Archiv für Januar, 2009

„… der Mann, der mal Georg Ratzinger war“

Andreas Englisch ist nicht nur „BILD-Vatikan-Sonder-Korrespondent“, manche halten ihn sogar für einen der „am besten informierten Journalisten im Vatikanstaat“. (Andere nicht.)

Aktuell hat Englisch dem Papst „Neujahrsgrüße der BILD-Redaktion“ überbracht – und schreibt über Benedikt XVI.:

"Wie sehr, denke ich, hat sich der Mann, der einmal Georg Ratzinger war, doch geändert! Er weiß inzwischen bis ins Detail, was wie wann zu tun ist. Wie scheu stellte sich Benedikt noch zu Beginn seiner Amtszeit vor die Fotografen - schüchtern, fast ungelenk. Jetzt beherrscht Benedikt die Situation, sicher und ruhig."

Georg Ratzinger. Is‘ klar.

Mit Dank an Tom S. für den Hinweis.

Nachtrag, 25.1.2009: Ach, nee… Jetzt, wo Bild.de die Kolumne eines der „am besten informierten Journalisten im Vatikanstaat“ nachgebessert hat, fällt’s uns auch wieder ein: Der heißt ja Joseph!

neu  

Heute anonym XXIII

Es ist nicht so, dass sich die „Bild“-Zeitung um sonderlich große Objektivität bemüht hätte, als sie gestern über den Gerichtsprozess eines Mannes berichtet, der im März 2008 mit einem Schulbus wegen defekter Bremsen einen Unfall verursachte, bei dem 14 Kinder z.T. schwer verletzt wurden.

Der „Bild“-Artikel über den „Schulbus-Horror“ im „Horror-Bus“ beginnt mit den Worten:

Ihr hübsches Gesicht ist für immer entstellt: Melissa R. (14) saß im Horror-Bus von Friedersreuth!

Weiter heißt es:

Beim Prozess gestern in Weiden sah sie zum ersten Mal den Mann wieder, der sie und 13 Mitschüler ins Verderben fuhr:

(…) Doch vor Gericht redete er sich raus: „Von defekten Bremsen hab ich nix gemerkt, da brannte nie ein Licht. Für die Kinder tut es mir leid.“

Das hilft Melissa nichts mehr: Mit Salben verdeckt sie notdürftig ihre Narben. Zu BILD sagte sie: „Die Wunden tun noch immer weh. Ich verstehe nicht, wie man mit kaputten Bremsen fahren kann.“

„Bild“ nennt den Angeklagten „Senior-Chef“ des Bus-Unternehmens, kürzt seinen Namen jedoch als „Anton M.“ ab und macht auch sein Gesicht mit einem schwarzen Balken halbwegs unkenntlich…

… um dann aber direkt daneben ein Foto des verunglückten Busses zu zeigen, auf dem in großen Lettern der komplette Name des Bus-Unternehmers nebst Ort und Telefonnummer steht.

Wer „Bild“-Leser kennt, weiß, dass das keine gute Idee ist.

P.S.: Auch Bild.de zeigte gestern das Busfoto mit Namen und Telefonnummer ohne jede Unkenntlichmachung. Erst nachdem wir die Bild.de-Redaktion auf den mangelhaften Schutz der Identität des Mannes aufmerksam gemacht und um Stellungnahme gebeten hatten, wurde die Busbeschriftung nachträglich verpixelt. Eine Antwort erhielten wir (wir kennen das) nicht.

Mit Dank an Marcus F. für den sachdienlichen Hinweis sowie an Birgit S. und Nicole K. für den Scan!

Die Schwarz/Gelb-Blindheit des Hugo Müller-Vogg

Am vergangenen Montag, nach der hessischen Landtagswahl, schrieb Polit-Kolumnist Hugo Müller-Vogg in „Bild“:

In Wiesbaden geht jetzt nichts mehr ohne die Liberalen und in Berlin nicht viel. Denn die schwarz-gelb regierten Länder haben nunmehr im Bundesrat die Mehrheit.

Was Quatsch ist, weil die schwarz-gelb regierten Länder auch bei einer CDU/FDP-Koalition in Hessen im Bundesrat gar keine Mehrheit haben.

Und gestern schrieb Müller-Vogg quasi zum selben Thema:

Da sich aber die rot-grünen Kabinette in Bremen und Hamburg auf die Seite von Schwarz-Rot geschlagen haben, werden die Liberalen in Berlin zum „Mitregieren“ nicht gebraucht.

Was insofern Quatsch ist, als es in Hamburg gar kein rot-grünes Kabinett gibt.

Was wohl Müller-Voggs politische Analysen taugen, wenn er nicht mal die politischen Fakten richtig aufschreiben kann?

Mit Dank an Christoph für die Hinweise.

