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We are the champions XXVII

Am Sonntag übertrug das ZDF die „Goldene Kamera“. Das ist ein Preis der Fernsehzeitschrift „Hörzu“. Die ist eine Schwester von „Bild“. Und deshalb hatte die Übertragung im ZDF — laut „Bild“ — eine „Rekord-Einschaltquote“.

Oder was könnte der Begriff „Rekord-Einschaltquote“ sonst bedeuten? Dass die Sendung die meistgesehene am Sonntag war? Nö, das war der „Tatort“. Die meistgesehene am Sonntag im ZDF? Nö, das war der „Ferienarzt auf Capri“. Die mit dem höchsten Marktanteil am Sonntag im ZDF? Nö, das war „Leute heute spezial“. Die meistgesehene „Goldene Kamera“ der letzten Jahre? Nö, die Quoten waren 2001 besser. Und 1999. Und 1998. Und 1997. Und 1996. Und 1995. Und 1994. Und 1993.

Nein, das mit der „Rekord-Einschaltquote“ hat „Bild“ einfach erfunden. Vermutlich als Vorwand, damit die „Goldene Kamera“ es endlich einmal in die „Bild“-Rubrik „Gewinner des Tages“ schafft. Das war sie ja in den vergangenen sechs Wochen erst ein-, zwei-, dreimal.

We are the Champions XVIII – XXVI

Aus aktuellem Anlass fassen wir zusammen: Seit beispielsweise dem 4.1.2005 hießen die „Gewinner“ des Tages in „Bild“ unter anderem:

8.1.2005
Alexander Hold
Hauptdarsteller in einer Gerichtsshow beim Sender Sat.1, an dem der Axel Springer-Verlag beteiligt ist
10.1.2005
Stefan Aust
Chefredakteur des „Spiegel“, der beim Widerstand gegen die „Schlechtschreibreform“ („Bild“) und das „Maulkorb-Urteil“ („Bild“) sowie beim Vorabdruck verschiedener Bücher mit dem Axel Springer-Verlag kooperierte und von der im Axel Springer-Verlag erscheinenden „Hörzu“ eine „Goldene Kamera“ verliehen bekommt, aber ausdrücklich nie mit Springer-Chef Mathias Döpfner Ski gefahren ist.
13.1.12005
Thomas Gottschalk
TV-Moderator, dessen Sendung „Wetten, dass…?“ mit Bild.de kooperiert.
18.1.2005
„Bild“-Buch „Das Jahr 2004“
O-Ton „Bild“: „können Sie hier bestellen“
20.1.2005
Kai-Uwe Ricke
Chef der Telekom, die mit Bild.de kooperiert.
21.1.2005
Torsten Rossmann
Chef des Senders N24, an dem der Axel Springer-Verlag beteiligt ist.
22.1.2005
Audi
Automarke, die von der „Bild am Sonntag“ das „Goldenen Lenkrad“ verliehen bekam.
25.1.2005
Sarah Connor
Sängerin, die von der im Axel Springer-Verlag erscheinenden „Hörzu“ eine „Goldene Kamera“ verliehen bekommt.
26.1.2005
Die „Bild“-Bestseller-Bibliothek
(Kein Kommentar)
 
 
Nachtrag, 27.1.2005:
Wolf Wegener
Chef des ADAC, nachdem er 50.000 Euro für eine „Bild“-Aktion spendete.

We are the champions XVII

Was ist denn das hier für ein Sauhaufen!

Äh, wieso Chef?

Morgen ist der 4. Januar 2005! Dann erscheint schon die zweite „Bild“-Zeitung in diesem Jahr! Und immer noch kein „Gewinner des Tages“ aus dem eigenen Haus?

Na, liegt grad nichts an, Chef. Keine Sachen zum Promoten. Keine Freunde von Ihnen, die angerufen haben. Und Peter Bachér („Bild“-Autor), Klaus Harisch (Aktion mit „Bild“), Susanne Fröhlich (Vorabdruck in „Bild“), Frank Schirrmacher (Vorabdruck in „Bild“) haben wir schon im Dezember abgefeiert.

