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Badische Zeitung, Gold, Al Jazeera

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Copy and Paste bei der ‘Badischen Zeitung'”
(dradio.de, Thomas Wagner)
Eine Journalistin hat für die “Badische Zeitung” in mehr als zehn Fällen Texte aus anderen, bereits bestehenden Geschichten zusammengesetzt. Details dazu sind im Blog von Rudi Raschke nachzulesen.

2. “Jäger des verlorenen Quatsches”
(sueddeutsche.de, Peter Burghardt)
“Bild” sucht in Guatemala nach Gold: “Der Deutsche Joachim Rittstieg will ermittelt haben, dass das Gewässer eine versunkene Stadt der Maya sowie acht Tonnen Gold verbirgt. Unter seiner Leitung ist ein Team der Bild mit Reportern, Kameramann und Taucher eingetroffen, was manche Guatemalteken verblüfft.”

3. “Respekt! Die Talkshows im Fernsehen sind einer uralten Tradition der Unterhaltung verpflichtet”
(chrismon.evangelisch.de, Arnd Brummer)
Arnd Brummer, Chefredakteur der Zeitschrift Chrismon, wird von der Redaktion einer öffentlich-rechtlichen Talkshow wieder ausgeladen: “Es ist immer dasselbe Problem mit euch Evangelen. Ihr seid zu vernünftig, zu differenziert. Wir brauchen klare, knappe, deutliche Ja- oder Neinstimmen.”

4. “Wie China Journalisten knebelt”
(stern.de, Janis Vougioukas)
“Stern”-Korrespondent Janis Vougioukas wird in Shanghai kurzzeitig verhaftet und muss ein “Geständnis” unterschreiben. “Wer sich den Regeln widersetzt, dem drohen die Behörden inzwischen offen mit der Ausweisung. Inzwischen geht die Stasi sogar so weit, unsere Vermieter und chinesischen Freunde zu bedrohen.”

5. “Stimme der Revolution”
(nzz.ch, Christoph Plate)
Christoph Plate schreibt über den TV-Sender Al Jazeera: “Als Foster nach Ad-Dauha zog, schnödete sein Bruder in Amerika, er verdinge sich bei einem Terror-Sender. Das war die Zeit, als Donald Rumsfeld behauptete, auf al-Jazira würden nicht nur Botschaften Usama bin Ladins veröffentlicht, sondern auch die Enthauptungen westlicher Geiseln im Irak gezeigt. Erstes stimmt, Zweites nicht.”

6. “Der Tag, an dem die Erde stillstand”
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Peter Praschl)
Peter Praschl ist mit 28 und mit 50 Vater geworden: “1988 wurde ich nach der Geburt nach Hause geschickt, ich ging an die Nachttankstelle, kaufte mir eine Packung Zigaretten und etwas zu trinken, dann schlief ich mich aus. Dieses Mal verbrachte ich die Nacht im Krankenhaus, Fanny auf der Brust, ihren schnellen Atem an meinem Ohr.”

Bild  

“Bild” bringt Baby in Gefahr

Die Berliner Ausgabe von “Bild” ist entsetzt:

Mit Baby zur Randale-Demo: Wie kann eine Mutter ihr Kind so in Gefahr bringen?

Anne Pauly und Victor Reichardt, Experten für die Erstellung von Horror-Szenarien, beschreiben eindringlich, was sich da ihrer Ansicht nach in Friedrichshain abgespielt hat:

Die junge Mutter in einem Pulk von Demonstranten, die den Eingang des besetzten Ladens blockieren. Ihr Baby hat sie vor sich geschnallt. In ihrer Hand hält sie ein Protest-Schild. Wenig später gehen Chaoten brutal auf Polizisten los…

MIT BABY ZUR RANDALE-DEMO! (…)

Als die Chaoten den Eingang blockierten, gingen die Beamten gegen sie vor, trugen sie weg. Einige wehrten sich. Gleichzeitig versuchten 60 Linksextreme, die Polizisten zu überrennen. Sie gingen mit Schlägen und Tritten auf die Beamten los.

