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Ver­öf­f­ent­li­chung strafbar, Betrug mit KI-Bildern, Springer-Krise?

1. Ver­öf­f­ent­li­chung von Gerichts­be­schlüssen im Ermitt­lungs­ver­fahren strafbar
(lto.de)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe die Verurteilung des Journalisten Arne Semsrott bestätigt, da er unerlaubt Gerichtsbeschlüsse aus einem laufenden Ermittlungsverfahren gegen die “Letzte Generation” im Wortlaut veröffentlicht habe. Nach Auffassung der Richter schränke das entsprechende Gesetz die Pressefreiheit nur geringfügig ein. Semsrott, der diesen Rechtsstreit bewusst provoziert habe, wolle nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, um die Abschaffung des seiner Meinung nach veralteten Straftatbestands zu erreichen.
Weiterer Lesetipp: Semsrotts Organisation “FragDenStaat” hat ein Statement anlässlich des BGH-Beschlusses veröffentlicht: “Es darf nicht sein, dass Journalist*innen für faktische und korrekte Berichterstattung verurteilt werden und das Strafgesetzbuch zur Gefahr für die Pressefreiheit wird. Darum legen wir nun gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Verfassungsbeschwerde ein, um vor dem Bundesverfassungsgericht zu zeigen: Paragraph 353d Nr. 3 muss endlich abgeschafft werden.”

2. Massenhafter Betrug in ganz Deutschland
(t-online.de, Florian Harms)
Florian Harms warnt vor einer Flut täuschend echter KI-Bilder und -Videos, die gezielt Emotionen wecken würden, um durch Klicks Geld zu verdienen und politische Stimmungen zu manipulieren: “KI-Bilder sind die Vorboten einer neuen Ära, in der die Grenze zwischen Schein und Sein zerfließt. Wir erleben den Generalangriff auf das letzte verbliebene Vertrauen, das unsere Zivilisation zusammenhält: den Glauben an unsere eigenen Augen.”

3. Zahlreiche Journalist:innen im Visier bei Attacke über Signal-Messenger
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter berichtet, nimmt ein unbekannter Akteur derzeit gezielt Journalistinnen und Aktivisten ins Visier, indem er über den Messenger Signal Phishing-Nachrichten an Dutzende Medienvertreter, etwa von “Zeit” und “Correctiv”, sowie Anwälte in ganz Europa versende. Der oder die Angreifer gäben sich dabei als “Signal Support” aus, mit dem Ziel, den Account zu übernehmen und sensible Kontaktnetzwerke auszuspähen. Signal betone, dass man Nutzerinnen und Nutzer niemals per Chat kontaktiere.

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4. Datensammelei mit Folgen
(taz.de)
Der österreichische Verbraucherschutzverein habe eine Sammelklage gegen den Social-Media-Konzern Meta gestartet, da das Unternehmen über im Hintergrund laufende Tracking-Tools heimlich sensible Daten von Nutzerinnen und Nutzer gesammelt habe. Parallel dazu verhandele das Oberlandesgericht Hamburg Ende Februar über eine weitere Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands wegen eines massiven Datenlecks aus den Jahren 2018/2019, bei dem persönliche Informationen im Darknet gelandet seien.

5. 10 Dinge, die ich beim Beta-Test einer KI zur Verfolgung von Desinformation gelernt habe
(de.ejo-online.eu, Martin Lestra)
Martin Lestra hat 18 Monate lang das EU-Projekt “PROMPT” koordiniert, bei dem er gemeinsam mit über 30 Partnern aus Journalismus und Faktenprüfung den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Analyse von Desinformationsnarrativen getestet habe. Aus diesen intensiven Beta-Tests leitet er zehn zentrale “Learnings” ab, die unter anderem verdeutlichen, dass KI-Tools für Experten absolut präzise arbeiten müssen und keine Fehlalarme produzieren dürfen. KI sei außerdem nur erfolgreich, wenn sie sich einfach in den stressigen Redaktionsalltag integrieren lasse.

6. Springer-Krise? das Ende einer Ära.
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz, Video: 20:57 Minuten)
Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt analysieren den Weggang von Robin Alexander, der mit seinem erfolgreichen Podcast “Machtwechsel” das Medienhaus Axel Springer verlassen hat, um ihn eigenständig weiterzuführen. Die beiden sehen darin ein Beispiel für die wachsende Bedeutung von “Personal Branding” im Journalismus.

7. Freeclimber schreibt Geschichte in Taipeh
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:02 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator die Streaming-Plattform Netflix, die am vergangenen Wochenende die ungesicherte Besteigung eines Wolkenkratzers per Livestream übertragen hat. Zudem warnt er eindringlich davor, dass solche Events Jugendliche dazu animieren könnten, für Klicks im Internet leichtsinnig ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

KW 04/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Müssen Korrespondenten in der Ukraine inzwischen darum kämpfen, im Nachrichtenchaos noch durchzudringen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:38 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem ARD-Korrespondenten Vassili Golod in Kiew: “Wie ist es inzwischen, aus dem Krieg in der Ukraine zu berichten? Und wie sehr müssen Reporter vor Ort um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit buhlen bei all den vielen Meldungen von Krisen in der ganzen Welt, die Tag für Tag kursieren?”

