Türkei, Werbeblocker, Indiemags

1. „Die Meinungsfreiheit ist am Ende“
(zeit.de, Mehveş Evin)
Mehveş Evin sagt, sie wusste, „dass dieser Tag früher oder später kommen würde“, an dem sie gefeuert wird. Inzwischen ist es soweit, Evin habe ihren Job bei der Zeitung „Milliyet“ verloren, weil sie für die Regierung zu unbequem gewesen sei. Bei „Zeit Online“ schreibt sie über den Zustand des Journalismus in der Türkei und über den des Landes.

2. Reform Advertising … before it is too late
(medium.com, Jeff Jarvis, englisch)
Seit dem Erscheinen von Apples iOS 9 diskutiert die halbe Medienbranche über die sogenannten Content Blocker, die es erstmals ermöglichen, mit dem Browser „Safari“ ohne Anzeigen und Tracking im Internet zu surfen. Jeff Jarvis sagt: „Werbung ist kaputt, und wir Journalisten und Medien-Menschen müssen jetzt Verantwortung übernehmen und sie neu erfinden.“ Wenn das nicht gelinge, drohe das Ende des (werbefinanzierten) Online-Journalismus. Passend dazu: Die „Financial Times“ setzt künftig auch auf Sponsored Content; Margaret Sullivan, Public Editor der „New York Times“, erklärt die Bedeutung von absoluter Transparenz beim Einsatz von Native Advertising. Nichtsdestotrotz können viele Leser redaktionelle und werbliche Inhalte nicht voneinander unterscheiden.

3. Viel mehr als nur Katzenbilder
(taz.de, Daniel Bouhs)
Listicles, Quizze und viele, viele Katzen. Dafür steht Buzzfeed — so zumindest ein weit verbreitetes Klischee. Doch während die Redakteure in Deutschland tatsächlich die Aufgabe haben, in erster Linie witzige Inhalte zusammenzutragen (das Ziel: Reichweiten-Steigerung), sieht das in den USA und Großbritannien ganz anders aus. Dort wirbt Buzzfeed einige der profiliertesten investigativen Reporter von klassischen Medien ab und investiert Millionen in aufwändige Recherchen. Und nicht nur das: Aus Nordengland, Schottland und Wales sollen Buzzfeed-Mitarbeiter in Zukunft auch über den „regionalen Beat“ berichten.

4. Die ChefInnen sind die MacherInnen
(br.de, Günter Herkel, Audio, 8:19 Minuten)
Neben riesigen Redaktionen und den ganz großen Verlagen gibt es in der Printbranche auch Magazine, die von kleinen Teams in Eigenregie gestemmt werden. Malte Brenneisen und Urs Spindler haben für diese Macher ein Forum geschaffen, die „Indiecon“, ein „Festival für unabhängige Magazine“. Was wirklich indie ist und dass Heftpreise jenseits von zehn Euro Sinn machen können, erklären sie bei BR.de.

5. Schritt für Schritt zur Webreportage: StoryMap
(torial.com, Michael Penke)
Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte — egal, ob man sie auf Papier, im Radio oder als Film erzählt. Webreportagen verbinden diese Elemente und bieten Journalisten neue Möglichkeiten. Michael Penke hat ein Programm getestet, das multimediale Wisch-Reportagen ermöglicht. Und ist begeistert: „StoryMap JS ist ganz großes Kino — und das selbst auf kleinen Displays.“

6. Der Mann, der die Titelseite von „20 Minuten“ kaufen will
(watson.ch, Rafaela Roth)
Ein Student will per Crowdfunding die Titelseite der „20 Minuten“ kaufen, um auf die „Amerikanisierung des Wahlkampfs“ in der Schweiz aufmerksam zu machen. Über 67.000 Schweizer Franken hat er schon zusammen, knapp die Hälfte ist damit geschafft. Im Interview mit Watson.ch erklärt Donat Kaufmann, warum das Ganze.