BILDipedia, Whistleblowerleid, Werbesprechstunde

1. Plickbaiting mit BILD
(hogymag.wordpress.com, almasala)
„Hogymag“ ist ein „Bild“-Beitrag aufgefallen, der im Wesentlichen aus wörtlichen oder umgepfriemelten Übernahmen aus der Wikipedia bestehe. Es handele sich um eine Kombination von Plagiat mit Clickbaiting („Plickbaiting“). Die Vorgehensweise der „Bild“-Plickbaiter stelle sich wie folgt dar: „Erwecke Neugier mit lahmer Überschrift a la Einsamer Tod hinter grünen Mauern in Chile. Plagiiere den Hauptteil des Artikels. Verfasse einen Manteltext um den Hauptteil. Überlade den Artikel mit vielen Bildern und Verweisen zu anderen BILD-Artikeln.“

2. Fünf Jahre Haft für „Cumhuriyet“-Journalisten
(sueddeutsche.de, Mike Szymanski)
Was befürchtet wurde, ist traurige Realität geworden: In der Türkei wurden die regierungskritischen Journalisten Dündar und Gül am Freitagabend zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Journalisten hatten über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an Islamisten in Syrien berichtet. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte darauf persönlich Anzeige erstattet und trat im Prozess als Nebenkläger auf. Kurz vor Verkündung des Urteils kam es zu einem Attentatsversuch auf Dündar, der jedoch unverletzt blieb (ein Berichterstatter erlitt einen Streifschuss).

3. Enthüller im Visier
(taz.de, René Martens)
Der Regisseur Daniel Harrich hat für seine Recherchen zu illegalen Waffenexporten vor wenigen Wochen einen Grimme-Preis erhalten. Seine Arbeit, und die seines Teams, hatte dazu geführt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart Ermittlungen gegen sechs frühere Verantwortliche der Rüstungsfirma Heckler & Koch einleitete. Nun wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft auch gegen ihn ermittelt, wegen der widerrechtlichen Veröffentlichung von Dokumenten gemäß §353d StGB. „Taz“-Autor Martens kommentiert: „Folgt man der Logik des Paragrafen, hätten die ARD-Journalisten mit der Verwendung des selbst beschafften Materials warten müssen, bis die Staatsanwaltschaft in die Gänge kommt. Die brauchte fünfeinhalb Jahre, ehe sie Anklage erhob.“

4. Gemartert
(tagesanzeiger.ch, Michèle Binswanger)
Die berühmte Whistleblowerin Chelsea Manning (ehemals Bradley Manning) beschreibt für den „Guardian“ die Folter der Isolationshaft. Manning hatte hunderttausende von Geheimdokumenten kopiert und an Wikileaks übergeben und wurde dafür zu 35 Jahren Haft verurteilt. 11 Monate musste sie in Isolationshaft verbringen und dabei Torturen über sich ergehen lassen, die von Amnesty International und dem UNO-Beauftragten für Folter stark kritisiert wurden. Manning sagt dazu: „Es ist eine Folter ohne Berührung. Wir sollten sie nicht weiterführen.“

5. Bumsti & die Lügenpresse
(noemix.twoday.net)
Blogger „Nömix“ ärgert sich: Alle Jahre wieder werde vom Bundeskriminalamt Österreichs eine aktuelle Kriminalstatistik veröffentlicht, und alle Jahre wieder werde in Österreichs „auflagenzweitstärkster Gratis-Volksinformationspostille der altbekannte Lügenscheiß“ berichtet. Während die Kriminalitätstatistik einen Rückgang verzeichne, mache das Kostenlosblatt „Österreich“ mit „Kriminalität stark gestiegen – Österreich wird immer gefährlicher“ auf.

6. Berits Werbesprechstunde
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz von „Übermedien“ erklärt in dreieinhalb vergnüglichen Minuten, was es mit der Sendung „Meine Gesundheit“ auf RTL auf sich hat.