Suchergebnisse für ‘exklusiv’

Überfordernde Lügen, Schnitt für radikale Christen, DEAL-Verträge

1. Aus dem Weißen Haus direkt in die Schlagzeile: Trumps Lügen überfordern deutschsprachige Medien
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert in ihrem Artikel, dass deutschsprachige Medien die Desinformationen und Narrative der Trump-Regierung, wie etwa bei den tödlichen ICE-Einsätzen gegen Alex Pretti und Renée Good, oft ungeprüft übernähmen und Widersprüche lediglich als “Zweifel” rahmen würden. Selbst bei eindeutiger Videolage würden viele Redaktionen ein falsches “Für und Wider” konstruieren. Auch in der Außenpolitik, etwa bei Donald Trumps Annexionsdrohungen gegen Grönland, hätten Schlagzeilen die Aggression als “Streit” oder legitimes “Interesse” verharmlost.

2. Wenn radikale Christen den Schnitt diktieren
(taz.de, Stefan Hunglinger)
Nach einer Beschwerde der Freikirche International Christian Fellowship (ICF) habe “Spiegel TV” ohne Transparenzhinweis Passagen aus einer Dokumentation entfernt, in denen der Gemeinde Hetze gegen Abtreibungen vorgeworfen worden sei. Die Redaktion habe auf Anfrage erklärt, dass die Änderungen nach interner Diskussion aus bloßer “Kulanz” vorgenommen worden seien. Auf eine Kennzeichnung habe man verzichtet, da diese bei Videobeiträgen unüblich sei. Experten kritisieren diesen Schritt scharf. Die ursprüngliche Einordnung sei angesichts radikaler Vergleiche der ICF faktisch begründet gewesen.

3. Der Preis für freie Wissenschaft
(fragdenstaat.de, Mariya Merkusheva)
“FragDenStaat” kritisiert, dass Universitäten trotz der Einführung der sogenannten DEAL-Verträge weiterhin immense Summen an private Großverlage zahlen müssten, wodurch Steuergelder indirekt in die hohen Gewinne von Konzernen wie Elsevier oder Springer Nature flössen. Zwar sei der Anteil frei zugänglicher Open-Access-Publikationen seit 2019 auf 67 Prozent gestiegen, dennoch bleibe eine erhoffte finanzielle Entlastung aus. Insbesondere forschungsstarke Hochschulen trügen nun die Hauptlast der Publikationsgebühren.

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4. Die EU-Kommission geht endlich gegen TikTok vor
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl begrüßt es, dass die EU-Kommission wegen suchterzeugender Designelemente ein Verfahren gegen TikTok eingeleitet habe. Das Timing dafür sei gut: “Das Unternehmen ist gerade ein vergleichsweise einfacher Gegner, weil nicht US-amerikanisch kontrolliert und damit nicht unter dem Schutzschirm von Donald Trump.” Dennoch sei das Vorgehen essentiell. Die manipulativen Mechanismen würden allen Nutzerinnen und Nutzern schaden, und die aktuelle Debatte über ein Verbot für Personen unter 16-Jahren lenke vom eigentlichen Problem der Plattform-Designs ab.

5. Praxisbeispiel: 12 Überlebensstrategien für Medienhäuser im KI-Zeitalter
(konradweber.ch)
Der Strategieberater Konrad Weber argumentiert, dass Medienhäuser im Zeitalter von KI-Suchresultaten und sinkendem Referral-Traffic nicht mehr auf bloße Reichweite, sondern auf den Aufbau tiefer Beziehungen und eines konkreten Nutzwerts für ihr Publikum setzen müssten. Er skizziert zwölf “Überlebensstrategien”, die von loyalen Community-Modellen und spezialisierten Briefings über Veranstaltungen und Akademien bis hin zu Lizenz-Deals mit KI-Anbietern und Affiliate-Marketing reichen.

6. Comedy-Presseschau vom 06.02.26
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Wer sich für Comedy und Humor interessiert, kommt an Bernhard Hiergeists Newsletter nicht vorbei. In der aktuellen Ausgabe berichtet er unter anderem, dass “TV-Total”-Moderator Sebastian Pufpaff die Zusammenarbeit mit Stefan Raab wegen dessen mangelnden Humanismus kritisiert habe. Dies sei auch ein Indiz für Raabs schwindenden Einfluss und das Ende der Schonzeit in der Branche. Des Weiteren thematisiert Hiergeist die Intransparenz der Stadt München bezüglich möglicher Gewinnbeteiligungen am subventionierten Lucky Punch Comedy Club sowie die künstlerische Neuorientierung von Comedians wie Fabi Rommel und Hazel Brugger.

Massenentlassungen, Bei Lanz kein Ministerpräsident, Exilmedien

1. Der Letzte macht das Licht aus
(taz.de, Nicholas Potter)
Die “Washington Post” habe in einem radikalen Kahlschlag rund 30 Prozent ihrer Redaktion entlassen, “mehr als 300 der insgesamt rund 800 Journalisten sollen ihren Job verloren haben.” Besonders betroffen sei die Auslandsberichterstattung in Krisenregionen wie der Ukraine oder dem Nahen Osten. Ursache sei vor allem das politische Kalkül von Eigentümer Jeff Bezos, kommentiert Nicholas Potter. Kritiker wie Ex-Chefredakteur Marty Baron hätten diesen Schritt als “selbstverschuldete Zerstörung” bezeichnet.