Ja, spinn ich? Es muss doch irgendwen geben, irgendwen! Was ist denn mit der Goldenen Kamera von unserer Schwesterzeitschrift, der „Hörzu“?

Äh, ja, was ist mit der, Chef?

Die hat Jubiläum!

Was Rundes, Chef? 25. Geburtstag? 50. Geburtstag?

Nee. 40.

Ah. Heute, Chef?

Nee.

Diesen Monat?

Auch nicht. Im Februar.

Sind wir da nicht ein bisschen früh dran, Chef?

Ach, Humbug. Dann können wir sie im Februar nochmal zum „Gewinner des Tages“ machen.

Ist recht, Chef. — Chef? Haben Sie für morgen auch schon was?

„Internetblogger“, Schleichwerbung, Afghanistan-Papiere

1. Unglaublich: SO macht „Focus Online“ Stimmung gegen Flüchtlinge
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
„Focus Online“ auf Dumpfbacken-Klickfang: Anfang der Woche hat das Portal einen Artikel, in dem sachlich dargestellt wird, welche Ansprüche Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben, bei Facebook mit dem Satz anmoderiert: „Unglaublich: DAS bekommt jeder Flüchtling monatlich!“ „Rassistisches Clickbaiting“ sei das, findet die „taz“-Journalistin Helke Ellersiek. Und Stefan Niggemeier schreibt: „Wenn es darum geht, aus Scheiße Klicks zu machen, macht ‚Focus Online‘ so schnell keiner was vor“.

2. Echte und unechte Journalisten
(taz.de, Kai Schlieter)
Zynisch ausgedrückt: Bessere Öffentlichkeitsarbeit als die Bundesanwaltschaft hätte wohl keine PR-Agentur für netzpolitik.org leisten können. Seit ein paar Tagen tauchen die „Internetblogger“ (s. Link 5) in jeder Nachrichtensendung auf, und sowohl Spenden als auch Klickzahlen steigen stetig. Doch wer sind die beiden vermeintlichen Landesverräter Markus Beckedahl und Andre Meister, wer arbeitet sonst noch bei Netzpolitik und wie reagiert das Team auf die Vorwürfe? Kai Schlieter portraitiert die Redakteure, die „stolz darauf [sind], Blogger zu sein, die journalistisch arbeiten.“

3. Urheberrecht an Lageberichten: WAZ nimmt Afghanistan-Papiere vom Netz
(irights.info, David Pachali)
Die WAZ hatte Ende 2012 Tausende interne Dokumente zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan veröffentlicht. Diese sogenannten „Afghanistan-Papiere“ waren als Verschlusssache eingestuft, allerdings nur mit der niedrigsten Stufe („Nur für den Dienstgebrauch“). Die Bundesregierung klagte gegen die Veröffentlichung und bekam im Juni vor dem Oberlandesgericht Köln recht. Da eine Zwangsvollstreckung drohte, hat die Funke Mediengruppe die Papiere nun kurzfristig von ihren Online-Portalen entfernt. Allerdings hat die nordrhein-westfälische Piratenfraktion die Website gespiegelt, dort sind die Dokumente weiterhin online. Im WAZ-Rechercheblog äußert sich der Online-Chefredakteur: „Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Veröffentlichung der Papiere rechtens war und ist.“ Die Funke-Gruppe werde vor den BGH ziehen, um den Fall klären zu lassen – das allerdings könne „ein bis zwei Jahre dauern“, bis dahin würden die Papiere offline bleiben.