Und die Mutter mit Baby war mittendrin! Wie kann man sein Kind nur so in Gefahr bringen?

Etwas anders stellt sich die Situation beim “Tagesspiegel” dar, der von “friedlichem Protest” spricht und mit seinem Foto auch ein etwas anderes, “fast entspanntes”, Bild zeigt:

Friedlicher Protest: Tausend Luftballons für den Gerichtsvollzieher. Sitzblockade. Die Stimmung in der Scharnweberstraße wirkte fast entspannt. Foto: dpa - Foto: dpa

Sogar die Pressestelle der Berliner Polizei erweckt nicht den Eindruck, als seien die Beamten jüngst von einer “Randale-Demo” zurückgekehrt: sie bezeichnet den Einsatz als “weitgehend problemlos”.

Auch die Szene mit den “60 Linksextremen” liest sich bei der Polizei – anders als bei “Bild” – nicht so, als sei das Kind am Kundgebungsort in unmittelbarer Gefahr gewesen:

Eine angemeldete Kundgebung an der Colbe- Ecke Scharnweberstraße verlief bis 10 Uhr 15 ohne Zwischenfälle. Erst als etwa 30 Personen mit Luftballons in den Händen aus einem Hauseingang in der Nähe in die Richtung des von der Räumung betroffenen Hauses zogen, liefen zeitgleich etwa 60 Personen ohne Absprache vom Kundgebungsort los. Die Menge versuchte, Polizeibeamte einer Einsatzhundertschaft zu überrennen, wobei es vereinzelt zu Tritten und Schlägen gegen die absperrenden Polizisten kam, die in der Folge auch Pfefferspray einsetzten. Einzelne Angreifer konnten festgenommen werden, zwei Beamte wurden leicht verletzt.

Mit Dank an Benjamin S. und Dani E.

Bild, Spiegel, Kommentare

6 vor 9

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1. “Der Preis der Kooperation”
(freitag.de, Gerhard Henschel)
Gerhard Henschel schreibt über den Brief von Judith Holofernes: “Dagegen ist inzwischen der recht klägliche Einwand erhoben worden, dass Judith Holofernes sich nur wichtigmachen wolle. Aber weshalb gibt es dann nicht ein paar Prominente mehr in Deutschland, die den Mut zu solcher Wichtigmacherei besitzen?”

2. “SPIEGEL: Im Zweifel unrecherchiert”
(bild.de, Nicolaus Fest)
Nicolaus Fest wehrt sich gegen die “Spiegel”-Kritik an der “Bild”-Geschichte über den Selbstmord einer 16-jährigen. Er wirft der Zeitschrift mangelnde Recherche und “ungeprüfte Parteilichkeit” vor.

3. “Die Medien-Obsession mit der BILD-Zeitung”
(visdp.de, Sebastian Esser)
Sebastian Esser sieht die Macht von “Bild” im Einfluss auf andere Journalisten: “Seinen größten Einfluss übt BILD nicht bei seinen Lesern aus, sondern in den unzähligen Morgenkonferenzen, wo sich gestandene Blattmacher aus Bequemlichkeit von großen Buchstaben die Agenda diktieren lassen; wo Fernsehsender BILD das ‘Drehbuch’ nennen, nach dem sie die Abendnachrichten abfilmen; wo Journalisten glauben, die Boulevardzeitung wüsste besser, was die Leute denken.”

4. “Netz der Selbstkontrolle”
(freitag.de, Jimmy Wales)
Für Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales zeigen Projekte wie GuttenPlag und Churnalism, “dass das Netz sehr wohl in der Lage ist, seine eigenen Auswüchse zu korrigieren”.

