Gema-Youtube-Lizenzfrieden, Oettinger-Hilfe, Digitales Brauchtum

1. Youtube zahlt Gema
(faz.net, Michael Hanfeld)
Gute Nachricht für Musikfans: Nach jahrelangem Rechtsstreit schließen Gema und Youtube einen Lizenzvertrag, der heute in Kraft tritt. Musikvideos, die unter Gema-Lizenz laufen, werden nicht mehr mit der Sperrtafel belegt, sondern können laut „FAZ“-Information ab heute abgespielt werden. Und die rund 70.000 Komponisten, Textdichter und Verleger werden an den von Youtube erwirtschafteten Einnahmen beteiligt.

2. Kein Geld, keine Kritik
(taz.de, Ali Celikkan)
Um die Medien in der Türkei ist es schlecht bestellt. Allein seit dem Putschversuch haben 3.000 Journalisten ihre Jobs verloren, sodass nun insgesamt 10.000 Journalisten in der Türkei arbeitslos sind, so Ali Celikkan in der „taz“. Mit einem neuen Gesetz will die türkische Regierung nun unliebsamen Medien die Anzeigeneinnahmen entziehen. Betroffen ist auch die finanziell nicht so gut ausgestattete überregionale Tageszeitung „Cumhuriyet“. Eine Anklage reicht und dem entsprechenden Medium werden alle staatlichen Anzeigen entzogen. Außerdem muss jeder Angestellte, der wegen Verstößen gegen die Verfassungsordnung oder der Unterstützung terroristischer Organisationen angeklagt wird, innerhalb von fünf Tagen entlassen werden.

3. Fragwürdiger Beistand der „Welt“ für Oettinger
(ndr.de, Hendrik Maaßen)
EU-Kommissar Günther Oettinger hat für seine umstrittene Rede vor Unternehmern in Hamburg viel Kritik geerntet. Springers „Welt“ hält jedoch zu Oettinger und leistet in auffälliger Weise Beistand. „Waren die freundliche Worte Schützenhilfe für einen Helfer in eigener Sache? EU-Digitalkommissar Günther Oettinger will mit einer geplanten Urheberrechtsreform Verlagen helfen, an den Gewinnen von Google und Co. beteiligt zu werden. Ein sogenanntes europaweites Leistungsschutzrecht soll Medienhäuser „auf Augenhöhe“ mit IT-Giganten bringen.“

4. „Trumps Wahlkampf wird wie von einem Verrückten geführt“
(faz.net, Oliver Georgi)
Der amerikanische Wahlkampfberater Jim Walsh ist Experte für „digital campaigning“. Im Interview spricht er über die Strategien der Bewerber und wie man sich in den USA personalisierter digitaler Wahlwerbung bedient. Die Vorgehensweise lässt jeden deutschen Datenschützer zusammenzucken: „Vereinfacht gesagt kaufen wir gewaltige Mengen an Cookie-Daten, die von speziellen Datenhändlern angeboten werden. Unserem Unternehmen gehören rund 800 Millionen Cookie-Daten, die Nutzer im Netz hinterlassen haben: Wer hat sich wann auf welchem Browser eingeloggt, welche Mailadresse hat er in Diensten wie Amazon oder Yahoo benutzt, welche Seiten hat er besucht? Diese Datensätze vergleichen wir dann mit den sehr detaillierten Wählerdaten, die in Amerika in vielen Bundesstaaten öffentlich sind, und suchen nach Gemeinsamkeiten.“

5. Gruselpresse: Journalisten in Horrorfilmen
(journalistenfilme.de, Patrick Torma)
Pünktlich zu Halloween hat Patrick Torma auf „journalistenfilme.de“ 13 Filme rausgesucht, in denen Journalisten eine gruselig-düstere Rolle spielen. Ein blutiges Potpourri des Grusel-Trashs.

6. Digitaler Heimat- und Brauchtumsverein (Digitale Oktober Notizen)
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen fordert einen digitalen Heimat- und Brauchtumsverein, denn: „Wer im Internet Zuhause ist, hat das gleiche Recht auf Brauchtums- und Heimatpflege wie all die anderen Interessengruppen, die in Schulen, Behörden, Gremien, Kirchen, Parteien und Gewerkschaften Einfluss nehmen.“ Update: Zwischenstand zum „Digitalen Heimat- und Brauchtumsverein“