2. Daniel Gün­ther war bei Lanz kein Minis­ter­prä­si­dent
(lto.de, Markus Sehl)
Das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein habe einen Antrag des Portals “Nius” gegen das Land abgewiesen, mit dem untersagt werden sollte, dass Daniel Günther das Medium als “Feinde der Demokratie” oder “faktenfrei” bezeichnet. Zur Begründung habe die Kammer ausgeführt, dass Günther in der Talkshow “Markus Lanz” nicht als Ministerpräsident, sondern als Parteipolitiker aufgetreten sei. Somit habe er keine amtliche Neutralitätspflicht verletzt. Der Beschluss sei noch nicht rechtskräftig. “Nius” könne noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

3. Russische Medien im Exil: “Diese Redaktionen sind zur Innovation verdammt”
(geo.de, Diana Laarz)
Russische Exilmedien fänden trotz massiver Repressionen weiterhin Wege, um ihre Zielgruppen in der Heimat zu erreichen und so das staatliche Informationsmonopol aufzubrechen. Die rund 63 russischen Redaktionen im Exil seien nicht nur Nischenphänomene; sie würden mit Millionenreichweiten auch ländliche Gebiete erreichen. Dennoch sei die Finanzierungslage prekär.

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4. Paramount-Chef Ellison wirbt um Unterstützung der Branche
(dwdl.de, Uwe Mantel)
In einem offenen Brief an die deutsche Kreativbranche werbe Paramount-Chef David Ellison um Unterstützung für die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery, um so das konkurrierende Angebot von Netflix doch noch auszustechen. Ellison verspreche unter anderem, die Produktion beider Studios auf jährlich mindestens 30 Kinofilme zu erhöhen und strikte exklusive Kinofenster von bis zu 90 Tagen einzuhalten, bevor Filme im Streaming landen.

5. Die Medienhölle – Episode 004
(youtube.com, Jörg Wagner, 1:54:17 Stunden)
In der aktuellen Ausgabe seiner “Medienhölle” widmet sich Jörg Wagner unter anderem dem 38. dju-Journalismustag, auf dem er mit der ehemaligen TikTok-Mitarbeiterin Sara Tegge über Künstliche Intelligenz und mit der Forscherin Anna von Garmissen über die Grenzen zwischen Influencern und Journalisten gesprochen hat. Des Weiteren diskutiert Wagner mit dem Medienunternehmer Sebastian Jabbusch über Insolvenzszenarien und unterhält sich mit dem ehemaligen “Business-Insider”-Chef Kayhan Özgenç.

6. Wer einen Instagram- oder Facebook-Account hat, kann Schadenersatz kassieren
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Das Oberlandesgericht Dresden habe vier Klägern jeweils 1.500 Euro Schadenersatz zugesprochen, weil der Meta-Konzern über sogenannte “Business Tools” das Nutzerverhalten auf Drittwebseiten ohne Einwilligung illegal aufgezeichnet habe. Für den Anspruch sei es laut Gericht nicht notwendig, eine konkrete Überwachung im Einzelfall nachzuweisen. Angesichts der umfassenden Datensammelpraxis sei bereits der bloße Besitz eines Facebook- oder Instagram-Accounts ausreichend.

Lage in Venezuela, Christlicher Journalismus, Erich von Däniken

1. Nach US-Intervention: Verfolgung und Festnahmen von Journalist*innen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nach der US-Militärintervention in Venezuela habe sich die Sicherheitslage für Journalistinnen und Journalistin unter der Interimsregierung von Delcy Rodríguez drastisch verschlechtert. Der nationale Journalistenverband berichte von willkürlichen Festnahmen und Durchsuchungen. An der kolumbianischen Grenze würden zudem rund 200 internationale Korrespondentinnen und Korrespondenten an der Einreise gehindert. In der Rangliste der Pressefreiheit stehe Venezuela auf Platz 160 von 180 Ländern.

2. Digital Networks Act: EU verzichtet angeblich auf Milliardenstrafen für Big Tech
(heise.de, Malte Kirchner)
Entgegen den ursprünglichen Erwartungen verzichte die EU im geplanten Digital Networks Act offenbar auf verpflichtende Zahlungen der großen US-Tech-Konzerne zur Finanzierung des Netzausbaus. Statt harter Sanktionen setze der neue Entwurf auf freiwilligen Dialog, um potenzielle Konflikte mit der US-Regierung unter Donald Trump zu vermeiden. Neben dem Umgang mit Big Tech ziele das Gesetzespaket auf eine Harmonisierung der Funkfrequenzen sowie neue Leitlinien für den europäischen Glasfaserausbau ab.

3. Abgeordnete, Ministerien und EU-Kommission bleiben auf Deepfake-Plattform X
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter thematisiert die massive Kritik an der Plattform X (vormals Twitter), die zuletzt durch die ungehinderte Erstellung sexualisierter Deepfakes mittels des Chatbots “Grok” negativ aufgefallen sei. Auf Nachfrage von netzpolitik.org hätten Vertreter von Bundesministerien und Parteien ihren Verbleib auf der Plattform überwiegend mit dem Auftrag zur Bürgerinformation sowie dem Hinweis auf mangelnde Alternativen gerechtfertigt. Auch die EU-Kommission habe betont, dass sie ihre Kanäle zwar diversifiziere, die Präsenz auf X jedoch weiterhin für notwendig erachte.

