Archiv für März, 2026

ARD-Sender werden eingestellt, Drei Buchhandlungen, Kirchliche Kritik

1. Diese Fernsehsender werden eingestellt
(verdi.de)
Gemäß den Vorgaben des neuen Reformstaatsvertrags stelle die ARD zum Jahresende die drei linearen Fernsehsender tagesschau24, One und ARD-alpha ein. Sie sollen teilweise mit ZDF-Sendern zusammengelet werden. Die Gewerkschaft Verdi betrachtet diesen Schritt mit großer Skepsis und warnt angesichts der Einstellung des jungen Senders One vor einem drohenden Generationenabriss beim öffentlich-rechtlichen Publikum. Um diese Zielgruppe künftig besser über digitale Wege zu erreichen, fordert Verdi von der Medienpolitik mehr Handlungsspielraum für die Öffentlich-Rechtlichen sowie eine zeitnahe Aufhebung des umstrittenen Verbots presseähnlicher Onlinetexte.
Weiterer Lesetipp: “Unser Konklave war intensiv”: Wie ARD & ZDF ihre Sender neu sortieren: “ARD und ZDF haben sich, wie von der Politik verlangt, auf Einsparungen bei den Spartensendern geeinigt. Drei Angebote werden gebündelt, drei Sender noch 2026 eingestellt, wie der ARD-Vorsitzende Florian Hager und ZDF-Intendant Norbert Himmler im Doppel-Interview mit DWDL.de erläutern.” (dwdl.de, Thomas Lückerath)

2. Drei Buchhandlungen oder schnelle Ausschlüsse in verdachtsprüffauler Zeit
(54books.de, Niels Penke)
Niels Penke kritisiert in seinem Kommentar den überraschenden Ausschluss dreier linker Buchhandlungen von der diesjährigen Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Penke wertet das staatliche Vorgehen als alarmierendes Zeichen einer gefährlichen politischen Verschiebung und wirft Weimer vor, sich mit solch repressiven Maßnahmen zum Vollstreckungsgehilfen eines autoritären Kulturkampfes zu machen.

3. Kompetenz wird zum Problem
(taz.de, Antonia Augsbach)
In ihrem Beitrag beschreibt Antonia Augsbach, wie sich eine neue Generation weiblicher Fußball-Influencerinnen durch authentische Einblicke und meinungsstarke Analysen zunehmend von rein ästhetischen Hochglanz-Profilen abgrenzen würden. Sobald diese Creatorinnen jedoch mit echter fachlicher Kompetenz in traditionell männlich geprägten Themenfeldern aufträten, seien sie massiven sexistischen Anfeindungen ausgesetzt.

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4. Kritik aus der Kirche am Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Führende evangelische und katholische Jugendverbände würden die unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz geforderten Social-Media-Verbote für Minderjährige scharf als Kapitulation vor dem eigentlichen Problem kritisieren. Ein pauschaler Ausschluss beraube junge Menschen eines essenziellen digitalen Orientierungsraums für ihre Identitäts- und Glaubensfindung. Er greife massiv in ihr Grundrecht auf freie Religionsausübung ein. Stattdessen fordere man einen konsequenten Jugendmedienschutz, strengere Vorgaben für die Plattformbetreiber sowie eine gezielte Förderung der Medienkompetenz.

5. “Wachstum ist für uns kein Selbstzweck” – Agrar- und Lebens­mittel­fach­medien im Wandel
(dfjv.de, Ulrike Bremm)
Im Interview mit Ulrike Bremm betont der Medienmanager Olaf Holzhäuser, dass Fachmedien im Agrar- und Lebensmittelsektor durch fundierte Einordnung und echten Mehrwert überzeugen müssten, anstatt reines Umsatzwachstum als Selbstzweck zu verfolgen. Künftig müssten Fachjournalistinnen und -journalisten laut Holzhäuser zunehmend zu einer Art Übersetzer werden: “Das Rad dreht sich immer schneller und wilder, was Technik, Regulatorik, Umwelt und vor allem Markteinflüsse betrifft. Donald Trump hat mit seiner wilden Zollpolitik das Schwungrad noch beschleunigt. Da müssen wir einen Anker setzen und Orientierung geben.”

