Eingriff durch Arbeitgeberverbände, AfD-Angriffe, Vätermagazine

1. Vorläufiges Vertriebsverbot der Sammelpublikation „Ökonomie und Gesellschaft“ durch das Bundesministerium des Innern
(soziologie.de)
Der Sammelband „Ökonomie und Gesellschaft“ ist laut Website der „Bundeszentrale für politische Bildung“ momentan „vergriffen“. Tatsächlich aber ist die Auslieferung der Publikation derzeit gestoppt. Die „Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ hatte sich beim Bundesinnenministerium (BMI) über die Veröffentlichung beschwert. Offenbar hat den Arbeitgebern der kritische Blick auf Lobbyismus und alternative wirtschaftstheoretische Ansätze nicht geschmeckt. Das BMI ist dann eingeschritten. „Inakzeptabel“, findet die „Deutsche Gesellschaft für Soziologie“.

2. Angriff auf Störungsmelder-Autor bei AfD-Kundgebung
(blog.zeit.de)
Die AfD radikalisiert sich weiter — und hat offensichtlich wenig Lust, diese Entwicklung von Journalisten begleiten zu lassen. Bei einer Kundgebung in Nürnberg, mit Björn Höcke als Redner, wurde ein Autor des „Störungsmelder“ mit einem „gezielten Kopfstoß“ attackiert. An der Veranstaltung nahmen nicht nur AfD-Anhänger teil, sondern auch Mitglieder von NPD, „Die Rechte“ und der neonazistischen Partei „Der Dritte Weg“. Auch „Spiegel“-Redakteur Markus Deggerich wurde bei einer AfD-Demonstration in Erfurt bespuckt, geschubst und als „Volksverräter“ und „Merkels Lügenknecht“ beschimpft.

3. Ich habe mich schweren Herzens entschlossen, nicht mehr für die NachDenkSeiten zu arbeiten
(nachdenkseiten.de, Wolfgang Lieb)
Nach beinahe zwölf Jahren hört Wolfgang Lieb bei den „NachDenkSeiten“ auf, da sie sich „mit einem zunehmenden Anteil von Beiträgen meines Mitherausgebers“ verändert und verengt hätten: „thematisch, in der Methode der Kritik und in der Art der Auseinandersetzung mit Menschen anderer Meinung (…). Meine Verständigungsversuche mit Albrecht Müller sind leider gescheitert. Ich habe mich deshalb entschlossen, meine Mitherausgeberschaft ruhen zu lassen und meine redaktionelle Mitarbeit bei den NachDenkSeiten einzustellen.“

4. Barbara und der Mainzelmann
(blogmedien.de, Horst Müller)
Barbara Schöneberger ist „Editor at Large“ beim neuen „Gruner + Jahr“-Magazin „Barbara“. Barbara Schöneberger war neulich zu Gast in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“. Das große Thema: „Barbara“. Horst Müller meint: „Als ‚Schleichwerbung‘ kann das wirklich nicht mehr bezeichnet werden: Das war offene Werbung, allerdings außerhalb der öffentlich-rechtlichen Reklameblöcke“.

5. Zu tief recherchiert
(taz.de, Knut Henkel)
Seit dem Attentat steht auf dem zentralen Platz von Mazatenango eine Gedenktafel für Meinungsfreiheit. Darüber kann der Journalist Marvin Israel Túnchez aber nur bitter lächeln. Als auf ihn geschossen wurde, konnte er sich gerade so retten. Eine Geschichte über das gefährliche Leben von Journalisten in Guatemala — und die ständige Sorge, ob die abgestellten Beschützer wirklich zu den Guten gehören.

6. Habt ihr es nicht satt? Über Babes und Babys
(dasnuf.de)
„Das Nuf“ hat die „Men’s Health Dad“ gelesen. Und fand es unerträglich. Doch statt sich nur darüber zu ärgern, liefert sie gleich auch ein paar Verbesserungsvorschläge für „würdevolle Beiträge für ein Vätermagazin“.