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Volontäre, Neues Deutschland, Kate Middleton

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “ZDF: Mit diesen Zwei twittert man besser”
(gutjahr.biz, Richard Gutjahr)
Die Twitter-Konten @zdfonline und @zdfneo wurden nicht von offizieller Seite initiiert und geführt, sondern von zwei Mittzwanzigern aus Schwäbisch Hall und Heilbronn. Inzwischen haben die beiden einen Arbeitsvertrag erhalten.

2. “Wie die Süddeutsche ihre Volontäre rekrutiert”
(meedia.de, Henning Ohlsen)
Wer kein abgeschlossenes Studium vorweisen kann, hat keine Chancen, bei der “Süddeutschen Zeitung” Volontär zu werden. “Abgeschlossenes Studium muss sein, am liebsten Master-Abschluss.” Ausserdem wird erwartet, dass bereits Praktika bei Print- und Online-Medien absolviert wurden.

3. “Jetzt sprechen die Schleichwerber”
(blogs.taz.de/rechercheblog, Sebastian Heiser)
“Das Neue Deutschland druckt häufiger Artikel gegen Bezahlung als bisher bekannt. Die Zeitung räumte in einem Artikel ein, bei der von der taz aufgedeckten Praxis handele es sich keinesfalls um eine Ausnahme.”

4. “Der reine Sportfotograf wird in der Masse nicht mehr wahrgenommen”
(direkter-freistoss.de, René Martens)
René Martens spricht mit Sportfotograf Lutz Bongarts: “Ich habe die Zeit noch erlebt, als es keine Werbebanden gab. Die Fotografen konnten sich am Spielfeld überall frei bewegen, auch rund um die Trainerbänke. Man konnte sich auch ganz flach auf den Boden legen. Das geht heute aufgrund der hohen Werbebanden nicht mehr.”

5. “Ja, sicher!”
(20min.ch, obi)
Das US-Klatschmagazin “Star” vermeldet nun schon zum zweiten Mal eine angebliche Schwangerschaft von Kate Middleton.

6. “Springer-Verlag gibt zu, dass es sich bei ‘Bild’ um Satirezeitung handelt”
(der-postillon.com, Satire)

Louis van Gaal, Holger Kreymeier, Hugh Grant

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1. “Tsunami? Interessiert doch keinen mehr!”
(tokyofotosushi.wordpress.com, Fritz Schumann)
Nikki Tsukamoto Kininmonth hat Journalisten in Japan begleitet: “Sie waren respektvoll den Leuten gegenüber und fragten mich oft, wie sie sich korrekt verhalten sollten. Manchmal hat ihre Suche nach großen Geschichten mich in unangenehme Situationen gebracht. Fragen wie ‘Wo sind hier die meisten Leute umgekommen?’ – während nach wie vor tausende vermisst sind oder Totenscheine von trauernden Angehörigen ausgefüllt werden.”

2. “Abschiedsinterview”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
“tz”-Reporter Jan Janssen verfolgt während einer Woche den Fußballtrainer Louis van Gaal und führt darüber Protokoll: “Gehen sie weg! Sie verfolgen mich! Das ist unglaublich! Ich werde keinen Kommentar geben.”

3. “Fernsehen als verpasste Chance”
(dctp.tv, Video, 33:07 Minuten)
Philip Banse befragt Holger Kreymeier zu seiner Arbeit auf Fernsehkritik.tv. Zur Sprache kommen unter anderem sein früherer Job beim NDR, die GEZ, Call-In-Gewinnspiele und die Rückmeldungen der Zuschauer.

4. “Das Märchen vom Marktwert”
(taz.de, René Martens)
Die Produktion öffentlich-rechtlicher Talkshows wie “Anne Will”, “Beckmann” oder “Hart aber fair” wird von privaten Firmen geleistet. “Die ARD lagert die Produktion an Firmen aus, an denen die Moderatoren beteiligt sind. Sie zahlt im Rahmen eines Zwei- oder Dreijahresvertrags eine fixe Summe für Produktionskosten, Redaktion und Moderation. Das Moderatorenhonorar betrage dabei bis zu 20.000 Euro pro Sendung, sagt Heiko Hilker, Rundfunkratsmitglied beim MDR.”

