Netzpolitik im Kleinen, Kampf gegen Fakes, National Geographic

1. Auf der Suche nach dem Leck
(stuttgarter-nachrichten.de, Franz Feyder)
Am 13. Juli berichteten die „Stuttgarter Nachrichten“ über Inhalte einer nichtöffentlichen Sitzung des baden-württembergischen NSU-Untersuchungsausschusses. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft wegen Geheimnisverrats ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eröffnet. Der DJV warnt vor einer „Netzpolitik-Affäre im Kleinen“ und spricht von einem „unglaublichen Vorgang“, mit dem das Verhältnis von Journalisten und Informanten kriminalisiert werde.

2. Schreiben wir über Suizid!
(derstandard.at, Sebastian Fellner)
Zum gestrigen Welttag der Suizidprävention appelliert Sebastian Fellner, „sich vom alten Stehsatz ‚Über Suizide schreibt man nicht‘ zu verabschieden.“ Denn das Wie sei bei Berichten über Suizide „von weitaus größerer Bedeutung als das Ob.“ Fellners Forderung: „Verzichten wir auf sensationelle Berichte, und üben wir uns in Zurückhaltung bei Details. Wir erreichen täglich Millionen Menschen, also nehmen wir unsere Verantwortung wahr.“

3. Kampf dem Fake
(tagesspiegel.de, René Bosch)
Sender wie „Rossia24“, „Sputniknews“ oder „RT“ werden vom Kreml finanziert und sollen im Staatsauftrag die russische Sicht der Dinge in die Welt tragen. Mittlerweile hat sich eine Gegenbewegung formiert: Die Website dekoder.org, das ukrainische Projekt StopFake und auch die britische BBC wollen aufklären und Meinungen aus dem „liberalen russischen Sektor“ verbreiten. Dabei braucht es nicht nur Journalisten und Übersetzer, sondern auch Programmierer, um sich vor Hacker-Angriffer zu schützen.

4. Klimawandel-Leugner Rupert Murdoch kauft „National Geographic“
(sueddeutsche.de)
Mehr als 125 Jahre lang war der „National Geographic“ gemeinnützig — bis jetzt: Die von der Murdoch-Familie geleitete „21st Century Fox“ übernimmt das Wissenschaftsmagazin und andere Medien für 725 Millionen Dollar. Das US-Blog „Boing Boing“ kommentiert das so: „Climate change denier Rupert Murdoch just bought National Geographic, which gives grants to scientists“.

5. Eyewitness Media Hub launch Guiding Principles for Journalists
(medium.com, Eyewitness Media Hub, englisch)
Das „Eyewitness Media Hub“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Medien am besten mit Bildern und Videos umgehen, die nicht professionelle Kameraleute und Fotografen, sondern Augenzeugen mit ihren Smartphones aufgenommen haben: Ist das Material echt? Sind Persönlichkeitsrechte betroffen? Und wer bekommt den Credit? Antworten sollen sechs Verhaltensregeln für Journalisten geben.

6. Microsoft malt es für die BILD Zeitung nochmal auf …
(appdated.de, Bastian Ebert)
Im kostenpflichtigen „Bild+“-Bereich hatte Bild.de geschrieben, ein Microsoft-Handy „hätte keine Frontkamera für Selfie-Aufnahmen.“ Dafür gab’s vom Technik-Konzern jetzt Nachhilfe.