4. Die Champions League der Schleichwerbung
(opinion-club.com, Falk Heunemann)
Gestern und vorgestern zeigten das ZDF und ZDFinfo eines der vielen Fußball-Vorbereitungsturniere. Das fuchst Falk Heunemann. Denn die Veranstaltung sei ohne jeglichen sportlichen Wert gewesen, wodurch die TV-Übertragung des „Audi-Cups“ nichts anderes gewesen sei als eine „insgesamt viereinhalbstündige Dauerwerbesendung“,“die Wok-WM des ZDF“: „Kaum eine Einstellung vergeht, in der nicht der Schriftzug des Autoherstellers zu sehen ist, der dieses ‚Turnier‘ ausrichtet. Auf den Werbebanden im Stadion steht sein Name, rechts und links der Tore und natürlich auch auf allen Wänden, vor denen Trainer und Spieler interviewt werden. Die Eckfahnen sind damit bedruckt, die Leibchen der Ersatzspieler und die Kapitänsbinde von Manuel Neuer. Die Kameraleute fangen sogar regelmäßig Zuschauer mit Audi-Flaggen ein. Wahrscheinlich halten sie die für engagierte Fans.“

5. Hört auf mit „Internetblogs“ und „Bloggern“!
(wdrblog.de, Dennis Horn)
WDR-Blogger Dennis Horn ärgert sich, dass derzeit mal wieder über den Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten debattiert wird. „Zurzeit fühlt es sich an, als habe das Jahr 2005 angerufen und wolle seine Blogger-gegen-Journalisten-Diskussion zurück.“ Horn fragt sich, warum man nicht einfach von den Machern von netzpolitik.org spricht – statt sich mit den anderen Bezeichnungen bemüht abgrenzen zu wollen. Genauso despektierlich würden Medien den Begriff „Internetblog“ benutzen – statt nach einem passenderen Wort zu suchen.

6. Zum Schutz der Allgemeinheit: BILD darf nur noch verpixelt erscheinen
(eine-zeitung.net)

Bild  

Frau zu Guttenberg hält wenig von Starkult

Es ist die Liebesgeschichte des Jahres: die „Bild“-Zeitung & Stephanie zu Guttenberg. Zum Weihnachtsfest schenken wir Ihnen, liebe Leser, die Chronologie einer Romanze, die in diesen kalten Tagen das Herz erwärmt.

Es begann schon im vorigen Jahr, und es begann mit Haaren, Blut und Beinen. Noch bevor die „Bild“-Zeitung die Ehefrau des damaligen Wirtschaftsministers Theodor zu Guttenberg „gutt“ fand, fand sie sie geil. Sie sortierte sie am 20. Mai 2009 auf Platz 30 ihrer Liste der „100 erotischsten Frauen Deutschlands“. Mit mehr als nur einem Hauch von Homoerotik schwärmte „Bild“-Mitarbeiterin Christiane Hoffmann:

Stephanie zu Guttenberg (32) Frau unseres Wirtschaftsministers, blondeste Versuchung, seit es Politikergattinen gibt. Blaues, wallendes Blut. Absolut großartige Beine! Wow!

14. August 2009. Damit Karl-Theodor zu Guttenberg nicht wieder, wie in Bayreuth, mit schiefer Fliege da sitzt, korrigierte „seine hinreißende Frau Stephanie (32) sein Erscheinungsbild fürsorglich auf dem Weg in die Oper“, notiert Adels-Experten-Adel Alexander von Schönburg und stellt fest: Sie „sorgt sich rührend um die makellose Erscheinung ihres Mannes, unseres Wirtschaftsministers“.

