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X-Bots und US-Wahlkampf, Schunkeln für Millionen, Hollywoodfilme diverser

1. Automatisierte Bots auf X greifen in den US-Wahlkampf ein
(zeit.de, Eva Wolfangel)
“Die Sorge, dass das Internet von Bots zersetzt wird, gibt es schon lange. Jetzt gibt es erstmals klare Belege für solche KI-Accounts – manche machen Stimmung für Trump.” Eva Wolfangel gibt einen Einblick in die derzeitige Forschung zu Bot-Netzwerken.
Weiterer Lesetipp: Elon Musks falsche Behauptungen zur Wahl wurden milliardenfach ausgespielt: Ein Bericht des Center for Countering Digital Hate zeige, dass Musks Posts auf X/Twitter zur US-Wahl enorm hohe Reichweiten erzielten und teils falsche oder irreführende Inhalte verbreiteten. Demnach hätten Musks politische Beiträge seit dessen Unterstützungserklärung für Donald Trump über 17 Milliarden Views erreicht – doppelt so viel wie alle politischen Werbeanzeigen auf X im selben Zeitraum zusammen. (spiegel.de)

2. Die Bundesliga auf “X”: Bleiben oder gehen?
(sportschau.de, Nora Hespers)
“Nirgends ließ sich besser, schneller und pointierter über Fußball diskutieren als auf Twitter. Doch die Übernahme des Social Networks durch Elon Musk hat die Plattform maßgeblich verändert. Das merken auch die Bundesligaklubs.” Nora Hespers schreibt über das Dilemma der Fußball-Bundesligisten: “Bleiben oder gehen? Das ist nie eine einfache Frage. Aber es ist höchste Zeit sich zu fragen, wie viele rote Linien noch überschritten werden müssen, bis es heißt: Bis hier hin und nicht weiter.”

3. Schunkeln für 2,9 Millionen Euro
(faz.net)
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) soll zwischen 2025 und 2028 etwa 2,9 Millionen Euro an Lizenzgebühren für die Übertragungsrechte an drei zentralen Kölner Karnevalsveranstaltungen zahlen. Dies umfasse die Live- und aufgezeichnete Ausstrahlung der Prinzenproklamation, des Rosenmontagszuges und der Fernsehsitzung “Karneval in Köln” im WDR und teilweise im Ersten. Der öffentlich-rechtliche Sender begründe die Investition mit der kulturellen Bedeutung des rheinischen Karnevals für Nordrhein-Westfalen.

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4. Guter Ansatz, trotzdem daneben
(taz.de, Giorgia Grimaldi)
Der TikTok-Trend “No revenge, because” sei der Versuch, die Verarbeitung von Trennungen durch Selbstliebe und Verzicht auf Rache zu fördern, weise jedoch auch problematische Aspekte auf, so Giorgia Grimaldi in der “taz”: “Die Kontraproduktivität dieses Trends gipfelt in der Variante ‘No revenge, because my halloween costume is smaller than this’, bei der Frauen einen Rock zeigen, der kürzer ist als ein gewöhnlicher Stift. Der Gedanke, sich mit dem klassischen Rachemotiv nicht am Ex zu rächen, wirkt absurd.”

5. Hollywoodfilme sind zunehmend diverser besetzt
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über eine Studie der University of California, Berkeley, die feststelle, dass Hollywood-Filme seit 2010 zunehmend diverser besetzt seien. Dank einer neuen automatisierten Methode seien die Forschenden in der Lage gewesen, mittels Gesichtserkennung mehr als 2.300 Filme aus den Jahren 1980 bis 2022 zu analysieren und eine größere Vielfalt bei der Besetzung festzustellen. Laut Hauptautor David Bamman sei diese Vielfalt zwar vor allem in den Nebenrollen verbreitet, aber auch bei den Hauptrollen sei ein Wandel erkennbar.

6. News-Junkie versus Nachrichtenvermeider
(verdi.de, Ute C. Bauer)
Ute C. Bauer stellt eine Sonderausstellung des Museums für Kommunikation Berlin vor, die sich mit der Relevanz von Medien- und Nachrichtenkompetenz auseinandersetze. Die interaktive Schau, entstanden unter anderem in Kooperation mit der dpa und dem Projekt #UseTheNews, richte sich an Personen ab zwölf Jahren und biete zahlreiche Stationen zur Selbsterkundung individueller Nachrichtenpräferenzen sowie zur Unterscheidung zwischen Fakten und “Fake News”.

KW 42/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Realitätsfabrik Mediensystem
(schweigenistzustimmung.de, Jens Brodersen & Patrick Breitenbach, Audio: 2:06:59 Stunden)
“Man muss in letzter Zeit ansehen, wie Debatten verunglücken, fast überall Desinformation herumgereicht werden und scheinbar nur noch das Rückenmark die Kommunikation beherrscht. Einordnung häufig Fehlanzeige. Ist das Zufall, Zeitgeist, Ziel oder alles zusammen?” Jens Brodersen und Patrick Breitenbach unterhalten sich über die “Realitätsfabrik Mediensystem” und das bietet, wie eigentlich immer bei ihrem Podcast “Schweigen ist Zustimmung”, lohnenswerte Gedanken und Perspektiven.

