Spiegels Trump-Cover, Politisches Framing, Yellow Fakes

1. Trump im SPIEGEL: Wozu ein Kopf-ab-Cover?
(schmalbart.de, Frank Zimmer & Christoph Kappes)
Das aktuelle „Spiegel“-Cover zeigt Donald Trump mit blutigem Schwert und dem abgeschlagenen Kopf von Miss Liberty. Das martialische Bild polarisiert in den sozialen Netzwerken wie selten. Auf „Schmalbart“ vertreten Frank Zimmer und Christoph Kappes jeweils die Pro- und Kontra-Position.

2. „Wir gehen Trump immer noch auf den Leim“
(tagesspiegel.de, Thomas Eckert & Joachim Huber)
Der „Tagesspiegel“ hat mit der Linguistin Elisabeth Wehling über „politisches Framing“ gesprochen. Die Wissenschaftlerin lehrt und forscht an der University of California in Berkeley und hat kürzlich ein Buch zum Thema „Framing“ vorgelegt. „Es gibt Gruppen, die tun unserer Gesellschaft nicht gut. Dazu gehören die Neo-Faschisten der AfD. Ich dekonstruiere Sprachbilder solcher Gruppen. Ich werbe dafür, nicht jeden sprachlichen Köder der AfD zu schlucken und breitzutreten. Wenn wir Ideen wiederholen, propagieren wir sie in den Köpfen der Menschen ­– ob wir es wollen oder nicht. Selbst wenn wir „dagegen“ sind. Das Negieren von Ideen stärkt sie – denken Sie nicht an einen rosaroten Elefanten!“

3. Warum wir unsere Kommentarspalte umbauen
(nzz.ch, Oliver Fuchs)
Bei der „Neuen Zürcher Zeitung“ können künftig nicht mehr alle Artikel kommentiert werden. Die Gründe für den Wechsel erklärt der Social-Media-Redakteur der NZZ. „Wir glauben nicht, dass es weiterhin Sinn hat, wenn Leser alle Artikel kommentieren können. Gerade bei nachrichtlichen Meldungen entbrennt schnell ein Streit über die darin berichteten Fakten. So ist ein kurzer Agenturtext zu einer Demonstration in Ramallah aus unserer Sicht der falsche Ort, um die Geschichte Israels von Grund auf neu zu verhandeln. Zudem erreichen wir dank Google News, Twitter und Facebook zunehmend Leser, für welche NZZ.ch nicht zur Stammlektüre zählt. Diese treffen dann in der Kommentarspalte auf Leser, die uns seit Jahren kennen und lesen.“

4. Die wahre Heimat der Fake News
(faz.net, Jörg Thomann)
Jörg Thomann erinnert in seinem Kommentar in der „Faz“ daran, dass „Fake News“ nicht nur auf Facebook, sondern auch am Zeitungskiosk stattfinden. Woche für Woche bringt die Yellow Press seit Jahrzehnten erfundene Nachrichten über Schlagerstars und Königsclans unters Volk. Thomann warnt davor, das boulevardeske Treiben zu unterschätzen: „Man sollte sich aber nicht täuschen: Auch die Fake News der Yellow Press können Menschen verletzen und Ressentiments wecken, und zwar nicht nur gegen eine vermeintlich intrigante Herzogin Camilla.“

5. Überall Kontrollwahn
(taz.de, Johannes Kopp)
Der Zweitligaverein 1860 München gängelt die Medien: Schon drei Zeitungen wurde die Dauerakkreditierung entzogen. Dies sei nur die Spitze des gewöhnlichen Irrsinns im deutschen Profifußball, so Jörg Thomann in der „taz“ und habe mit der Verkaufslogik zu tun, nach der die Vereine verfahren würden. Wie bei einem Wirtschaftsunternehmen solle das eigene Markenprodukt vor den kleinsten Kratzern geschützt werden.

6. Die South-Park-Macher verzweifeln an Trump
(ze.tt, Till Eckert)
Die South-Park-Macher sind für ihren derben Humor bekannt und die Vehemenz, mit der sie durch Übertreibungen satirisch zuspitzen. Das Thema Trump hat sie jedoch überfordert, wie sie in einem Interview zugeben: „Wir haben wirklich versucht, irgendwas Witziges aus dem zu machen, was da gerade abgeht. Aber wir konnten einfach nicht Schritt halten.“