26. September 2009. „KT und Stephanie zu Guttenberg“ werden auf der Wiesn gesehen. „Bild“ sorgt sich: „Dürfen Franken denn Lederhose tragen?“

5. Oktober 2009. Weil sie „mit ihrer lässigen Schönheit“ „der heimliche Star bei ‚Wetten, dass..?'“ war, „erklärt BILD die schöne Frau von Wirtschafts-Minister Guttenberg“ – die erste Titelgeschichte. Erstaunliche Erkenntnis:

Stephanie zu Guttenberg hält wenig von Starkult. Sie sagt: „Die wichtigsten Dingen im Leben sind Demut und Dankbarkeit.“

31. Oktober 2009. „Bild“-Kolumnistin Evelyn Holst seufzt: „Ich wäre so gern eine richtig coole Technikmaus, so wie Stephanie zu Guttenberg, die mir kürzlich nach einem Interview zack, zack mein Navi im Leihwagen programmierte, an dem ich erfolglos herumgedrückt hatte.“

19. November 2009. Alexander von Schönburg beobachtet, wie sich Stepanie zu Guttenberg bei einer Filmpremiere von „Bild“-Filmgott Arthur Cohn „mit Nachos, Popcorn und Cola“ ausrüstet.

21. November 2009. Alexander von Schönburg berichtet, wie es bei Verdis „Requiem“ in der Berliner Philharmonie zu einem „Familientreffen der Guttenbergs“ kam. „Zum Konzert gebeten hatte Stephanie zu Guttenberg, die kluge und schöne Frau des Ministers“, um für ihre Organisation „Innocence in Danger“ zu sammeln.

27. November 2009. Bei der „Bambi“-Verleihung hat Stephanie zu Guttenberg den „bezauberndsten Auftritt“, als sie ihren Mann „in einer hinreißenden roten Robe“ vertritt.

7. Dezember 2009. Großes Interview: „So kämpfe ich gegen den Missbrauch von Kindern. Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg.“

12. Dezember 2009. Stephanie zu Guttenberg wird an der „Bild“-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ im ZDF teilnehmen.

14. Dezember 2009. In einer „bewegenden Rede“ hat Stephanie zu Guttenberg bei der „Ein Herz für Kinder“-Gala die Arbeit von Pater Max gewürdigt.

19. Januar 2010. Stephanie zu Guttenberg wird an der „Bild“-Spendengala für die Erdbebenopfer in Haiti teilnehmen:

„Ich finde es großartig, dass es BILD und dem ZDF gelungen ist, so schnell etwas auf die Beine zu stellen, womit den Menschen auf Haiti geholfen wird.“

22. Januar 2010. „Frau Guttenberg betet für unsere Soldaten“. „Bild“ zitiert sie mit den Worten:

„Mein Mann konnte wegen der Haushaltswoche nicht aus Berlin weg. Ich bin gekommen, weil es mir sehr viel bedeutet, dass wenigstens ein Mitglied unserer Familie bei diesem wichtigen Gottesdienst dabei ist.“

22. Februar 2010. Stephanie zu Guttenberg lässt Maria Riesch im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen einen Blick auf ihr iPhone werfen.

1. April 2010. Die ARD zeigt einen Film zum Thema Kindesmissbrauch. In einer Sondersendung von „Beckmann“ ist auch Stephanie zu Guttenberg zu Gast. Sie sagt: „Es wird eindeutig zu wenig für die Opfer getan!“

22. Mai 2010. Stephanie zu Guttenberg ist zu Gast beim Champions-League-Finale FC Bayern München gegen Inter Mailand.

27. Mai 2010. „Bild“ macht Stephanie zu Guttenberg zur „Gewinnerin“ des Tages, weil sie mit dem Deutschen Kinderpreis ausgezeichnet wurde.

Die Preisträgerin: „Ich werde weiter kämpfen wie ein Löwe.“

BILD meint: Gut gebrüllt, Jury!

5. Juli 2010. „Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (38, CSU) und Gattin Stephanie (33) verfolgten das Deutschland-Spiel gegen Argentinien im fränkischen Kulmbach, wo der Minister einst selber kickte.“

2. August 2010.„Der Preis für den schönsten Urlaubs-Schnappschuss geht heute an Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (38) und seine entzückende Frau Stephanie (33). ‚Wir verbringen unsere wenigen freien Tage in der oberfränkischen Heimat‘, schwärmt Stephanie, die als Halb-Schwedin im Dirndl eine erstaunlich gute Figur macht.“

11. September 2010. Stephanie zu Guttenberg erklärt in einem Ratgeber: „So schützen Sie Ihr Kind vor Missbrauch“. „Bild“ druckt ihre „wichtigsten Ratschläge“.