5. “Aller Anfang des Neuen ist der Schrecken”
(nachtkritik.de, Nikolaus Merck)
In einem Vortrag macht sich Nikolaus Merck, Mitgründer der Theaterkritik-Plattform nachtkritik.de, Gedanken über Kommentare. “Wir haben Fehler gemacht, wir haben Kommentare ins Netz gestellt, die wir heute nicht einmal mehr mit der Kneifzange anfassen würden. Aber – wir haben unsere Praxis unter heftigen Diskussionen sukzessive verändert. (…) Wenn Verballhornung, Verhöhnung, Verächtlichmachung wichtige und vielgenutzte Mittel der Kritik an politischen Persönlichkeiten sind – warum sollte das nicht auch für andere Leute gelten? … Wieso nimmt der Befindlichkeitsbürger für sich in Anspruch, Politiker straffrei als Idioten bezeichnen zu können, aber strengt eine Beleidigungsklage an, wenn man ihn so nennt?”

6. “Plakatierte Plagiate: ‘Guttenbergs Ghostwriter: Ich schrieb sie in einer Nacht'”
(mucbook.de, Marco Eisenack)
“Mitglieder einer NGO haben in den frühen Morgenstunden etwa 50 Zeitungsständer in München mit verschiedenen Schlagzeilen-Plagiaten plakatiert.”

Bild, Olympia 2018, Wolfgang Nadvornik

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1. “Zu Guttenbergs Beziehungen zur Springer-Presse”
(ndr.de, Video, 5:49 Minuten)
Die Beziehungen der “Bild”-Mitarbeiter Kai Diekmann, Nikolaus Blome und Anna von Bayern zu Karl-Theodor zu Guttenberg.

2. “Guttenberg und die Bild-Zeitung”
(fr-online.de, Ulrike Simon)
Für Ulrike Simon entscheidend ist Chefredakteur Kai Diekmann: “Anders als andere Zeitungen, in denen Chefredakteure ihren Redakteuren und Ressortleitern Freiheiten lassen, funktioniert Bild nach dem Flaschenhals-Prinzip: Alles muss durch das Büro des Chefredakteurs, Bild ist das Produkt von Kai Diekmann. Bild ist Diekmann.”

3. “Das Augenzwinkern der BILD”
(wwwagner.tv, Jörg Wagner, Video, 1:39 Minuten)
Medienjournalist Jörg Wagner fragt den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, wie die “Bild”-Anzeige mit dem Brief von Judith Holofernes in der “taz” mit dem Ruf nach einem Leistungsschutzrecht zu vereinen ist.

4. “Bei Olympia unkritisch”
(taz.de, Sebastian Kemnitzer)
Die Kandidatur von München für die Olympischen Winterspiele 2018 und die Journalisten. “Aktuell werden die rund 150 Journalisten, die wegen des Besuchs der IOC-Evaluierungskommission nach München gekommen sind, bestens von der Bewerbungsgesellschaft betreut. Im Pressezentrum mangelt es an nichts, das Rahmenprogramm mit diversen Abendveranstaltungen erhöht den Wohlfühlfaktor.”

5. “Moderator Nadvornik: Angeblicher Haftbefehl”
(sueddeutsche.de, C. Rost u. P. Crone)
Die “Abendzeitung” meldet fälschlicherweise, es sei ein Haftbefehl gegen Fernsehmoderator Wolfgang Nadvornik erlassen worden.

6. “Von Gefahren bei der Wohnungssuche, oder: Wie man mit Betrügern Spaß haben kann”
(lastknightnik.wordpress.com)

Die drucken nicht alles ab

In den vergangenen Tagen wurde gelegentlich über die Art und Weise des korrekten Zitierens diskutiert.

Bild.de macht eigentlich nichts falsch:

Auch die "Süddeutsche Zeitung" spekuliert über eine mögliche Wiederauferstehung. "Es ist absehbar, dass Guttenberg für einen eher großen Teil der Bevölkerung in ein paar Wochen jener Mann sein wird, der sich der Verantwortung gestellt hat. Er wird populär bleiben, und an die Dissertation werden nur die ewigen Nörgler erinnern (...) Und bis 2013, wenn man in Bayern und im Bund wählt, vergehen ja noch Jahre der Läuterung", heißt es im aktuellen SZ-Kommentar.

Die Quelle ist angegeben (wenn auch nicht verlinkt), Auslassungen im Zitat sind mit Punkten kenntlich gemacht.

