Suchergebnisse für ‘BILD’

6 vor 9

1. “Die Vortageszeitung”
(miriammeckel.de)
Ist man vom Internet abgeschnitten auf einer Insel, dann ist wahre Begeisterung für Tageszeitungen möglich: “Und tatsächlich: da finde ich sie – die SZ und die FAZ! Was für ein wunderbarer Augenblick den ich kaum fassen kann. Ich trage die Zeitungen wie zwei gewickelte Babies auf meinen Armen zum Auto.”

2. “Die Alpha-Journalisten 2.0”
(medienhandbuch.de, Oliver Hein-Behrens)
Anfang 2009 erscheint ein Buch mit den üblichen Verdächtigen Matussek, Sixtus, Bunz, Borchert und Niggemeier. Autor Stephan Weichert im Interview: “Ich verfolge schon seit Längerem die Entwicklungen der Presse in den USA, wo ich gerade mehrere Wochen zur Zukunft der Zeitung geforscht habe. Dort erleben Sie, dass die gesamte Medienlandschaft einen heftigen Umbruch durchmacht – und zwar genau in diesem Moment. Einige Zeitungen verschwinden von der Bildfläche, die Gesamtheit der klassischen Medien geht online, neue publizistische Felder mit anderen professionellen Akteuren und ökonomischen Konstellationen tun sich auf. Dadurch ändert sich natürlich auch das ganze publizistische Machtgefüge im Journalismus – und diese Entwicklung ist allmählich auch in Europa, in Deutschland spürbar.”

3. “Eine schwedische Nachrichtenredaktion im Internet-Schaufenster”
(nzz.ch, Cristina Elia)
“Die Redaktion einer schwedischen Nachrichtensendung lässt sich bei der Arbeit filmen. Jedermann kann darauf das Tun hinter den TV-Kulissen im Internet anschauen. Mit dieser Aktion will das öffentliche Fernsehen Transparenz herstellen und Verständnis gewinnen.”

4. “Bundesliga live und kostenlos”
(taz.de, Jürn Kruse)
“Wer Bundesligaspiele live sehen will, braucht kein Premiere-Abo – DSL genügt. Livestreams ausländischer Sender anzugucken ist nicht strafbar – anders als die Verbreitung der Internetstreams.”

5. Dritte Staffel von “Switch reloaded” läuft an
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Switch Reloaded läuft wieder, seit Dienstag. Katharina Saalfrank, Peter Klöppel und Günther Jauch werden befragt, was sie von ihren Parodien halten.

6. “Fire Your PR Company”
(alleyinsider.com, Jason Calacanis)
Jason Calacanis gibt zehn Tipps, wie man PR macht. Seine Philosophie dazu kann er in sechs Worte fassen: “be amazing, be everywhere, be real.”

6 vor 9

1. “Qualität hat ihren Preis”
(epd.de)
Interview mit dem Kommunikationswissenschaftler Klaus-Dieter Altmeppen: “Leiharbeit im Journalismus, untertarifliche Bezahlung, Outsourcing von Redaktionen. Das sind die Realitäten. Statt der Qualität steht die Suche nach Synergiepotenzialen, also Rationalisierung, im Vordergrund. Deswegen ist auch der Medienjournalismus so unterentwickelt. Denn wer lässt schon gerne kritische Berichterstattung über die Vorgänge im eigenen Hause zu.”

2. “Chinesischer Reporter deckt Umweltverbrechen auf”
(ndr.de, Video, 7:15 Minuten)
Verfolgt von schwarzen Karossen filmt die Sendung “Zapp” einen freien, offenbar bloggenden Journalisten, der in China den Auswirkungen von Umweltschäden nachgeht.

3. “Web-Bildli kosten 17 000 Franken”
(20min.ch, Manuel Bühlmann)
“Die Forderungen der Bildagentur Getty Images nehmen zuweilen absurde Formen an. Ein 20-Minuten-Online-Leser soll für ein paar briefmarkengrosse Bilder 16 950 Franken bezahlen. Er hatte die Fotos auf seiner Website verwendet.”

4. “Bauer Verlag agiert im Internet immer noch defensiv”
(fr-online.de, René Martens)
“Im Internet verfolgt der Konzern eine Strategie, die mit defensiv noch nobel umschrieben wäre. Die Angebote vieler Zeitschriftenableger bestehen nur aus standardisierter Abo-Werbung, und auf der Website der Frauenzeitschrift Maxi wurde sechs Tage nach Erscheinen der August-Ausgabe noch die Juli-Nummer beworben.”

