Schufa-Knacker, Plagiatsjagd, Phantomartikel

1. Jetzt mitmachen: Wir knacken die Schufa (Update)
(netzpolitik.org, Arne Semsrott)
Das Projekt „OpenSCHUFA“ will das „Schufa“-Scoring rekonstruieren, um herauszufinden, ob dort diskriminiert wird. Dabei ist man jedoch auf „Datenspenden“ angewiesen: Je mehr Menschen kostenlos ihren „Schufa“-Score abfragen und die Daten bereitstellen, desto aussagekräftiger die Ergebnisse. Die „Schufa“ hat auf die Kampagne reagiert. Dort ist man alarmiert und sieht Gemeinwohl und Gesellschaft gefährdet: „Die SCHUFA bezeichnet das Vorhaben als klar gegen die übergeordneten Interessen von Wirtschaft, Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort Deutschland gerichtet.“

2. Warum die SRG Ihnen nützt, selbst wenn Sie sie nicht nutzen
(republik.ch, Mark Eisenegger & Linards Udris)
In der Schweiz tobt mit der No-Billag-Debatte ein heftiger Streit um die Zukunft der Service-public-Medien. Laut Ansicht zweier Kommunikationswissenschaftler von der Uni Zürich würden dabei die harten Fragen fast nie gestellt: Was bringt der öffentliche Rundfunk? Macht er die Leute klüger? Die Demokratie besser? Die Wirtschaft stabiler? Die privaten Medien ärmer? Und für welches politische Lager ist er wichtiger? Weiterer Lese- und Hörtipp: Christian Jakubetz hat sich im „Universalcast“ mit Konrad Weber unterhalten, der sich bei der „SRG“ um die digitale Strategie kümmert: „Öffentlich-rechtlich? Einmal neu denken, bitte!“

3. Wie ich beinahe ein Plagiat enthüllte
(zeit.de, Gabriel Yoran)
Als Gabriel Yoran an einem kalten Februarabend bei Spotify klassische Musik hört, wird er stutzig: Was ihm da als Werk eines finnischen Komponisten aus dem Jahr 1994 präsentiert wird, kennt er als das Stück eines deutsch-baltischen Komponisten aus dem Jahr 1936. Yoran wittert ein Plagiat und stürzt sich in die Recherche, die ein überraschendes Ende findet. In den Hauptrollen: Spotify, Twitter, Shazam, seine Eltern, einige Experten und die Twittergemeinde.

4. Gekaufte Experten bei Facebook
(tagesschau.de, Marcus Schuler)
Ganze 18 Monate Entwicklungszeit hat Facebook die Entwicklung einer Kinder-Chat-App gekostet. Sicher sollte die App sein und von Experten geprüft! Nun berichtet das Tech-Magazin „Wired“, dass die Experten gekauft und die Jugendschützer außen vor gelassen wurden. Ganz im Gegenteil: Mehr als 100 Experten hätten Facebook-Chef Mark Zuckerberg mittlerweile aufgefordert, die App wieder einzustellen, da sie Kinder in ihrer Entwicklung gefährde.

5. So leben Deutschlands Kinder
(spiegel.de, Lena Greiner)
Die 4. World Vision Kinderstudie basiert auf einer deutschlandweit repräsentative Umfrage unter mehr als 2500 Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren. Interessant sind die Daten zu Handynutzung und Medienkonsum: Besaßen 2010 „nur“ 66 Prozent der 10 bis 11-jährigen ein Handy, besitzen im Jahr 2017 bereits 82 Prozent ein Handy, meist ein Smartphone.

6. Phantomartikel hundertfach zitiert
(katapult-magazin.de)
Wie kann es passieren, dass ein wissenschaftlicher Phantomartikel über 400-mal zitiert wurde? Dass dieser Phantomartikel in 40 Studien Erwähnung fand, veröffentlicht in großen, repräsentativen Fachpublikationen. Das „Katapult-Magazin“ erklärt die kuriose Geschichte.