2. Das Ende der BILD-Zeitung
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 20:45 Minuten)
“Bild” bleibe laut Mats Schönauer trotz massiv sinkender Verkaufszahlen der gedruckten Zeitung durch ihre riesige Online-Präsenz weiterhin eines der mächtigsten und einflussreichsten Medien. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Schönauer, wie die “Bild”-Redaktion regelmäßig Falschmeldungen und Lügen verbreite, die Medien weltweit oft ungeprüft übernähmen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

3. Medien, Macht und die Gewöhnung an Rechts!
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz, Video: 52:36 Minuten)
Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz analysieren bei “Die Neuen Zwanziger” anhand von Podcast-Ausschnitten, wie führende Medienvertreter Friedrich Merz trotz rassistischer Äußerungen und außenpolitischer Fehltritte verharmlosen und normalisieren würden. Dabei gehe es darum, das bürgerliche Lager zu schützen. Außerdem diskutieren die beiden über die Gefahr einer schleichenden Gewöhnung an rechtspopulistische Positionen. In manchen Fällen verlören Journalistinnen und Journalisten die kritische Distanz und würden selbst offensichtliche Lügen oder gefährliche politische Annäherungen an die AfD schönreden.

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4. Verdient das ZDF einen neuen Intendanten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 23:34 Minuten)
Alexander Matzkeit thematisiert im Gespräch mit “FAZ”-Redakteur Michael Hanfeld die angestrebte Wiederwahl von ZDF-Intendant Norbert Himmler und die wachsende Kritik des Fernsehrats an Himmlers vager Haltung in Debatten.

5. Die Medienhölle – Episode #002
(youtube.com, Jörg Wagner, Video: 1:33:02 Stunden)
Jörg Wagner analysiert in seiner “Medienhölle” die manipulative Berichterstattung des Portals “Nius” über einen Auftritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther in der Talksendung von Markus Lanz und diskutiert im Anschluss mit Stefan Ruß-Mohl über ein verengtes Meinungsspektrum im Journalismus. Zudem behandelt Wagner die Hintergründe zum linearen Ende des BR-Jugendsenders Puls. Und er führt ein Interview mit dem Wetterexperten Jörg Kachelmann, der erklärt, warum er sich als KI-Avatar klonen ließ.

6. Vom Luxus zum Spendenlink – wenn Mitleid zum Geschäftsmodell wird
(youtube.com, Sashka, Video: 16:32 Minuten)
YouTuberin Sashka kritisiert Influencerinnen und Influencer, die ihren luxuriösen Lebensstil offen zur Schau stellen (“flexen”), aber bei finanziellen Engpässen oder Steuerschulden sofort nach Mitleid bei ihren Fans suchen, um Spenden oder Verkäufe zu generieren. Anhand von Beispielen zeigt sie, dass oft schlechte Planung oder Unwissenheit über Steuerthemen der Grund für die Pleiten seien, diese Fehler aber emotionalisiert als Schicksalsschlag verkauft würden.

Richter-Rücktritt, Gemeinsamer KI-Kodex, Abzocke mit Stearinlicht

1. Ostdeutsche Allgemeine Zumutung
(campact.de, Matthias Meisner)
Der Verleger Holger Friedrich plane die Gründung der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung”. Laut Matthias Meisner würden Kritiker dies als Versuch werten, ein pro-russisches und demokratieskeptisches Leitmedium zu etablieren. Besonders die Einstellung des Journalisten Florian Warweg, der zuvor für “Russia Today” und die “NachDenkSeiten” tätig gewesen sei, bestätige laut Meisner die Befürchtung, dass das Blatt als Plattform für Kreml-Propaganda dienen könne.

2. Rücktritt nach taz-Recherche
(taz.de, Nadine Conti)
Gert Armin Neuhäuser, Präsident des Verwaltungsgerichts Osnabrück, sei als Vorsitzender des Verbandes der niedersächsischen Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen zurückgetreten, nachdem er durch Recherchen der “taz” unter den Verdacht geraten sei, unter einem Pseudonym Hasskommentare gegen Frauen und queere Personen verfasst zu haben (BILDblog berichtete). Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg sowie die Staatsanwaltschaft Göttingen würden derzeit dienstrechtliche beziehungsweise strafrechtliche Konsequenzen prüfen. Das niedersächsische Justizministerium und die Universität Hannover, an der Neuhäuser als Honorarprofessor lehre, seien zwar entsetzt über die Inhalte, würden aber auf den noch fehlenden Beweis der Urheberschaft verweisen.

3. ARD, ZDF, Deutschlandradio und DW mit gemeinsamen KI-Kodex
(dwdl.de, Alexander Krei)
ARD, ZDF, Deutsche Welle und Deutschlandradio hätten sich auf gemeinsame Grundsätze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz verständigt, um die Technologie im Einklang mit ihren Werten und dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu nutzen. Kern der Vereinbarung sei der Grundsatz, dass die publizistische Verantwortung stets beim Menschen verbleibe und KI-generierte Inhalte transparent gekennzeichnet werden müssten, um das Vertrauen des Publikums zu sichern.
Weiterer Lesetipp: Zwischen Leitlinien und Redaktionstisch: Verantwortungsvoller KI-Einsatz im Journalismus: “Das EU-Projekt PROMPT hat sich damit beschäftigt, wie Journalismus, Fact-Checking und KI verantwortungsvoll zusammenspielen können – und daraus konkrete Best-Practice-Guidelines entwickelt.”

