Vorwürfe gegen Facebook-Mutter, KI-Betrug, Der mit den Medien tanzt

1. Schwere Vorwürfe gegen Facebook-Mutter zum Auftakt von Milliardenprozess
(spiegel.de)
In Kalifornien habe ein wegweisender Prozess mehrerer US-Bundesstaaten gegen den Social-Media-Konzern Meta begonnen. Dem Unternehmen werde vorgeworfen, Minderjährige durch gezielte Design-Mechanismen wie Endlos-Scrollen oder Benachrichtigungsfluten systematisch abhängig und psychisch krank gemacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft verlange neben strukturellen Änderungen Strafzahlungen in Höhe von rund 200 Milliarden US-Dollar. Meta weise die Anschuldigungen zurück.

2. Schmeichelnd, wortgewandt und fake
(taz.de, Sara Piazza)
In einem persönlichen Erfahrungsbericht schildert Sara Piazza, wie Onlinebetrüger vermehrt Journalistinnen und Journalisten sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit KI-generierten Phishing-Kampagnen ins Visier nehmen. Mittels elaborierter, schmeichelhafter Analysen und gefälschter Einladungen zu Literaturfestivals würden die Kriminellen versuchen, Medienschaffenden Geld abzuluchsen. Piazza kommentiert: “Wenn man dazu bedenkt, dass es heutzutage durch aggressive Self-Publishing-Kolosse wie Amazon sehr einfach geworden ist, ein Buch ganz ohne Verlag online zu stellen, versteht man, dass die Scammer immer mehr potenzielle Opfer finden.”

3. Richtig lesen – aber wie?
(kontextwochenzeitung.de, Pauline Ammon)
Die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart habe ihren Rückzug von allen Social-Media-Kanälen bekanntgegeben. Ausgerechnet dieser Social-Media-Post habe viel Aufmerksamkeit erfahren. Die Einrichtung begründe ihren Schritt damit, dass die Plattformlogiken und verkürzten Zuspitzungen dem Bildungsauftrag widersprächen und die gesellschaftliche Lesekompetenz schwächen würden. Pauline Ammon kommentiert: “Hinter dem Schritt mögen noble Gründe stehen, die schwindenden Lesefähigkeiten sind ein offenes Problem. Aber ein Lösungsansatz wird durch den Rückzug nicht ersichtlich. Und so liest sich das Statement zum Abschied vor allem als Eingeständnis von Resignation.”

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4. Face­book hat ver­bo­tene Posts nicht vor­sätz­lich langsam gelöscht
(lto.de)
Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main habe ein gegen den Meta-Konzern verhängtes Ordnungsgeld wegen der verspäteten Löschung von drei verbotenen Facebook-Beiträgen von 100.000 auf 75.000 Euro reduziert. Die beanstandeten Posts hätten rechtswidrige Falschbehauptungen über einen israelischen Soldaten enthalten und seien trotz gerichtlicher Untersagung über zwei Wochen lang online abrufbar geblieben. Während das Landgericht noch von vorsätzlicher Missachtung ausgegangen sei, habe das OLG das Versäumnis nur als grob fahrlässig eingestuft.

5. 7 Tipps für starke Personenmarken im Journalismus
(blog.medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Im Blog der Medientage München beschreibt Lisa Priller-Gebhardt anhand des “Handelsblatt”-Projekts “Editorial Voices”, wie Redaktionen gezielt journalistische Personenmarken aufbauen. Entscheidend für den Erfolg seien unter anderem eine klare strategische Zielsetzung, die Identifikation von Fachthemen sowie die passgenaue Kanalwahl.

6. Zum 60. Geburtstag von Armin Wolf: Der mit den Medien tanzt
(derstandard.de, Hans Rauscher)
Anlässlich des 60. Geburtstags von Journalist und ORF-Moderator Armin Wolf würdigt Hans Rauscher im “Standard” nicht nur Wolfs prägende Interviewführung, sondern vor allem dessen Rolle als medienpolitischer und ethischer Vordenker. Rauscher zeichnet Armin Wolfs Haltung zu journalistischer Unparteilichkeit nach: Echter Qualitätsjournalismus dürfe sich nicht parteipolitisch vereinnahmen lassen und müsse klare Kante für demokratische Grundwerte, Menschenrechte und Fakten zeigen.