2. Diese Talkshows sind Gift!
(youtube.com, Maurice Höfgen, Video: 28:38 Minuten)
Maurice Höfgen kritisiert in seinem Video die Art und Weise, wie politische Talkshows, insbesondere die von Maybrit Illner, die öffentliche Debatte prägen. Er bemängelt eine fehlende Struktur und Führung in der Sendung, einen fehlenden Faktencheck und einen fehlenden Kontext. Darüber hinaus kritisiert Höfgen, dass sich die Diskussionen oft auf Nebenschauplätze wie Migration konzentrierten, während dringendere Themen wie Investitionen und Schuldenpolitik ignoriert würden.

3. Wie hart ist es, über einen Vergewaltigungsprozess wie den in Avignon zu berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:26 Minuten)
Holger Klein spricht mit Annika Joeres, die für “Zeit Online” aus Frankreich über einen großen Vergewaltigungsprozess berichtet: “Wie ist das für eine Journalistin, über einen Fall dieses Ausmaßes zu berichten? Schaut sie die Videos an? Gibt es eine Grenze zum Voyeurismus in der medialen Abbildung, die nicht überschritten werden sollte? Und was für eine Debatte hat die breite Berichterstattung über den Fall in Frankreich (und auch in Deutschland) ausgelöst?”
Hinweis: “Übermedien” hat dem Podcast eine Triggerwarnung beigefügt.

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4. Was ist Hassrede?
(deutschlandfunknova.de, Inga Bones, Audio: 55:13 Minuten)
Die Philosophin Inga Bones spricht in ihrem Vortrag bei Deutschlandfunk Nova darüber, wie der Begriff “Hassrede” definiert werden kann und welche Unterschiede es zu Beleidigungen oder Diskriminierungen gibt. Sie betont, dass es wichtig sei, Hassrede präzise zu definieren, da Meinungsfreiheit ein wichtiges Grundrecht sei, das dennoch klare Grenzen haben sollte.

5. KINO.TO – Die verbotene Streamingrevolution
(ardaudiothek.de, Maxie Römhild, Audio: fünf Folgen zwischen 36 und 44 Minuten)
Der fünfteilige Podcast des MDR erzählt die Geschichte des illegalen Streamingdienstes kino.to, der 2008 in Deutschland entstand und eine ganze Generation von Nutzern prägte. Im Mittelpunkt steht der Aufstieg und Fall des Gründers Dirk B., der mit gestohlenen Filmen Millionär wurde, bis die Behörden seine Aktivitäten beendeten. Und es geht um die Frage, ob auch die Nutzer eine Mitschuld an der millionenfachen Verletzung des Urheberrechts tragen.

6. Thomas Gottschalk darf noch sagen, was er will
(spiegel.de, Maximilian Sepp, Video: 18:51 Minuten)
Ende vergangener Woche sorgte ein “Spiegel”-Interview (nur mit Abo lesbar) für großes mediales Aufsehen, das Alexander Kühn und Vicky Bargel mit dem Entertainer Thomas Gottschalk geführt haben. Jetzt gibt es eine Art “Making of” zu dem Gespräch, in dem Bargel verrät, wie die Umstände des Interviews waren und wie sie es einordnet.

Berichten über Israel, Meta beugt sich, “Wir sind Papst” geschützt

1. Wie ausgewogen berichten deutsche Medien über Israel?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 26:31 Minuten)
Holger Klein hat sich mit dem Kommunikations- und Politikwissenschaftler Kai Hafez über die Berichterstattung über den Nahen Osten, speziell über Israel, unterhalten: “Welche Themen fehlen in der Berichterstattung über Israel? Was müsste sich in deutschen Redaktionen ändern, damit die Berichterstattung ausgewogener wird? Und was haben die Hierarchien in Verlagen und Sendern damit zu tun?”

2. Meta beugt sich dem Bundeskartellamt
(netzpolitik.org, Thomas Rudl)
Nach jahrelangem Widerstand habe sich der Social-Media-Konzern Meta einer Entscheidung des Bundeskartellamts gebeugt, die das Unternehmen wegen unzulässiger Zusammenführung von Nutzerdaten und Missbrauch von Marktmacht kritisiere. Meta habe zugestimmt, Nutzerinnen und Nutzern verbesserte Wahlmöglichkeiten zur Verknüpfung ihrer Daten über verschiedene Dienste wie Facebook und Instagram zu bieten. Thomas Rudl ordnet den Fall bei netzpolitik.org ein, auch hinsichtlich seiner Folgen.

3. Pressefreiheit gefährdet: GFF unterstützt FragDenStaat-Chefredakteur Arne Semsrott am 16. und 18. Oktober vor Gericht
(freiheitsrechte.org)
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) unterstützt Arne Semsrott, Chefredakteur der Transparenz- und Rechercheplattform “FragDenStaat”, der sich ab dem 16. Oktober vor dem Berliner Landgericht verantworten muss. Der Vorwurf: Semsrott habe Gerichtsbeschlüsse zu Durchsuchungen bei Mitgliedern der “Letzten Generation” veröffentlicht. Benjamin Lück, Jurist bei der GFF, kommentiert: “Absolute Veröffentlichungsverbote, wie das in § 353d, verstoßen gegen die Pressefreiheit. Selbst einzelne Zitate aus Strafakten können in einem Strafverfahren gegen die Journalist*innen enden. Das atmet den Geist von vorgestern.”

