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Somewhere outside the USA

Okay, CNN.com ist jetzt weder ein deutsches, noch ein deutschsprachiges Medium. Aber es geht um Deutschland.

Beziehungsweise eben nicht:

An aerial view shows parts of Ostritz, Germany, swamped by the floodwaters of the Neisse River on Sunday, August 8.

Denn das Luftbild zeigt eben keine „Teile von Ostritz, Deutschland, überschwemmt von den Fluten der Neisse“, sondern die Region von Kot Addu in der südlichen Provinz Punjab in Pakistan, wie man bei Getty Images nachlesen kann:

This aerial view from a Pakistan army rescue helicopter shows the flooded area of Kot Addu, in the southern province of Punjab on August 8, 2010. Landslides raised the death toll in flood-hit Pakistan on August 8, cutting off roads and hampering aid efforts as rescuers battled to beat rains exacerbating the country

Aber bei den vielen Überschwemmungen gerade kann man ja schon mal durcheinander kommen.

Mit Dank an M.B.

Symbolfoto-Missbrauch

Seit Wochen kommen in Deutschland immer mehr Missbrauchsfälle an Schulen der katholischen Kirche ans Licht.

„Kirche“, „Licht“, alles klar:

Seit Wochen kommen in Deutschland immer mehr Missbrauchsfälle an Schulen der katholischen Kirche ans Licht. Aber auch aus weltlichen Einrichtungen wurden alsbald weitere Fälle gemeldet. Doch die meisten dieser Verfehlungen liegen Jahrzehnte zurück, etliche der Täter sind längst gestorben, die Aufklärung der Taten ist äußerst schwierig. Die Bundesregierung fordert nun eine Entschädigung der Opfer. Foto: Getty

Es war für die zuständigen Mitarbeiter von sueddeutsche.de ein leichtes, bei Getty Images ein Symbolfoto für einen Artikel über Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischen Kirche zu finden, schließlich preist die Bilddatenbank die Bilder passend dazu an:

Catholic Church Hit By More Abuse Claims

BERLIN – 5. MÄRZ: Ein von der Sonne beleuchtetes Kreuz steht vor dunklen Wolken auf einer Kirche am 5. März 2010 in Berlin, Deutschland. Die Welle von Missbrauchsmeldungen an katholischen Einrichtungen in Deutschland geht weiter, in letzter Zeit mit Schwerpunkt auf dem berühmten Jungenchor der Regensburger Domspatzen, wo Hinweise auf Missbräuche zwischen 1958 und 1973 aufgetaucht sind. Dies folgt auf eine Polizeidurchsuchung im katholischen Internat in Ettal in Bayern, sowie auf andere Fälle, die an katholischen und Jesuitenschulen im ganzen Land ans Licht gekommen sond. (Foto von Sean Gallup/Getty Images)

(Übersetzung von uns)

Der einzige Haken: Die Kirche auf dem Foto, das aus ohnehin schwer erfindlichen Gründen ein Symbol für Missbrauch darstellen soll, ist der Berliner Dom — und der ist eine evangelische Kirche.

Mit Dank an Sven.

Nachtrag, 17.15 Uhr: Getty Images und sueddeutsche.de sind allerdings gar nicht mal sooo abwegig mit ihrer Bildwahl — zumindest, wenn man es mit dem Verwendungszwecke bei CNN.com vergleicht:

An archdiocese in Colorado is defending its decision not to allow children of lesbian parents to re-enroll in school.

Dort illustriert das Kuppelkreuz des evangelischen Doms aus Deutschland die Geschichte über eine katholische Schule in Colorado (USA), die zwei Kinder nicht aufnehmen will, weil ihre Eltern lesbisch sind.

Mit Dank an Stefan M.

2. Nachtrag, 23.40: Getty Images hat die Bildbeschreibung inzwischen zu folgendem geändert:

Das von der Sonne beleuchtete Hauptkreuz auf dem Berliner Dom steht vor dunklen Wolken am 5. März 2010 in Berlin, Deutschland. Der Berliner Dom gehört zu Berlins bedeutendsten Wahrzeichen.

(Übersetzung von uns)