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4. “Man kann die Bedeutung von Podcasts fast nur unterschätzen”
(dfjv.de, Gunter Becker)
Das Leipziger “Podcast-Radio” detektor.fm nutze eine jüngst zugesprochene Förderung von 500.000 Euro, um bis zur Landtagswahl 2026 ein regionales Informationsangebot für Sachsen-Anhalt aufzubauen. Geschäftsführer Christian Bollert erläutert im Interview das Geschäftsmodell von detektor.fm, das zur wirtschaftlichen Absicherung auf einen Mix aus Eigenproduktionen, Partnerinhalten und Auftragsarbeiten für große Medienhäuser setze. Zudem betont er die wachsende Bedeutung von Nischen-Podcasts, für die der Sender gezielt mit freien Fachjournalistinnen und -journalisten zusammenarbeite und auf offene technische Standards statt exklusive Plattformen setze.

5. “Die schärfste Kirchen-Kritik kommt oft von innen” – Andrea Rübenacker und Bernward Loheide über katholischen Journalismus und weltliche Werte.
(turi2.de, Markus Trantow)
Andrea Rübenacker und Bernward Loheide, Führungskräfte des neuen Unternehmens PubliKath, sehen im Interview mit “turi2” trotz Kirchenaustritten eine wachsende Nachfrage nach ethischer journalistischer Einordnung, die sie durch eine “christliche Perspektive” bedienen wollen. Durch die Zusammenführung von Marken wie der Katholischen Nachrichten-Agentur, katholisch.de und filmdienst.de unter einem Dach wolle man Synergien erreichen und schneller werden.

6. Buchautor Erich von Däniken ist tot
(tagesschau.de)
Der Schweizer Bestsellerautor Erich von Däniken, der durch seine Theorien über frühere Besuche von Außerirdischen auf der Erde weltweite Bekanntheit erlangte und auch in deutschen Medien häufig präsent war, sei im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus in Interlaken gestorben. Mit seinem 1968 erschienenen Debütwerk “Erinnerungen an die Zukunft” habe der ehemalige Hotelier den Grundstein für seine Karriere gelegt. Im Verlauf seines Lebens habe von Däniken rund 70 Millionen Bücher verkauft und Filme produziert (tagesschau.de nennt sie “Dokumentarfilme”).

“Beispiellose Veränderung”, Buchtipps, Amazon-Urteil

1. “Beispiellose Veränderung seit 2012”
(taz.de)
Laut einem aktuellen Bericht der UNESCO sei die weltweite Meinungs- und Pressefreiheit seit 2012 so massiv eingebrochen wie selten zuvor in der Geschichte. Verantwortlich für diesen historischen Rückgang seien neben politischem Druck und dem Aufstieg autoritärer Regime vor allem die Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz sowie die Jagd nach Klickzahlen. Trotz der alarmierenden Lage gebe es Hoffnung durch engagierten investigativen Journalismus und grenzüberschreitende Kooperationen.

2. Neue Spionage-Software entdeckt
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen habe eine Spionage-Software identifiziert, die der belarussische Geheimdienst KGB vermutlich seit Jahren gezielt gegen Journalistinnen und Journalisten einsetze. Die Installation erfolge dabei nicht über technische Sicherheitslücken, sondern durch physischen Zugriff auf das entsperrte Gerät, etwa wenn dieses bei Verhören abgegeben werden muss.

3. Amazon darf Prime-Video-Kunden keine Wer­bung auf­zwängen
(lto.de)
Das Landgericht München habe entschieden, dass Amazon bestehende Verträge für das Streamingangebot Prime Video nicht einseitig ändern und plötzlich Werbung schalten dürfe. Nach Auffassung der Richter hätten die Kundinnen und Kunden ein werbefreies Angebot gebucht. Weder Gesetze noch die Nutzungsbedingungen würden eine solche Verschlechterung erlauben. Das Unternehmen müsse die Betroffenen nun über die Unzulässigkeit informieren. Amazon habe allerdings bereits angekündigt, gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil vorzugehen.

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4. TV-Vermarkter steuern auf schwachen Jahresabschluss zu
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Bruttowerbeeinnahmen der Fernsehsender seien im November deutlich gesunken, wobei vor allem RTL und ProSieben starke Verluste hinnehmen müssten. Dieser Abwärtstrend belaste den gesamten Werbemarkt, auch wenn Zeitungen und Außenwerbung Zuwächse verzeichnet hätten. Lediglich die Kinowerbung habe dank neuer Blockbuster ihren bisher besten Monat des Jahres erlebt.

5. Konstruktiv statt kontrovers bei Miosga
(verdi.de, Volker Nünning)
Der Programmausschuss des NDR habe das Konzept der Sendung “Caren Miosga” als “richtig und erfolgreich” bewertet, da der Fokus statt auf Konfrontation auf konstruktiven und vertiefenden Gesprächen liege. Die Prüfer hätten jedoch angemerkt, dass die langen Einzelinterviews zu Beginn bisweilen die Redezeit der anderen Gäste verkürzen würden. Im linearen Fernsehen sei “Caren Miosga” die meistgesehene politische Talkshow in Deutschland.

6. Buchtipps für den Einstieg in den Journalismus
(netzwerkrecherche.org, Flora Boehlke)
Flora Boehlke liefert eine Liste mit Buchtipps, die Interessierten den Einstieg in den Journalismus erleichtern können. Die Empfehlungen umfassen sowohl theoretische Grundlagenwerke als auch Fachliteratur zu speziellen Bereichen wie dem Daten- und dem Investigativjournalismus. Außerdem gibt es zwei Empfehlungen mit spannenden Fallgeschichten, die anhand berühmter Recherchen einen praktischen Einblick in die journalistische Arbeit geben.