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4. Femizid: So machen Medien Johanna G. ein zweites Mal zum Opfer
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert die sensationslüsterne Berichterstattung über den Mord an Johanna G., bei der Boulevardmedien wie die “Kronen Zeitung” und “oe24” dem Opfer durch Schlagzeilen über angebliche “Tinder-Affären” und private Spekulationen eine Mitschuld zugeschrieben hätten. Zudem werde der mutmaßliche Täter, ein Polizist, durch die unkritische Übernahme seiner Verteidigungsstrategie (“Sex-Unfall”) sowie durch Bezeichnungen wie “Elite-Polizist” oder “Halbgott” als faszinierende Figur stilisiert und verharmlost.

5. Festnahme und Abschiebungsandrohung gegen den französischen Journalisten Raphaël Boukandoura alarmieren RSF
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt sich alarmiert über die Festnahme des französischen Journalisten Raphaël Boukandoura, der am 19. Januar in Istanbul in Polizeigewahrsam genommen worden sei. Dem langjährigen Türkei-Korrespondenten drohe nun die Abschiebung, nachdem er über eine von den Behörden nicht genehmigte Demonstration berichten wollte. RSF verurteilt das Vorgehen gegen den akkreditierten Journalisten als willkürlichen Angriff auf die Pressefreiheit und fordert, das Unrecht umgehend zu korrigieren.

6. Wie Forum-User 9Live das Handwerk legten
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 17:12 Minuten)
Philipp Walulis blickt zurück auf die fragwürdigen Methoden des einstigen Fernsehsenders 9Live, der Zuschauerinnen und Zuschauer mit kaum lösbaren Rätseln und Tricks wie dem “Hot Button” systematisch abgezockt habe, um hohe Umsätze zu generieren. Er zeigt anhand eines konkreten Skandals, wie Redakteure sogar betrogen haben sollen, indem sie eine erratene Lösung (“Stearinlicht”) während der Livesendung heimlich gegen eine andere ausgetauscht hätten, um den eigentlich fälligen Gewinn nicht auszahlen zu müssen.

7. AI Slop statt Erinnerung: Wie KI den Holocaust verzerrt
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:47 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: “Mehr als 40 Holocaust‑Gedenkstätten warnen vor einer Flut täuschend echter KI‑Bilder zur NS‑Zeit. Lorenz Meyer erklärt in seinem Kommentar, wie ‘AI‑Slop’ historische Fakten verzerrt, Erinnerungskultur beschädigt und warum Social‑Media‑Plattformen dringend handeln müssen.”

Durchsuchung rechtswidrig, Sky-Deal in der Schwebe, Seitenwechsel

1. Durchsuchungsanordnungen wegen des Archivs waren rechtswidrig
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Anna Biselli berichtet, dass das Landgericht Karlsruhe die Hausdurchsuchungen bei den vermeintlichen Betreibern des “linksunten.indymedia”-Archivs nachträglich für rechtswidrig erklärt habe. Das Gericht habe festgestellt, dass für die Maßnahmen im August 2023 weder ein ausreichender Anfangsverdacht noch die nötige Verhältnismäßigkeit bestanden hätten. Ein statisches Web-Archiv lasse nicht automatisch auf das Fortbestehen der verbotenen Vereinigung schließen.

2. Offener Brief: Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen
(gedenkstaettenforum.de)
In einem offenen Brief warnt ein breites Bündnis aus NS-Gedenkstätten, Museen und Bildungseinrichtungen vor der zunehmenden Verbreitung KI-generierter Fälschungen zum Holocaust auf Social-Media-Plattformen. Diese oft als “AI-Slop” bezeichneten Inhalte würden historische Fakten durch emotionalisierte Fiktion ersetzen. Um einer Trivialisierung der Geschichte entgegenzuwirken, fordern die Unterzeichner von den Plattformbetreibern eine strikte Kennzeichnungspflicht, den Ausschluss solcher Accounts von der Monetarisierung sowie ein proaktives Vorgehen.

3. Rechter Jour­na­list wegen Faeser-Post nun doch frei­ge­spro­chen
(lto.de)
Das Landgericht Bamberg habe David Bendels, Chefredakteur des “Deutschland-Kurier”, im Berufungsverfahren vom Vorwurf der Verleumdung gegen die frühere Bundesinnenministerin Nancy Faeser freigesprochen und damit ein anderslautendes Urteil der Vorinstanz aufgehoben. Bendels sei vorgeworfen worden, eine Fotomontage verbreitet zu haben, auf der Faeser ein Schild mit der Aufschrift “Ich hasse die Meinungsfreiheit!” hält. Das Gericht habe den Beitrag jedoch als satirisches Meme und zulässige Meinungsäußerung gewertet.

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4. FBI durchsucht Wohnung von »Washington Post«-Journalistin
(spiegel.de)
US-Medien berichten übereinstimmend, dass das FBI die Wohnung der “Washington-Post”-Journalistin Hannah Natanson durchsucht und mehrere Geräte beschlagnahmt habe. Die Reporterin stehe jedoch nicht selbst im Fokus, sondern ein Systemadministrator des Pentagon, der geheime Dokumente entwendet habe. US-Justizministerin Pam Bondi habe den Einsatz bestätigt und erklärt, dass der mutmaßliche Informant bereits in Haft sitze.

5. ”Tagesthemen”-Chef Helge Fuhst wechselt zur “Welt”
(taz.de)
Helge Fuhst, bislang Leiter der “Tagesthemen”-Redaktion, wechsele zum Springer-Konzern, um dort den Vorsitz der Chefredaktionen der “Premium-Gruppe” sowie die Leitung der “Welt”-Gruppe zu übernehmen. Er trete damit die Nachfolge von Jan Philipp Burgard an, der seine Ämter aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt habe. Springer-Chef Mathias Döpfner habe Fuhst als ausgezeichneten Manager gewürdigt, der die strategische Ausrichtung der Marken “Welt”, “Politico” und “Business Insider” weiter schärfen solle.