5. Oswalt Kolle sieht keinen Sex im TV
(rhein-main.net)
“Im Fernsehen spielt sich doch überhaupt keine Sexualität mehr ab, außer, dass sich nachts nach zwölf ein paar Nutten anbieten. Ich sehe da keine Übersexualisierung. Wenn ich den Fernseher einschalte, sehe ich immer nur Kochrezepte.”

6. “Mode 2.0: Stil aus dem Netz”
(fudder.de, Caro)
Ausführlicher Artikel, der eine Übersicht schafft über die riesige Welt der Mode im Internet. Mit vielen grossartigen Hinweisen, zum Beispiel zur bildunterlegten Hörkolumne On the Street von Fotograf Bill Cunningham auf nytimes.com.

6 vor 9

1. “Macht Massenbesäufnisse! Es gibt Dümmeres”
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Ein neuer Medienhype ist im Anmarsch, nämlich die Empörung der Medien über organisierte Massenbesäufnisse. In einem grossartigen Interview nimmt der “Experte für alles”, was in der Schweiz mit Menschen zu tun hat, Kurt Imhof, diesem gleich mal den Wind aus den Segeln und nennt die Medien heute “Brutstätten für Moraltanten”. Was auffällt: Wie ein einziges Gespräch, in dem mal Klartext gesprochen wird, begeistern kann. Das spricht für sehr viel Geschwurbel sonst.

2. “Tagesanzeiger ‘verliert’ Cablecom-Kommentare!”
(fuellhaas.com, Karsten Füllhaas)
Das neugemachte Portal tagesanzeiger.ch kämpft aber dennoch mit vielen Problemen. Zum Beispiel gehen einfach alle Kommentare zu einem Artikel verloren: “Wir haben leider noch einige Startschwierigkeiten. Die Cablecom-Kommentare sind wegen eines technischen Problems unwiderruflich verschwunden. Wir hoffen, künftig solche Fehler vermeiden zu können.”

3. “Die Reihenfolge von Leser-Kommentaren”
(dirkvongehlen.de)
“In Blogs werden Leser-Kommentare in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Wer zuerst kommentiert, wird oben dargestellt. (…) Und wie wird auf deutschen Nachrichten-Websites kommentiert? Einige zufällig ausgewählte Beispiele.”

4. “‘Tagesthemen’ immer noch nicht erfolgreicher”
(meedia.de, Jens Schröder)
Die Sendung “Tagesthemen” verschickt Pressemitteilungen, sobald die Quoten der Sendung mal 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahr liegen. Die Wahrheit aber ist: Es geht abwärts, seit Jahren.

5. “Die ARD bezahlt keine Interviews”
(faz.net, Michael Hanfeld)
“Olympiasiegerin Britta Steffen wollte nicht in der Blödelsendung ‘Waldi & Harry’ im Ersten auftreten. Da war der Ärger groß und da rutschte dem Sportchef des BR etwas heraus: Man zahle schließlich Geld für die Interviews. Ein neuer ARD-Skandal? Wir haben nachgefragt.”

6. “Möchtest Du meine CD-R-Sammlung sehen?”
(coffeeandtv.de, Lukas)
“Auch ohne Zugriff auf die Bilddatenbank der dpa zu haben, glaube ich zu wissen, was dort als erstes Ergebnis auftaucht, wenn man ein Symbolbild zum Thema Datenklau sucht.”

Jeanette Biedermanns Phantombusen begrapscht

Wir unterbrechen unser Sommerloch für eine wichtige Durchsage:

Auf der A2 Richtung Köln kam es gestern zu einem schweren Unfall! Jeanette B. (27) mit ihrem roten Mazda unterwegs zu ihren Eltern. Hinter ihr in seinem Lieferwagen: Mathieu C. (57). Dann plötzlich – STAU! Jeannette B. kann gerade noch rechzeitig bremsen. Doch da ist es für Hintermann Mathieu C. schon zu spät… Der Kleintransporter kracht ins Heck des Wagens vor ihm, verfehlt ihn nur um wenige Meter! Wie durch ein Wunder bleiben beide unverletzt! Augenzeugen berichten atemlos, im Rückspiegel hätte es wie ein Unfall ausgesehen.

Und damit zurück zu “Bild”.

