Lügenpresse, Russland Task Force, Dunja Hayali

1. „Stern“-Umfrage zeigt: Mittelgroße Zahl von Deutschen findet irgendwas mit Lügenpresse
(stefan-niggemeier.de)
44 Prozent der Deutschen stimmen den „Lügenpresse“-Vorwürfen von „Pegida“ zu. Das titelt jedenfalls der „Stern“ über einer eigenen Umfrage, die in den vergangenen Tagen die große Runde machte. Stefan Niggemeier kritisiert, dass nicht klar sei, welche Frage den Befragten dabei genau gestellt wurde. Gerd Bosbach, Professor für Statistik und Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung, spricht im „Deutschlandfunk“-Interview ebenfalls von Problemen bei der Wahl der Methodik und Fragestellung. Und Stefan Fries wundert sich, dass eine ähnliche Umfrage des WDR ergab, dass deutlich weniger Leute den „Lügenpresse“-Vorwürfen zustimmen.

2. Die Propaganda-Offensive der EU wird das Misstrauen gegenüber den Medien stärken
(heise.de, Florian Rötzer)
Um der „‚Desinformationspolitik‘ Russlands“ etwas entgegenzustellen, will die EU mit einer Task Force für ihre eigene Politik werben und Netzwerke aus Medienvertretern aufbauen. Florian Rötzer gibt zu bedenken: „Die Propagandaoffensive der EU droht aber auch, das Vertrauen in die unabhängige Berichterstattung der nichtstaatlichen Medien noch weiter auszuhöhlen, wenn ausdrücklich ‚unabhängige und pluralistische Medien‘ gefördert werden sollen, die dann nicht mehr unabhängig sind.“ (Zu der 44-Prozent-„Lügenpresse“-Umfrage siehe Link 1.)

3. Zeitungen sind zäh. Sie sterben langsam
(12app.ch, Michael Marti)
„Es gibt wohl nur sehr wenige Menschen, die so intensiv und kompetent über die Zukunft des Journalismus nachdenken wie Emily Bell.“ So beginnt die Einleitung des Interview mit der Medienprofessorin und ehemaligen Digital-Chefin des „Guardian“. Das folgende Gespräch untermauert die eingangs aufgestellte Behauptung.

4. Traduced by all sides, who will defend the BBC?
(theguardian.com, Nick Cohen)
Druck von rechts, Druck von links, ständig drohende Haushaltskürzungen: Die britischen Politiker spielen ein gefährliches Spiel mit der BBC, findet Nick Cohen. Ihr größtes Problem sei dabei ihre große Qualität — die unabhängige Berichterstattung: „In good times, many mainstream politicians would have defended the BBC. But our rolling constitutional and economic crises are, unsurprisingly, producing ideological movements that cannot bear to have their ’solutions‘ questioned or ‚facts‘ challenged.“

5. Dunja Hayali: Ein Glücksfall fürs deutsche Fernsehen
(dwdl.de, Hans Hoff)
Hans Hoff ist „kein Freund des ZDF-Morgenmagazins“. Trotzdem erwischt er sich „in jüngster Zeit immer öfter mal dabei, doch morgens die Kiste anzuschmeißen“. Der Grund ist: „Dunja Hayali, eine Moderatorin, eine Journalistin, eine Persönlichkeit.“

6. Blattkritik: Tim Wolff, Chefredakteur “Titanic”, über “Tichys Einblick”.
(turi2.de, Tim Wolff)
1. „‚Tichys Einblick‘ ist eine sehr aufgeräumte Website.“ 2. „Die Anzahl der Beiträge ist übersichtlich, wenn auch nicht so übersichtlich wie die Anzahl der Ansichten.“ Das sind zwei von sechs positiven Dingen, die Tim Wolff an der „liberal-konservativen Meinungsseite“ des ehemaligen „Wirtschaftswoche“-Chefredakteurs Roland Tichy auffallen. Der Rest seiner Blattkritik fällt weniger gnädig aus.