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4. Traditionelle Medien zu wenig divers
(verdi.de, Bärbel Röben)
Mitte September fand in Berlin eine Fachtagung zu “Diversität und Geschlecht im Journalismus” statt. Bärbel Röben fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen: Trotz Bemühungen um mehr Diversität würden Diskussionen und Analysen zeigen, dass die Vielfalt in der Berichterstattung durch strukturelle Mängel und eine Verschiebung des Meinungsspektrums gefährdet sei, besonders in traditionellen Medien.

5. “Hinz & Kids”: (Straßen)Magazin für Kinder
(deutschlandfunk.de, Magdalena Neubig, Audio: 5:05 Minuten)
Seit mehr als 30 Jahren können obdach- und wohnungslose Menschen in Hamburg das Straßenmagazin “Hinz&Kunzt” verkaufen und so etwas Geld verdienen. Jetzt gibt es einen Ableger: “Hinz&Kids”, das Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren das Thema Obdach- und Wohnungslosigkeit erklären will, ohne zu moralisieren oder Ängste zu schüren. Magdalena Neubig hat sich das neue Straßenmagazin an- und im Verlag in Hamburg vorbeigeschaut.

6. “Wir sind Papst” urheberrechtlich geschützt
(wbs.legal, Christian Solmecke)
Der Axel-Springer-Konzern habe einen Rechtsstreit um die “Bild”-Schlagzeile “Wir sind Papst” gewonnen, die seit der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst 2005 als geflügeltes Wort gelte und die das Oberlandesgericht Hamburg nun als urheberrechtlich geschütztes Sprachwerk anerkannt habe. Die Schlagzeile gelte aufgrund ihrer sprachlichen Prägnanz und der schöpferischen Leistung des Autors Georg Streiter als individuell und schutzfähig.

Springer wird aufgespalten, Herbe Niederlage, Befeuerter Nicht-Skandal

1. Medienkonzern Axel Springer wird aufgespalten
(tagesschau.de)
Der Axel-Springer-Konzern teilt sein Geschäft auf: Der Medienbereich (unter anderem “Bild”, “Welt”, “Politico”) bleibe unter vollständiger Kontrolle von Mathias Döpfner und der Familie Springer. Das lukrativere Kleinanzeigengeschäft (unter anderem “Stepstone”, Immobilienportale) werde als eigenständiges Joint Venture mit Mehrheitsbeteiligung der Investoren von KKR und CPP Investments geführt. Die Pläne stünden jedoch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Weiterer Lesetipp mit Informationen zu den Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Springer-Führungsspitze: Springer kündigt nach Aufspaltung Umbau der Unternehmensführung an (turi2.de, Björn Czieslik).

2. Wie (soziale) Medien einen Nicht-Skandal befeuern
(dwdl.de, Alexander Krei)
“Seit Tagen wird ein Mann mit Hassnachrichten überschüttet, nachdem er die AfD in der ARD-Show ‘Die 100’ als ‘Wolf im Schafspelz’ bezeichnete. Dabei ist der auch von seriösen Medien verbreitete Vorwurf, er sei für den Auftritt bezahlt worden, völlig aus der Luft gegriffen.” Alexander Krei ist dem Fall nachgegangen und hat mit dem Betroffenen gesprochen.

3. Wahlberichterstattung: Tierschutzpartei gewinnt gegen RBB
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Jochen Zenthöfer nennt es eine “herbe Niederlage für den RBB”: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg habe entschieden, dass der öffentlich-rechtliche Sender nicht in seiner Rundfunkfreiheit verletzt sei, wenn er die Wahlergebnisse kleinerer Parteien wie der Tierschutzpartei gesondert nenne. Der RBB habe einen diesbezüglichen Rechtsstreit verloren und müsse die Kosten beider Instanzen tragen. Der Beschluss des Gerichts sei unanfechtbar.

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4. Peinlich: “WELT”-Chef teilt gefälschte ÖRR-Grafik
(volksverpetzer.de)
“Welt”-Chefredakteur Ulf Poschardt habe laut “Volksverpetzer” bei X/Twitter eine gefälschte Grafik geteilt, die vermeintlich die ideologische Ausrichtung von Gästen des ARD-“Presseclubs” zeige. Dabei sei die Grafik bereits zuvor als Manipulation entlarvt worden. Sie basiere auf einer Studie, die zeige, dass die öffentlich-rechtlichen Sender genauso ausgewogen berichten wie andere Medien, sei aber vom “ÖRR Blog” bewusst verfälscht worden. Poschardt habe den Tweet nach Kritik kommentarlos gelöscht, ohne eine Richtigstellung zu veröffentlichen, was sein problematisches Verhältnis zu Fakten unterstreiche, so der “Volksverpetzer”.

5. Mangel an Vielfalt? Die deutschen Medien und die Migration
(ardaudiothek.de, Marie-Christine Werner, Audio: 44:32 Minuten)
Bilden Medien das Thema Einwanderungspolitik angemessen ab? Wie kann man sprachlich berichten, ohne Klischees zu bedienen? Und wie gelingt es, mehr Menschen mit Migrationsgeschichte in die Redaktionen zu bekommen? Darüber spricht Marie-Christine Werner mit Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum, Kai Gniffke, Intendant des Südwestrundfunks, und der Kommunikationswissenschaftlerin Nadja Zaboura.