6. “Wir haben jedes Mal die Möglichkeit, dass ein Video total durch die Decke geht oder dass es total bombt.” Friederike Schiller erklärt die TikTok-Strategie der “Zeit”
(turi2.de, Markus Trantow, Audio: 46:31 Minuten)
Friederike Schiller, Leiterin des “Hochkant”-Ressorts der Wochenzeitung “Die Zeit”, spricht in einem gut 45-minütigen Podcast-Interview mit Markus Trantow, Chefredakteur des Medien-Branchendienstes “turi2”, über die TikTok-Strategie der “Zeit”. Allein im Januar habe die Redaktion 96 Millionen Views dort generieren können. Schiller erklärt, dass man die umstrittene Plattform ganz bewusst bespiele, um junge Menschen an die eigene Marke heranzuführen und das Feld nicht populistischen Akteuren wie der AfD zu überlassen.

Die große Gefahr, Debatte jenseits von Plattformen, Springer übernimmt

1. Die große Gefahr
(taz.de)
Ein aktueller Bericht europäischer Journalismusverbände zeige, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine weiterhin die größte Bedrohung für Medienschaffende in Europa darstelle. Insgesamt hätten die Organisationen im Jahr 2025 europaweit einen Anstieg schwerwiegender Bedrohungen der Pressefreiheit um 29 Prozent verzeichnet, wobei Journalistinnen und Journalisten besonders in Russland, der Türkei, Georgien und Serbien häufig Opfer von Einschüchterungen oder körperlicher Gewalt geworden seien. Die beteiligten Organisationen appellieren an die europäischen Staaten und Institutionen, die bestehenden Schutzstandards für die Pressefreiheit konsequent durchzusetzen.

2. Springer übernimmt US-Medienkonzern Bisnow
(spiegel.de)
Der Axel-Springer-Konzern baue seine strategische Präsenz auf dem US-Markt weiter aus und habe dafür das auf die Immobilienbranche spezialisierte Medienunternehmen “Bisnow” erworben. Die Plattform erreiche mehr als 1,7 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten und richte jährlich über 400 Branchenevents in mehreren Ländern aus. Künftig solle “Bisnow” gemeinsam mit dem ebenfalls zu Springer gehörenden Wirtschafts-Newsletter “Morning Brew” die neu gegründete “Brew Media Group” bilden.

3. Staaten sollen Social-Media-Verbote stoppen
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
In einem offenen Brief würden über 400 internationale Forscherinnen und Forscher Regierungen weltweit dazu aufrufen, geplante Social-Media-Verbote für Minderjährige vorerst auf Eis zu legen. Flächendeckende Alterskontrollen hätten keinen wissenschaftlich belegten Nutzen für die psychische Gesundheit von Kindern, bärgen dafür aber massive Risiken für den Datenschutz, die gesellschaftliche Teilhabe und den Aufbau von Zensur-Infrastrukturen. Fachleute würden stattdessen auf die Regulierung suchtfördernder Algorithmen und Feeds setzen.

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4. Eine Debatte jenseits von Plattformen
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Laut einer aktuellen Studie der Denkfabrik “Agora Digitale Transformation” müssten die Öffentlich-Rechtlichen dringend eigene, plattformunabhängige Dialogräume im Netz schaffen. Das Ziel wäre, der zunehmenden Polarisierung und der algorithmischen Steuerung durch Tech-Konzerne entgegenzuwirken. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle dabei als moderierender Brückenbauer fungieren, der gesellschaftliche Debatten kontinuierlich und streng nach journalistischen Standards begleitet. Dafür sei eine Reform des Medienstaatsvertrags notwendig.

5. Tag des Lokaljournalismus am 5. Mai – Regionale Zeitungsverleger betonen besondere Rolle im Kampf gegen Polarisierung und Desinformation
(presseportal.de)
Anlässlich des bevorstehenden “Tags des Lokaljournalismus” am 5. Mai würden führende Vertreterinnen und Vertreter regionaler Medienhäuser in einer Pressemitteilung die unverzichtbare Rolle von Lokalzeitungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Kampf gegen zunehmende Polarisierung betonen: “Unter dem Motto ‘Raus aus den Redaktionen, rein ins Leben’ setzen die Veranstalter auf Aktionen vor Ort: mobile Newsrooms, Redaktionsbesuche oder Newscamps sollen direkte Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen.”

