„Bild“ ohne Bilder, Germanwings, Pressefreiheit in der Türkei

1. Die Bild zeigt keine Fotos — wie schön!
(medium.com, Jonas Jansen)
Die „Bild“-Medien zeigen heute den ganzen Tag lang keine redaktionellen Fotos. Jonas Jansen findet, dass die Aktion nicht nur zeigt, wie wichtig Bilder sind  — „sondern auch, wie skrupellos die BILD sonst operiert“. Er präsentiert Beispiele, bei denen die Zeitung plötzlich auf jene Persönlichkeitsrechte achtet, die ihr vorher noch egal waren.

2. Presserat: Germanwings Co-Pilot durfte genannt werden
(horizont.at, Timo Niemeier)
Ein halbes Jahr nach dem Absturz der Germanwings-Maschine hat der österreichische Presserat ein medienethisches Urteil gefällt. Demnach war die Namensnennung des Co-Piloten rechtens, die Veröffentlichung der Bilder von trauernden Angehörigen verletze aber den Ehrenkodex. Ähnlich hatte im Juni bereits der deutsche Presserat entschieden.

3. „Man wartet immer bis zur Katastrophe“
(ostpol.de, Stefan Günther)
Die Fotografin Merlin Nadj-Torma besuchte bereits 2011 und 2012 ein illegales Flüchtlingscamp an der ungarisch-serbischen Grenze und ist nun wieder dorthin zurückgekehrt. Im Interview mit Stefan Günther spricht sie darüber, wie in Serbien zum Thema berichtet wird, wie sie die Berichterstattung in Deutschland sieht und wie die Flüchtlinge die Berichterstattung über sich selbst wahrnehmen. Siehe dazu auch: Der „innere Ausnahmezustand“ von „taz“-Redakteur Marin Kaul am Bahnhof Budapest-Keleti.

4. Informieren aus Verantwortung
(blog.tagesschau.de, Christian Nitsche)
Hunderttausend geflüchtete Menschen wollen nach Deutschland, das ist eine außergewöhnliche Herausforderung. „Außergewöhnlich ist auch, dass Tagesschau, Tagesthemen und tagesschau.de über viele Tage einem Thema fast alle Berichte widmen“, schreibt Christian Nitsche. Angesichts der „Komplexität, Vielschichtigkeit und Bedeutung des Flüchtlingsthemas“ hält er das aber für gerechtfertigt. Denn nicht nur Bürger, Verwaltungen und Politik seien gefordert, „auch die Medien tragen Verantwortung, wie mit dieser besonderen Situation umzugehen ist.“

5. Open letter to President Erdogan
(pen-international.org, englisch)
Die internationale Autorenvereinigung „pen“ hat einen offenen Brief an Türkeis Präsident Erdoğan geschrieben und beklagt darin „the current crackdown on freedom of expression in Turkey“. Erst vor Kurzem waren zwei britische „Vice“-Journalisten und ihr Übersetzer in der Türkei verhaftet worden. Die beiden Reporter sind inzwischen wieder frei, ihr Übersetzer befindet sich noch in Haft.

6. Wie ich daran scheiterte, bei “Hart Aber Fair” Fotos zu machen
(buzzfeed.com, Philipp Jahner)