Denn wir waren nicht dabei, als Jeanette Biedermann und Mathieu Carrière in Berlin eine neue TV-Serie vorstellten. Die “Bild”-Reporter Martina Kleinke und Mark Pittelkau vielleicht schon. Und so berichteten die beiden bereits gestern online über eine “Busen-Attacke von Mathieu Carrière auf Jeanette Biedermann”, die es als “Grapsch-Attacke” heute sogar auf Seite 1 der gedruckten “Bild” geschafft hat:

Mathieu Carrière begrapscht Jeanette Biederman (…). Bei einem Termin in Berlin grapschte ihr Schauspieler Mathieu Carrière (57) einfach an die Brust! (…) Er griff der schönen, 30 Jahre jüngeren Blondine mit voller Hand an den Busen!

Und neben den, ähm, FotoBeweis steht’s nochmal:

Mathieu Carrière fasst Jeanettes Brust an.

Patsch! Mathieu Carrière (57) packt Kollegin Jeanette Biedermann (27) an die Brust.

Online allerdings finden sich (in einer BilderGalerie) noch diese Zeilen:

"Es sieht so aus, als ob der Kollege ihr schamlos an den Busen grapscht. Allerdings sind noch wenige Zentimeter Platz zwischen seiner Hand und Jeanys tollem Dekolleté – zum Glück."

Aberglaube ist keine Hexerei!

Es war eine dieser Meldungen, die erschüttern: Viele Ehen, die in Las Vegas geschlossen werden, berichtete Bild.de in dieser Woche, halten nicht für immer.

Woran mag das liegen? Bild.de ist diese mögliche Erklärung eingefallen:

Liegt ein Fluch auf den Hochzeiten in Las Vegas?

Holla, darauf wären wir jetzt nicht gekommen. Aber dafür hat man ja Experten, dass sie einen warnen, vor Orten und Gegenständen, die verwunschen sind, von irgendeiner übersinnlichen Macht.

Und wir nutzen die Gelegenheit, als Service für unsere Leser die wichtigsten der potentiellen Flüche, über die “Bild” in diesem Jahr berichtete, in einer Übersicht zusammenzufassen:

Verflucht Name und Art des Fluchs
Bär Bruno “Liegt ein Fluch über dieser Bärenfamilie?” (zwei Jahre nach Bruno wurde auch sein Bruder erschossen)
Batman-Film “The Dark Knight” “Der Fluch des Batman-Films”
(zwei Tote, eine Festnahme, ein Horror-Unfall)
Bayern München “HSV-Fluch”
(kein Sieg in der Arena gegen Hamburg)
Beatles “Die Beatles haben einen Fluch, sie werden nie glücklich werden.”
Deutsche Olympioniken 2008 “Olympia-Fluch”
(keine Goldmedaillen für Deutschland)
Dieter Degowski, Gladbeck-Geiselnehmer “Über seiner Familie scheint seit seiner Tat ein Fluch zu liegen.”
(Vater gestorben, Mutter Hirnschlag, Bruder Selbstmord, keine Freunde)
Dirk Zingler,
Präsident 1. FC Union
“Erfurt-Fluch”
(mehrere Niederlagen)
Dustin Heun,
Stürmer 1. FC Union
“Erfurt-Fluch”
(keine Tore)
Günther Beckstein, Erwin Huber “Als laste ein Fluch auf den beiden ‘Provinzpolitikern’ (Stoiber)”
(ihnen “will nichts gelingen”)
Hertha BSC “Flutlicht-Fluch”
(keine Siege, wenn es dunkel ist)
Die Kennedys “Der Fluch der Kennedys”
(“Tragödien und Skandale, Trauermärsche und Särge”, sogar alte Männer werden krank)
Klimbim-Familie “LIEGT ETWA EIN FLUCH ÜBER DER KLIMBIM-FAMILIE?”
(traurige Schicksale)
Luca Toni “Torlos-Fluch”
Manuel Neuer, Torwart Schalke 04* “Erbt Neuer den Fluch von Pannen-Olli?”
(“mal Held, mal Depp”)
Michael Ballack “Vize-Fluch”, “Endspiel-Fluch”, “Final-Fluch”
(gewinnt kein Endspiel)
Nürnberger Zoo “Es ist, als ob ein Fluch auf dem Tiergarten liegt.”
(im Lauf von 8 Jahren sterben 4 Bären, 1 Giraffen-Junges, 7 Delfin-Babys, 1 Elefantendame, 1 Gepardin, 2 Eisbär-Babys, 1 Besucherin)
Renft, Popgruppe “Der Fluch über der ‘Renft’-Combo hält an.”
(mehrere Mitglieder sterben an Krebs, einer bei einem Autounfall)
Roger Federer, Tennisspieler “Paris-Fluch”
(noch nie die French-Open gewonnen)
Schalke 04 “Start-Fluch”
(kein Tor, nur Niederlagen in den Auftaktspielen der Champions League)
Spanische Fußballnationalmannschaft “Elfer-Fluch”
(verliert immer am 22. Juni das Viertelfinale bei einem großen Turnier im Elfmeterschießen)
Tour de France 2008 “Auf dieser Tour liegt ein Fluch!”
(“nach den Doping-Fällen der letzten Tage … gab es einen bösen Sturz”)
Tutanchamun “Fluch des Pharao”
Volleyballer vom SC Charlottenburg “Pleiten-Fluch”
(scheitern in der Vorrunde der Play-Offs)

