Journalismus als Vehikel, Gehalt von Redakteuren, Refugee Guide

1. Axel Springer sieht Journalismus nur als Vehikel für Werbung
(golem.de, Friedhelm Greis)
Der Axel-Springer-Verlag hat einen Prozess gegen die umstrittene Firma Eyeo GmbH, Hersteller von Adblock Plus, verloren. Nach Angaben von Eyeo hatten Springer-Anwälte dem Gericht unter anderem folgenden Schriftsatz vorgelegt: „Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.“ Auf Nachfrage von Golem.de wollte sich der Verlag zu dem Zitat nicht äußern.

2. Social Media: zwischen Aufklärung und Propaganda-Krieg
(welchering.de, Peter Welchering)
Am vergangenen Wochenende hat Peter Welchering einen Vortrag zum Thema „Online-Journalismus, Blogs, Twitter, Facebook: Zwischen Aufklärung und Propaganda-Krieg“ gehalten. Das Fazit der Zusammenfassung, die er nun auf seinem Blog veröffentlicht: „Journalisten müssen kritisch jede Quelle im Web und auf sozialen Plattformen analysieren. Doch mit den dafür notwendigen Methoden der Online-Recherche sind die meisten Journalisten völlig überfordert. […] Journalismus droht, zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Propaganda zu werden.“

3. Last Week Tonight with John Oliver: Migrants and Refugees
(youtube.com, John Oliver, englisch, Video, 17:55 Minuten)
John Oliver blickt von Amerika aus auf die Lage der Flüchtlinge in Europa und spricht dabei auch über die Soap „Days of Our Lives“ und verzerrende Berichte von „Fox News“. Unbedingt bis zum Schluss angucken.

4. Misleading coverage of a major gun study highlights the danger of fast reporting
(cjr.org, Anna Clark, englisch)
Die Aussage, die Wissenschaftler mit einer Studie treffen, und die Aussage, die Journalisten hineininterpretieren, haben oft wenig miteinander zu tun. Das gilt erst recht für derart emotional aufgeladene Themen wie Waffenbesitz in den USA. Anna Clark zeigt anhand von Medienberichten, wie Wissenschaftlern das Wort im Mund umgedreht wurde — und gibt wertvolle Tipps für Journalisten, die über Studien schreiben wollen.

5. Das verdient heute ein Redakteur
(wuv.de, Anja Janotta)
„W&V“ hat auf Grundlage von 797 Datensätzen eine Gehaltstabelle von Redakteuren in verschiedenen Medien erstellt. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt demnach bei 40.400 Euro, das entspricht einem Stundenlohn von weniger als 20 Euro. Für Berufseinsteiger sind es jährlich knapp 10.000 Euro weniger — die rund 2.500 Euro pro Monat liegen deutlich unter den 3.155 Euro, die im Tarifvertrag für Tageszeitungsredakteure mit ein bis drei Jahren Berufserfahrung vorgesehen sind.

6. Refugee Guide Online
(refugeeguide.de)
Hände schütteln oder umarmen bei der Begrüßung? Sind Liebesbekundungen in der Öffentlichkeit in Ordnung? Und steckt in Süßigkeiten Gelatine? Der „Refugee Guide“ will Geflüchteten eine „Orientierung in der ersten Zeit des Aufenthaltes“ in Deutschland geben. Er steht jetzt schon in Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Serbisch, Albanisch und Mazedonisch zum kostenlosen Download bereit; Paschto und Persisch sollen bald folgen.