13. September 2010. „Es ist ein mahnender Appell aus Sorge um die Seelen unserer Kinder! Stephanie zu Guttenberg, Ehefrau unseres Verteidigungsministers, beschreibt als Präsidentin des Vereins „Innocence in Danger“, wie gefährlich die Sexualisierung unserer Gesellschaft für die Jugend ist.“ In „Bild“.

14. September 2010. Zweiter Teil des Vorabdrucks aus Guttenbergs Buch: „Die Heidi-Klum-Show ist kein Vorbild für unsere Kinder / Stephanie zu Guttenberg kritisiert den Sex-Chic“.

16. September 2010. Stephanie zu Guttenberg stellt ihr Buch vor.

17. September 2010. „Bild“-Kolumnist Mainhardt Graf Nayhauß nimmt Stephanie zu Guttenberg in seine „Top 10 der Woche“ auf:

6. Der heißeste Wunsch von Stephanie zu Guttenberg, Präsidentin des Vereins gegen Kindesmissbrauchs „Innocence in Danger“, lautet: „Wenn morgen in der BILD stünde: Telekomchef Obermann spendete 1 Million Euro“.

23. September 2010. Ein „Bild“-Leser hat Stephanie und Karl-Theodor zu Guttenberg auf der Wiesn fotografiert. „Bild“ titelt: „Total verschossen auf der Wiesn!“ Und schreibt:

Das glamouröse Polit-Paar ganz verschossen! Am Schießstand, gleich neben dem Käfer-Zelt, hatten sich die beiden zuvor als Präzisionsschützen hervorgetan. Der Budenbesitzer: „Respekt! Die Frau zu Guttenberg schießt saugut. Er aber noch besser.“ Reingewinn: Eine rote Plastikrose für SIE. Eine Hutfeder für IHN.

27. September 2010. Auf der „Funk & Soul Night“ zugunsten von „Innocence in Danger“:

Ihre Haare fliegen ihr ins Gesicht, sie lacht, tanzt ausgelassen…

Hier rockt Deutschlands heimliche First Lady Stephanie zu Guttenberg (33)! (…)

Stephanie überzeugt. Souverän wie sonst ihr Mann steht sie am Rednerpult, mahnt eindringlich gegen sexuellen Missbrauch von Kindern. „KT“ streichelt ihr nach ihrer Rede stolz über die Wange…

Stephanie hat eine Wahnsinns-Ausstrahlung. Sie trinkt Weißwein, glitzert im schwarzen Paillettenkleid. „Ein bisschen funky, passend zum Abend“, sagt sie mir. JEDER Gast will mit ihr reden — und sie weicht niemandem aus.

Stephanie zu Guttenberg — elegant und lässig. Eine Frau, die was zu sagen hat — sich aber nicht in den Vordergrund spielt. Deutschlands heimliche First Lady!

29. September 2010. „Bild“-„Stilkritik“:

Sie rockte und glitzerte wundervoll. Stephanie zu Guttenberg (33), Gattin des Bundesverteidigungsministers, setzt DEN neuen Mode-Trend! Was trägt frau, wenn sie mal so richtig glänzen will? Schwarze Pailletten!

5. Oktober 2010. Die Wiesn geht zu Ende. Fazit von „Bild“: „Karl-Theodor und Stephanie zu Guttenberg. Die Wiesn-Könige in puncto Stil- und Treffsicherheit“

7. Oktober 2010. Große „Bild“-Schlagzeile: „Stephanie zu Guttenberg jagt Kinderschänder im TV!“

Marion Horn kommentiert:

Respekt, Frau zu Guttenberg!