*) Korrektur, 23.20 Uhr (mit Dank an die vielen Hinweisgeber): Verflucht, da hatten wir den Schalker doch zunächst tatsächlich versehentlich zum Bayern-München-Torwart gemacht. Sorry.

Wochenrückblick Nr. 33

Die Newsnetzer stärken den Boulevard und finden Maddie in Brüssel, außerdem wieder großer Stellenabbau bei amerikanischen Zeitungen. Unser Rückblick auf die 33. Kalenderwoche.

Das Bild der Woche: Drei amerikanische Zeitungen, denen möglicherweise Entlassungen bevorstehen. Gannett, der größte Zeitungsverlag der USA, will 1000 Stellen bei kleineren Blättern streichen, rund 3 Prozent der Belegschaft. Bis zu 600 Mitarbeiter könnten entlassen werden, berichtet das US-Branchenblog Gawker. Seit Anfang Juli reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. In der “blutigsten Woche des Jahres” wurden rund tausend Stellen abgebaut, Verlage melden Millionenverluste, Zeitungen stehen zum Verkauf.

Newsnetz, “das bisher ambitionierste journalistische Projekt im Internet” setzte, wie angekündigt, erste neue Standards. Am 11. August 2008, 16:17 Uhr, wurde gemeldet, dass ein “kleines Mädchen” in Brüssel von einer Überwachungskamera gefilmt wurde (“Videobilder: Ist das wirklich Madeleine McCann?“). Eingebunden in die Meldung wurde ein YouTube-Video der englischen Boulevardzeitung Sun, das offenbar veröffentlicht wurde, weil ein Sicherheitsangestellter meinte, darauf die vermisste Madeleine McCann erkannt zu haben. Doch:

Read On…

Von Puffgängern und psychisch Kranken

“Bild” gibt alles:

“Liebes Model! Bitte melde Dich! Bewirb Dich als ‘BILD Girl’ für die Seite 1! Kontakt: BILDFotoredaktion (…)”
(Bild.de vom 17.4.2008)

“War der Frau etwa zu warm? Oder wurden ihr die Klamotten gestohlen? Oder suchte sie einfach nur den ultimativen Kick? BILD.de bleibt dran.”
(Bild.de vom 10.7.2008)

“Top-Abrufzahlen bei BILD.de. Und jetzt gewann die Unbekannte auch noch das große Online-Voting. (…) Doch wer ist sie? Wie heißt sie? Gibt es Freunde, Bekannte, die die Frau kennen? Hinweise per Email an [email protected].”
(Bild.de vom 23.7.2008)

Wenn irgendwo junge Frauen “nackt”, “komplett nackt”, “völlig nackt”, “splitternackt”, “hüllenlos”, “ohne irgendetwas am Leib”, “wie Gott sie schuf” bzw. “NACKT!” in der Öffentlichkeit gesichtet werden, gibt man bei “Bild” alles.

Da werden dann nicht nur wahllos “BILD-Leser-Reporter”-Fotos von ihnen veröffentlicht und Online-Votings veranstaltet, sondern auch Psychologen befragt (“Neudeutsch wird dieses Phänomen ‘nude in public’ genannt”) und öffentliche Aufrufe gestartet (siehe Kasten).

Und was fällt der “Bild”-Redaktion ein, wenn mitten am Tag ein ca. 50 Jahre alter Mann nackt und auf allen Vieren über eine belebte Kreuzung kriecht?