Axel Springer unterliegt Eva Herman

Die „Bild“-Zeitung darf Eva Herman nicht mehr als „dumme Kuh“ bezeichnen. Die frühere Fernsehmoderatorin hatte gegen die Axel Springer AG und die Online-Tochter von „Bild“ geklagt. Das Kölner Landgericht verurteilte den Verlag dazu, Herman für die Beleidigung ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro zu zahlen. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte gegenüber BILDblog eine entsprechende Meldung der evangelikalen Nachrichtenagentur idea.

„Bild“-Kolumnist Franz-Josef Wagner hatte nach der legendären „Johannes B. Kerner“-Sendung mit Eva Herman geschrieben:

Eva Herman hätte ich nicht vor die Tür gesetzt. Was hat die dumme Kuh denn gemacht vor laufender Kamera? Zum Mord aufgerufen, obszöne Handlungen an sich oder an Ihnen vollzogen, der Kinderporno-Mafia das Wort geredet? Nein. Sie hat sich nur immer tiefer in den Sumpf hineingeplappert, in den sie sich verlaufen hat. Eva Herman ist ganz sicher keine Nazi-Hexe, die mit einem Besenstiel über Auschwitz reitet. Eva Herman ist, ich sagte es schon, eine dumme Kuh.

Die von „Bild“ in der Überschrift über einem anderen Artikel geäußerte Frage „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“ ist nach Ansicht des Gerichtes hingegen als Meinungsäußerung zulässig.

Auch in einem zweiten Prozess gab das Kölner Gericht Eva Herman Recht. Es geht dabei um die Formulierung, die den Skandal um Herman auslöste. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte am 7. September 2007 über eine Buchvorstellung Hermans berichtet:

In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich. Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat. Kurz danach war diese Buchvorstellung Gott sei Dank zu Ende.

Was Eva Herman sagte
„Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles, das alles [abgeschafft], was wir an Werten hatten. Es war eine grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.“

Die Formulierung „Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter“ gab nach Ansicht der Richter die tatsächlichen Äußerungen Hermans (siehe Kasten) nicht korrekt wieder. Das Gericht untersagte die Formulierungen und verurteilte den Verlag und die Autorin des Artikels, Barbara Möller, in dieser Sache ebenfalls zu insgesamt 10.000 Euro Schadensersatz.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, Springer kann Berufung einlegen.

Mit Dank an Andreas.

Videoblogs, Arrington, Ai Weiwei

1. Broder & Diekmann
(plus7.arte.tv, Video, 52 Minuten)
Wer es gestern verpasst hat, kann sich die Fahrt durch die Berliner Nacht von Henryk M. Broder und Kai Diekmann auf arte.tv ansehen – doch nur während sieben Tagen.

2. Blogs in China
(faz.net, Mark Siemons)
Der chinesische Künstler Ai Weiwei nennt Blogs die mächtigste Waffe im Leben eines Menschen: „Bevor wir eine wirkliche Demokratie und eine ausgeprägte Zivilgesellschaft haben, ist das eine lockere Form der Zivilgesellschaft.“

3. „Die Probleme des Michael Arrington“
(meedia.de, Dirk Manthey)
Schröckliches berichtet uns Dirk Manthey aus dem sonnigen Kalifornien. „Müde, verbittert und frustriert“ sei der mit TechCrunch derzeit wohl erfolgreichste Blogger der Welt. Niemand wolle sein Blog kaufen, denn er habe den richtigen Zeitpunkt verpasst. „Schwere Zeiten“ kämen auf Arrington zu, wegen „dem Niedergang des Web 2.0“, das liege nämlich „im Sterben“. Augenringe habe er auch (aber sowas schreiben sie in der Gala auch immer).

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Kurz korrigiert (491 & 492)

Bei der wörtlichen Übernahme einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP im hauseigenen „News-Ticker“ hat sich Bild.de für folgende Überschrift entschieden:

"EuGH verklagt Russland"

Anders gesagt: Drei Wörter, zwei davon falsch.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) sitzt in Luxemburg und wäre für das Nicht-EU-Land Russland gar nicht zuständig, wohingegen der zuständige Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg Russland nicht „verklagt“, sondern verurteilt hat.

Und woher wissen wir das? Na, aus der Meldung selbst natürlich.

Mit Dank an Katharina.