Gekaufte Zugänge?, Klöckners Schlagseite, Fabulierende Maschinen

1. Geld für gezielte Beeinflussung von Politikern?
(tagesspiegel.de)
Die bayerische Staatsregierung überprüfe die staatliche Förderung des “Ludwig-Erhard-Gipfels”, nachdem Vorwürfe über käufliche politische Einflussnahme rund um die Veranstaltung am Tegernsee laut geworden seien. Medienberichten zufolge biete die veranstaltende Agentur des heutigen Kulturstaatsministers Wolfram Weimer Unternehmen gegen Geld exklusiven Zugang zu Spitzenpolitikerinnen und -politikern an. Weimers Sprecher betone, dass der Minister keine operativen Tätigkeiten mehr ausübe. Dennoch stehe die Frage im Raum, ob die Veranstaltung weiterhin mit Steuergeldern unterstützt werden soll.

2. Klöckner klickt rechts
(correctiv.org, Sebastian Haupt & Stella Hesch & Annika Joeres & Isabel Knippel)
Eine Analyse von “Correctiv” zeige, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner auf ihren Social-Media-Kanälen systematisch Inhalte rechtspopulistischer Akteure und Medien wie “Nius” oder dem “ÖRR-Blog” verbreite. Klöckner nutze ihre Reichweite strategisch, um neben harmlosen Hundefotos Stimmung gegen die Grünen sowie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu machen und Narrative des rechten Randes zu normalisieren.

3. Hanois Justiz verklagt in Berlin lebenden Chefredakteur
(taz.de, Alexandra Wagner)
Vietnams Justiz klage den in Berlin unter Polizeischutz stehenden Journalisten Trung Khoa Lê an, da dieser laut dem vietnamesischen Ministerium für öffentliche Sicherheit durch sein Medium “Thoibao” die sozialistische Ordnung untergrabe. Der Chefredakteur des regierungskritischen, in Berlin beheimateten Onlinemediums vermute hinter dem Vorgehen politische Rache. Er habe einst die Verwicklung des heutigen KP-Chefs in die Entführung des ehemaligen vietnamesischen Politikers und Managers Trịnh Xuân Thanh im Jahr 2017 aufgedeckt.

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4. An vorderster Front, hinter den Kulissen: Was machen Fixer?
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Oleksandra Yaroshenko erklärt in ihrem Artikel die unverzichtbare Rolle von sogenannten Fixern, die als lokale Expertinnen und Experten im Ukraine-Krieg maßgeblich entscheiden, welche Informationen und Bilder das internationale Publikum erreichen. Diese Helfer seien keine neutralen Übersetzer, sondern subjektive “Gatekeeper”, deren persönliche Betroffenheit und kulturelle Kompetenz die Berichterstattung forme. Dennoch würden sie oft ohne ausreichenden Schutz oder Versicherung arbeiten und trotz lebensgefährlicher Risiken meist unsichtbar bleiben.

5. Freiheit im Netz nimmt beständig ab
(netzpolitik.org, Paula Clamor)
Der aktuelle “Freedom-on-the-Net”-Report (PDF) der Organisation Freedom House stelle fest, dass die globale Internetfreiheit zum 15. Mal in Folge abnehme. Auch Deutschland verliere Punkte. Politische Aktionen gegen Netzkritik, rechtsextreme Einschüchterungen und russische Cyberangriffe nähmen zu. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, plädiere Freedom House für unabhängigen zivilgesellschaftlichen Aktivismus, lehne jedoch Maßnahmen zur Einschränkung der Anonymität wie Altersverifikationen ab.

6. Tödliche K.I. – Über fabulierende Maschinen und fabulierende Menschen
(54books.de, Joanna Nowotny)
Joanna Nowotny warnt in ihrem Beitrag vor der Gefahr durch KI-Chatbots, da diese die Wahnvorstellungen psychisch labiler Nutzerinnen und Nutzer unkritisch bestätigen und so Tragödien wie Suizide begünstigen könnten. Nach Ansicht der Autorin verstärken die Maschinen durch das Vermischen von Fakten und Fiktion sowie emotionale Bindungsstrategien bestehende psychische Krisen massiv. Da für Tech-Konzerne der Fokus vorrangig auf Profit und Nutzerbindung liege, würden wirksame Schutzmaßnahmen fehlen.
(Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.)

Handy ausgelesen, Politische Werbung gestrichen, Illegales Streaming

1. Demo dokumentiert – Handy ausgelesen: GFF geht mit einem Journalisten vor das Bundesverfassungsgericht
(freiheitsrechte.org, Maria Scharlau)
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte und der Journalist Hendrik Torner haben Verfassungsbeschwerde eingelegt, weil Torners Handy nach einer Demonstration beschlagnahmt und ausgelesen worden sei. Sie kritisieren, dass die Polizei bei bloßem Anfangsverdacht auf alle Daten zugreifen dürfe, auch auf private und journalistisch sensible Inhalte.