6. Luxuskonzern LVMH verbietet Beschäftigten offenbar Kontakt zu Medien
(spiegel.de)
Bernard Arnault, Chef des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH, habe seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Kontakt zu bestimmten Medien strikt untersagt, wie aus einem veröffentlichten Dokument hervorgehe. Verstöße gegen das Redeverbot, das unter anderem für “Mediapart” und “Le Canard enchaîné” gelte, würden als schweres Fehlverhalten gewertet und mit Konsequenzen wie Entlassung geahndet.

“Nius”-Beitrag beanstandet, Google zerschlagen?, Abzocke mit KI-Videos

1. Medienaufsicht beanstandet “Nius”-Beitrag über Flüchtlinge
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg habe einen Beitrag des rechten Krawall-Mediums “Nius” wegen Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten beanstandet, da die Interviewten wohl nicht korrekt über den Zweck der Aufnahmen aufgeklärt wurden. Besonders problematisch sei, dass einer der Interviewten minderjährig gewesen sei und möglicherweise keine ausreichende Einwilligung vorgelegen habe. “Nius” habe angekündigt, rechtlich gegen die Entscheidung vorzugehen.
Weiterer Lesetipp: Nius erhält Zulassung für bundesweiten Spartensender: “Im Internet ist Nius TV bereits auf Sendung, doch die Zulassung für ein bundesweites Fernsehprogramm fehlte der Plattform um Ex-‘Bild’-Chefredakteur Julian Reichelt bisher. Das soll sich demnächst allerdings ändern.” (dwdl.de, Alexander Krei)

2. Warum Google jetzt zerschlagen werden sollte
(netzpolitik.org, Ulrich Müller)
In einem Gastbeitrag für netzpolitik.org argumentiert Ulrich Müller, dass eine Zerschlagung von Google notwendig sei, um dessen Monopolstellung und Machtmissbrauch insbesondere im Bereich der Onlinewerbung zu beenden. Er weist darauf hin, dass bisherige Maßnahmen wie Strafzahlungen und Verhaltensauflagen nicht ausgereicht hätten und strukturelle Eingriffe wie die Abspaltung von Unternehmensteilen notwendig seien, um die Machtkonzentration zu brechen. Müllers Fazit: “Die Machtkonzentration in der digitalen Welt ist zu groß, zu schwerwiegend und sie schadet der Demokratie. Sie erfordert mutige Maßnahmen. Google sollte aufgespalten werden.”

3. Achtung Abzocke: Wie ORF-Stars für Fake-Videos missbraucht werden
(youtube.com, Carl Johann Holzer & Christiane Wassertheurer, Video: 8:26 Minuten)
Bei “Zeit im Bild” des öffentlich-rechtlichen ORF sprechen verschiedene österreichische Medienpersönlichkeiten über das Problem von gefälschten Videos, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Diese Fake-Videos würden genutzt, um Menschen in betrügerische Geldanlagen zu locken, wodurch jährlich Verluste in Millionenhöhe entstünden. TV-Moderator Armin Wolf ist äußerst besorgt – er sei sich sicher, dass man in ein bis zwei Jahren nicht mehr unterscheiden könne, ob ein Video echt oder gefälscht sei: “Das wird die Hölle, den Unterschied zwischen Fakt und Fake zu erkennen.”

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4. Ansätze der Wahlberichterstattung
(verdi.de, Danilo Höpfner, Audio: 25:13 Minuten)
Bei “M – Der Medienpodcast” spricht der Journalist Benjamin Denes von der Electronic Media School über Herausforderungen bei der lokalen und regionalen Wahlberichterstattung. Er wirbt für Objektivität und Nüchternheit: “Es ist nicht unsere Aufgabe, populistische Parteien zu bekämpfen, sondern über Missstände und Lösungen zu berichten”, so Denes.

5. “Bleiben Sie optimistisch”
(journalist.de, Maik Meuser)
Maik Meuser, Journalist und Moderator bei RTL, betont in der Gastbeitragsserie “Mein Blick auf den Journalismus”, dass die Klimakrise ein komplexes Thema sei, das schwer zu vermitteln sei. Meuser plädiert für einen “konstruktiven Journalismus”, der nicht nur die Probleme, sondern auch Lösungen aufzeige, um Mut zu machen und Hoffnung zu wecken: “Die Fakten sind zum Schreien. Die meisten Menschen wollen aber nicht angeschrien werden.”

6. Kleinstkinder sollten weder fernsehen noch aufs Handy schauen
(spiegel.de)
Die schwedische Gesundheitsbehörde habe ein komplettes Verbot von Bildschirmnutzung für Kinder unter zwei Jahren empfohlen, um mögliche negative Auswirkungen auf deren Entwicklung zu vermeiden. Auch für ältere Kinder und Jugendliche seien strenge Zeitlimits für die Nutzung von Smartphones und Tablets empfohlen worden.

Luke Mockridge, Mit Pressefeinden sprechen?, Karriere des John de Mol

1. Sat.1 strahlt neue Show mit Luke Mockridge nicht aus
(spiegel.de)
Sat.1 habe beschlossen, die neue Show von Comedian Luke Mockridge nicht auszustrahlen, nachdem dieser in einem Podcast abfällige Witze über Paralympics-Sportlerinnen und -Sportler gemacht und dies große Wellen geschlagen hatte. Der Sender hoffe, dass Mockridge weiter an seinen Fehlern arbeitet und seiner Bitte um Entschuldigung Taten folgen lässt.