Allgemein  

Polizei: „Bild“ gefährdet Kinderporno-Ermittlungen

Aus einer Pressemitteilung der Polizei vom 21.1.2009:

Die Polizeidirektion Schwalm-Eder ermittelt aktuell in einem Tatkomplex wegen Besitz/Verschaffung und Verbreiten von kinderpornographischen Schriften. (…)

Wir bitten ausdrücklich um Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt, aus ermittlungstaktischen Gründen, um die weiteren Ermittlungen und damit die Aufklärung weiterer Straftaten nicht zu gefährden, keine weiter gehenden Detailinformationen gegeben werden. Aus dem gleichen Grund bitten wir Sie, von diesem Sachverhalt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich zu berichten. (…)

Diese Pressemitteilung wurde gestern anfragenden Journalistinnen und Journalisten, die lokal von Durchsuchungsmaßnahmen Kenntnis erhalten hatten, übermittelt – verbunden mit der ausdrücklichen Bitte, von einer Veröffentlichung einstweilen abzusehen, um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden. Da sich offenbar ein Presseorgan* nicht in der Lage sah, dieser – sicher verständlichen Bitte – zu entsprechen und somit eine unbekannte Anzahl von Verfahren gefährdet hat, sollen auf diesem Wege alle Medien auf den gleichen Stand gebracht werden. Von weiteren Nachfragen bitten wir derzeit abzusehen und auch für eine evtl. Veröffentlichung zu bedenken, dass die Durchsuchungen noch immer nicht abgeschlossen sind und jede weitere Publikation dazu führen kann, dass Besitzer und Verbreiter kinderpornografischer Dateien aktuell vor den Strafverfolgungsbehörden und deren geplantem Zugriff gewarnt werden.

*) Überraschung! Bei dem „Presseorgan“, das nach Einschätzung der Polizei „eine unbekannte Anzahl von Verfahren gefährdet“ und womöglich dafür gesorgt hat, dass „Besitzer und Verbreiter kinderpornografischer Dateien aktuell vor den Strafverfolgungsbehörden und deren geplantem Zugriff gewarnt werden“, handelt es sich um… „Bild“.

Mit Dank an Flo F. für den Hinweis.

Bohlen, Beobachter, CCTV, NZZ

1. Euer Dieter knüppelhart
(bild.de, Dieter Bohlen)
Dieter Bohlen, Sänger seichter Liedchen und erfolgreicher Musikproduzent, bloggt bei bild.de und zeigt dort natürliches Boulevard-Talent und endlose Eitelkeit. Er schreibt über Mitarbeiter („Klar, der ist ein netter Typ, aber für uns leider nicht zu gebrauchen“) und Kandidaten („Wie bestehen sie, wenn sie in einem Interview brettharte Fragen um die Ohren bekommen?“).

2. „Wenn Satire in die Hose geht“
(welti.ch, Philippe Welti)
Der Beobachter (Axel Springer Schweiz AG) versucht sich an Satire und scheitert kläglich am Humorsinn der Leserschaft. Chefredakteur Andres Büchi sieht sich nach Interventionen von Lesern und Zeitungen zu einer Entschuldigung genötigt. Nein, man wolle sich nicht ernsthaft von den Kantonen Wallis und Tessin trennen (Artikel und Entschuldigung).

3. „Die anarchische Produktionsweise der Medien“
(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)
Kolumnist Zimmermann beschäftigt sich mit den „Merkwürdigkeiten der Zeitungsbranche“, die in ihren Prozessen unflexibel sei: „Die Redaktionsgrösse bemisst sich nicht an der anfallenden Arbeit. Sie bemisst sich an externen Faktoren. In guten Anzeigenzeiten wachsen die Redaktionen. In schlechten Anzeigenzeiten schrumpfen die Redaktionen. Der journalistische Aufwand bleibt gleich.“

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„Bild“-Leser Broder trifft „Bild“-Macher Diekmann

Kai Diekmann hat da schon ein Glas Wein getrunken, mit ehemaligen Außenministern geplaudert, mit Guido Westerwelle geschäkert und mit „Spiegel“-Chef Mathias Müller von Blumencron getuschelt. Kann sein, dass es daran liegt, aber anschließend sagt er:

„Ich behaupte, dass ich als ‚Bild‘-Chefredakteur einer der beliebtesten Journalisten Deutschlands bin, oder?“

Diekmanns Gesprächspartner, der Kolumnist Henryk M. Broder, überhört das kleine Fragezeichen und antwortet: „Solange die Leute die Zeitung nicht lesen.“ Diekmann lacht freundlich mit.

Die knapp einstündige Dokumentation, die Arte heute abend um 23.40 Uhr zeigt, heißt:

Durch die Nacht mit… Kai Diekmann und Henryk M. Broder

Aber eigentlich sehen wir: Henryk M. Broder durch die Nacht mit Kai Diekmann.



Diekmann lässt sich von Broder in der „Bild“-Redaktion abholen, lässt ihn dort aber zunächst in seinem Büro warten, führt ihn anschließend durch die Redaktion (Broder: „Wo werden hier die Sklaven ausgepeitscht?“), zeigt Broder ein ehemaliges Lieblingsrestaurant, das Atelier eines mittellosen Malers und die „Bild“-Druckerei. Im Gegenzug lässt er sich von Broder auf einen Polit-Promi-Empfang, in ein InternetCafé, zum Asia-Imbiss, in die U-Bahn mitnehmen. Die Nacht mit Broder nennt er „ein Experiment“, auf das er sich eingelassen habe.

