1. Angriffe auf Journalisten konsequent anzeigen
(bjv.de, Benedikt Frank)
Der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) appelliert an Journalistinnen und Journalisten, verbale und physische Übergriffe am Rande von Demonstrationen und Versammlungen ausnahmslos zur Anzeige zu bringen. Anlass sei der neue Leitfaden “Frei berichten. Sicher arbeiten” (PDF) des bayerischen Innenministeriums. Die stellvertretende BJV-Vorsitzende Andrea Roth weist darauf hin, dass die Sorge vor der Weitergabe privater Wohnanschriften unbegründet sei, da über den sogenannten “kleinen Zeugenschutz” eine alternative Redaktionsadresse im Verfahren angegeben werden könne.
2. Meta zahlt mehr als 16 Milliarden Dollar an US-Bundesstaaten
(spiegel.de)
Im Rechtsstreit mit 29 US-Bundesstaaten über die psychischen Gefahren und das Suchtpotenzial Sozialer Medien für Minderjährige habe der Meta-Konzern (unter anderem Facebook und Instagram) einen Vergleich geschlossen. Das Unternehmen zahle mehr als 16 Milliarden US-Dollar und verpflichte sich zu Schutzmaßnahmen für jugendliche Nutzerinnen und Nutzer. Während federführende Generalstaatsanwälte von einem Meilenstein für den Verbraucherschutz sprächen, weise Meta die Vorwürfe formal weiterhin zurück und stelle die Neuregelungen als künftigen Branchenstandard dar.
3. Ein Fall für die Medienaufsicht
(verdi.de, Peter Nowak)
In einer für die Rosa-Luxemburg-Stiftung erstellten Studie (PDF) habe der freie Journalist Stefan Mey untersucht, wie Presserat, Rundfunkräte und Landesmedienanstalten Beschwerden zur Nahost-Berichterstattung zwischen Oktober 2023 und Ende 2025 bearbeitet haben. Der Deutsche Presserat habe seinen Kontrollauftrag transparent wahrgenommen, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkräte seien jedoch durch geringere Transparenz und eine zögerliche Kontrollpraxis aufgefallen.
4. Grosso-Reform: Presse-Großhändler ziehen Kartellklage zurück
(medien.epd.de)
Im Streit um die geplante Vertriebsreform der Verlagsallianz “Fit for Future” (unter anderem Burda, Bauer und Springer) hätten sechs betroffene Presse-Großhändler ihre Untätigkeitsbeschwerde gegen das Bundeskartellamt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf zurückgezogen. Die Grossisten würden sich nun vollständig auf zivilrechtliche Verfahren konzentrieren. Die Verlage würden planen, das bisherige System regionaler Grosso-Monopole schrittweise bis Ende 2027 durch eine eigene Vertriebsstruktur abzulösen.
5. Rückhalt für gemeinwohlorientierte Medien
(dfjv.de, Ulrike Bremm)
Im Interview mit Ulrike Bremm erläutert Valentin Radloff das Konzept des neu geschaffenen oekom media impact hub, mit dem gemeinwohlorientierte Medienakteure in den Bereichen Nachhaltigkeit, Wissenschaft und Demokratieförderung unterstützt werden sollen. Das von Bundeswirtschaftsministerium und EU geförderte Projekt verbinde Start-up-Förderung mit verlegerischer Praxiserfahrung. Radloff empfiehlt als Finanzierungsmodelle Einnahmen durch Mitgliedschaften und Abos, Förderung durch Stiftungen und öffentliche Institutionen sowie einen “Wechsel vom Verkauf von Zugang zum Verkauf von Wissen”.
6. Mit Peng, Krawumm und Klickeradoms – das erste deutsche Micky-Maus-Heft erschien vor 75 Jahren
(turi2.de, Nina Schmedding)
Zum 75. Jahrestag des ersten deutschsprachigen “Micky-Maus”-Heftes vom 29. August 1951 blickt Nina Schmedding auf die Pionierarbeit der promovierten Kunsthistorikerin Erika Fuchs zurück. Obwohl Comics in den 1950er-Jahren in Deutschland als bildungsferner Schund gegolten hätten, habe Fuchs durch sprachschöpferische Übersetzungen und die Erfindung lautmalerischer Inflektive, den sogenannten “Erikativ”, die deutsche Alltagssprache geprägt.