Und doch ist interessant, was Bild.de da beim Zitieren weggelassen hat:

Es ist absehbar, dass er für einen eher großen Teil der Bevölkerung in ein paar Wochen jener Mann sein wird, der sich der Verantwortung gestellt hat. Er wird populär bleiben, und an die Dissertation werden nur die ewigen Nörgler erinnern. Er selbst wird ein Buch schreiben, vielleicht über “Politik in der Erregungsgesellschaft”. Bild wird es abdrucken. Man wird eine Debatte führen über Köhler, Sarrazin und jetzt auch noch Guttenberg. Und bis 2013, wenn man in Bayern und im Bund wählt, vergehen ja noch Jahre der Läuterung.

(Hervorhebung von uns.)

Mit Dank an Christian.

Gunnar Schupelius, Mütter, Lady Di

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1. “Offener Brief als Werbeträger”
(telemedicus.info, Jan Wesselmann)
Darf “Bild” in der “taz” mit dem Brief von Judith Holofernes werben? “BILD ist mit dieser Anzeige nicht auf der sicheren Seite. Zu bedenken ist jedoch: Rechtliche Maßnahmen liefern nicht immer den gewünschten Erfolg.”

2. “Mein Ärger: Gunnar Schupelius geht”
(laurencethio.de, Lukas Bischofberger und Laurence Thio)
Gunnar Schupelius verlässt die “B.Z.”, für die er sich während fünf Jahren täglich über alltägliche Dinge ärgerte. “Hört man ihm länger zu, dann stößt man schnell auf den Kern all seiner Kolumnen: Schupelius sehnt sich nach Ordnung – alles, auch die Banalitäten des Alltags müssen bei ihm geregelt werden.”

3. “Mütter in der Gefahrenzone”
(blog.tagesanzeiger.ch/mamablog, Michèle Binswanger)
Michèle Binswanger denkt über Journalistinnen in Kriegsgebieten nach, die auch Mütter sind.

4. “Zündende Idee”
(sueddeutsche.de, Katharina Riehl)
Die Plagiatsdiskussion zum aktuellen “Spiegel”-Titelbild (BILDblog berichtete): Der “Spiegel” erklärt in einem Brief an Gürsoy Dogtas, “das Modell sei nach einer Idee der Redaktion aus 14.000 Streichhölzern aufgebaut und fotografiert worden”. “Es handle sich offenbar um eine ‘Doppelschöpfung’, man habe die gleiche ‘zündende Idee’ gehabt.”

5. “Medien und der Fall Guttenberg: Ohne Internet geht’s nicht mehr”
(neunetz.com, Marcel Weiß)
Für Marcel Weiß haben zwei Gründe zum Rücktritt des Verteidigungsministers geführt: “1. Ohne Guttenplag wäre Guttenberg nicht gegangen. 2. Ohne das Feuerwerk der klassischen Medien von FAZ bis Spiegel wäre Guttenberg nicht gegangen.”

6. “Der Verteidigungsminister der Herzen”
(novo-argumente.com, Joachim Mathieu)
Joachim Mathieu zieht einen Vergleich zwischen Karl-Theodor zu Guttenberg und “Lady Di”, Diana Spencer.

Barbara Zehnpfennig, Tom Schimmeck, taz

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1. “Mich empört das öffentliche Klima: zu meinen, dass Plagiate Bagatellen sind”
(blog.uni-passau.de, Steffen Becker)
Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig, die Teile eines von ihr geschriebenen FAZ-Artikels in der Einführung der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg verwendet sah, über den daraus entstandenen “Medienrummel”: “Ich habe schnell gemerkt, dass die Journalisten vor allem Emotionen von mir haben wollten. Die habe ich ihnen nicht geliefert, worauf sie begannen, sie dazu zu erfinden.”

2. “jetzt-Kosmos, Bild und Judith Holofernes”
(jetzt.sueddeutsche.de, Alf Frommer)
Unter dem Nutzernamen “synthie_und_roma” schrieb Alf Frommer eine fiktive Antwort auf den Text von Judith Holofernes, die vorgab, von der Werbeagentur Jung von Matt zu stammen (BILDblog berichtete): “Niemals hätte ich geglaubt, irgendjemand könnte denken, dass wäre echt.”