Viele Politiker-Frauen engagieren sich sozial, aber keine geht so weit wie Stephanie zu Guttenberg. Sie geht da hin, wo es weh tut. Mitten in die Abgründe perverser Täter, die sich an unseren Kindern vergreifen wollen. (…)

Stephanie zu Guttenberg zwingt Polizei, Justiz und Eltern, sich mit diesem widerlichen Thema auseinanderzusetzen. Zum Schutze unserer Kinder.

Respekt!

8. Oktober 2010. „Bild“-Kommentator Einar Koch fordert „mehr Härte gegen Kinderschänder“ und behauptet: „Tatort Internet: Stephanie zu Guttenberg stellt potenzielle Kinderschänder vor laufender Kamera bloß.“

„Bild“ zeigt, wie Stephanie zu Guttenberg zeigt, wie sie auf der „Bild“-Titelseite ist und zitiert sie: „Es sind diese Schlagzeilen, die wir brauchen – zum Schutz unserer Kinder!“

9. Oktober 2010. „Tatort Internet – die RTL-2-Sendung mit Stephanie zu Guttenberg erschüttert Deutschland.“

11. Oktober 2010. „Bild“-Reporter Hans-Jörg Vehlewald prangert an: „Nach mutiger TV-Doku: Kinderschänder beschimpfen Stephanie zu Guttenberg“. Mit den Kinderschändern im Bund sieht er die „Süddeutsche Zeitung“ und zitiert empört und verkürzt: „Die Ministergattin wecke einen ‚gefährlichen Volkszorn‘ gegen erwachsene Männer, die mit 13-jährigen Kindern Sex haben wollen.“

16. Oktober 2010.
Erstes Sex-Ekel gefeuert Bravo, Stephanie zu Guttenberg!

18. Oktober 2010.

Stephanie zu Guttenberg entsetzt über Art der Debatte ... und Til Schweiger geht auf ihre Kritiker los Kampf gegen Kinderschänder im TVStephanie zu Guttenberg sagt zu „Bild“, sie sei empört, wie sich Medienexperten, Juristen und Journalisten so offensichtlich auf die Seite von Tätern stellen, statt die Opfer zu schützen. Ein vierfacher Vater namens Til Schweiger sagt zu „Bild“, er sei „erst sprachlos und dann vor allen Dingen wütend“, wie mit Frau zu Guttenberg umgegangen werde. Er stellt die Frage: „In was für einer Gesellschaft leben wir denn?“

19. Oktober 2010.

5. November 2010. Stephanie zu Guttenberg wird für ihr Engagement gegen Kindesmissbrauch mit der „Goldene Erbse“ des Deutschen Zentrums für Märchenkultur geehrt.

8. November 2010.

Diese Guttenbergs! Sie waren DAS Glamour-Paar beim Sportpresseball in der Alten Oper. Entwaffnend sympathisch, erfrischend ehrlich. So gesteht Stephanie zu Guttenberg (33) in ihrem nachtblauen Abendkleid: „Ich fühle mich eindeutig wohler in Jeans.“

10. November 2010. Stephanie zu Guttenberg ist erneut „Gewinnerin“ des Tages in „Bild“:

Seit die Ministergattin mit der Sendung „Tatort Internet“ gegen Kinderschänder kämpft, steigt die Zahl von Hinweisen auf Kinderpornografie bei der Beschwerdestelle der Internet-Wirtschaft rasant. Kindersex-Fotos und -Videos verschwinden schneller aus dem Netz.

15. November 2010. Stephanie zu Guttenberg wird an der Promi-Ausgabe von „Wer wird Millionär“ teilnehmen.

16. November 2010. Stephanie zu Guttenberg wird an der Promi-Ausgabe von „Wer wird Millionär“ teilnehmen. Sie sagt: „Ich bin schon nervös. Doch Nervosität muss ja nicht unbedingt schaden.“ Günther Jauch sagt: „Sie spricht fünf Sprachen und ist hochgebildet. Aber dennoch kann man bei einer Frage hängen bleiben (…).“

30. November 2010. Stephanie zu Guttenberg wird an der „Bild“-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ teilnehmen.

