, ist jetzt natürlich alles falsch, denn weder bei “Meedia” und schon gar nicht bei media.de stehen die Bayern auf Platz zwei.

Kaum hatte sich die Meldung mit Dortmund als Nummer 1 halbwegs verbreitet, schmiss Bild.de irgendwann am Abend den kompletten Artikel erneut um und krampfte sich in Richtung der ersten Version zurück:

Tabelle der Bundesliga-Klubs nach Homepage-Visits: Bayern München vor Borussia Dortmund und dem HSV

(…) Nur zu Bayern München konnte die Medienseite keine genauen Angaben machen — die hat der Verein jetzt nachgeliefert. Das Ergebnis: Deutschlands Klub der Superlative liegt mit klarem Vorsprung an der Spitze, “Vize-Meister” ist Borussia Dortmund vor dem HSV und Schalke.

Doch der Versuch der Eigen-Recherche ist gründlich in die Hose gegangen:

 1. Bayern München: 3,54 Millionen (www.bayern.t-home.de) * Zahlen von 09/09, Quelle: FC Bayern. Alle anderen Angaben von meedia.de

Wir erinnern uns: t-home.de hat insgesamt 1,6 Millionen Unique Visitors (verschiedene Besucher), da kann die Subdomain bayern.t-home.de schlecht mehr als doppelt so viele haben. Der FC Bayern hat Bild.de anscheinend die Zahl der visits (Besuche) genannt — eine ganz andere Messgröße, die sich mit den anderen nicht vergleichen lässt.

Und vermutlich für immer ein Geheimnis wird bleiben, wo die Zahl 260.000 herkame, die Bild.de vorher genannt und die der sid treudoof weiterverbreitet hatte.

Mit Dank auch an Manuel H.

Nachtrag, 17. Oktober, 00:17 Uhr: Anders als Bild.de schreibt (und wir leider auch), lautet die Adresse der Bayern-Seite übrigens www.fcbayern.t-home.de.

niiu, Nido, Nachtmagazin

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Personalisierte Zeitung niiu: Wegweisend oder zum Scheitern verurteilt?”
(medialdigital.de, Ulrike Langer)
Ulrike Langer zweifelt daran, dass die personalisierte Tageszeitung “niiu” Erfolg haben wird. Die Inhalte finde man größtenteils kostenlos im Netz und sie seien von gestern.

2. Interview mit Karl Lüönd
(tagesanzeiger.ch, Erwin Haas und Maurice Thiriet)
Heute feiert die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” ihren 50. Geburtstag mit einem Relaunch. Publizist Karl Lüönd antwortet auf die Frage “Kann man denn als Boulevardblatt anständig bleiben?”: “Ja. Qualität und Integrität sind auf jedem Niveau möglich.”

3. Interview mit Timm Klotzek und Michael Ebert
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann, Dominik Bardow und Johannes Gernert)
Timm Klotzek vom Elternmagazin “Nido” erklärt seine Themenauswahl gleich drei Journalisten: “Themen, über die man sich privat länger unterhält, die wandern eher auf den Zettel.” – Doch es gibt Grenzen: “Blöd wäre da: ‘Bundestagswahl? Habe ich gar nicht mitgekriegt. Die kleine Leonie schläft so unruhig in letzter Zeit …’“

4. “Ätzt bloß nicht gegen das Netz, sonst droht der Aufstand im Kindergarten!”
(falter.at, Susanne Gaschke)
“Zeit”-Journalistin Susanne Gaschke glaubt, dass durch die Individualisierung “ein riesengroßes Kommunikationsdefizit entstanden” ist. Sie fürchtet, dass alle durch den “Spätkapitalismus” zu “Kind-Erwachsenen” verzwergen: “Das Netz verheißt solchen in Frustrationstoleranz und Bedürfnisaufschub wenig geschulten Kind-Erwachsenen die tröstliche Stillung ihres Kommunikationshungers, überall, zu jeder Zeit. Wenn jemand droht, ihnen dieses herrliche Spielzeug, dieses beruhigende Milchfläschchen wegzunehmen – ja, dann gibt’s halt Aufstand im Kindergarten.”

5. “Panne: Nachtmagazin auf Drogen”
(youtube.com, Video, 1:14 Minuten)
Grafiken verschiedener Koalitionsmöglichkeiten übernehmen das ARD-Nachtmagazin.

6. “Jetzt auf einmal”
(hermsfarm.de)
Fußball: Herm erhält ein Angebot per SMS.

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