Xavier Naidoo, Terror-Propaganda, y-Achse

1. Nehmt dem NDR den Eurovision Songcontest aus der Hand!
(nollendorfblog.de, Johannes Kram)
Erst die Naidoo-Nominierung, dann der Protest, nun der NDR-Rückzieher: Johannes Kram — durch sein Engagement für Guildo Horn dem „Eurovision Song Contest“ eng verbunden — bittet ARD-Chef Lutz Marmor, den „ESC“ vor dem NDR zu retten. Michael König plädiert dafür, gleich die gesamte ARD von der Veranstaltung fernzuhalten. Arno Frank bescheinigt den Verantwortlichen Ahnungslosigkeit und „wenig Rückgrat“. Sonja Álvarez fragt sich, ob die ARD bald auch ganze Sendungen absetze, „wenn der Protest bloß groß genug ist“. Hans Hoff und Claudia Tieschky führen das Umkippen des NDR vor allem auf „die eigenen Mitarbeiter im Sender“ zurück.

2. Flüchtlingskrise in den Medien: Exzesse der Engstirnigkeit
(spiegel.de, Georg Diez)
„Was soll man etwa davon halten, wenn der Chefredakteur von ‚Cicero‘ schreibt, es gebe eine ‚Pflicht‘ zum ‚Ungehorsam‘ gegen Angela Merkel? (…) Oder was soll man davon halten, wenn der Chefredakteur vom ‚Handelsblatt‘ schreibt, Angela Merkel sei ‚die Kanzlerin der Flüchtlinge, aber nicht die der Deutschen‘?“ Georg Diez vom „Spiegel“ hält davon: nicht viel.

3. Inside the surreal world of the Islamic State’s propaganda machine
(washingtonpost.com, Greg Miller hnd Souad Mekhennet, englisch)
Was bringt junge, gebildete Menschen dazu, sich einer Terror-Miliz wie dem „Daesh“ (eine gute Erklärung der verschiedenen Bezeichnungen für den sogenannten „Islamischen Staat“ gibt es bei „Vox“) anzuschließen? Eine wichtige Rolle spielen dabei professionelle Medienarbeit und Werben in den sozialen Netzwerken. Die „Washington Post“ hat mit einem ehemaligen Kameramann des „Daesh“ gesprochen, der unter anderem Hinrichtungen filmen musste. Ein erschreckender Einblick in die Propaganda-Maschinerie des Terrors.

4. Iranisches Gericht verurteilt US-Journalisten zu Haftstrafe
(sueddeutsche.de)
Jason Rezaian, Korrespondent der „Washington Post“, muss offenbar ins iranische Gefängnis. Das hat das Revolutionsgericht in Teheran hinter verschlossenen Türen entschieden. Wie lang die Haftstrafe wegen Spionage und Gefährdung der nationalen Sicherheit ausfällt, ist allerdings noch nicht bekannt.

5. Shut up about the y-axis. It shouldn’t always start at zero.
(vox.com, Johnny Harris und Matthew Yglesias, englisch, Video, 2:33 Minuten)
„Vox“ wagt das Undenkbare und bricht mit der heiligsten Regel aller Statistiker und Datenjournalisten: „The truth is that you certainly can use truncated axes to deceive. (…) It’s long past time to say no to y-axis fundamentalism.“ Vorsicht ist allerdings trotzdem geboten, denn wer die y-Achse beschneidet, kann damit Fakten verzerren und Stimmung machen — so wie es einige ältere Beispiele (siehe Link Nummer 2) zeigen.

6. Beim Zeichnen ist kaltes Blut besser.
(planet-interview.de, Adrian Arab)
Karikable Politiker, Angela Merkels Mimik und das Zeichnen auf dem Tablet — Adrian Arab hat sich für „Planet Interview“ ausführlich mit dem Karikaturisten Heiko Sakurai unterhalten.