1. Dezember 2010. „Innocence in Danger“ stellt Strafanzeige gegen Redakteure der „Frankfurter Rundschau“, die die Arbeitsweise des Vereins kritisiert haben. „Bild“ berichtet auf Seite 1. Stephanie zu Guttenberg sagt: „Wir lassen uns die erfolgreiche Arbeit zum Schutz der Kinder nicht von der absurden Verleumdungskampagne des DuMont-Verlags kaputt machen.“

3. Dezember 2010. „Bild“ veröffentlicht eine 30-köpfige Liste: „Diese Deutschen wollen wir öfter im TV sehen!“ Auf Platz 1 landet überraschend Stephanie zu Guttenberg:

Sie ist definitiv schuld daran, wenn der Blondinenwitz ausstirbt! Klug, witzig, tough. Wer interessiert sich da noch für Ur-Ur-Opa Bismarck? Nicht mal der eigene Minister-Ehemann kann ihr die Show stehlen. Bleibt nur noch die Frage: Wie schafft die das bloß?

4. Dezember 2010. Stephanie zu Guttenberg wird an der „Bild“-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ teilnehmen.

8. Dezember 2010. „Bild“ präsentiert das Werk „Verletzungen – Verbindungen“ des Künstlers Günther Uecker. Unter den Gästen: Stephanie zu Guttenberg.

10. Dezember 2010. „Bild“-Kolumnist Mainhardt Graf Nayhauß rühmt „den besten Beweis für tadelfreies Arbeiten“, den Stephanie zu Guttenberg für „Innocence in Danger“ von der deutschen UNESCO-Kommission erhalten habe, die erklärte, sie unterstütze „mit Nachdruck die Ziele des Vereins“.

Unterdessen erklären Stephanie zu Guttenberg und Maria Riesch in „Bild“: „Jetzt kämpfen wir gemeinsam gegen Kindes-Missbrauch!“

14. Dezember 2010. Stephanie zu Guttenberg begleitet ihren Mann zu einem Truppenbesuch in Afghanistan:

Die Ministergattin sucht das Gespräch mit Soldatinnen – in sandfarbenen Jeans, Karo-Bluse, Parker und „Ugg“-Boots -, lässt sich von Oberfeldwebel Stefanie ein „Yak“ erklären (gepanzertes Sanitätsfahrzeug), besichtigt die leere Intensivstation des Einsatzlazaretts: „Wenn in Krankenhäusern nichts los ist, ist es ja großartig …“

15. Dezember 2010. Ein Coming-Out:

„Bild“ zitiert Hauptfeldwebel Stefan B. (39), Kunduz: „Für uns war es schön, dass beide bei uns waren. Frau zu Guttenberg war sozusagen stellvertretend für unsere Freundinnen, Frauen und Mütter hier.“

„Bild“ fragt bei Moderator Johannes B. Kerner nach: „Gab es Reaktionen auf Frau zu Guttenberg?“ Kerner antwortet: „Frau zu Guttenberg war hauptsächlich in Kunduz und wir in Mazar-e-Sharif. Mir haben zwei Soldatinnen gesagt, dass sie es gut finden, dass die Ministergattin mitgekommen ist. Mehr habe ich nicht gehört.“

17. Dezember 2010. Stephanie zu Guttenberg erklärt, warum sie ein „Herz für Kinder“ hat: „Weil das Lächeln eines Kindes und in diesem Fall meiner eigenen Kinder mit nichts auf dieser Welt aufzuwiegen ist.“

18. Dezember 2010. Stephanie zu Guttenberg wird an der „Bild“-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ teilnehmen. Sie war als Projekt-Patin im Oktober in ein Waisenhaus nach Nepal gereist.

20. Dezember 2010. Stephanie zu Guttenberg hat an der „Bild“-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ teilgenommen.