5. “The bugger, bugged”
(newstatesman.com, Hugh Grant, englisch)
Schauspieler Hugh Grant zeichnet heimlich ein Gespräch mit einem Ex-Paparazzo der in Abhörskandale verstrickten britischen Boulevardzeitung “News of the World” auf.

6. “Hilfe, die Stockmenschen leben unter uns! Wie BILD.de seine Leser für stockdumm verkauft”
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Stockmenschen? Stockmänner? Stockwesen? Ralf Marder über den Bild.de-Mystery-Artikel “US-Rentner filmt angeblich Stockmenschen aus dem All”.

Four Lions, Frankfurter Rundschau, Fußnägel

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1. “Wer sticht wen”
(zeit.de, Matthias Kalle und Tanja Stelzer)
Das Magazin der “Zeit” widmet sich diese Woche der Frage, “was Journalisten anrichten”. Es geht unter anderem um die Methoden des Boulevard: “Man ruft grundsätzlich ohne Nummernkennung an. Man überrumpelt Verwandte von Prominenten, man schickt junge Reporter zu Partys, die am Buffet die Prominenten in ein Gespräch verwickeln.”

2. “Four Lions: Wir erfinden uns eine Zensurdebatte”
(buttkickingbabes.de, Rochus Wolff)
“Spiegel Online” (“CSU will Islamistensatire verbieten”) und andere Medien deuten eine Aussage eines CSU-Politikers zur Filmkomödie “Four Lions” als Aufruf zur Zensur: “Die CSU hat nie etwas in Bezug auf Four Lions gefordert, und auch Stephan Meyer hat weder von Zensur noch von Verbot gesprochen.”

3. “Aus der Redaktion – Heute: schwatzgelb, Nuri und der Boulevard”
(schwatzgelb.de)
Wie das Borussia-Dortmund-Fanzine schwatzgelb.de seit 2009 versucht, sich “Bild”-frei zu halten.

4. “WAZ muss für Schleichwerbung kein Bußgeld zahlen”
(blogs.taz.de/rechercheblog, Sebastian Heiser)
Sebastian Heiser schreibt, wieso die WAZ trotz Gesetz kein Bußgeld für Schleichwerbung bezahlt. “Das Landespressegesetz sieht vor, dass Schleichwerbung mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 DM geahndet werden kann (ja, in dem Gesetz steht wirklich noch ‘Deutsche Mark’).

5. “Ihr Charme, ihr Drama”
(freitag.de, Ina Hartwig)
Ina Hartwig erinnert an die guten Zeiten der “Frankfurter Rundschau”: “Überhaupt, das Rauchen und Trinken! Der ältere Kollege, nachdem er den ganzen Tag leidenschaftlich telefoniert (und geraucht) hatte oder mit der Schreibmaschine Briefe zusammengehackt, öffnete abends seinen Schrank, wo eine Selektion von Rotweinflaschen mehr über seine Einstellung zum Leben und Arbeiten aussagte, als es die heutigen aseptischen, mit Energiesparlicht abgetöteten Arbeitsplätze im Großraumbüro vermögen.”

6. “Toemageddon 2011 – This Little Piggy Went to Hell”
(thedailyshow.com, Video, 6:11 Minuten)
US-Medien beschäftigen sich mit den pink bemalten Fußnägeln eines fünfjährigen Jungen.

Bild  

Germany’s Next Hafenarbeiter

Die Arbeiter in Bremerhaven haben eine Riesen-Wut auf Dr. Rita Mohr-Lüllmann. Das behauptet zumindest “Bild” in der Bremer Regionalausgabe:

Die Arbeiter in Bremerhaven haben eine Riesen-Wut auf Dr. Rita Mohr-Lüllmann (53). Die Spitzenkandidatin schmückt sich auf Wahl-Plakaten mit zwei falschen Hafenarbeitern. Zum Ärger der “Echten”! Sie sind stinksauer auf die Wahlkampf-Schummelei der Christdemokraten.

“Bild” hatte nämlich am Vortag aufgedeckt, dass sich Frau Mohr-Lüllmann “mit fremden Federn schmückt”:

CDU-Spitzenkandidatin Dr. Rita Mohr-Lüllmann (53) posiert auf Wahlplakaten mit zwei Bremer Arbeitern. Sie tragen Blaumann und einen Helm in der Hand. Im Hintergrund sieht man leicht verschwommen eine Hafenkulisse. Die CDU umschwärmt von Werft- Malochern? Weit gefehlt!

