Aus unserer Serie “Die etwas unglücklich platzierte Werbeanzeige”:
Inzwischen wurde das großflächige Werbebanner von der Bild.de-Startseite entfernt.
Mit Dank an Markus, Birger L., Sebastian K. und Matthias.
Aus unserer Serie “Die etwas unglücklich platzierte Werbeanzeige”:
Inzwischen wurde das großflächige Werbebanner von der Bild.de-Startseite entfernt.
Mit Dank an Markus, Birger L., Sebastian K. und Matthias.
Ein Stürmer, der mit einer Wasserflasche nach einem Fan wirft; ein früherer Nationaltorwart, der einem Zuschauer die Brille wegnimmt; ein Trainer, der bei einem Liveinterview grußlos das Fernsehstudio verlässt — es war eine Bundesligasaison voller “Aufreger”, voller “Skandale, Zoff und Kuriositäten!” und Bild.de war so freundlich, sie für die Leser schon einmal zusammenzufassen. (Offenbar ging man davon aus, dass am letzten Spieltag schon nichts aufregendes mehr passieren wird.)
Zu den “größten Aufregern und Skandalen” gehörte für Bild.de auch:
Nur noch mal zur Erinnerung: Herrlich hatte seine Worte nicht an “die Journalisten” im Allgemeinen gerichtet, sondern explizit an die von “Bild”.
In einem anderen Fall weiß Bild.de dagegen überraschend genau, wer gemeint war:
Mit Dank an Andreas K.
Vor einer Woche machte Bild.de einen “kurzen Test” des Straßenfotodienstes “Google Street View” und fand heraus: “Die Aufregung über mangelnden Datenschutz ist berechtigt”!
Zwar löscht Google angeblich Autokennzeichen und Gesichter automatisch, Häuser auf Wunsch. Doch die Datenschutz-Software hat sichtbare Schwächen!
Auf vielen Bildern, die Street View online zeigt, tauchen erkennbare Gesichter, sogar von Kindern auf. (…) Von Datenschutz kann da nicht die Rede sein.
Beispiel Paris: Google zeigt Bilder vom Kindern beim Eislaufen vor dem Pariser Rathaus. Das Gesicht eines Mädchens ist gut erkennbar.
Über die doppelte Ironie, dass ausgerechnet Bild.de sich um den Schutz der Privatsphäre der Menschen sorgt und andererseits selbst die gefundenen Fotos unverpixelt zeigt, hatten wir schon berichtet.
Aber es gibt ein größeres Problem mit der Geschichte: Das Foto ist gar nicht aus Street View.
Google hat uns auf Anfrage bestätigt, was angesichts der Perspektive des Fotos (die Google-Kamera fotografiert von einer deutlich höheren Position) nahe lag: Es handelt sich bei dem Bild nicht um eine Street-View-Aufnahme.
Das Foto stammt anscheinend von jemandem namens Niklas Jakobsen, der es offenbar vor zwei Jahren aufgenommen und bei Flickr hochgeladen hat.
Warum Bild.de mit einem Foto, das gar nicht von Google Street View stammt, den angeblich fehlenden Datenschutz bei Google Street View anprangert, wissen wir nicht.
Mit großem Dank an Alexander H.!
Nachtrag, 11.15 Uhr. Das ist originell: Bild.de hat das falsche Foto entfernt, aber den Text, der sich darauf bezieht, unverändert gelassen.
6 vor 9
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Der schönste Mix”
(berlinonline.de, Daniel Bouhs)
Das ZDF sucht derzeit per Ausschreibung einen Dienstleister für die “Produktion von Audio-PR und Auswertung aktueller ZDF-Sendungen”. Daniel Bouhs fragt: “Steht solch eine Praxis einer Programmanstalt gut zu Gesicht, die im Wesentlichen von der Allgemeinheit finanziert wird und deshalb mehr als andere einen sauberen Journalismus fördern sollte?”
2. “Alter Hut statt ‘Enthüllung'”
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Eine Nacktszene von Lena Meyer-Landrut wird als Neuigkeit präsentiert, ist aber schon länger bekannt. Die FAZ dazu: “Es muss ein Skandal her, es braucht Sex and Crime, es muss auch die letzte jugendliche Lichtgestalt in den Dreck gezogen und mit bigotten Kommentaren überzogen werden.”
3. “Abschied vom Besten”
(online-merkur.de, Kathrin Passig)
Kathrin Passig zum Ausspruch von Christoph Keese, es sei die Leistung seines Arbeitgebers Axel Springer, die Rangreihenfolge der Informationen im Netz zu organieren. “Es gibt diese allgemeingültige Rangreihenfolge nicht, und dass Redaktionen eine Weile so tun durften, als gebe es sie, beruhte auf einem Mangel an besseren Lösungen, der mittlerweile behoben ist.”
4. “10 wahnwitzige Dokus bei N-TV und N24”
(fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 41:23 Minuten)
Fernsehkritik.tv kommentiert (ab 20:43 Minuten) zehn Dokus, die auf den TV-Sendern N24 und N-TV zu sehen waren. Es geht darin um Themen wie die Ufos der Nazis, den Klimawandel, das Leben von Jesus, Heuschreckenplagen oder den Luftkrieg. Zum Thema Tunnelbau fallen aus dem Off folgende, dramatische Sätze: “Die Grösse der Aufgabe überstieg beinahe jede Vorstellungskraft. Ein Projekt, das den Beteiligten Unmögliches abverlangte – bis sie schliesslich triumphierten. (…)”
5. “Layout Fail”
(failblog.org, englisch)
“Look closely…does that spell what I think it spells?”
6. “Sie haben gewonnen, Herr Hase!”
(20min.ch, Amir Mustedanagic)
Amir Mustedanagic versucht, an die 3 Millionen Euro zu kommen, die er angeblich in der spanischen Lotterie gewonnen hat.