2. Cool, calm & collected
(journal-nrw.de, Julia Rathcke)
Die Journalistin Julia Rathcke berichtet seit zehn Jahren über die AfD. In diesem Beitrag beschreibt sie, wie sich die Partei seit ihrer Gründung zunehmend professionalisiere, dabei aber gezielt Medienkritik und Einschüchterungstaktiken einsetze. Während anfangs journalistische Anfragen oft ignoriert worden seien, reagiere die Partei heute mit juristischem Druck und eigener Medieninszenierung. Für Journalistinnen und Journalisten bleibe die Berichterstattung über die AfD herausfordernd.

3. Hier könnte keine politische Werbung stehen
(zeit.de, Eike Kühl)
Ab Oktober wollen die Konzerne Meta und Google in der EU offenbar keine politische oder gesellschaftlich relevante Werbung mehr zulassen, da sie die Vorgaben der neuen EU-Verordnung “Transparenz und das Targeting politischer Werbung” für zu aufwendig und rechtlich unklar halten würden. Kritiker warnen, dies könne dazu führen, dass auch zivilgesellschaftliche Kampagnen und Aufrufe zur Wahl an Sichtbarkeit verlören. Zwar solle die Verordnung mehr Transparenz schaffen, sie sei jedoch schwer durchsetzbar und biete kaum wirksamen Schutz vor gezielter Desinformation.

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4. Anti-SLAPP? Ja, aber bitte ohne Wir­kung
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Der Deutsche Richterbund kritisiere den Anti-SLAPP-Gesetzentwurf des Justizministeriums als überzogen und warne vor negativen Folgen für berechtigte Klagen. Gleichzeitig schlage er eine eigene Definition von Missbrauch vor, die strategische Einschüchterung besser erfassen könne. Aus Sicht von Felix W. Zimmermann beschreibe der Vorschlag des Richterbunds zwar den Missbrauch zutreffender, “würde ihn aber überhaupt nicht mehr sanktionieren”.

5. Die Jagd nach dem neuesten KI-Gadget hilft uns nicht weiter
(journalist.de, Johannes Klingebiel)
Medienexperte Johannes Klingebiel kritisiert, dass viele Redaktionen Künstliche Intelligenz eher aus Angst davor, etwas zu verpassen, einsetzen als aus echter Überzeugung oder Notwendigkeit. Technologie werde oft unreflektiert übernommen, anstatt sie kritisch auf ihre sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen hin zu hinterfragen. Sein Fazit: “Die entscheidende Frage sollte nicht lauten: ‘Wo kann ich KI anwenden?’, sondern ‘Welche Probleme habe ich, für die spezifische Technologien eine mögliche Lösung bieten könnten?’ Nicht: ‘Macht es mich effizienter?’, sondern: ‘Macht es besseren Journalismus möglich?'”

6. Hohe Kosten, immer mehr Anbieter: Warum das illegale Streaming wieder boomt
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Da immer mehr Streamingdienste exklusive Inhalte anbieten und die Abo-Preise steigen, würden viele Nutzer wieder vermehrt auf illegale Streamingangebote zurückgreifen. In der Folge gehe die Polizei verstärkt gegen Betreiber und inzwischen auch gegen Nutzer solcher Plattformen vor. Allein in Bayern seien zuletzt mehrere Wohnungen durchsucht und Server beschlagnahmt worden. Besonders gefragt seien illegale Fußballstreams, da Fans für die verschiedenen Wettbewerbe oft mehrere teure Abos benötigen.

Das Spahn-Netzwerk, Sprecher droht Journalisten, AfD-Normalisierung

1. Spahn, Gotthardt und Reichelt – Wer profitiert von wem?
(belltower.news, Kira Ayyadi)
“Correctiv” lege in einer Recherche nahe, der IT-Millionär Frank Gotthardt könnte während Jens Spahns Amtszeit als Gesundheitsminister wirtschaftlich profitiert und dieses Vermögen später in den Aufbau der rechtspopulistischen Plattform “Nius” investiert haben. Die unter der Leitung von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt stehende Plattform habe eine “rassistische, gender- und elitenfeindliche Ausrichtung”. Kritiker würden hinter dem Zusammenspiel von Spahn, Gotthardt und Reichelt ein strategisches Netzwerk vermuten, das den Aufbau eines neuen konservativen Machtzentrums zum Ziel habe.

2. Sprecher droht Journalisten: “Wäre mir eine Riesenfreude”
(t-online.de, Jonas Mueller-Töwe)
Nach einem Hintergrundgespräch im Bundesgesundheitsministerium habe Pressesprecher Hanno Kautz laut Medienberichten eine E-Mail verschickt, in der er Journalisten mit Konsequenzen gedroht haben soll, weil angeblich vertrauliche Informationen weitergegeben worden seien. Besonders brisant sei, dass Kautz eine Art Kopfgeld in Form von Exklusiv-Informationen ausgesetzt habe. Die Mail habe unter den Journalistinnen und Journalisten für Empörung gesorgt und Fragen zum Umgang des Ministeriums mit der Presse aufgeworfen.

3. Das Dilemma der Normalisierung verstehen
(journal-nrw.de, Corinna Blümel)
In einem Interview mit dem Mitgliedermagazin des Deutschen Journalisten-Verbands NRW spricht der Politikwissenschaftler Cord Schmelzle über die Rolle von Medien beim Erstarken der AfD. Er erklärt, dass journalistische Berichterstattung zur Normalisierung radikal rechter Positionen beitragen könne, und fordert einen “normalisierungsbewussten Journalismus”. Dieser müsse klar benennen, wo AfD-Positionen demokratische Normen verletzen. Zusätzlich betont Schmelzle, dass Redaktionen durch ihre Themenwahl und ihre krisenfokussierte Berichterstattung ungewollt zur Mobilisierung von Protestwählern beitragen können.

