6 vor 9
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Wulff muss weg!! Über die moralische Radikalisierung der Öffentlichkeit”
(wolfgangmichal.de)
“Drastische, dramatisierende, oft hemmungslos übertreibende Ermahnungen, Urteile und Orakel” liest Wolfgang Michal in den Kommentaren der Leitmedien zu Christian Wulff. “In der verschärften Konkurrenz mit den freien Netz-Autoren, die sich ihre Leserschaft durch besondere Originalität, Streitlust oder Theatralik erschreiben, haben die etablierten Medien kräftig dazu gelernt. Sie werfen nicht mehr nur ihre Stöckchen – sie rennen auch gleich laut kläffend hinterher.” Weitere Texte von André Vatter, Jan Fleischhauer und Gunnar Lott.
2. “Die Fundis aus dem Kulturressort”
(persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski besucht ein Konzert von Bob Dylan (“bloss noch ein raues, hektisches, unkontrolliertes Bellen”) und wundert sich danach über die Kritiken in den Zeitungen. “Was lernen wir daraus? Journalisten, die einem Gott huldigen, sind absolut unbrauchbare Zeugen.”
3. “Folgenreiche Döpfner-Tweets”
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Drei Schweizer Journalisten und der Mediensprecher des Ringier-Verlags twittern von der Generalversammlung des Clubs der Zürcher Wirtschaftsjournalisten – allerdings war die Veranstaltung mit Gast Mathias Döpfner in der Einladung als off-the-record eingestuft worden. Die Folgen: “Ein Jahr Ausschluss von den Veranstaltungen des Clubs. Die so Sanktionierten zogen selbst die Konsequenzen und traten aus dem Club aus.”
4. “Panik: Weihnachtsbäume deutlich teurer”
(hobby-garten-blog.de, Heiner)
Auch dieses Jahr wieder: Berichte über teurere Weihnachtsbäume.
5. “The year in media errors and corrections”
(poynter.org, Craig Silverman, englisch)
Die Fehler, Korrekturen und Richtigstellungen des Jahres 2011.
6. “Ich liebe meine Fernsehzeitung”
(ichliebemeinefernsehzeitung.tumblr.com)


Vom Jahr, das in 13 Tagen zu Ende geht, wird vor allem jener 11. März in Erinnerung bleiben, als der Nordosten Japans vom größten Erdbeben in der Geschichte des Landes erschüttert wurde. In der Folge wurde die Region von einem Tsunami überrollt, bis es schließlich am Ende auch noch im Atomkraftwerk von Fukushima zu einem “katastrophalen Unfall” kam.
Auch nach längerem Überlegen ist uns nichts eingefallen, was wir zur Anmoderation des heutigen Türchens im BILDblog-Adventskalender hätten schreiben könnten.
Die alten Beiträge, die wir hier im BILDblog-Adventskalender präsentieren, sind natürlich schon so ausgewählt, dass sie eher zum Schmunzeln sind. Unser heutiger Klassiker (und es ist tatsächlich ein echter Klassiker aus unserer Frühphase) ist da einerseits keine Ausnahme — es ist eine komplett absurde Geschichte, über die man beherzt lachen kann.
Wie oft steht man nicht in einer kalten, klaren Winternacht am offenen Fenster oder auf der Straße, schaut hinauf in den Sternenhimmel und ruft laut aus: “Und Ihr verdammten Viecher seid Schuld, dass ich ein Rückenleiden habe und kurzsichtig bin!”