6. Das große Warten: Wie steht’s um den Sky-Deal von RTL?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei berichtet, dass die geplante Übernahme von Sky Deutschland durch RTL auch über ein halbes Jahr nach der Ankündigung noch in der Schwebe hänge. Zwar habe die KEK das Vorhaben bereits abgesegnet, allerdings bleibe die Werbevermarktung ein kritischer Punkt. RTL hoffe nun auf eine Freigabe durch die europäischen Kartellbehörden im ersten Halbjahr 2026, um im Streaming-Markt zu Amazon und Netflix aufzuschließen.

7. Will Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wirklich Medien verbieten?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:05 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den Streit zwischen dem Portal “Nius” und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. Der Vorwurf, Günther habe in der Sendung von Markus Lanz Zensur gefordert, basiere auf der chaotischen Gesprächsführung des Moderators sowie böswilliger Fehlinterpretationen.

Repressionen in Venezuela, Das Problem mit SLOP, Wo endet Satire?

1. Neue Machthaberin, alte Methoden
(taz.de)
Die staatlichen Repressionen gegen Medienschaffende in Venezuela würden auch unter der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez unvermindert anhalten. Laut der nationalen Pressegewerkschaft seien am Rande der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung 14 Journalisten festgenommen worden. Der Deutsche Journalisten-Verband habe dies als “Hexenjagd auf kritische Geister” kritisiert und gefordert, internationalen Korrespondentinnen und Korrespondenten endlich ungehinderten Zugang zum Land zu gewähren.

2. Übersteht der Netflix-Warner-Deal das Paramount-Störfeuer?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Obwohl Netflix bereits eine Einigung zur Übernahme des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Bros. Discovery erzielt habe, versuche Paramount Skydance den Deal durch ein feindliches Übernahmeangebot für den Gesamtkonzern noch zu verhindern. Nun liege die Entscheidung bis zum 21. Januar bei den Aktionärinnen und Aktionären, wobei weitere juristische Schritte und kartellrechtliche Prüfungen zu erwarten seien. Zudem könnte der Einfluss von US-Präsident Donald Trump den Prozess erschweren, da dieser ein strategisches Interesse an der Zukunft des Nachrichtensenders CNN, der Teil von Warner Bros. Discovery ist, habe.

3. Das Netz hat ein SLOP-Problem
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Der Netzexperte Simon Berlin vom “Social Media Watchblog” betont, dass die Politik angesichts der rasanten Entwicklung neuer KI-Modelle mit der Regulierung kaum noch Schritt halten könne. Er warnt vor gesellschaftlichen Gefahren durch automatisierte Propaganda und sieht eine Bedrohung für die Kreativbranche: “Wir erleben gerade, wie schamlos KI-Betreiber mit den Themen Datenschutz und Urheberrecht umgehen.”

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4. KI-Hersteller entschädigen Familien
(netzpolitik.org, Laura Jaruszewski)
Das Unternehmen Character Technologies und der Google-Mutterkonzern Alphabet würden Berichten zufolge Vergleiche mit fünf Familien in den USA anstreben, deren Kinder durch die Nutzung von KI-Chatbots zu Gewalt oder Suizid animiert worden seien. Durch diese außergerichtlichen Einigungen würden die Unternehmen offenbar verhindern wollen, dass ein Präzedenzfall zur Produkthaftung für KI-Anwendungen entsteht. Zwar könnten die betroffenen Familien so schneller Sicherheit erhalten, doch eine grundsätzliche rechtliche Klärung der Verantwortlichkeit von Tech-Konzernen bliebe damit aus.
(Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.)

5. Wenn Nachbarschaft zur Redaktion wird
(media-lab.de, Chimène Goudjinou)
In ihrer Bachelorarbeit analysiert Chimène Goudjinou am Beispiel der Dortmunder Nordstadt, dass Bürgerjournalismus eine wichtige Ergänzung zu etablierten Medien bilde, da dieser Relevanz nicht nach Marktwert, sondern nach gesellschaftlicher Bedeutung definiere. Durch die unmittelbare Nähe zum Geschehen könnten Projekte wie die “Nordstadtblogger” vielfältige Perspektiven sichtbar machen, die im klassischen, ökonomisch getriebenen Journalismus oft untergehen würden. Dennoch sei diese ehrenamtliche Arbeit aufgrund fehlender institutioneller Strukturen und begrenzter Ressourcen fragil und finanziell riskant.

6. Wo endet Satire? – El Hotzo im Spitzengespräch
(youtube.com, Markus Feldenkirchen, Video: 1:08:44 Stunden)
Der Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, spricht im Interview mit Markus Feldenkirchen über den Skandal um seinen Tweet über Donald Trump, der ihn seinen Job beim RBB gekostet hat, sowie über sein öffentliches Geständnis zu toxischem Verhalten in früheren Beziehungen. Hotz erklärt, dass er Verantwortung für seine Fehler übernommen habe und heute privat glücklicher sei, auch wenn er sein damaliges Statement so vielleicht nicht mehr veröffentlichen würde. In dem Gespräch geht es um “Cancel Culture als Geschäftsmodell, sein ‘Arschloch’-Verhalten gegenüber Frauen und warum er den neuen Wehrdienst furchtbar findet.”