Na, sehen Sie selbst:

"War es ein Puffgänger, der zu viel Schampus intus und seine Klamotten vergessen hatte? War es eine Wette? Oder einfach das warme Wetter? Das bleibt wohl das Geheimnis des Nackten aus Neukölln ..."

“Geheimnis”? Der Berliner “Tagesspiegel” hat es gelüftet:

Denn wie die Polizei problemlos bestätigt hätte, wurde der Mann kurz nach dem Vorfall in die Psychiatrie eingeliefert. Offenbar gab es noch ein paar Passanten, die Hilfe holten, statt das Elend eines Verwirrten auszuschlachten.

Mit Dank an Ben für den Hinweis.

Gestern Freibier!

Nicht, dass jemand der “Bild”-Zeitung nachsagt, sie trenne nicht ordentlich zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten. Das hier zum Beispiel in der “Bild”-Zeitung von gestern war Werbung:

Und das hier war redaktioneller Inhalt:

Und die Unterscheidung ist ganz leicht. Werbung ist das, über dem “Anzeige” steht:

Und wenn Ihnen das ein bisschen inkonsequent erscheint, müssen wir antworten: Nein, das ist für “Bild” total konsequent.

Jochen Busses unheimliche Hochzeit

  Der TV-Star heiratete schon im November - Jochen Busse: Heimliche Hochzeit mit Constanze -- Da heiratet ein TV-Star und keiner kriegt
Man muss dazusagen: Nicht nur von Bild.de wird die Enthüllung der kleinen Berliner “Bild”-Schwester “B.Z.” gerade weiterverbreitet. Nein, auch die Nachrichtenagenturen dpa und AP vermelden unter Berufung auf die heutige “B.Z.”-Ausgabe Busses “heimliche” Hochzeit.

Und wenn Bild.de “… und keiner kriegt’s mit” schreibt, ist das gar nicht mal so falsch. Denn die Münchner “Abendzeitung” berichtete bereits am 13. Oktober 2007:

Jochen Busse traut sich zum vierten Mal – Im November heiratet er seine große Liebe Constanze

Jochen Busse – Wiederholungstäter in Sachen Heirat. Zum vierten Mal wandert er zum Ja-Wort-Wechseln auf ein Standesamt – diesmal in Berlin am 5. November. Constanze Volkner ist – noch – der Name der Braut (…) und ihr Ehemann in Spe ist sich sicher: “Sie ist die Richtige. Ich bin ihretwegen schon nach Berlin gezogen.” (…)

Ach ja: Und wenn Bild.de, dpa, AP und alle, die die Meldung in die Welt tragen (Bunte.de: “Wie erst jetzt bekannt wurde…”), tatsächlich keine 2,38 Euro ausgeben wollten, um den “Abendzeitung”-Artikel z.B. bei Genios zu finden und zu kaufen – sie hätten auch einfach mal bei Wikipedia vorbeischauen können. Da nämlich steht, dass Busse “im November 2007 ein viertes Mal” geheiratet hatte, immerhin schon seit April.

Mit Dank an Torsten R. für den Hinweis.

Nachtrag, 16.8.2008: Ach, hätte die “Bild”-Redaktion doch gestern bloß noch mal BILDblog gelesen, dann wäre ihr wenigstens nebenstehende Peinlichkeit erspart geblieben.

Ansporn zum Ausweiden (2)

Kürzlich berichtete “Bild” über die im März verstorbene 23-jährige Sara L. – unter Berufung auf einen Artikel des “Tagesspiegel” aber gegen den ausdrücklichen Willen der Eltern von Sara. Die “Bild”-Zeitung hatte den Artikel zudem mit diversen Fotos von Sara illustriert, die sie sich im Internet besorgt hatte, und an denen sie keinerlei Rechte besaß (wir berichteten).

Seit kurzem ist der “Bild”-Artikel aus dem Online-Angebot von Bild.de verschwunden. Bild.de hat den Text, wie üblich, nicht freiwillig entfernt, sondern Saras Eltern haben Anfang der Woche einen Anwalt eingeschaltet, der den Axel Springer Verlag aufforderte, wegen der Berichterstattung eine Unterlassungserklärung abzugeben. Das hat Springer getan.

Saras Eltern überlegen derzeit, ob sie noch weiter rechtlich gegen “Bild” vorgehen.

Blättern:  1 ... 857 858 859 ... 1086