„Tagesspiegel“ ohne Freie, SMS, Sex-Maschinen

1. Die kleine sechsstellige Summe
(taz.de, Anne Fromm)
Der Berliner „Tagesspiegel“ muss bis Jahresende einen „kleinen sechsstelligen Betrag“ einsparen. Konkret bedeutet das: keine Dienstreisen, keine Bezahlung von Praktikanten, weniger Abomarketing — und der Verzicht auf freie Mitarbeiter bis Anfang 2016. Für den Betriebsratsvorsitzenden ist das „vollkommen gaga“ und ein „Ausdruck der Hilflosigkeit“.

2. Gehetzte Hetzer — Rache der Gerechten?
(lto.de, Niklas Haberkamm)
Ist es rechtlich zulässig, dass „Bild“ sich einzelne Hass-Kommentatoren bei Facebook rauspickt und an den Pranger stellt? Niklas Haberkamm findet: ja. Ähnlich sieht es die Kanzlei Härting. Die Kanzlei „Rechtsanwälte Steinhöfel“ ist anderer Meinung: „‚Facebook‘-Pranger von BILD in weiten Teilen rechtswidrig“.

3. You’re probably underestimating how much your articles are being shared via text message
(niemanlab.org, Joshua Benton)
Die SMS wurde schon unzählige Male für tot erklärt. „Whatsapp“ und andere Messaging-Dienste hätten der klassischen Kurzmitteilung längst den Rang abgelaufen. Zumindest unter „Buzzfeed“-Lesern lebt die SMS weiter: Die Nutzer der „Buzzfeed“-Newsapp teilen die meisten Artikel per Textnachricht — damit liegt die SMS noch vor (in dieser Reihenfolge) Twitter, E-Mail und Facebook.

4. Das berüchtigte Nicht-Anonymous-Kollektiv aus Erfurt postet heute über die AfD-Demo in Erfurt
(facebook.com, Wir sind VIELE)
Das „Anonymous.Kollektiv“ (nicht zu verwechseln mit „Anonymous“) verbreitet bei Facebook unter seinen knapp eine Million Fans stolz die Meldung, dass beim „Pegida“-Ableger in Erfurt am Mittwochabend „erneut Zehntausende Menschen gegen die verbrecherische Berliner Regierungsclique protestiert“ hätten. Die Betreiber der Facebook-Seite „Wir sind VIELE“ schreiben dazu: „Nun, der Domplatz war wirklich voll, dank Photoshop“. Siehe auch: das „Kraftfuttermischwerk“.

5. Die neuen Sex-Maschinen
(zeit.de, Thorsten Schröder)
Der Pornobranche in den USA geht es nicht gut. Studios müssen dichtmachen, es bilden sich Monopole. Im Schnitt entstehe alle 39 Minuten ein neuer Film, schreibt Thorsten Schröder, die Konkurrenz sei durch die vielen Kostenlosportale enorm: „Die Inhalte werden extremer, in immer weniger Zeit werden immer mehr Filme produziert. Die Darsteller werden zu Sexmaschinen.“

6. Es ist Zeit
(frank-stauss.de)
„Es ist Zeit für eine glasklare Haltung. Kein Wackeln. Kein Zaudern. Kein Zögern.“