7. Die Stimme im Ohr (PDF)
(beck-shop.de, Lorenz Meyer)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Das Rechtsfeuilleton “myops” hat sich neu aufgestellt, und der “6-vor-9”-Kurator durfte etwas über True-Crime-Formate erzählen, über Arena-Touren mit echten Mordfällen und über die Frage, warum Millionen Menschen beim Kochen Urteile fällen: “Die Stimme im Ohr”, ausnahmsweise kostenlos als PDF.

US-Medien im ersten Jahr Trump, Stellenabbau bei RTL, Maduro-Foto

1. Macht und Geld: US-Medien im ersten Jahr Trump 2.0
(medien.epd.de, Konrad Ege)
In den USA gehe Präsident Donald Trump aggressiv mit Klagen gegen kritische Berichterstattung vor, woraufhin Konzerne wie Disney und Paramount bereits millionenschwere Vergleiche eingegangen seien. Gleichzeitig hätten sich Eigentümer wie Jeff Bezos oder der neue Paramount-Besitzer David Ellison dem Kurs Trumps angenähert und redaktionelle Inhalte im Sinne der Regierung beeinflusst. Zudem habe sich die Corporation for Public Broadcasting nach der Streichung staatlicher Gelder durch die Trump-Administration Anfang 2026 auflösen müssen.

2. RTL streicht 230 Stellen im Nachrichten-Bereich
(tagesspiegel.de)
Im Zuge des bereits angekündigten Konzernumbaus streiche RTL Deutschland nun 230 Arbeitsplätze im Bereich “RTL News”. Insgesamt sollen 600 Stellen wegfallen. Man wolle “journalistische Kräfte durch eine stärkere Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz effektiver” nutzen. Diese Umstrukturierung habe das Aus für bekannte Formate wie “Gala” (RTL) und “Prominent” (Vox) zur Folge. Die bisherigen Morgensendungen würden ab dem Frühjahr in einem gemeinsamen Programm von RTL und ntv aufgehen. Das Management begründe die einschneidenden Maßnahmen mit dem anhaltend schwachen Werbemarkt. Man wolle sich stärker auf das Streaming-Geschäft fokussieren.

3. Wie russische Propaganda die Methoden des “Dritten Reichs” übernimmt
(de.ejo-online.eu, Swetlana Mikhailowa)
In ihrer Analyse zeigt Swetlana Mikhailowa detailliert auf, wie die heutige russische Kriegspropaganda gezielt Narrative und Methoden des “Dritten Reichs” übernehme, indem Wladimir Putin seinen Angriff auf die Ukraine als “aufgezwungenen Verteidigungskrieg” zum Schutz der eigenen Bevölkerung deklariere. Dabei bediene sich der Kreml systematischer Euphemismen, indem er etwa Krieg als “Spezialoperation” oder Explosionen als bloße “Geräusche” verharmlose und zugleich imperialistische Mythen eines grenzenlosen “ewigen Reiches” beschwöre. Die hohe Zustimmung der russischen Bevölkerung zeige die Wirksamkeit dieser Strategien.

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4. Gefälschtes Maduro-Foto: Wie es dazu kam – und was die Lehren sind
(morgenpost.de)
Die Funke Mediengruppe, konkret die “Berliner Morgenpost”, räumt ein, dass sie irrtümlich ein KI-generiertes Foto veröffentlicht habe, welches die angebliche Festnahme des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro durch US-Truppen zeige. Das Bild sei von einer renommierten Agentur mit einem Begleittext geliefert worden, der die Echtheit der Szene suggeriert habe. Erst auf Nachfrage Dritter habe die Agentur bestätigt, dass die Aufnahme künstlich erzeugt worden sei. Man habe das Bild umgehend gelöscht und wolle künftig die internen Sicherheitsvorkehrungen gegen Manipulationen verstärken.

5. So funktioniert Bewegtbild für junge Zielgruppen
(blog.medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Die Filmproduzentin Corinna Mehner erkläre, dass die Generationen Z und Alpha keineswegs unter einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne leiden, sondern aufgrund ihrer digitalen Sozialisation vielmehr eine komplexe, temporeiche und sprunghafte Erzählweise benötigen würden. Entscheidend für den Erfolg seien dabei eine Kommunikation auf absoluter Augenhöhe sowie eine spezifische Ästhetik. Junge Zielgruppen würden pädagogische Belehrungen ablehnen und sich stattdessen in den Protagonisten und Themen ihrer Lebenswelt wiederfinden wollen.

6. Rowohlt geht Väterrechtlern auf den Leim
(taz.de, Matthias Meisner)
Der Rowohlt-Verlag sei wegen eines geplanten Buchs über “Eltern-Kind-Entfremdung” in die Kritik geraten. Laut Experten bediene es wissenschaftlich widerlegte Narrative der sogenannten Väterrechtsbewegung. Besonders die Beteiligung des umstrittenen Lobbyisten Stefan Rücker, der das Nachwort verfasst habe, sei auf Unverständnis gestoßen. Der Verlag habe den Erscheinungstermin nun verschoben und wolle den Inhalt des Buchs prüfen.

7. Trump, Venezuela und die Medien
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:22 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator eine verharmlosende und teils bewundernde Wortwahl deutscher Medien, die den völkerrechtswidrigen US-Angriff auf Venezuela mit Begriffen wie “Husarenstück” oder “kühne Machtdemonstration” beschreiben: “Wir erleben in Europa gerade eine Debatte darüber, wie wir mit einem Amerika umgehen, das sich nicht mehr an Regeln gebunden fühlt. Diese Debatte können wir nur führen, wenn wir die Dinge beim Namen nennen.”