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4. Warum die Ver­öf­f­ent­li­chung von intimen Bil­dern viel zu günstig ist
(lto.de, Christoph Jarno Burghoff)
In einem Gastbeitrag für “Legal Tribune Online” kritisiert der Jurist Christoph Jarno Burghoff, dass Geldentschädigungen für die Veröffentlichung privater und intimer Urlaubsfotos von Prominenten zu niedrig seien. Sie hätten keinen abschreckenden Effekt auf Boulevardmedien. Burghoff fordert, dass Gerichte deutlich höhere Summen zusprechen, um Persönlichkeitsrechte wirksam zu schützen. Nur so könne der kommerzialisierte Voyeurismus in der Medienlandschaft eingedämmt werden.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 247
(netzwerkrecherche.org, Stefanie Dodt & Franziska Senkel)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche (NR). Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Stefanie Dodt, die einen neuen NR-Arbeitsschwerpunkt vorstellt: ein Förderprogramm und Recherche-Support speziell für Lokaljournalistinnen und -journalisten. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Wir war’n doch schon mal weiter …
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
In seiner Kolumne kritisiert Bernhard Hiergeist, dass viele Menschen in Deutschland Comedy weiterhin für unantastbar halten und Kritik daran reflexhaft abwehren. Anhand des Beispiels von Dave Chappelle zeigt er auf, wie transfeindliche Witze wiederholt, als Kunstfreiheit verteidigt werden und damit zur Ausgrenzung beitragen. Hiergeist fordert, Comedy weiterzuentwickeln und nicht in rückständigen Mustern zu verharren. Er sieht Comedykritik als wichtigen Teil eines offenen Diskurses darüber, was Humor leisten sollte und was eben nicht.

Medienversagen, Verdrehte Themen, Content aus dem Klassenraum

1. Medienversagen nach der Tragödie von Graz
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert, dass zahlreiche Medien nach dem Amoklauf in Graz grundlegende journalistische Prinzipien verletzt hätten. Sie beanstandet unter anderem, dass einige Redaktionen den Täter durch Fotos, persönliche Details und Deutungen seiner Psyche unnötig in den Mittelpunkt gerückt hätten, was ein gefährliches Identifikationspotenzial für mögliche Nachahmer geschaffen haben könnte. Insgesamt sei Gutschis Einschätzung nach das mediale Verhalten in dieser Ausnahmesituation weniger von Aufklärung als von Emotionalisierung und dem Streben nach Reichweite geprägt gewesen.
Weiterer Lesetipp: Ganz ähnlich sieht das Boris Rosenkranz bei “Übermedien”: “Sie verbreiten reißerische Videos und belagern traumatisierte Menschen: Einigen Medien geht es nach dem Grazer Amoklauf nicht um sachliche Berichterstattung, sondern darum, im Rennen um exklusive Content-Schnipsel vorne zu liegen. Wie immer bei solchen Ereignissen.”

2. Die “Berliner Zeitung” verdreht Themen so lange, bis sie ins verhetzende Muster passen
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Jochen Zenthöfer kritisiert, dass die “Berliner Zeitung” Themen aus seiner Sicht systematisch so verdrehe, bis sie in ein populistisches oder hetzerisches Narrativ passen würden. Aktuell werde eine Soziologin, die demokratisch zur Präsidentin einer Hochschule gewählt worden sei, mithilfe fragwürdiger Plagiatsvorwürfe und suggestiver Berichterstattung diskreditiert. Wichtige Fakten und Kontext würden dabei weggelassen, um ein Bild von Skandal und politischer Fehlbesetzung zu erzeugen.

3. “Klimapolitik wird zum Kulturkampfthema erhoben”
(orsted.de, Nils Husmann)
Luis Paulitsch warnt im Interview mit Nils Husmann, dass viele Alternativmedien nicht primär Meinungsvielfalt fördern, sondern gezielt rechte Narrative verbreiten und einen politischen Rechtsruck anstreben würden. Unterstützt von Social-Media-Algorithmen könnten sie mit emotionalisierenden Inhalten gezielt Angst und Empörung schüren. Das geschehe oft im Zusammenhang mit Themen wie Klimapolitik, Migration oder Energiekrisen. Trotz oft geringer Reichweite würden sie es immer wieder schaffen, durch geschickte Themenplatzierung und ideologische Netzwerke die öffentliche Debatte spürbar zu beeinflussen.

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4. Warum wir regionale Zeitungen in der digitalen Ära brauchen
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler berichtet über eine neue Studie, der zufolge regionale Zeitungen trotz sinkender Auflagen weiterhin eine wichtige Rolle spielen, auch weil sie digital immer stärker genutzt würden. Die Studie stammt von der Score Media Group, einem Zusammenschluss regionaler Zeitungen, und zeige: Viele Menschen würden lokale Berichterstattung für unverzichtbar halten und seien zunehmend bereit, dafür zu zahlen und Werbung zu akzeptieren. Der digitale Wandel gelte dabei nicht als Bedrohung, sondern werde als Chance gesehen, neue Leserinnen und Leser über verschiedene Kanäle zu erreichen.