2. Wie lange braucht die AfD überhaupt noch Berichte in Spiegel, Bild & ARD? Extremismus-Experte schlägt Alarm
(kress.de, Steffen Grimberg)
Im Interview mit Steffen Grimberg erklärt Olaf Sundermeyer, beim RBB für die Berichterstattung über Extremismus zuständig, dass sich Teile der AfD von traditionellen Medien wie “Spiegel” und ARD abwenden und nur noch über eigene Kanäle informieren wollen. Vor allem in Thüringen kontrolliere Björn Höcke die Berichterstattung, indem er nur ausgewählte Medien zulasse. Sundermeyer mahnt, dass Journalisten und Journalistinnen trotz dieser Hindernisse weiterhin kritisch über die Partei berichten müssen.
Weiterer Lesehinweis: Die Angst vorm Wahlbetrug geht um: “Naht ein Wahltag, ist gesichert: In Sozialen Netzwerken gehen die Warnungen vor Wahlbetrug los. Belege? Fehlanzeige. Dahinter steckt eine klare rechtspopulistische Masche, sagen Expertinnen und Experten.” (correctiv.org, Uschi Jonas)

3. Müssen Medien auch mit Pressefeinden sprechen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 34:40 Minuten)
Holger Klein hat mit “Stern”-Reporter Martin Debes über die Rolle der Medien beim Wahlerfolg der AfD und des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Thüringen gesprochen. Debes betont, dass Medien durch ihre Berichterstattung zu diesen politischen Erfolgen beigetragen haben könnten, und plädiert für eine kritische, aber ernsthafte Auseinandersetzung mit der AfD, ohne sie aus dem Diskurs auszuschließen. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Frage, wie Redaktionen mit politischen Akteuren umgehen sollen, die sie selbst als Feinde betrachten.

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4. DJV warnt vor Ausweis
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnt “vor dem Presseausweis, den die rechtsextreme Partei Freie Sachsen ausstellt”, und weist bei dieser Gelegenheit auf den eigenen Presseausweis hin: “Für hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten gibt es den bundeseinheitlichen Presseausweis, den wir gemeinsam mit fünf weiteren Medienorganisationen herausgeben”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Polizeikräfte wie auch Pressestellen von Behörden und Institutionen sind darauf angewiesen, Profi-Journalisten von rechtsradikalen Aktivisten unterscheiden zu können.”

5. Mutmaßliche DSA-Verstöße: Droht X eine Sperre durch die EU-Kommission?
(rsw.beck.de, Ma­nu­el Lei­din­ger)
Wie Manuel Leidinger berichtet, ermittelt die EU-Kommission gegen die Plattform X/Twitter wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act. Kritisiert würden unter anderem intransparente Werbepraktiken, der Missbrauch des blauen Häkchens und die Verweigerung des Zugangs zu wichtigen Daten für die Forschung. Bei nachgewiesenen Verstößen könnten hohe Geldstrafen verhängt werden, theoretisch wäre auch eine vorübergehende Sperrung von X in der EU möglich. Dies sei jedoch unwahrscheinlich.

6. Der beste Job der Welt? Die Formatkarriere des John de Mol
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader finden in seiner Kolumne zunächst lobende Worte für John de Mol, den Schöpfer vieler erfolgreicher TV-Formate. In letzter Zeit würden dessen Ideen jedoch oft schematisch und harmlos wirken. Shows wie “The Voice” seien weiterhin erfolgreich, aber neue Projekte wie “The Floor” oder “The Tribute” würden kaum Überraschungen bieten und bekannte Muster wiederholen. John de Mol sollte über eine Auszeit nachdenken, schlägt Schader vor: “Oder John de Mol lehnt sich angesichts seiner unstrittigen Leistungen fürs internationale Fernsehen mal zurück und genießt seine Milliarden, während die kooperierenden Sender die dadurch frei werdenden Budgets investieren, um eigene Formatschmieden zu bauen, die diesen Titel auch verdienen, junge Talente zu verpflichten und kreative Wagnisse einzugehen, wie sie das Medium heute mehr denn je vertragen könnte.”

Kreml unterstützt AfD, Jagd auf Umweltverbrecher, FDP zu irre­le­vant

1. “Wir unterstützen die AfD mit allen Mitteln”
(t-online.de, Jonas Mueller-Töwe & Lars Wienand)
Wie t-online.de berichtet, geht aus einem internen Kreml-Dokument hervor, dass Russland die AfD in Deutschland aktiv unterstützt habe, um gesellschaftliche Spannungen zu schüren und politische Ziele zu verfolgen. Die seit 2022 laufende sogenannte “Doppelgänger”-Kampagne verbreite systematisch pro-russische Propaganda über gefälschte Webseiten, die den Auftritten deutscher Medien ähneln sollen, und über Soziale Medien, um Stimmung gegen die Ukraine, die USA und die NATO zu machen. US-Behörden hätten das Netzwerk aufgedeckt und mehrere von Russland gesteuerte Webseiten beschlagnahmt.
Siehe dazu auch: Doppelgänger: USA beschlagnahmen Propaganda-Webseiten, die Deutschland im Visier hatten (correctiv.org, Max Bernhard & Alexej Hock & Sarah Thust) und Wie der Kreml rechte Influencer für sich eingespannt hat: “Sie haben Millionen Follower und sind im Netz wichtige Unterstützer von Donald Trump. Doch offenbar haben sie unwissentlich für ein Unternehmen gearbeitet, das zehn Millionen Dollar aus Russland erhielt.” (spiegel.de)