KW 51/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Haben Thüringens Behörden ein Problem mit Journalisten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 22:24 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Verdi-Gewerkschafter Peter Dinkloh über die Neuauflage eines Prozesses gegen zwei Neonazis, die 2018 im thüringischen Fretterode Journalisten brutal angegriffen haben. Der Bundesgerichtshof habe das erste, sehr milde Urteil aufgehoben, weil das Landgericht das politische Motiv der Tat zunächst ignoriert habe.

2. Netflix vs. Paramount – Trump mischt bei Übernahme von Warner Brothers mit
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 25:05 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die Bieterschlacht der Streaming-Giganten Netflix und Paramount um das Hollywood-Studio Warner Brothers Discovery. Martin Ganslmeier, ARD-Korrespondent in New York, kommentiert: “Medienexperten hier in den USA sagen, eigentlich ist das die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn Netflix Warner Brothers übernimmt, dann sind die Kinos in Gefahr, wenn umgekehrt Paramount sich doch noch durchsetzen sollte, dann wird der links-liberale Nachrichtensender CNN neutralisiert.”

3. »Journalismus im Fadenkreuz – Angriffe auf die unabhängige Presse und die Meinungsfreiheit«
(youtube.com, Carolin Emcke, Video: 1:44:46 Stunden)
Carolin Emcke diskutiert mit Anna-Lena von Hodenberg, Anja Osterhaus und Gilda Sahebi über die systematischen Angriffe auf den unabhängigen Journalismus. Die Runde analysiert, wie Hass und Gewalt gezielt gegen Frauen und marginalisierte Gruppen eingesetzt würden, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Zentral sei dabei die Frage, welche Strategien es gibt, um sich gegen diese Zerstörung der Meinungsfreiheit zu wehren.

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4. Fromm, kontrovers, extrem? Christfluencer in sozialen Medien
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 20:38 Minuten)
Christliche Influencer würden in den Sozialen Medien ein immer größeres Publikum erreichen, doch neben den frommen Inhalten befänden sich oft rechte politische Botschaften. Besonders freikirchliche Akteure würden die Plattformen nutzen, um ihre teils demokratiefeindlichen Weltbilder zu verbreiten. Die Journalistin Kyra Funk ordnet diesen Trend im Interview bei “Medien – Cross und Quer” ein und erklärt, wo die Grenzen der Religionsfreiheit liegen.

5. Wie YouTube zu BILD wird
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 24:36 Minuten)
Mats Schönauer analysiert in seinem Video, dass sich die Plattform YouTube durch zunehmende Sensationsgier und Desinformation immer mehr den Methoden der “Bild”-Zeitung annähere. Unterstützt wird er dabei von dem YouTuber Zeo, der die historische Entwicklung YouTubes von den harmlosen Anfängen hin zu einem professionellen Geschäft mit der Wut beleuchtet. Anhand von Beispielen zeigt Schönauer, wie YouTuber gezielt Desinformation, Hetze und sogar KI-Fälschungen nutzen, um mehr Klicks und Geld zu generieren.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

6. Rützel & Respondek vs. Raab & Co – der Jahresrückblick
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 39:43 Minuten)
“Warum sind Stefan Raabs Witze genauso wie ellenlange Event-Quizshows einfach nicht totzukriegen? Was sagt der Trend zu Verräter-Formaten wie ‘The Power’ oder ‘Werwölfe’ über unsere Gesellschaft aus? Muss man im Fernsehen wirklich weiter Menschenjagden veranstalten?” Darüber unterhält sich Alexander Matzkeit mit den TV-Experten Lukas Respondek (fernsehserien.de) und Anja Rützel (unter anderem “Spiegel”).

Stimme der Mehrheit?, Druck auf dem Kessel, Gefahren von “AI Slop”

1. Ist es egal, ob es eine Kampagne ist?
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier geht der Frage nach, ob etablierte Medien die Enthüllungen des rechten Portals “Apollo News” über Kulturstaatsminister Wolfram Weimer aus politischer Abneigung gegen “Apollo News” zunächst ignoriert haben könnten. Er widerlegt diese These, stellt jedoch fest: “Richtig ist aber, dass Journalisten sich auf eine kompliziertere Medienwelt einstellen müssen, in der rechte Medien nicht nur mit Hetze und Emotionen, sondern auch mit Recherchen und Journalismus den öffentlichen Diskurs beeinflussen.”

2. Stimme der Mehrheit? Wirklich? Wie erfolgreich ist Nius?
(kress.de, Marc Bartl & Markus Wiegand)
Das rechte Medienportal “Nius” habe laut einer Analyse von “kress pro” im September mit Platz 115 die Top 100 der deutschen Onlinemedien verfehlt und liege damit reichweitentechnisch noch hinter dem Konkurrenten “Tichys Einblick” (Platz 104). Gleichzeitig offenbare der “Bundesanzeiger” für das Jahr 2023 bei der “Nius”-Muttergesellschaft “Vius” einen Jahresfehlbetrag von 13,8 Millionen Euro. Damit könne das Portal von Julian Reichelt und Frank Gotthardt sein eigenes Versprechen, die “Stimme der Mehrheit” zu sein, derzeit weder publizistisch noch finanziell einlösen.