Die CDU behauptet zwar nirgendwo, es handele sich bei den abgebildeten Herren um Hafenarbeiter, aber man könnte sie natürlich schon dafür halten:

Und das muss “Bild” natürlich aufklären:

In Wirklichkeit handelt es sich bei dem jungen Mann zur Linken um ein CDU-Mitglied aus Niedervieland. Rechts steht nach BILD-Informationen ein Beschäftigter des Bremer CDU-Hauses, der unter anderem in der Poststelle der Partei arbeitet.

Bei ihren Bemühungen, den “Schummelwahlkampf” der “Mogel-Rita” verurteilen zu lassen, hat die Zeitung deshalb gleich drei echte Arbeiter aufgetan, die sich wortreich über das “Trauerspiel”, die “Verarschung” und die “falschen Lorbeeren” beklagen.

Und tatsächlich sind die beiden Männer, die neben der Bürgermeisterkandidatin zu sehen sind, Mitglieder der CDU. Doch den Vorwurf des “Schummelwahlkampfs” will die Partei nicht gelten lassen:

Dass es sich um Hafenarbeiter handelt hat die CDU allerdings nie behauptet. Wahr ist: Einer von beiden hat als Speditionskaufmann in den Häfen gearbeitet, wurde unverschuldet arbeitslos und ist inzwischen Mitarbeiter der CDU, der andere ist in der Landwirtschaft tätig – zwei echte Malocher also.

Die CDU bezeichnet die Entscheidung, “uns bekannte Models zu fotografieren”, als “eine Frage der Kosten und der Bildrechte”. Aus diesem Grund posiert Frau Mohr-Lüllmann auf einem weiteren Motiv der Plakatkampagne auch mit dem Kind eines Parteikollegen. “Bild” wird vermutlich schon in Kürze enthüllen, dass es sich gar nicht um “Mogel-Ritas” eigenes handelt.

Mit Dank an Timon.

Nachtrag, 16.55 Uhr: Charmante Pointe: Wie die Bremer CDU in einer weiteren Pressemitteilung erklärt, ist einer der von “Bild” zitierten Hafen-Arbeiter offenbar Mitglied einer SPD-Arbeitsgruppe.

Bundesligakonferenz, Zwillen, Kosmonauten

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1. “Unwahr: Erfolgsberichte über Job-Vermittler”
(ndr.de, Video, 5:25 Minuten)
Hintergründe zur “Bild”-Schlagzeile “Rekord! 1 Mio Hartz-IV-Empfänger in Jobs vermittelt”: “Unter dem Strich gibt es nur rund 60.000 Hartz-IV-Empfänger weniger.”

2. “Tor in Fukushima!”
(faz.net, Marcus Jauer)
Marcus Jauer rekapituliert die in deutschen Medien vorrangig behandelten Ereignisse der vergangenen vier Wochen: “Mal sind sie Teil irgendeines Aufstiegs, mal eines Falls, entweder geht es für jemanden nach oben oder nach unten. Auf die Richtung kommt es dabei weniger an, solange nur Bewegung ist, und ist einmal keine Bewegung, wird auf ein anderes Thema umgeschaltet. Der Mechanismus dafür ist nicht neu, und unjournalistisch ist er auch nicht. Er lässt sich jeden Samstagnachmittag im Radio verfolgen, bei der Bundesligakonferenz.”

3. “Die BILD, die Zwille und der festgenommene Lufthansa-Pilot als Waffenschmuggler”
(niedblog.de)
Das Niedblog befasst sich mit einer Story über den Import von “zwei tödlichen Präzisionsschleudern”, gemäß “Bild” ein “unfassbarer Sicherheitsskandal”.

4. “Wedding-Sause auf Kosten des Gebührenzahlers”
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Zur “Förderung der Medienkompetenz” organisiert die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen einen Empfang anlässlich der Hochzeit des britischen Prinzen: “Die Landesmedienanstalt gibt also nicht nur 11.500 Euro aus Gebührenmitteln für einen Empfang mit fragwürdigem Wert für die Medienkompetenz von Diplomaten aus – sie setzt durch Sponsoring von Unternehmen aus ihrem Regulierungsfeld zusätzlich auch ihre Unabhängigkeit aufs Spiel.”