2. Jagd auf Umweltverbrecher
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl beschreibt die zunehmende Gefahr für Journalistinnen und Journalisten, die Umweltverbrechen wie illegalen Holzschlag, Wildtierhandel und Rohstoffausbeutung aufdecken. Solche Recherchen seien oft lebensgefährlich, vor allem in Regionen wie Lateinamerika und Asien, wo kriminelle Gruppen, Unternehmen und Regierungen involviert seien. Trotz der Gefahren sei Umweltjournalismus unverzichtbar, um Verbrechen sichtbar zu machen, die handelnden Personen zur Rechenschaft zu ziehen und den weltweiten Kampf gegen Umweltzerstörung und Klimawandel voranzutreiben.

3. FDP zu irre­le­vant, um ein­ge­laden zu werden
(lto.de)
Das Verwaltungsgericht Potsdam habe den Eilantrag der Brandenburger FDP abgelehnt, mit dem diese ihre Teilnahme an einer Wahlkampfsendung des RBB erzwingen wollte. Die Auswahlkriterien des öffentlich-rechtlichen Senders seien nachvollziehbar und es bestünden keine verfassungsrechtlichen Bedenken hinsichtlich der Chancengleichheit. Die FDP habe ihre Nicht-Einladung als “Skandal” bezeichnet und prüfe weitere rechtliche Schritte.

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4. Dutzende Fälle bildbasierter Gewalt pro Tag
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck berichtet über die ersten Transparenzberichte der großen Pornoseiten “Pornhub”, “XVideos” und “Stripchat”, die durch neue EU-Gesetze dazu verpflichtet seien, Einblicke in gemeldete und gelöschte Inhalte zu geben. Die Berichte gäben zwar Auskunft darüber, dass täglich Dutzende Fälle bildbasierter Gewalt, beispielsweise “Rachepornos”, gemeldet würden, allerdings seine viele Löschungen pauschal unter vagen Kategorien wie “Verstoß gegen Richtlinien” zusammengefasst.

5. Vielleicht nicht wahr ist auch schon schlimm
(zeit.de, Nicolas Kilian)
Der Artikel von Nicolas Kilian befasst sich mit der wachsenden Gefahr der Desinformation durch KI-generierte Bilder und Deepfakes, die immer schwerer von echten Bildern zu unterscheiden seien. Obwohl bisherige Studien zeigen würden, dass der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Wahlergebnisse noch begrenzt sei, warnt der Autor davor, dass die Technologie das Vertrauen in die Realität untergraben könnte.

6. Bastian Pastewka im Interview: “Ich persönlich schummle permanent vor der Kamera”
(wunschliste.de, Glenn Riedmeier)
Im Interview mit “TV Wunschliste” spricht Schauspieler Bastian Pastewka über seine aktuellen Projekte, darunter der ZDF-Film “Alles gelogen” und die Serie “Perfekt verpasst” mit Anke Engelke. Er beschreibt, wie das Lügen im Showbusiness oft zum Beruf gehöre, gibt humorvolle Einblicke in seine eigene Schauspielpraxis und verrät, wo er im deutschen Fernsehen noch Verbesserungsbedarf sieht: “Ich würde mir wünschen, dass diese vielen Nebenkanäle, also ZDFneo, One, Sat.1 Gold oder RTLup, nicht immer nur das Gleiche im Kreis wiederholen, sondern sich wirklich als eigenständige Sender begreifen und Inhalte schaffen, die so gut sind, dass man sie möglicherweise auf diesen Kanälen gar nicht mehr vermutet, die man aber im Streaming oder in den Mediatheken für sich entdecken kann.”

FDP klagt gegen RBB, Telegram-Chef verhaftet, Rechtsruck in Ravensburg

1. FDP klagt gegen RBB wegen Ausschluss von der TV-Wahldebatte
(faz.net)
Die FDP wolle ihre Teilnahme an der TV-Wahldebatte in Brandenburg gerichtlich erzwingen und habe einen Eilantrag gegen den RBB eingereicht. Der Sender hatte die Partei wegen niedriger Umfragewerte von der Debatte ausgeschlossen, was Spitzenkandidat Zyon Braun als “Wahlkampfverzerrung” kritisiere. Die FDP sehe in ihrem Ausschluss einen Versuch, Wahlergebnisse vorwegzunehmen, und verweise auf das Parteienrecht, das nicht von aktuellen Umfragen abhängig sei.

2. Telegram-Chef Pavel Durow in Frankreich verhaftet
(spiegel.de)
Pavel Durow, Gründer und Chef der Messenger-App Telegram, sei am Flughafen Le Bourget bei Paris von französischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Der Vorwurf offenbar: fehlende Moderation von Inhalten und mangelnde Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden. Weder Telegram noch die französischen Behörden hätten sich bisher dazu geäußert. Update: Frankreichs Behörden verlängern Gewahrsam für Telegram-Chef Pavel Durow (spiegel.de).