6. News-Charts: TikTok-Medienlandschaft im Millionentief
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pychas aktuelle Analyse der TikTok-News-Charts für den Februar zeige, dass die Zahl der viralen Millionen-Hits bei Nachrichten-Publishern aufgrund von Algorithmus-Anpassungen und wachsender Konkurrenz auf einen neuen Tiefpunkt gesunken sei. Während im vergangenen Oktober noch 51 Medienmarken bei mindestens einem Video mehr als eine Million Aufrufe erreicht hätten, sei dies im aktuellen Auswertungsmonat nur noch 32 Accounts gelungen. Pycha hat eine kommentierte Top-10-Liste der Nachrichtenanbieter zusammengestellt.

Berliner Entwurf, Ausbeutung von “Kidfluencern”, Nachrichtenermüdet

1. Berliner Landesregierung will Informationsfreiheit beschneiden
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die schwarz-rote Landesregierung in Berlin plane, das Informationsfreiheitsgesetz massiv einzuschränken, was dem eigenen Koalitionsvertrag (PDF) widerspreche. Einem neuen Gesetzentwurf (PDF) zufolge dürften amtliche Dokumente künftig unter Verschluss bleiben, wenn sie kritische Infrastrukturen beträfen oder in direktem Zusammenhang mit laufenden beziehungsweise geplanten Ermittlungsverfahren stünden. Arne Semsrott von der Initiative “FragDenStaat” kritisiere dieses Vorhaben scharf. Die Koalition wolle durch solche Ausnahmeregelungen offensichtlich die Aufdeckung politischer Affären behindern und sich einer demokratischen Kontrolle entziehen.

2. Neugierige Journalisten verhaftet
(taz.de, Wolf Wittenfeld)
In der Türkei seien drei Journalisten inhaftiert worden, nachdem sie im Auftrag einer unabhängigen Nachrichtenagentur Filmaufnahmen vom US-Luftwaffenstützpunkt İncirlik gemacht hätten. Die Festnahmen gälten offenbar als gezielte Abschreckungsmaßnahme der Regierung Erdoğan. Der türkische Präsident wolle angesichts der hochsensiblen diplomatischen Lage in Zusammenhang mit US-Präsident Donald Trump sowie drohender wirtschaftlicher Kriegsfolgen die absolute Kontrolle über die Berichterstattung im Land behalten.

3. “Es stellt sich eine gewisse Ermüdung ein. Von der Nachrichtenflut, der Bilderflut, der Videoflut”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Die “funk”-Journalistin und ZDF-Moderatorin Victoria Reichelt beobachtet bei vielen Menschen eine zunehmende Ermüdung durch die allgegenwärtige Nachrichten- und Bilderflut. In der extremen Marktmacht der Plattformen und den aktuellen politischen Eskalationen sieht sie eine große Chance für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dieser könne gerade in Krisenzeiten eine verlässliche Orientierung bieten. Um junge Zielgruppen digital zu erreichen, plädiert Reichelt in diesem Interview für einen emotionaleren und agileren Politikjournalismus.

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4. Wie “Kidfluencer” in Sozialen Medien ausgebeutet werden
(tagesschau.de, Severine Naeve)
Severine Naeve beschäftigt sich bei tagesschau.de mit dam Phänomen, dass Eltern ihre Kinder als sogenannte “Kidfluencer” auf Social Media vermarkten. Die Kinderrechtsaktivistin Sara Flieder warne eindringlich vor den unabsehbaren Folgen dieser unregulierten digitalen Kinderarbeit und betone, dass selbst vermeintlich harmlose Alltagsbilder im Netz regelmäßig von der Pädophilenszene missbraucht würden.

5. ARD gibt Einblick in Arbeitsweise der eigenen News-Teams
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die ARD veranstalte am 19. März einen bundesweiten “Nachrichtentag”, um der Öffentlichkeit Einblicke hinter die Kulissen ihrer Nachrichtenproduktion zu geben. Die verschiedenen Landesrundfunkanstalten böten dabei ein vielfältiges Programm für unterschiedliche Zielgruppen an, das von Redaktionsführungen und Instagram-Livestreams bis hin zu interaktiven Workshops reiche, in denen die Besucherinnen und Besucher Einblicke in die News-Gestaltung erhalten könnten.