5. “Soviet Space Propaganda: Doctored Cosmonaut Photos”
(wired.com, James Oberg, englisch)
Bearbeitete Fotos von russischen Kosmonauten: “The photo-doctoring was discovered because Soviet news managers lost track of which versions of photos had already been published, and re-released them after alteration.”

6. “Was Journalisten anrichten”
(zeit.de, Video, 2:29 Minuten)
Die neue Ausgabe der “Zeit” befasst sich mit den Auswirkungen der Tätigkeiten von Journalisten. Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: “In der Selbstkritik sind wir allerdings nicht ganz so stark wie in der Kritik, im Kritik ausüben.”

Golfmagazine, The Collection, Newshype

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1. “Das Elend der deutschen Medienpolitik”
(carta.info, Lutz Hachmeister)
Deutsche Medienpolitik zwischen realer Bedeutungslosigkeit und verzweifelter Selbstbeschäftigung: Lutz Hachmeister nennt die Landesmedienanstalten “einen angenehm dotierten Park für Parteipolitiker und ihre Gefolgsleute”. “Abgesehen von Mikro-Regulierungen auf der lokalen und regionalen Rundfunkebene” sei ihnen durch die Kassierung ihrer Pläne durch föderale Medienpolitiker nicht mehr als “Sitzungen, Tagungen und ‘Events’ geblieben”.

2. “Schleichender Verdacht”
(golfnerd.de, Denis Krah)
Die Abgrenzung zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten in den Zeitschriften “Golf Journal”, “Golfmagazin”, “Die PGA-Seiten” und “Golf spielen”.

3. “Monothematisches Monatsmagazin nur für Tabletnutzer”
(netzwertig.com, Peter Sennhauser)
Peter Sennhauser bespricht das iPad-Magazin “The Collection” aus dem Ringier-Verlag und erinnert dabei an die Zeit Mitte der neunziger Jahre, als Multimedia-CD-Roms als der letzte Schrei und eine völlig neue Medienform galten. “Die Leserschaft will diskutieren, Inhalte teilen und speichern, zitieren und weiterverwenden – darauf basiert der Boom der sozialen Medien, und sie steht im Widerspruch zu isolierter Interaktion mit einem Programm.”

4. “Is This the World’s Best Twitter Account?”
(cjr.org, Craig Silverman, englisch)
Craig Silverman hält das Twitter-Konto von Andy Carvin (@acarvin) für eines der besten der Welt. “Carvin sends hundreds of tweets a day that, taken together, paint a real-time picture of events, opinions, controversies, and rumors relates to events in the Middle East.”

5. “Aus der Blogosphäre für die Blogosphäre”
(philibuster.de, Michael Stepper)
Michael Stepper spricht mit Jannis Kucharz über den geplanten Blogaggregator Newshype. “Im Moment durchsuchen wir rund 2000 Quellen und die eingehenden Twitter-Links. Schon das ist für unseren Bot eine gehörige Menge an Futter, aber wir wollen gerne noch mehr Blogs aufnehmen, denn je mehr Quellen, desto besser die Ergebnisse.”

6. “Countdown to the Next Countdown – I Can’t Believe It’s Not Shuttered!”
(thedailyshow.com, Video, 5:27 Minuten, englisch)
Die “Daily Show” widmet sich dem doch noch zustande gekommenen Budgetkompromiss in den USA und der dadurch abgewendeten Schließung staatlicher Einrichtungen. Jon Stewart beobachtet dabei Journalisten, die vorher einen dramatischen Countdown inszenieren und nachher nur noch wissen wollen, wer daraus als Gewinner und wer als Verlierer hervorgeht.

Schiffe, Popjournalismus, Richard Gutjahr

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1. “Dunkle Details”
(sueddeutsche.de, Christiane Kohl)
Christiane Kohl schildert den aktuellen Stand im “wohl größten Betrugsfall in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens”, dem Fall Marco K.: “Ermittelt wird inzwischen gegen elf Personen, bei den Vorwürfen geht es nicht mehr nur um Veruntreuung und Betrug, sondern auch um Bestechung, Bestechlichkeit und Vorteilsannahme.”