SIE kämpfte für den guten Zweck, ER kam direkt aus dem Krieg dazu …

DIE GUTTENBERGS.

Millionen TV-Zuschauer sehen im ZDF eine Stephanie zu Guttenberg (34), die sich leidenschaftlich für verstoßene und missbrauchte Kinder in Nepal einsetzt. (…)

Nach ihrem bewegenden Auftritt fällt Stephanie zu Guttenberg dann auch ihrem Mann in die Arme. Sie küssen sich innig.

Kurz nach ein Uhr gehen die Guttenbergs — Hand in Hand.

Power-Paar: Stephanie und Karl-Theodor zu Guttenberg. SIE in einem eleganten Kleid von Rena Lange. ER direkt vom Flughafen — noch im Afghanistan-Outfit.

(Übersicht möglicherweise unvollständig. Alle Artikel ausschließlich aus der gedruckten werktäglichen „Bild“-Zeitung. Auf Bild.de ist das Korpus natürlich größer.)

medienlese – der Wochenrückblick

Radio Multikulti und „Polylux“ gestrichen, Mitarbeiter und Journalisten ausgeforscht, Verweigerer unerwünscht und Fußball-Quoten nur stabil.

Der RBB streicht „Polylux“, Moderatorin Tita von Hardenberg gibt Durchhalte-Parolen im Internet: „Von Polylux bleibt Polylog. Nach dem Fernsehen kommt das Netz.“ Für das ebenso eingesparte Radio Multikulti machen sich unterdessen Unterstützer stark. Unser Kommentar: „Sparen am falschen Ende.“

Konzernsicherheit – ein Wort macht Karriere. Es hat etwas vom Sound aus alten Wallraff-Tagen, als deutsche Unternehmen bewaffnete Einheiten aufstellten. Diesmal wird nicht gleich geschossen, sondern elektronisch überwacht. Nach Lidl gibt es nun auch schwere Vorwürfe gegen Burger King. Mitarbeiter sollen intern bespitzelt worden sein, berichtet die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten. An Meldungen dieser Art hat man sich beinahe gewöhnt – wo eine Kamera, da auch Überwachung.

Read On…

Gewinner des Jahres

Lange nichts von Helmut Kohl gehört. Im vergangenen Jahr war noch mächtig was los: Er gewann einen Prozess (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), er bekam einen Preis in Polen (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), er schrieb einen Bestseller (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), er schrieb wirklich einen Bestseller (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), er bekam einen Preis in Bayern (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), er gewann noch einen Prozess (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), er wurde Ehrenbürger seiner Heimatstadt (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages), und er bekam einen Preis in Italien (und wurde dafür bei „Bild“ Gewinner des Tages).

In diesen Minuten zeichnet „Bild“ Helmut Kohl mit dem „Bild“-Medienpreis „Osgar 2005“ dafür aus, dass er im vergangenen Jahr am häufigsten Gewinner des Tages in „Bild“ war dass er sich für die deutsche Einheit, eine starke EU und ein freiheitliches Osteuropa eingesetzt hat.

Und wenn er dafür morgen nicht Gewinner des Tages in „Bild“ ist, werden wir nachfragen, was da schiefgelaufen ist. Versprochen!

Nachtrag, 16.03.2005:
Also schiefgelaufen ist da natürlich nix. Im Gegenteil: „Helmut Kohl ist ja quasi ‚Gewinner‘ des Tages,“ so ein „Bild“-Sprecher unter Verweis auf die begleitende Berichterstattung, „weil er zusammen mit sieben weiteren wichtigen Persönlichkeiten den Osgar gewonnen hat.“ Das leuchtet ein – zumal die Springer-Zeitung „Bild“ den „Gewinner“-Platz so mal wieder anderweitig zu nutzen verstand und ihn kurzerhand dem Geschäftsführenden Redakteur der Springer-Zeitungen „Welt“ und „Welt am Sonntag“ zueignete.