Arte nennt die jüngste Folge der Doku-Reihe „Durch die Nacht mit…“:

Ein Treffen zwei der streitbarsten und meinungsfreudigsten Männer des Landes.

Doch während man von dem einen, Broder, erfährt, was man eh schon weiß, weil er sich häufig in Szene setzt, erfährt man über den anderen, Diekmann, den Talkshow-Verweigerer, nichts: immer im Dienst, verlegen und verlegen um Antworten (zumindest solange ihm ein Mikro am Hemd klemmt und die Kamera läuft).

Okay, Diekmann sagt „Doppelstandard“, wenn er „Doppelmoral“ meint; er ist besorgt, ob er nicht vielleicht doch eine Krawatte tragen soll. Zuhause in Potsdam werde der Müll getrennt – und während Broder sich den Abend freigenommen hat und irgendwann von seiner Tochter („Ah, die Tochter!“) angerufen wird, greift Diekmann wieder und wieder selbst zum roten „Bild“-Handy, um bei „Bild“ anzurufen. Und die zurechtgelegt wirkenden Koketterien Broders über „Bild“ lässt er ebenso über sich ergehen wie dessen Erörterungs- und Verbrüderungsversuche. „Was Broder für den ‚Spiegel‘ ist, ist Franz Josef Wagner für uns‘, sagt er.

Es ist also, wie es kommen musste: Kolumnist trifft Chefredakteur, Selbstdarsteller trifft Macher. Und „Durch die Nacht…“-Autor Hasko Baumann filmt dankenswerterweise mit:

Broder: Ich finde übrigens die ganze RAF-Debatte unerträglich.
Diekmann: Ja.

Broder: Wissen Sie, was toll ist an Berlin? Man kann hier nicht auffallen.
Diekmann: Ja.



Diekmann nickt, wenn Broder in der U-Bahn seine Sicht auf den Antisemitismus in Deutschland ausbreitet. Wenn Broder lang und breit von einer Reise in die Geburtsstadt seiner Mutter erzählt, fragt Beckmann Diekmann in einer Sprechpause: „Wie war das emotional?“

Sagt aber Diekmann dann doch mal einfach so, er finde Claudia Roth „in Ordnung“ („Irgendwie hat die was.“), dann witzelt Broder („Ja, Übergewicht.“) und redet weiter, irgendwas.

Es gibt zahllose solcher Miniaturen in der Doku, aufwändig und schlau und unaufgeregt mitgedreht, immer nur dabei mit der Kamera. Das muss reichen. Und immer ein wenig zu nah dran an den Gesichtern dieser beiden Journalisten, die sich – das merkt man – nur im Grad ihrer Beliebtheit ähneln. Eine Männerfreundschaft wird das jedenfalls, auch wenn Arte Gegenteiliges behauptet, nicht.

Am Anfang der Doku sehen wir Broder in einer schwarzen Limousine zum Berliner Springer-Hochhaus fahren („Vor 30, 40 Jahren wollte ich Springer noch enteignen, jetzt finde ich aber so eine Fahrt in der Luxuslimousine doch ganz angenehm.“). Am Ende fährt Diekmann mit der schwarzen Limousine in die Nacht („So. Ham‘ wir’s.“). Broder bleibt zurück. Abspann.

  • heute, 23.40 Uhr, Arte

Siehe auch „taz“, „Süddeutsche Zeitung“, „Westfälische Rundschau“, „Berliner Zeitung“, „Frankfurter Rundschau“ und „Spreeblick“.

Nachtrag, 23.1.2009: Eine Woche lang kann man die Doku in voller länge und kostenlos auch auf arte.tv anschauen.

Heute anonym XXII

Soweit wir das überblicken, nennen ausnahmslos alle Medien, die heute über das Urteil gegen den sogenannten Münchner „U-Bahn-Schubser“ berichten, ihn entweder Ludwig D., Ludwig Joachim D. oder lassen seinen Namen gleich ganz weg.

Auch Bild.de nennt ihn Ludwig Joachim D., verfuhr allerdings mal wieder nach dem, insbesondere bei Anonymisierungen, äußerst fragwürdigen Prinzip „einmal ist keinmal“ und nannte* seinen vollen Nachnamen:

*) Nachdem wir Bild.de auf den offenbar mangelhaften Schutz der Identität des Mannes aufmerksam gemacht und um Stellungnahme gebeten hatten, erhielten wir (wir kennen das) zwar keine Antwort, aber: Inzwischen heißt der Mann an der fraglichen Stelle nur noch „D.“

Mit Dank an Philipp E., Marcus F., Carsten F., Tobi, Tronx und Rüdiger T. für den sachdienlichen Hinweis.

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