2. “Der NDR als Taufkumpan: Und wieder eine Werbearie für AIDA”
(faz-community.faz.net, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier schreibt über die nicht nachlassende Begeisterung des NDR für die Kreuzfahrtindustrie.

3. “Der Junge mit der Mütze”
(spiegel.de, Sebastian Hammelehle)
Zum Tod von Marc Fischer: “Die Errungenschaften des Popjournalismus, der zu Beginn so neuartig und spielerisch gewesen war, sickerten langsam durch die Medienbranche. Sie sind heute auf der Aufmacherseite der ‘Zeit’ ebenso selbstverständlich wie bei ‘Bild am Sonntag’ und in den bemüht witzigen Einspielfilmchen der ‘Sportschau’.”

4. “Richard @Gutjahr über die Zukunft des Journalismus und Chancen für junge Journalisten”
(140z.de, Video, 7:12 Minuten)
Richard Gutjahr legt Journalisten nahe, Experimente zu machen und Transparenz in eigener Sache zu schaffen.

5. “Verlierer des Tages”
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Michael Spreng erzählt, wie er bei “Bild” “Verlierer des Tages” wurde.

6. “Infinite Jest, blindly judged”
(kottke.org, englisch)
Die erste Seite von Infinite Jest und ein Foto von Henri Cartier-Bresson im Urteil von Online-Nutzern.

Fukushima, Royalisten, Marc Fischer

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1. “10 peinliche Fauxpas im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe in Japan”
(fernsehkritik.tv, Video, 18 Minuten)
Fernsehkritik.tv stellt sehenswerte Momente in der Berichterstattung über die Ereignisse in Japan zusammen. Mit dabei: Robert Hetkämper und die Wegwerfarbeiter, faktische Fehler in der ARD-Tagesschau, Ulrich Deppendorf und Angela Merkel, Sandra Maischberger und die Europakarte der Atomkraftwerke, Anne Will und die Emotionen, Automangel in Deutschland, Betroffenheitsmusik.

2. “Overkill royal”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Am 29. April 2011 heiraten Prinz William und Kate Middleton. Joachim Huber ruft zum Kampf auf: “Bitte sprechen Sie mir nach: Nieder mit der Monarchie! Nieder mit dem Royalisten-TV! Ein Hoch auf die Tugendwächter Robespierre, auf Danton, auf Joseph-Ignace Guillotin!”

3. Medienkongress in Berlin
(blogs.taz.de/hausblog)
Im “taz”-Hausblog fassen viele einzelne Berichte den gemeinsam mit “Der Freitag” veranstalteten Medienkongress vom Wochenende zusammen.

4. “So lebendig wie kein anderer, und jetzt einfach tot: Punkmarc”
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Oliver Gehrs erinnert an Marc Fischer. In der Nacht zum Sonntag verstorben ist auch André Müller, wie Tobias Kniebe meldet.

5. “Türkei: Kampf um die Pressefreiheit”
(mediathek.daserste.de, Video, 6:47 Minuten)
Journalisten in der Türkei werden “beschattet, abgehört und verhaftet”.

6. “Bild.de in USA gesperrt”
(sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Willi Winkler will in New York Bild.de lesen, was ihm mit der Meldung “Nudity, Lingerie/Bikini” verwehrt wird.

Schleichwerbung, Habermas, Trollkommentare

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1. “Schleichwerbung in allen Bereichen”
(meedia.de, Henning Ohlsen)
Henning Ohlsen spricht mit Andreas Eickelkamp über die Spitze des Eisbergs bei der Schleichwerbung: “Wenn man es auf alle deutschen Tageszeitungen hoch rechnet, hat man pro Jahr zwischen 2.000 und 3.000 Schleichwerbeverdachtsfälle – allein auf Ratgeberseiten von deutschen Tageszeitungen. Da sind Auto-, Reise und Immobilienzeitschriften noch gar nicht dabei.”

2. “Geheime Ufo-Akten in der Bild-Zeitung”
(blog.gwup.net, Bernd Harder)
Bernd Harder beschäftigt sich mit dem Bild.de-Artikel “Geheime Alien-Archive des FBI geöffnet”.

