„Auto Bild“, vergesslicher „Spiegel“, Nachfolge von Hans Leyendecker

1. Bild-Kampagne „Wir helfen“: Flüchtlingshilfe als PR-Instrument?
(wdr.de, Philipp Jahn und Andreas Maus, Video, 5:00 Minuten)
Im August startete die „Bild“-Zeitung die Aktion „Wir helfen“. Zahlreiche Fußballvereine wollten sich nicht für die Kampagne einspannen lassen, viele Spitzenpolitiker hatten damit offenbar weniger Probleme. Was brachte Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und sogar Gregor Gysi dazu, gemeinsame Sache mit „Bild“ zu machen? Ging es dabei wirklich um Flüchtlingshilfe, oder steckte nicht auch und vor allem ein geschicktes PR-Kalkül dahinter?

2. Diesel-Skandal: Auto Bild rudert bezüglich BMW-Abgasen zurück
(bimmertoday.de, Benny)
„Auto Bild“ meldete gestern exklusiv, beim BMW-Modell X3 gebe es ebenfalls Probleme mit einer Abgasnorm. Zwangsläufig sei der Eindruck entstanden, „dass auch BMW bei Abgastests betrogen habe“, schreibt das Autoportal „BimmerToday“. Der Aktienkurs des Konzerns litt unter der Meldung, in einer Stellungnahme musste BMW gegen die Nachricht anarbeiten. Und „Auto Bild“ zurückrudern: „Hieß es am Morgen noch ‚Exklusiv: BMW-Diesel überschreitet Abgasgrenzwerte deutlich‘, lautet die Überschrift inzwischen ‚Kein Indiz für Manipulation bei BMW‘.“

3. Der „Spiegel“ vergisst sich
(stefan-niggemeier.de, Boris Rosenkranz)
Nach dem Germanwings-Unglück stand für den „Spiegel“ fest: Der Co-Pilot „tötete, per Knopfdruck, vielleicht nur, weil er es […] konnte; ein größenwahnsinniger Narzisst und Nihilist.“ Ziemlich genau ein halbes Jahr später klingt das geringfügig anders: „In der Ermittlungsakte von [L.] findet sich keine Spur von krankhafter Selbstliebe.“ Die Rolle der Medien beschreibt der „Spiegel“ dabei so: „Nach der Tat vermuteten viele übersteigerten Narzissmus.“ Die Redaktion versuche, „pfeifend im Getümmel zu verschwinden“, schreibt Boris Rosenkranz.

4. Die Nischenreporter
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz, der das Crowdfunding der „Krautreporter“ im vergangenen Jahr schon einmal etwas vorschnell für gescheitert und das Projekt im Juni für „belanglos“ erklärte, übt nun erneut Kritik. Außerhalb der digital-medialen Filterblase habe niemand Notiz genommen, eine wirklich herausragende Geschichte sei nicht in Erinnerung geblieben. Für die Zukunft ist Jakubetz wenig optimistisch: „Dass es das Projekt doch noch in eine breite öffentliche Wahrnehmung schafft, glauben sie vermutlich nicht mal mehr selbst.“

5. Investigativ-Chef: „Süddeutsche Zeitung“ klärt Nachfolge von Leyendecker
(rnd-news.de, Ulrike Simon)
Im Sommer, beim Jahrestreffen des „netzwerk recherche“, hat Hans Leyendecker angekündigt, in absehbarer Zeit in Rente gehen zu wollen. Seitdem gibt es die Frage, wer seine Nachfolge als Leiter des Investigativressorts der „Süddeutschen Zeitung“ antritt. Ulrike Simon hätte da jemanden: „SZ“-Washingtonkorrespondent Nicolas Richter.

6. Online-Kommentator, der gutes Argument vorbringt, durch Schreibfehler als Idiot entlarvt
(der-postillon.com)