6. Germany’s Next Flopmodel – Wie sich GNTM selbst zerstört hat
(youtube.com, Sashka, Video: 15:33 Minuten)
In ihrem aktuellen Video kritisiert die YouTuberin “Sashka”, dass die angebliche Neuausrichtung von “Germany’s Next Topmodel” (“GNTM”) hin zu mehr Diversität und Body Positivity lediglich eine heuchlerische PR-Fassade sei. Im Kern basiere die Sendung weiterhin auf einem toxischen Machtgefälle sowie der bewussten Bloßstellung unerfahrener Kandidatinnen. Echte internationale Modelkarrieren nach der “GNTM”-Teilnahme seien die absolute Ausnahme. Das Format diene primär dazu, neues Personal für diverse Trash-TV-Sendungen und Influencer-Karrieren zu produzieren.

Mehrheit für Social-Media-Verbot, Analoger Abstieg, Affenbaby “Punch”

1. Mehrheit der Deutschen für Social-Media-Verbot bei Kindern
(spiegel.de)
Laut einer aktuellen Umfrage des ZDF befürworte eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent der Menschen in Deutschland ein gesetzliches Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren, wobei die Zustimmung ausgerechnet bei jungen Erwachsenen am höchsten ausfalle. Die Regierungsparteien CDU und SPD sowie Bundeskanzler Friedrich Merz würden eine solche Regelung nach australischem Vorbild aktiv vorantreiben. Die Bundesschülerkonferenz spreche sich hingegen strikt gegen eine derartige Altersgrenze aus.

2. Journalisten-Verbände üben Kritik
(taz.de)
Der Kölner Verlag DuMont übernehme die Herausgeberschaft der “Kölnischen Rundschau”, da diese für den bisherigen Herausgeber, den Heinen-Verlag, nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben gewesen sei. Sowohl die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union als auch der Deutsche Journalisten-Verband NRW würden trotz Dementis einen drohenden Stellenabbau von bis zu 50 Arbeitsplätzen befürchten und eindringlich vor dem Verlust einer zweiten unabhängigen Lokalredaktion in Köln warnen.

3. #trending: der kleine Affe Punch, die Parallelwelt “X”, der “European Tree of the Year”
(meedia.de, Jens Schröder)
In seiner aktuellen “#trending”-Analyse berichtet “Meedia”-Chefredakteur Jens Schröder zunächst von dem globalen Social-Media-Hype um das Affenbaby “Punch”. Des Weiteren zeige eine Datenauswertung, dass die Plattform X in Deutschland inzwischen massiv zu einer rechtspopulistischen Parallelwelt verkommen sei. Der gesellschaftliche Mainstream sowie die traditionellen Leitmedien hätten sich stattdessen längst auf Instagram verlagert.

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4. Newsletter Netzwerk Recherche 254
(netzwerkrecherche.org, Lena Wrba & Silja Kummer)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Silja Kummer, die die Wichtigkeit des Lokaljournalismus hervorhebt. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

5. Analoger Abstieg ins Archiv (1): Erst-, Sonder-, Jubiläumsausgaben
(wortvogel.de, Torsten Dewi)
In einem nostalgischen Rückblick präsentiert Torsten Dewi ausgewählte Erst-, Sonder- und Jubiläumsausgaben diverser Zeitschriften aus seinem umfangreichen privaten Printarchiv. Anhand historischer Exemplare von etablierten Blättern wie dem “Spiegel” und der “Hörzu” oder auch ehemals angesagten Magazinen wie “Tempo” reflektiert er über deren Konzepte und die massiv veränderten Marktbedingungen.

6. TikTok-News-Charts bei DWDL.de: Die Publisher-Übersicht
(dwdl.de, Simon Pycha)
Der Autor Simon Pycha wertet für das Medienmagazin “DWDL” jeden Monat systematisch den Erfolg deutscher Medienhäuser auf der Plattform TikTok aus. Die zugehörige, fortlaufend aktualisierte Übersicht umfasst dabei insgesamt 142 verschiedene Accounts, die einen klaren journalistischen Nachrichtenfokus aufweisen würden. Hier präsentiert er die lange Account-Liste.