3. Druck auf dem Kessel
(taz.de, Harff-Peter Schönherr)
Wie Harff-Peter Schönherr in der “taz” berichtet, hat sich in Osnabrück die Leser-Initiative “Aktion NOZkritisch” formiert, die der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (“NOZ”) eine zunehmende Öffnung für rechtspopulistische Narrative vorwerfe. Die Kritiker sähen eine gefährliche Normalisierung rechter Positionen, die mit journalistischer Ausgewogenheit nichts zu tun habe. Verschärft habe sich der Konflikt durch den unangemeldeten Besuch von “NOZ”-Führungskräften beim Gründungstreffen der Gruppe.

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4. Wir versinken in Schrott
(wissenschaftskommunikation.de, Anna Henschel)
Bei Wissenschaftskommunikation.de berichtet Anna Henschel über die Gefahren von “AI Slop”. Gemeint ist damit die Flut minderwertiger, KI-generierter Inhalte, die digitale Räume überschwemmen und seriöse Informationen verdrängen würden. Dieses Phänomen führe zu Identitätsdiebstahl und einer Überlastung von Wissensinfrastrukturen wie der Wikipedia. Außerdem drohe durch das Training von KI mit KI-Daten ein irreversibler Qualitätsverfall (“Model Collapse”).

5. Das EU-Parlament steuert auf den nächsten Konflikt zu
(netzpolitik.org, Anna Ströbele Romero)
Der geplante “Digitale Omnibus” der EU-Kommission, der Digitalgesetze vereinfachen soll, sorge im Europaparlament für heftigen Streit, da Sozialdemokraten, Grüne und Linke eine gefährliche Aushöhlung von Datenschutz und KI-Sicherheitsstandards befürchten würden. Besondere Brisanz erhalte die Debatte durch die Sorge, dass die Konservativen erneut eine Mehrheit mit rechtsextremen Fraktionen bilden könnten, um die Deregulierung durchzusetzen.

6. CNN stoppt Lieferungen von Nachrichten an Apple News
(spiegel.de)
Der US-Nachrichtensender CNN habe die Belieferung von Apple News eingestellt, um in laufenden Vertragsverhandlungen den Druck auf den Tech-Konzern zu erhöhen und die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Dahinter stehe ein strategischer Kurswechsel des Senders, der die Abhängigkeit von externen Plattformen verringern und stattdessen das eigene, kürzlich eingeführte Abo-Modell vorantreiben wolle.

Durchsuchung verfassungswidrig, Weimer widerspricht, Meta entkommt

1. Durchsuchung bei Redakteur war verfassungswidrig
(taz.de, Christian Rath)
Das Bundesverfassungsgericht habe die Wohnungsdurchsuchung im Januar 2023 bei Fabian Kienert, Redakteur bei Radio Dreyeckland, als verfassungswidrig bewertet. Eine Durchsuchung bei Journalisten brauche plausible Gründe. Ein bloßer Link auf eine alte Archivseite reiche dafür nicht. Kienert hatte in einem Artikel einen Link auf die Archivseite der seit 2017 verbotenen Website linksunten.indymedia gesetzt. Offen bleibe, ob das Setzen eines Links allein als strafbare Unterstützung einer verbotenen Vereinigung gelten kann.

2. Wolfram Weimer schaltet Medienanwalt Schertz ein – und verteidigt sich mit einer überraschenden Aussage
(kress.de, Marc Bartl)
Das rechte Onlinemedium “Apollo News” werfe der Weimer Media Group vor, beim Ludwig-Erhard-Gipfel bezahlten Zugang zu Ministern zu vermitteln. Darauf habe Kulturstaatsminister Wolfram Weimer den Medienanwalt Christian Schertz eingeschaltet und in der “FAZ” eine klare Trennung von politischem Amt und Verlag betont. Schertz habe erklärt, Weimer habe alle operativen Funktionen vor Amtsantritt niedergelegt und nehme nicht mehr am Gipfel teil. Man sei “ausdrücklich beauftragt, rechtliche Schritte für unsere Mandanten zu prüfen”.

3. Meta entkommt seiner Zerschlagung
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Wie Tomas Rudl bei netzpolitik.org berichtet, habe ein US-Bundesrichter den Social-Media-Konzern Meta nicht als Monopolisten eingestuft. Bei den Übernahmen von Instagram und WhatsApp habe es keinen Wettbewerbsverstoß gegeben, der Markt für Soziale Medien gelte als ausreichend umkämpft. Rudl kommentiert: “Für Kritiker:innen des Unternehmens und der gegenwärtigen Verhältnisse im digitalen Raum ist die Entscheidung eine herbe Niederlage – zumal der Ansatz, gegen die Übermacht von Big Tech gerichtlich statt gesetzgeberisch vorzugehen, zu einem guten Teil der Dysfunktionalität des US-Kongresses geschuldet ist.”

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4. Neue DW-Intendantin kritisiert geplante Etatkürzung
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die neue Intendantin der Deutschen Welle (DW) Barbara Massing kritisiere die geplante Kürzung des DW-Etats um zehn Millionen Euro als falsches Signal bei weltweit steigendem Bedarf an freien Informationen. Trotz der Kürzung wolle sie den deutschen Auslandsrundfunk zur “führenden Stimme der Freiheit aus Europa” machen. Massing setze auf eine engere Zusammenarbeit mit France Médias Monde und der BBC, um Lücken zu schließen, die durch den Ausfall von US-Sendern entstanden seien.