3. “10 Schlüssel zu einem besseren Onlinejournalismus”
(davidbauer.ch)
David Bauer hat zehn Ideen, wie der Onlinejournalismus besser werden könnte.

4. “Symbolbilder nicht gekennzeichnet”
(persoenlich.com)
Die Schweizer “Tagesschau” blendet in einem Beitrag über Depressionen und Stigmatisierung den ehemaligen Pressechef des Finanzdepartements ein, ohne die Bilder als Symbolbilder zu kennzeichnen.

5. Ein Pakt für oder gegen Europa?
(sueddeutsche.de, Jürgen Habermas)
Jürgen Habermas schreibt im SZ-Feuilleton von gestern einen langen Text über die Entmündigung der Bürger in Europa. Zur Sprache kommt auch das Unbehagen an der politisch-medialen Klasse: “Die Medien sind am beklagenswerten Gestaltwandel der Politik nicht unbeteiligt. Einerseits lassen sich die Politiker vom sanften Zwang der Medien zu kurzatmigen Selbstinszenierungen verführen. Andererseits lässt sich die Programmgestaltung der Medien selbst von der Hast dieses Okkasionalismus anstecken.”

6. “Argumentieren erzeugt immer nur mehr Hass!”
(jetzt.sueddeutsche.de, Anja Schauberger)
Leah Bretz erklärt, warum hatr.org gegründet wurde: “Um spannende und konstruktive Diskussionen auf den Blogs zu wahren und den Hass durch einfaches Löschen nicht nur unsichtbar zu machen und die Wut und Frustration darüber nur herunterzuschlucken, können die Trollkommentare jetzt auf hatr.org verschoben werden, wo sie öffentlich zu sehen sind und subversiv genutzt werden können.”

Sushi, Chanel, Jean Ziegler

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1. “‘Bild’ – Studie der Otto Brenner Stiftung”
(bild-studie.de)
Die “Bild”-Studie von Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt ist online. Mit dabei ein Interview mit Günter Wallraff über “Bild” (auch auf nachdenkseiten.de): “Die eigentliche Macht, die ‘Bild’ hat, die ist heute mehr denn je geliehene Macht. Sie liegt in dem Glauben der anderen, vor allem auch der Journalisten und Politiker, ‘Bild’ sei derart mächtig. Das hat man früher gelernt und nie wieder überprüft, sondern das tragen alle einfach unüberprüft weiter.”

2. “Explosive Bilder”
(nzz.ch, Andres Wysling)
Andres Wysling prüft die Frage nach der Echtheit von Kriegsbildern: “Schwierig zu beurteilen ist auch, ob ein Bild gestellt ist oder spontan entstanden ist. Oft erkennt man gestellte Aufnahmen an der befangenen Körperhaltung oder am ‘eingefrorenen’ Gesichtsausdruck.”

3. “Japan und die Medien”
(journalist.de, Simon Feldmer)
“Atomfachmann” Mycle Schneider stellt fest, “dass sich Medien in eine Abhängigkeit von Experten begeben haben, die ihnen erklären, was da eigentlich passiert.” – “Ich finde es immer erstaunlich, was ich alles gefragt werde. Deutsche Journalisten wollten schon in der ersten Woche nach dem Beben wissen, ob man jetzt noch gefrorenes Sushi essen kann. Als ob es zu diesem Zeitpunkt keine dringenderen Probleme gegeben hätte.”

4. “Fatale Nähe: Jean Ziegler und Oberst Gaddafi”
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Der Gaddafi-Preis für Menschenrechte, Jean Ziegler und die Medien: “Dass der beliebte Globalisierungkritiker Jean Ziegler dem Oberst Gaddafi nahegestanden hat, will man in der SZ, ja sogar der FAZ und bei Welt-Online offenbar lieber nicht hören.”

5. “Linklisten waren gestern, kuratieren ist die Zukunft”
(onlinejournalismus.de, Bernd Oswald)
“Eine immer wichtiger werdende Aufgabe der Journalisten wird in Zukunft sein, die Perlen herauszufischen und ansprechend aufzubereiten. So stark wie nie zuvor wird unser Berufsstand als Navigator gefragt sein.”

6. “J’adore Chanel”
(klatschkritik.blog.de, Antje Tiefenthal)
Die Marke Chanel im redaktionellen und werblichen Teil von Frauenzeitschriften.

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