„IS-Pate“, Schalke-Fans, Peng!

1. „Ich bin kein IS-Pate!“ — Exklusiv-Interview mit dem Imam der sogenannten „Winterthurer IS-Zelle“
(watson.ch, Rafaela Roth)
Je nachdem, ob man die „Weltwoche“ oder den „Sonntagsblick“ liest, ist der Imam A. E. entweder „purer IS“ oder der „IS-Pate von Winterthur“. Im Interview mit watson.ch wehrt er sich gegen die Vorwürfe. Ein etwas anders gelagerter Fall: „Vice“ erzählt die Recherche von „AJ+“ über Nabila Bakkatha nach: Die Marokkanerin, die fälschlicherweise für eine Terroristin bei den Paris-Anschlägen gehalten und von Medien für tot erklärt wurde.

2. Warum wir einen Facebook-Post gelöscht haben
(rp-online.de, Tobias Dupke)
Kurz nachdem die Moerser Redaktion der „Rheinischen Post“ eine Reportage über die Ankunft von 200 Flüchtlingen auf Facebook teilte, „tat die Redaktion etwas, das sie bislang noch nie tun musste“: Sie löschte das Posting. Die Entscheidung begründet Tobias Dupke so: „Beleidigungen, teilweise sogar hetzerische Beiträge haben hier nichts verloren. Ebensowenig grausame Fotos von toten Kindern. (…) In Zukunft werden wir Nazi-Kommentare sofort an die Behörden weiterleiten.“

3. Populistische Töne im „SocialWeb“
(ndr.de, Teja Adams, Video, 5:40 Minuten)
In den sozialen Medien macht „Focus Online“ eine Menge richtig — zumindest, wenn man die Zahl der Interaktionen als alleiniges Erfolgskriterium heranzieht. Berücksichtigt man auch, mit welchen Methoden diese Reichweite erzielt wird, relativiert sich der Respekt vor Burdas Social-Media-Abteilung. Diese sei „extrem auf das Flüchtlingsthema aufgesprungen und meldet da alles — auf eine populistische Art und Weise“, sagt Jens Schröder von „10000 Flies“. „Zapp“ wollte mit „Focus Online“ über die Vorwürfe sprechen, die Redaktion stimmte zu. Doch am Tag des angefragten Interviews teilte die Pressestelle mit: „Wir stehen aktuell nicht für ein Interview zur Verfügung.“ Auch Stefan Niggemeier hat die populistische Social-Media-Strategie von „Focus Online“ unter die Lupe genommen.

4. Wir verlieren täglich Tausende Datenpunkte Zeit- und Mediengeschichte
(konradlischka.info)
Konrad Lischka hat die Berichterstattung zu den Anschlägen in Paris als sehr „actionorientiert“ wahrgenommen. Und wollte nachprüfen, ob die Schlagzeilen nach dem 11. September ähnlich waren. Dabei fiel ihm auf: Es gebe kein ordentliches Archiv für Online-Seiten, Momente der Zeitgeschichte seien unauffindbar.

5. Gewalt in der Liga: Ein offener Brief an die „Bild“
(schalke-news.de)
Am Samstagabend, vor dem Bundesligaspiel zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern München, kam es vor dem Stadion in Gelsenkirchen zu gewalttätigen Angriffen auf Schalke-Fans. „Bild“ und vor allem Bild.de berichteten in einer Art, die das Magazin „Schalke News“ dazu bringt, einen offenen Brief zu schreiben: Man könne nicht nachvollziehen, „dass Schalker und auch Dortmunder in der Bildsprache der ‚Bild‘ zu den prototypischen Problemfans stilisiert werden, während die wahren Schuldigen dieses Spieltages in keinem Foto Erwähnung finden.“

6. Peng! entert Bundeswehr-Werbung
(jetzt.sueddeutsche.de, Eva Hoffmann)
„Mach, was wirklich zählt“ ist der Slogan der neuen Werbekampagne der Bundeswehr. machwaszaehlt.de ist die Website der neuen Gegenkampagne des „Peng!“-Kollektivs. Dort geht es um die Themen, die das Werbeteam von Ursula von der Leyen lieber ausgespart hat, schreibt Eva Hoffmann: „Wenn man auf die Seite machwaszaehlt.de klickt, bekommt man deshalb ausführliche Informationen zu Folgeschäden von Kriegseinsätzen, Rechtsextremismus beim Bund oder die aktuellen Auslandseinsätze.“