3. Rechtsruck in Ravensburg
(taz.de, Nicholas Potter)
Nicholas Potter beschreibt in der “taz”, wie die “Schwäbische Zeitung” in den vergangenen Monaten immer weiter nach rechts gerückt sei, was sich durch populistische Positionen und Interviews mit fragwürdigen Figuren bemerkbar mache. Ehemalige und aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden diese Entwicklung und den damit verbundenen Verlust an journalistischer Qualität und Unabhängigkeit kritisieren. Die Chefredaktion bestreite einen politischen Kurswechsel und verweise auf wirtschaftliche und strategische Entscheidungen zur Reichweitensteigerung.

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4. “Spiegel” startet öffentliche Blattkritik durch Bernhard Pörksen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, führe der “Spiegel” eine öffentliche Blattkritik ein, bei der der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen einmal im Quartal die Arbeit des Magazins kritisch bewerte. Pörksen habe dabei freien Zugang zu Themen und Archiven, seine Analysen würden ohne Eingriffe durch die Redaktion sowohl gedruckt als auch online veröffentlicht. Siehe dazu auch die Pressemitteilung des “Spiegel”: DER SPIEGEL führt eine öffentliche Blattkritik ein (spiegel.de).

5. Posten nur nach Ausweiskontrolle
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
In den USA würden immer mehr Bundesstaaten Gesetze einführen, die Alterskontrollen für Soziale Medien vorschreiben, um Kinder zu schützen. Diese Gesetze, die oft eine Zustimmung der Erziehungsberechtigten und schärfere Regeln für Minderjährige vorsehen, seien jedoch rechtlich umstritten. Es werde erwartet, dass der Oberste Gerichtshof in den kommenden Jahren eine Grundsatzentscheidung zu diesen Maßnahmen trifft.

6. Berichten über die Klimakrise
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 37:08 Minuten)
Der Kommunikationswissenschaftler Michael Brüggemann, der Chefredakteur von Klimafakten.de Carel Mohn und Moderatorin Brigitte Baetz aus der Redaktion “Mediasres” des Deutschlandfunks (DLF) diskutieren im Rahmen des DLF-Klimatages über die Rolle von Medien bei der Berichterstattung über die Klimakrise. Sie erörtern, ob die langsamen Fortschritte bei den Gegenmaßnahmen zur Klimakrise auch auf die Art und Weise zurückzuführen sind, wie Medien über das Thema berichten.

KW 34/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum lieben Russlands Medien Sahra Wagenknecht?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 15:24 Minuten)
Bei “Holger ruft an” spricht Holger Klein mit der Journalistin Yelizaveta Landenberger über die Frage, warum Sahra Wagenknecht so häufig in russischen Staatsmedien zitiert wird. Landenberger erklärt, dass Wagenknechts kritische Haltung gegenüber der NATO und dem Westen gut zur russischen Propaganda passe, die gern dieses Narrativ unterstütze. Darüber hinaus besprechen Klein und Landenberger, inwiefern auch deutsche Medien zu Wagenknechts Popularität in Russland beitragen und ob es noch andere deutsche Politiker oder Politikerinnen gibt, die in russischen Medien positiv dargestellt werden.

2. Was war, was ist, was wird sein? Nachrichtenjournalismus im Wandel
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:58 Minuten)
Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer haben sich mit dem langjährigen Chefredakteur und Hauptmoderator von “RTL Aktuell”, Peter Kloeppel, über dessen lange Karriere und die Entwicklungen im aktuellen Journalismus unterhalten. Anlass ist Kloeppels Schritt in den Ruhestand nach über 40 Berufsjahren.

3. Deepfakes und KI-generierte Desinformation: Wie Faktenchecker Lügen entlarven
(br.de, BR24 Medien, Jonathan Schulenburg, Audio: 27:50 Minuten)
In der aktuellen Folge von “BR24 Medien” geht es um KI-generierte Desinformation und Deepfakes und die Frage, wie man ihnen auf die Schliche kommen kann. Als Experten dabei sind Max Gilbert vom “BR24 Faktenfuchs”, dem Faktencheck-Team des Bayerischen Rundfunks, Josef Holnburger vom gemeinnützigen Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) und Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

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4. Hass im Netz: Wenn Engagierte zur Zielscheibe werden
(mdr.de, Esther Stephan, Audio: 40:21 Minuten)
“Wie beeinflussen Online-Bedrohungen die Leben der Betroffenen und welche realen Konsequenzen hat die Hetze? Warum schicken Täter Hassbotschaften, und welche Verantwortung tragen soziale Plattformen?” Unter anderem über diese Fragen hat sich Knud Vetten mit Tätern und Opfern von Hass im Internet unterhalten. Entstanden ist daraus die Reportage “Engagierte Menschen als Zielscheibe” (Video: 30:37 Minuten). Über die Recherche dazu spricht nun Esther Stephan mit Knud Vetten im MDR-Podcast “Hinter der Recherche”.