5. Berichten über LSBTIQ-Themen
(verdi.de)
Queere Menschen begegnen in Medienberichten noch immer häufig missverständlichen oder klischeehaften Formulierungen. Um Unsicherheiten zu beseitigen und Fehler zu vermeiden, helfe ein aktualisierter Leitfaden des Bundes Lesbischer und Schwuler JournalistInnen, der konkrete Tipps und Fallbeispiele für sensible und sachgerechte Sprache liefere.

6. Content aus dem Klassenraum – Dürfen Lehrer Influencer sein?
(youtube.com, Lisa Beusch & Kim Kristin Mauch, Video: 18:57 Minuten)
Der Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” zeigt, wie Lehrkräfte auf Plattformen wie TikTok und Instagram mit Einblicken in ihren Schulalltag viralen Content erstellen. Dabei würden sie in Konflikt mit Datenschutz, Werbung und ihrem Bildungsauftrag geraten, wenn etwa Schülerinnen und Schüler Teil der Videos werden. Lisa Beusch und Kim Kristin Mauch begleiten zwei angehende Lehrerinnen, die wegen ihrer Posts ihren Job verloren haben, und gehen den rechtlichen und ethischen Fragen hinter dem Phänomen nach.

AfD-Gutachten, Warnstreiks bei Tageszeitungen, Mehr Rückgrat

1. Warum ist das AfD-Gutachten nicht öffentlich?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:56 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast hat sich Holger Klein mit Aiko Kempen von der Transparenzinitiative “FragDenStaat” über das AfD-Gutachten des Verfassungsschutzes unterhalten: “Warum veröffentlichen andere Medien das Gutachten – oder zumindest den Auszug – nicht? Könnte man die Veröffentlichung des Gutachtens einklagen? Und in welcher Rolle sehen sich die Journalisten von ‘Frag den Staat’, die selbst Belege für die Verfassungsfeindlichkeit der AfD sammeln?”

2. Lilienthal stellt Talkshow-Sendezeit für AfD-Politiker infrage
(medien.epd.de)
Nach der Verfassungsschutz-Einstufung der AfD als “gesichert rechtsextremistisch” fordert der Journalistik-Professor Volker Lilienthal unmittelbare Konsequenzen von ARD und ZDF: “Die Selbstverständlichkeit, mit der AfD-Politiker vor allem in den politischen Talkshows Sendezeit für sich beanspruchen, lässt sich nicht länger legitimieren”. Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators: Gestern hat der Verfassungsschutz eine sogenannte “Stillhaltezusage” abgegeben, wie unter anderem der “Spiegel” berichtet: “Die AfD hat Klage gegen ihre Einstufung als ‘gesichert rechtsextremistisch’ eingereicht. Bis über den Eilantrag entschieden ist, will der Verfassungsschutz sich nicht mehr öffentlich äußern – die Partei gilt vorerst wieder als ‘Verdachtsfall’.”

3. Warum Journalismus gerade jetzt mehr Rückgrat benötigt
(npj.news, Leif Kramp & Stephan Weichert)
Guter Journalismus sei gerade in Krisenzeiten wichtig, stehe derzeit aber durch wirtschaftliche Herausforderungen, politische Angriffe und Desinformation zunehmend unter Druck. Um die journalistische Resilienz zu stärken, fordert der “Think-and-Do-Tank” Vocer konkrete Maßnahmen von der Politik, darunter die Anerkennung der journalistischen Gemeinnützigkeit, eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte sowie die gezielte Förderung des Lokaljournalismus.

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4. X beschränkt Zugang zu İmamoğlus Nutzerkonto
(tagesschau.de)
In der Türkei sei der Zugang zum X-Konto des inhaftierten Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu auf Anordnung der Behörden gesperrt worden, weil seine Beiträge angeblich eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen würden. İmamoğlu, ein wichtiger Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, war zuvor unter Korruptionsvorwürfen verhaftet worden, was massive Proteste und Kritik ausgelöst hatte.

5. Erneut Warnstreiks bei Tageszeitungen in Baden-Württemberg
(dju.verdi.de, Andreas Henke)
Nach sieben Verhandlungsrunden zwischen der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi und dem Zeitungsverlegerverband BDZV hat die Gewerkschaft in Baden-Württemberg nun zum Streik aufgerufen. Man rechne mit rund 250 Streikenden aus 13 Redaktionen und von 16 Zeitungstiteln. Der Gewerkschaftsvertreter Uwe Kreft kommentiert: “Die Zitrone ist restlos ausgepresst. Wer immer weiter beim Personal sparen will, gefährdet bewusst den Qualitätsjournalismus. Das kann und darf nicht das Ziel der Verleger sein.”

6. Podcasting – ist das was für mich?
(freienpodcast.letscast.fm, Geraldine Friedrich & Françoise Hauser, Audio: 24:44 Minuten)
“Podcasting – ist das was für mich? Brauche ich das als freier Journalist? Und wie schwer ist es, einen eigenen Podcast aufzubauen und zu produzieren?” In dieser Folge des “Freien-Podcasts” von Geraldine Friedrich und Françoise Hauser geht es um mögliche Vorteile und Herausforderungen beim Podcasten.