3. “Instantprominente allüberall”
(jungewelt.de, Reinhard Jellen)
Tom Schimmeck spricht mit Reinhard Jellen über den Zustand des Journalismus in Deutschland. “Es gibt Zeitschriften in Deutschland, besonders im Reise- und Autogewerbe, so scheint es mir, die vor lauter Deals gar nicht mehr zum Journalismus kommen.”

4. “Unsere finanzielle Abhängigkeit”
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Die “taz” zeigt im Hausblog Kuchengrafiken, auf denen Einnahmen und Ausgaben der Zeitung zu sehen sind. Und beantwortet die Frage, ob die “taz” mit Werbung nicht die “Botschaft des Bösen” unter ihren Lesern verbreite: “Wenn unsere Leser also ohnehin überall mit Werbung konfrontiert sind und gelernt haben, damit umzugehen: Warum sollten wir dann darauf verzichten, sie abzudrucken?”

5. “Deutschlands schwachsinnigste Meinung(en)”
(mediensalat.beeplog.de, fremdenlegionaer)
Auf Bild.de kann man noch bis Mitte März abstimmen, wie die am 23. Februar ausgetragene Partie zwischen Inter Mailand und dem FC Bayern München ausgeht.

6. “Eine Person in Fußnoten”
(faz.net, Marcus Jauer)
Marcus Jauer setzt das öffentliche Bild von Karl-Theodor zu Guttenberg aus 84 in deutschen Publikationen gefundenen Stellen zusammen.

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Die üblichen Verdächtigen

Unmittelbar nach einem Brand einer Lagerhalle des Versorgungsamtes der Bundeswehr bei Oldenburg konnte die örtliche Polizeiinspektion am Mittwoch folgendes mitteilen:

Zur Stunde kann noch nicht gesagt werden, ob das Feuer durch einen technischen Defekt oder durch Brandstiftung entstanden ist. Die Ermittlungen dauern an.

Am Freitag war die Polizei schon einen Schritt weiter:

Im Rahmen der Untersuchungen (…) geht die Polizei von Brandstiftung aus. (…) Ob die Tat einen politischen Hintergrund hat, steht derzeit noch nicht fest. Der Polizei liegt bislang kein Bekennerschreiben vor. Die Ermittlungen dauern an.

Ungeachtet dessen hatte die Bremer Ausgabe von “Bild” bereits am Donnerstag den Kreis der Verdächtigen signifikant eingeengt:

Eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe unter Leitung des Staatsschutzes fahndet mit Hochdruck nach den unbekannten Tätern. Noch ist nicht klar, ob es sich um radikale Islamisten oder politische Wirrköpfe aus der linken Szene handelt.

Auf Nachfrage von BILDblog bestätigte Polizeisprecher Markus Scharf heute morgen noch einmal, dass bislang noch nicht feststeht, ob die Brandstiftung überhaupt einen politischen Hintergrund hat — geschweige denn, welchen.

Mit Dank an Juli.

Holofernes, Spiegel, Guttenberg

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1. “BILD-Zeitung wirbt mit Holofernes-Absage”
(blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Im Hausblog erklärt Sebastian Heiser, warum die “taz” eine ganzseitige Anzeige von “Bild” veröffentlicht: “Weil die BILD-Zeitung uns dafür bezahlt. Laut unserer Anzeigenpreisliste kostet eine ganzseitige, vierfarbige Anzeige unter der Woche 12.555 Euro. Das sind schon ein paar Monatsgehälter für einen taz-Mitarbeiter. Daher drucken wir auch Anzeigen von Atomkraftunternehmen wie Vattenfall oder von Ölkonzernen wie BP.” Das Interview mit Judith Holofernes führte Josef Winkler.

