Aus aktuellem Anlass müssen wir noch einmal auf den so genannten “Onanierer aus dem TV” zurückkommen, den die “Bild”-Zeitung im April dieses Jahres in großen Artikeln ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt hatte. Der Börsen-Analyst war wegen Exhibitionismus zu einer Geldbuße verurteilt worden und ihm waren in Folge der “Bild”-Berichterstattung offenbar diverse Arbeitsverträge gekündigt worden (wir berichteten).

“Herr [Name] ist einer der besten und bekanntesten Analysten in Deutschland. Auf einer Börsenmesse ist er der richtige Mann für die Jury.”
Taktlos von einem verurteilten Exhibitionisten, sich als Jury-Mitglied bei einer Miss-Wahl zur Verfügung zu stellen, sagen Sie? Fand der “gefallene Börsenstar” auch, wie uns Andreas Schmidt bestätigt:
Wir haben ihn gefragt, aber er hat abgelehnt.
Und zwar schon vor dem “Bild”-Bericht von gestern.
Nachtrag, 18.7.2007: Der “Börsenstar” teilt uns auf Nachfrage mit, Schmidt habe “mehrere Tage” vor Erscheinen der Jury-Meldung bei ihm angefragt: “Ich habe abgelehnt, weil ich glaube, dass es bei meiner Vorgeschichte die denkbar ungünstigste Variante wäre, auf mich aufmerksam zu machen.” Von der “Bild”-Zeitung selbst habe niemand mit ihm gesprochen.





Soweit die Geschichte in 35 Wörtern. “Bild” braucht 95, berichtet aber auf einer halben Zeitungsseite darüber (siehe Ausriss). Der weit überwiegende Teil davon besteht aus Bildern, die einem “Privatvideo” entnommen wurden. Die Bilder sind ebenso spektakulär wie blutig. Eines zeigt den auf dem Boden liegenden Pfleger mit weit aufgerissenen Augen.