Angriff auf die Informationsfreiheit, Datenretter, Hilfe bei Krisen

1. Union will Informationsfreiheitsgesetz abschaffen
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
“In den Koalitionsverhandlungen drängen CDU und CSU darauf, das Recht auf staatliche Informationen abzuschaffen. Angetrieben wird das Vorhaben von Philipp Amthor – der wegen seiner umstrittenen Nebentätigkeiten bei Augustus Intelligence selbst unter IFG-Anfragen zu leiden hatte.” Arne Semsrott erläutert den geplanten “Frontalangriff auf die Informationsfreiheit”, der auch Auswirkungen auf die journalistische Arbeit hätte.
Weiterer Lesehinweis: Auch beim Netzwerk Recherche ist man besorgt: “Wer die Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes fordert, ohne eine andere Transparenzregel an seine Stelle treten zu lassen, fürchtet sich offensichtlich vor mehr Offenheit und Bürgernähe. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen den staatlichen Institutionen misstrauen, ist es ein gefährlicher Irrweg, demokratische Rechte beschneiden zu wollen und den Weg der Abschottung zu gehen”. (netzwerkrecherche.org)

2. Richter stoppt Schließung von Radio Free Europe
(faz.net)
Ein US-Bundesrichter habe die Schließung von “Radio Free Europe” vorerst gestoppt und angeordnet, dass die zuständige Behörde den Sender weiter finanzieren muss – auch wenn US-Präsident Donald Trump die Mittel streichen wollte. Der 1950 gegründete Sender, der wöchentlich rund 50 Millionen Menschen in autoritär regierten Staaten erreiche, begrüßt die Entscheidung: “Dieses Urteil ist eine weitere deutliche Botschaft an unsere Journalisten in aller Welt: Ihr Auftrag, wie er vom Kongress festgelegt wurde, ist würdig und wertvoll und sollte fortgesetzt werden”. Juristisch ausgestanden sei die Sache für “Radio Free Europe” jedoch noch nicht, der Rechtsstreit gehe weiter.

3. Diese Menschen retten Daten vor der Trump-Zensur
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck hat sich mit dem “digitalen Historiker” Sebastian Majstorovic über dessen Arbeit beim “Data Rescue Project” unterhalten. Dort sichert Majstorovic gemeinsam mit Hunderten von Freiwilligen gefährdete öffentliche US-Daten, die unter der zweiten Trump-Administration gelöscht werden sollen: “Da kommen Leute aus Elon Musks DOGE-Abteilung, die sich nicht dafür interessieren, welche Funktionen eine Behörde erfüllt. Sie haben eine Liste mit verbotenen Wörtern, darunter Begriffe wie ‘schwul’, ‘Frau’ oder ‘kulturelles Erbe’. Und sie löschen rücksichtslos Inhalte, in denen diese Wörter auftauchen. Sie haben gelöscht, dass der Schwarze US-General Charles Calvin Rogers mit der ‘Medal of Honor’ geehrt wurde. Sie haben auch medizinisches Wissen gelöscht, das Ärzt*innen für laufende Behandlungen von Patient*innen brauchen.” Majstorovic betrachtet die Löschaktionen als eine Form der “digitalen Bücherverbrennung”. Er warnt vor “technofaschistischen” Tendenzen und ruft dazu auf, auch in Europa Strategien zur digitalen Datensicherung zu entwickeln.

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4. So setzt sich RSF in Gaza und Nahost ein
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) setzt sich im Gaza-Krieg aktiv für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten ein, indem sie Schutzzonen fordert, Ausrüstung und Nothilfe bereitstellt und internationale Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen unterstützt. Seit Beginn des Krieges wurden laut RSF fast 200 Medienschaffende getötet, viele davon gezielt oder im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. RSF hat mehrfach beim Internationalen Strafgerichtshof Anzeige erstattet und dokumentiert systematisch die Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten.

5. Berlusconis MFE kündigt Übernahmeangebot für ProSiebenSat.1 an
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Der italienische Medienkonzern MFE unter Pier Silvio Berlusconi habe ein Übernahmeangebot für ProSiebenSat.1 angekündigt, um die Kontrolle über den deutschen TV-Konzern zu erlangen. Trotz großer strategischer Worte und der Vision einer paneuropäischen Sendergruppe bleibe das Angebot mit einem erwarteten Preis von rund 5,75 Euro pro Aktie eher zurückhaltend. Bei ProSiebenSat.1 begegne man dem Vorstoß mit Skepsis, verweise auf den niedrigen Preis und bleibe vorerst gelassen.

6. Wer hilft Journalist:innen bei mentalen Krisen?
(dfjv.de, Gunter Becker)
Gunter Becker schreibt, dass Journalistinnen und Journalisten besonders stark unter psychischen Belastungen wie Stress, Burn-out und Depressionen leiden, was eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München belege. Gleichzeitig stellt Becker verschiedene Hilfsangebote wie “HateAid”, die “HelpLine” des Netzwerk Recherche und betriebliche Unterstützungsstrukturen bei Verlagen wie Funke und der “Zeit”-Gruppe vor. Inzwischen gebe es ein wachsendes Problembewusstsein in der Branche und vielfältige Anlaufstellen, so dass niemand mit seiner seelischen Not allein bleiben müsse.

7. Nach Chat-Sicherheitspanne: Trump beschimpft Journalisten
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:29 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Attacken des US-Präsidenten auf den “Atlantic” nach dem Militärchat-Skandal: “Die systematische Attacke auf unabhängige Medien ist kein Zufall. Sie ist das Herzstück populistischer Politik. Und sie erfüllt gleich mehrere Zwecke: Sie lenkt ab. Sie diskreditiert Kritik. Und sie schweißt das eigene Lager enger zusammen: Plötzlich geht es nicht mehr um den eigentlichen Fehler – sondern um denjenigen, der ihn sichtbar gemacht hat.”

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