5. Wirbel um “Übergangskoalition” und starke Gaming-Community
(wdr.de, Esther Stephan, Audio: 44:42 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” werden, wie gewohnt, mehrere Themen behandelt: Zunächst geht es um die politische Debatte rund um die “Übergangskoalition” und den Umgang der Medien damit. Anschließend wird ein Blick auf die Gamescom in Köln als Treffpunkt der Gaming-Community und die Förderung von Nachwuchs-Creatoren geworfen. Weitere Themen sind eine FPÖ-Kampagne gegen den öffentlich-rechtlichen ORF in Österreich, die Geschichte der TV-Serie “Die Fußbroichs” und eine “Medienschelte” über unnötige Themen in seriösen Medien.

6. “Wie schützen wir unsere Kinder in den sozialen Medien?”
(youtube.com, Ulf Schweckendiek, Audio: 1:29:12 Stunden)
Eine Veranstaltung der “Digitalen Woche Kiel” beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Social Media auf die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen. Nach einem Impulsvortrag der Schulleiterin und Digitalbotschafterin Silke Müller sprechen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion darüber, wie Plattformen wie TikTok sowohl unterhaltsame als auch potenziell schädliche Inhalte verbreiten und welche Folgen dies für die Psyche und die sozialen Beziehungen junger Menschen hat.

Zugang zur AfD-Wahlveranstaltung, “Erkennbar Satire”, Reformwille

1. AfD muss Medienvertreter zur Wahlparty nach Thüringen-Wahl zulassen
(deutschlandfunk.de)
Nachdem die AfD Thüringen Journalistinnen und Journalisten bestimmter Medien den Zutritt zu einer Wahlveranstaltung verwehren wollte, und die betroffenen Medienhäuser juristische Schritte dagegen angekündigt hatten (siehe die “6 vor 9” von gestern), habe nun das Landgericht Erfurt entschieden: Die AfD müsse allen Medien denselben Zugang zu ihrer Wahlparty gewähren. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, die AfD könne Widerspruch beim Thüringer Oberlandesgericht einlegen.
Weiterer Lesetipp mit AfD-Bezug: “Correctiv” berichtet, dass ein verurteilter Volksverhetzer, der unter dem Pseudonym “Shlomo Finkelstein” bekannt sei, maßgeblich an einer Tiktok-Kampagne zur Unterstützung der AfD bei den anstehenden Landtagswahlen beteiligt gewesen sein soll. Die sogenannte “Tiktok-Guerilla” habe mit manipulativen Taktiken Inhalte der Partei viral verbreitet. Obwohl die AfD offiziell eine Zusammenarbeit bestreite, gebe es enge Verbindungen zu rechtsextremen Akteuren (correctiv.org, Gabriele Scherndl & Kimberly Nicolaus).

2. “Erkennbar Satire”
(faz.net)
Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte den MDR zur Ausstrahlung eines umstrittenen Wahlwerbespots der Satirepartei Die Partei verpflichtet. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte sich daraufhin an das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen gewandt. Das OVG hat nun endgültig, da unanfechtbar entschieden: Der MDR muss den zuvor abgelehnten Wahlwerbespot von Die Partei ausstrahlen.

3. NiUS darf trans Frau nicht “Mann” nennen
(lto.de, Max Kolter)
“Eine trans Frau darf nicht im Frauenfitnessstudio trainieren, berichtete im Mai das Nachrichtenportal NiUS – und bezeichnete sie dabei als Mann. Dagegen wehrt sie sich nun erfolgreich vor Gericht. Für NiUS-Chef Julian Reichelt ein Déjà-vu.” Bei “Legal Tribune Online” fasst Max Kolter den Fall zusammen und geht insbesondere auf die juristischen Aspekte ein.

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4. Medienvielfalt in Sachsen schrumpft
(verdi.de, David Bieber)
Die Medienvielfalt in Sachsen werde durch die Einsparungen bei der “Sächsischen Zeitung” stark eingeschränkt, erklärt David Bieber im Medienmagazin “M” der Gewerkschaft Verdi. Die Zeitung werde ihre Eigenständigkeit weitgehend verlieren und enger mit der “Leipziger Volkszeitung” zusammenarbeiten, was eine Reduzierung der Lokalredaktionen zur Folge habe. Diese Entwicklung könnte negative Auswirkungen auf den Lokaljournalismus und die politische Meinungsbildung in Sachsen haben, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl.

5. Wie weit geht der Reformwille der Medienpolitik?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Unter Berufung auf eine Artikel in der “FAZ” berichtet “DWDL”, dass der Staatsvertrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinter den Erwartungen des Zukunftsrates zurückbleiben könnte, insbesondere was die Reform der ARD-Organisation betrifft. Statt einer zentralen Einheit werde weiterhin auf das “Federführungsprinzip” und eine rotierende ARD-Vorsitzenden-Struktur gesetzt.

6. Staatsferne muss bleiben
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) betont, dass die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch in Zukunft voll gewährleistet bleiben müsse, und äußert Bedenken gegen einen geplanten Medienrat, in den die Landesregierungen Mitglieder entsenden könnten. Der DJV kritisiert zudem, dass eine Reduzierung der Berichterstattung über sportliche Großereignisse die Akzeptanz des Rundfunkbeitrags gefährden könnte. Darüber hinaus fordert der DJV, Journalistinnen und Journalisten frühzeitig in die Diskussion über den Rundfunkänderungsstaatsvertrag einzubeziehen.

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