Ken-Jebsen-Interview, BND-Klausel, Trumpinator

1. Die Leute sollen politisiert werden.
(planet-interview.de, Jakob Buhre, Adrian Arab)
Es ist das längste Interview, das bisher auf „Planet Interview“ erschienen ist: Ganze vier Stunden haben sich Jakob Buhre und Adrian Arab mit dem politischen Journalisten und Aktivisten Ken Jebsen unterhalten. Themen sind u.a. sein Werdegang, NATO, „Eliten“, Terroranschläge, Mustererkennung, Pressefreiheit, Tilo Jung, KenFM, journalistische Unabhängigkeit, Ukraine-Konflikt, Drohungen gegen Jebsen – und warum Jebsen so schnell spricht. Lesen sollte man unbedingt auch betr. Interview mit Ken Jebsen, das eine Art Making of und einordnende Rückschau ist. So hat es bei der Freigabe wohl etwas geknirscht. Bei der Autorisierung habe Jebsen fünf seiner Antworten komplett gestrichen.

2. Falscher Scheich auf Tauchstation
(faz.net, Gina Thomas)
Der britische Enthüllungsreporter Mazher Mahmood ist vor Gericht als Betrüger entlarvt und verurteilt worden. Die Jury habe den „König der verdeckten Recherche“ (Eigenbezeichnung) für schuldig befunden, in dem Verfahren gegen die Sängerin Tulisa Contostavlos Beweismaterial gefälscht zu haben. Mahmood sei zwei Mal als Reporter des Jahres ausgezeichnet worden, obwohl sein Vorgehen wie seine Glaubwürdigkeit wiederholt in Frage gestanden hätten. Die Karriere des fragwürdigen Promi-Täuschers ist nun jedoch beendet: Seinem Arbeitgeber „News UK“, der zu Rupert Murdochs Medienimperium zählt, sollen Schadensersatzklagen von achthundert Millionen Pfund drohen.

3. Digital killed the Radio Star: Warum irgendwann alle Popsongs gleich klingen werden
(netzpiloten.de, Joshua Reiss)
Für eine Studie haben Wissenschaftler aus den USA und Österreich über 500.000 Alben, viele Genres und 374 Sub-Genres untersucht. Das Ergebnis: Genres klingen mit zunehmender Popularität immer ähnlicher. Doch auch andere Faktoren würden dafür sorgen, dass Musik von den Hörern als immer ähnlicher wahrgenommen wird. Joshua Reiss nennt da zunächst den „Krieg der Lautstärke“. Außerdem würde eine überraschend hohe Anzahl von Plattenfirmen die „Autotune“-Funktion verwenden, um die Tonhöhe ihrer Sänger zu korrigieren.

4. Zerstörung, Hunger und Massenflucht in Jemen
(infosperber.ch)
„Infosperber“ lenkt den Blick auf den Jemen. Medien würden in Wort und Bild fast nur über Gräueltaten in Syrien berichten. Über das unmenschliche Elend in Jemen werde hingegen wenig berichtet. Dabei sei die Bilanz in Jemen nicht minder grauenvoll. UNO und UNICEF hätten veranschlagt, dass 1,5 Millionen Kinder an Unterernährung leiden. Mehr als 2.100 Schulen seien zerstört. Wegen der täglichen Gewalt würden im letzten Jahr 350.000 Schulkinder ohne Unterricht geblieben sein. Und über 2,4 Millionen Jemeniten mussten aus ihren Häusern an andere Orte im Land flüchten.

5. netzwerk recherche gegen „BND-Klausel“ bei der Akteneinsicht
(netzwerkrecherche.org, Manfred Redelfs)
Manfred Redelfs erklärt, warum das „Netzwerk Recherche“ fordert, die sogenannte „BND-Klausel“ des Gesetzentwurfs zur Neuregelung des Bundesarchivrechts zu streichen. Bei der geplanten Novellierung des Bundesarchivgesetzes sei eine Schutzklausel geplant, nach der der BND selbst entscheiden könne, was an das Bundesarchiv abgegeben wird und was weiterhin in seinen eigenen Beständen unter Verschluss bleibt. Dies sei ein Bruch mit der bisherigen Regelung, dass die Bundesbehörden ihre Bestände nach 30 Jahren an das Bundesarchiv abgeben. „Netzwerk Recherche“-Vorstandsmitglied Redelfs dazu: „Auch die Geheimdienste müssen sich demokratischer Kontrolle und mehr Transparenz stellen. Informationen, die einst sensibel waren, sind es oft nach vielen Jahren nicht mehr und sollten deshalb offengelegt werden. Eine „BND-Klausel“ im Bundesarchivgesetz ist deshalb genau das falsche Signal.“

6. The 273 People, Places and Things Donald
Trump Has Insulted on Twitter: A Complete List

(nytimes.com, Jasmine C. Lee & Kevin Quealy)
Die „New York Times“ hat mit viel Sammelfleiß eine Liste der 273 bevorzugten Donald Trumpschen Hassobjekte und -Subjekte zusammengestellt. Viele davon hat er ausdauernd und immer wieder aufs Neue betrumpt.