5. Faktenbasiert, aufklärend, machtkritisch
(verdi.de, Till Schmidt)
Das Verdi-Medienmagazin “M” hat mit Georg Restle gesprochen, dem langjährigen Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins “Monitor”, der für einen “werteorientierten Journalismus” eintrete. Restle weist auch auf die Wichtigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin: “In Zeiten der Unübersichtlichkeit des Mediengeschäfts steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk für demokratischen Journalismus. Das bedeutet in seinem besten Sinn: Bürger*innen zu ermöglichen, an den wichtigen Debatten dieser Gesellschaft teilzuhaben, informiert zu sein und auf Grundlage von Fakten und Hintergrundrecherchen selbst einschätzen zu können, wie Politik oder wie Macht funktioniert.”

6. Zum Jahresende werden sich die Wege des Stern und meine trennen
(facebook.com, Til Mette)
Der bekannte Cartoonist Til Mette und der “Stern” gehen nach dreißigjähriger Zusammenarbeit getrennte Wege. Auf Facebook bedankt sich Mette bei den Beteiligten, zeigt sich aber auch enttäuscht darüber, dass im “Stern” dieses Format anscheinend nicht weitergeführt werden soll: “Über Jahrzehnte gehörten die Humorseiten, wie die des satirischen Grossmalers Haderer, die des akribisch kalauernden Tetsche und meine Seite zur DNA des Stern. Ich bedauere sehr, dass es auch für meine Seite ab Januar 2026 keinen Nachfolger/in geben wird.”

Krone hängt schief, 10 Millionen Euro weniger, Mikrojournalismus

1. Die Krone hängt schief
(taz.de, Daniel Zylbersztajn-Lewandowski)
Die BBC stecke in einer tiefen Vertrauenskrise, nachdem ihre Führungsspitze wegen einer irreführend geschnittenen Dokumentation über Donald Trump zurücktreten musste. Ein 8.000 Wörter umfassendes Memo eines ehemaligen internen Standardprüfers werfe dem Sender darüber hinaus gravierende und systematische Mängel sowie parteiische Berichte vor. Die Kritik betreffe nicht nur den Umgang mit Trump, sondern auch die wiederholte unsaubere Berichterstattung des Senders BBC Arabic zum Nahostkonflikt.
Weiterer Lesetipp: Trump kündigt 5-Milliarden-Dollar-Klage gegen BBC an (taz.de)

2. Unkritisch und intransparent: JournalistInnen auf “Dream”-Reise mit Sebastian Kurz
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert, dass mehrere österreichische Medienvertreter einer Einladung von Ex-Kanzler Sebastian Kurz zu dessen KI-Start-up “Dream” in Tel Aviv gefolgt seien, ohne die Reise in ihren Berichten als bezahlt zu kennzeichnen: “Wir wollten von Krone, Kurier und Oe24 wissen, warum sie die Einladung nicht transparent gemacht haben. Außerdem haben wir die teilnehmenden Medien gefragt, warum der Ausflug zum Traum-Unicorn nicht von Wirtschaftsredakteur:innen absolviert wurde. Wir haben keine einzige Antwort bekommen.”

3. Deutsche Welle erhält zehn Millionen weniger als geplant
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet bei “DWDL”, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages den Etat der Deutschen Welle (DW) für 2026 überraschend um zehn Millionen Euro im Vergleich zum ursprünglichen Regierungsentwurf gekürzt habe. Die Aufsichtsgremien des Senders sowie die Gewerkschaft Verdi hätten empört reagiert: Die Entscheidung sei ein falsches Signal. “Die Kürzung widerspricht der im Koalitionsvertrag vereinbarten Stärkung der DW”, so Karl Jüsten, Vorsitzender des Rundfunkrates.

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4. Elon Musks Grokipedia und die Macht der Deutung
(belltower.news, Julia Uebelacker)
Julia Uebelacker analysiert Elon Musks neue Plattform “Grokipedia”, die sich als objektive Alternative zur angeblich linkslastigen Wikipedia präsentiere. Sie stellt fest, dass die KI-generierte Enzyklopädie intransparent sei und wertende Formulierungen nutze, um gezielt rechte Deutungen zu fördern. Besonders beim Thema Gender werde die Definition auf reine Biologie verengt. Uebelacker wertet dies als gefährlichen Versuch, in einem “Kulturkampf” die gesellschaftliche Deutungshoheit zu erlangen.

5. Der Himmel könnte noch blauer sein
(arminwolf.at)
“Vor genau einem Jahr habe ich meinen X-Account stillgelegt und bin – gemeinsam mit vielen anderen Journalist·innen – auf Bluesky gewechselt. Hat sich der #eXit gelohnt?” Der österreichische Journalist und Fernsehmoderator Armin Wolf zieht auf seinem Blog eine Art persönliche Zwischenbilanz. Sein Fazit: “Nach einem Jahr fühlt sich Bluesky für mich noch immer an wie Twitter so um 2010, 2011. Das war sehr fein, aber Twitter 2014/15 war noch deutlich interessanter. Definitiv ist Bluesky aber ein sehr viel besserer Ort als X im Jahr 2025. Der #eXit war die richtige Entscheidung.”

6. Womöglich Mikrojournalismus
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Lisa Kräher kritisiert, dass seriöse deutsche Medien wie der “Spiegel” und die “Tagesschau” reißerische Clickbait-Überschriften zu einer neuen Dokumentation über Adolf Hitlers angeblichen “Mikropenis” veröffentlicht haben. Sie stellt fest, dass die berichtenden Medien in ihren eigenen Beiträgen die wissenschaftliche Grundlage (alte DNA) als höchst spekulativ einstufen, die reißerische Behauptung aber dennoch prominent für Aufmerksamkeit nutzen würden.

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