2. “Kampagnenjournalismus”
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Lukas Heinser macht sich Gedanken zur Absage von Judith Holofernes: “Ein Vorwurf, der immer mal wieder aufkam, lautete, mit ihrer Antwort hätten Wir Sind Helden ‘Bild’ nur noch mehr Aufmerksamkeit verschafft. Mit der gleichen Logik könnte man Greenpeace vorwerfen, indirekte PR für BP zu machen. Das alte Mantra ‘Any PR is good PR’ steht im Raum, das ich für ziemlichen Unfug halte. Fragen Sie mal Jörg Kachelmann, welche Auswirkungen die ständige Erwähnung seines Namens in den Medien während der letzten elf Monate auf dessen Karriere und Leben gehabt haben!”

3. “Neu bei Bildblog: Der Spiegel”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz hat die aktuelle “Spiegel”-Titelgeschichte “Bild – Die Brandstifter” auf dem iPad gelesen: “Der gesamte Titel liest sich wie eine Zusammenfassung der besten Bildblog-Geschichten der letzten zwei Jahre, garniert mit ein paar eigenen Einschätzungen und ein paar Hintergrundgesprächen, beispielsweise mit Ottfried Fischer, den man dann mit Sätzen zitiert, die schon etliche Male auch anderswo zu lesen waren.”

4. “Warum liebt die ‘Bild’-Zeitung Guttenberg so sehr?”
(dradio.de, Dieter Kassel)
Ex-“Bild-am-Sonntag”-Chefredakteur Michael Spreng glaubt, die “Bild”-Chefredaktion unterstütze Karl-Theodor zu Guttenberg “aus eigener Überzeugung und aus kaufmännisch-wirtschaftlichem Kalkül”. “Schlagzeilen mit Guttenberg verkaufen sich besser als Schlagzeilen über Thomas de Maizière, das liegt auf der Hand.”

5. “Der Liebling der Medien”
(taz.de, Petra Hemmelmann)
Petra Hemmelmann wertet Medienberichte über Guttenberg aus: “Einen echten Fanclub scheint der Minister in der Redaktion des ‘Focus’ zu haben. Neun von zehn Bewertungen fielen zugunsten Guttenbergs aus, damit war das Nachrichtenmagazin mit Abstand das Medium mit der deutlichsten Positiv-Haltung.”

6. “Handzeichen-Lexikon”
(el-futbol.de, Sidan)
Ein “Lexikon für Fussballer-Handzeichen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit”.

Guttenberg, Churnalism, Fact-Checking

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1. “Ein BILD von einem Mann”
(taz.de, Steffen Grimberg und Gordon Repinski)
Die heutige “taz” thematisiert die Verbindung zwischen “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf der Titelseite und nennt sie “eine Waffenbrüderschaft mit gegeltem Haar”.

2. “Bild.de-Leser revoltieren gegen Guttenberg”
(spiegel.de, phw)
“Spiegel Online” vergleicht einige sehr unterschiedlich ausgehende Abstimmungen zum Verbleib von Guttenberg im Amt des Verteidigungsministers.

3. Interview mit Tobias Huch
(jetzt.sueddeutsche.de, Peter Wagner)
Peter Wagner fragt Tobias Huch, Gründer der inzwischen über 290.000 Nutzer umfassenden Facebook-Seite “Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg”, ob er Unterstützer zugekauft habe: “Das kann ich eidesstattlich versichern. Alle Unterstützer sind echt.” Siehe dazu auch: “Wo kommen all die Guttenberg-Fans her?”

4. “PR-Recycling: Churnalism.com entlarvt faule Journalisten”
(avatter.de)
André Vatter stellt die Website Churnalism.com vor, die es ermöglicht, Pressemitteilungen mit vorgeblich journalistischen Texten zu vergleichen. “Um eine Abfrage zu starten, reicht es aus, einen PR-Schnipsel oder die komplette Pressemitteilung in ein Fenster zu kopieren und den Check-Button zu drücken.”

5. “10 Tipps fürs Fact-Checking”
(recherche-info.de)

6. “Von der Außenwelt abgeschnitten”
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Auf der Suche nach den verlorenen Kontaktdaten der Pressesprecher im Verteidigungsministerium.

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