KW 09/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Alle links?! Wie Journalisten politisch ticken
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 43:17 Minuten)
Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer besprechen die häufig geäußerte These, dass der deutsche Journalismus von einer starken linken Schlagseite geprägt sei. Empirische Studien würden im Branchendurchschnitt zwar tatsächlich eine leichte politische Linkstendenz belegen, diese nehme jedoch auf den einflussreichen redaktionellen Führungsebenen wieder spürbar ab. Das pauschale Narrativ einer rein linken Medienlandschaft sei falsch, zumal der Diskurs maßgeblich von starken konservativ-liberalen Verlagen geprägt werde.

2. Was macht man, wenn der eigene Reporter in der Türkei verhaftet wird?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 18:15 Minuten)
Vergangene Woche wurde der Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludağ in der Türkei festgenommen. Holger Klein hat mit Erkan Arıkan, dem Leiter der türkischen Redaktion der Deutschen Welle, über die aktuelle Situation in der Türkei gesprochen: “Wie hat sich die Lage in den vergangenen Jahren verändert? Was bedeutet das für die Arbeit von Medien? Und gibt es Hoffnung, dass sich irgendwann etwas ändert?”

3. Der Fall Michel Friedman: Die Wahrheit hinter dem Skandal von Klütz
(ardmediathek.de, Daniel Batel, Video: 20:26 Minuten)
Der jüdische Publizist Michel Friedman hätte auf einer Kulturveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern auftreten sollen, sei jedoch wieder ausgeladen worden: “Zapp-Reporter Daniel Batel fährt nach Klütz und geht den Fragen nach, welche Gründe wirklich hinter der Ausladung stecken, wie eine Kleinstadt mit medialer Entrüstung umgeht und wie sie versucht, ihren Ruf zwischen echter Neonazi-Präsenz und ungerechtfertigter Stigmatisierung zurückzugewinnen.”

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4. Das dunkle Imperium von MrBeast
(youtube.com, Klengan, Video: 25:37 Minuten)
YouTuber “Klengan” analysiert das gigantische Firmenimperium von “MrBeast”, dem größten und erfolgreichsten YouTuber der Welt. Dessen extrem teure YouTube-Videos würden eigentlich massive Verluste einfahren, sollen jedoch als gigantische Marketingmaschine dienen. Mit seiner enormen Reichweite verkaufe “MrBeast” im Hintergrund äußerst profitabel eigene Konsumgüter wie Schokolade und Fertig-Snacks. Der neueste und lukrativste Coup könnte eine Finanz-App werden. Über diese könne der YouTuber seine überwiegend junge Zielgruppe künftig mit Krediten, Versicherungen und spekulativen Krypto-Produkten versorgen.

5. 80. Geburtstag der Zeit: Die Erfolgsstrategie der Wochenzeitung mit Podcasts und Politik
(omr.com, Philipp Westermeyer, Audio: 1:43:55 Stunden)
Anlässlich des 80. Geburtstags der “Zeit” erklärt Chefredakteur Jochen Wegner im Podcast-Gespräch mit Philipp Westermeyer, wie die “Zeit” trotz der allgemeinen Branchenkrise durch digitale Abos, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und reichweitenstarke TikTok-Formate kontinuierlich wachse. Ein zentraler Erfolgsfaktor sei die traditionelle Meinungsvielfalt des Blattes, das bewusst diametral unterschiedliche politische Standpunkte abbilde. Außerdem diskutieren die beiden über die bedenkliche Entwicklung des Tech-Milliardärs Elon Musk und die grundsätzliche Unvorhersehbarkeit der medialen Zukunft.

6. Studio Babelsberg: Europas ältestes Filmstudio von innen
(youtube.com, Clara Böhm, Video: 13:46 Minuten)
Studioleiter Eike Wolf führt durch das traditionsreiche Studio Babelsberg und präsentiert die enormen Dimensionen des ältesten Filmstudios der Welt. Das eröffnet exklusive Einblicke in Europas größten Requisiten- und Kostümfundus sowie in das kreative Art Department, in dem täuschend echte Kulissen für internationale Blockbuster wie “Matrix” oder “Grand Budapest Hotel” gebaut werden.

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