Thomas de Maizière, Verschwörungsparanoikerin, Zensur

1. Wie de Maizière sich verkalkulierte
(n-tv.de, Christoph Herwartz)
Kein Familiennachzug mehr für syrische Flüchtlinge? Oder doch? Bundesinnenminsiter Thomas de Maizière hat mit Aussagen während seines Albanienbesuchs für Verwirrung gesorgt. Christoph Herwartz hat de Maizière bei der Reise begleitet und rekonstruiert dessen Vorpreschen und Zurückrudern aus medialer Sicht. Sein ernüchterndes Fazit für die eigene Arbeit: „Das Interview de Maizières mit n-tv.de, das an diesem Samstag erscheinen sollte, ist damit schon veraltet, bevor es autorisiert wurde.“

2. Eine Nacht im Notlager
(faz.net, Timo Frasch, Jens Gyarmaty, Georg-Wilhelm König)
Über die Zustände in deutschen Flüchtlingsunterkünften wird derzeit viel geschrieben. Doch die wenigsten Journalisten sind wirklich vor Ort, und wenn überhaupt, dann ist es meist nur eine kurze Stippvisite unter Aufsicht eines Ministers oder anderer Offizieller. „Ein bisschen helfen dürfte aber, wenn man längere Zeit am Stück in einer Unterkunft verbringen könnte, vielleicht sogar dort übernachten.“ Genau das haben Timo Frasch, Jens Gyarmaty und Georg-Wilhelm König getan.

3. Was darf ein Interviewer im ORF?
(facebook.com, Armin Wolf)
Susanne Winter ist aus der FPÖ geflogen, ihren Job im österreichischen Parlament will sie aber behalten. Armin Wolf spricht mit ihr im ORF und nennt Winter unter anderem „eine islamfeindliche, rassistische Verschwörungsparanoikerin“. Darf er das? Manche meinen: nein. Armin Wolf hat sich bei Facebook ausführlich zu seinem Interview geäußert.

4. Trollhaus
(profil.at, Ingrid Brodnig)
„Jede Form von Kritik, Gegenrede oder Moderation wird gern als ‚Zensur‘ verunglimpft, weil die ‚Meinungsfreiheit‘ dadurch abgeschafft werde.“ Und das sei, so Ingrid Brodnig, natürlich Unsinn. Sie fordert, sich Begriffe wie „Zensur“ für echte Beschneidungen der Meinungsfreiheit aufzuheben — etwa das Urteil gegen den Blogger Raif Badawi in Saudi Arabien. Das entscheidende Missverständnis: „Viele glauben, die Meinungsfreiheit gebe ihnen auch das Recht, immer und überall Gehör finden zu müssen.“

5. Facebooks Instant Articles sind nicht so erfolgreich, wie du glaubst
(mrtnh.de, Martin Hoffmann)
Facebook will Verlage dazu bringen, vollständige Texte auf dem sozialen Netzwerk zu posten, statt mit einem Link auf die eigene Webseite zu verweisen. Diese „Instant Articles“ werden wahlweise als Rettung oder als Untergang der Medienbranche gesehen. Martin Hoffmann hat die bislang öffentlich zugänglichen Daten analysiert: „Auf den ersten Blick sorgen die Instant Articles wider Erwarten NICHT für ein höheres Engagement bei den einzelnen Link-Posts.“ Er hält die Funktion deshalb nicht für „die großen Heilsbringer“. (Anmerkung: Es ist allerdings durchaus möglich, dass Facebook noch gar nicht begonnen hat, Instant Articles bevorzugt zu behandeln. Sobald der Algorithmus ihnen eine erhöhte native Reichweite zugesteht, wie das etwa bei direkt hochgeladenen Videos der Fall ist, könnten die Interaktionen schnell ansteigen.)

6. Jetzt spricht der Youtuber, den niemand kennt – ja, genau der
(rp-online.de, Sebastian Dalkowski)
Gronkh, Bibi mit ihrem „Beauty Palace“ und LeFloid haben ein Millionenpublikum bei Youtube. Aber was sagt eigentlich ein Youtuber, der eher 600 als 600.000 Views pro Video hat? Sebastian Dalkowski hat einen interviewt. Zum Thema: Dalkowskis Gespräch mit Millionen-Youtuber Sami Slimani.