Empörungsjournalismus, Denkfabriken, Wissenschaftslügen

1. „Die Produktion von Angst“
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Constantin Seibt schreibt über Empörungsjournalismus: „Das politische Resultat von Empörungsjournalismus ist primär Angst: die Angst, einen Fehler zu machen. Und zu deren Abwehr mehr Bürokratie. Journalismus wird zu einer teuren Sache.“

2. „Springer oder nichts“
(taz.de, Marco Wedig)
Zeitschriftenhändler, die „Bild“ nicht mehr verkaufen möchten, werden von Vertriebsfirmen unter Druck gesetzt.

3. „Die Denkfabriken der BILD Zeitung“
(hogymag.wordpress.com, almasala)
Experten, die von „Bild“ zitiert werden: „Wenn BILD ‚renommierte Experten‘ von einer ‚renommierten Denkfabrik‘ zu Wort kommen lässt, bedient sie sich stillschweigend des sogenannten Autoritätsarguments, um ihre eigene politische Sicht durch den Mund eines Experten verkünden zu lassen. Das Autoritätsargument geht von devoter Obrigkeitshörigkeit des Lesers gegenüber einem Experten aus: ‚wenn ein Experte das behauptet, wird das wohl schon richtig sein‘. Ein weiterer Vorteil von Expertenmeinungen ist, dass die Verantwortung über die Richtigkeit der Aussagen alleine beim Experten liegen. Die ohnehin verrufene BILD muss sich in diesem Fall nicht dem Vorwurf aussetzen, wieder einmal falsche Behauptungen in die Welt gestreut zu haben.“

4. „Eine süße Lüge“
(sueddeutsche.de, Lars Langenau)
Ein Ausblick auf die am 5. Juni zu sehende Dokumentation „Schlank durch Schokolade – Eine Wissenschaftslüge geht um die Welt“ (future.arte.tv): „‚Journalisten-Kollegen spielen bei dem Wissenschaftsmüll eine fragwürdige Rolle‘, sagt Onneken. Erst durch die Publikation in einem ‚Fachblatt‘ wurde ihre Studie zur Wahrheit – und die Veröffentlichung könne man sich etwa im angeblich renommierten International Archives of Medicine kaufen. Keiner prüfte die Echtheit des Instituts, keiner die dünne Auswahl an Probanden, ‚man vertraute einfach der Pressemitteilung, in der wir ein Märchen erzählt haben‘, sagt Onneken.“

5. „Es kann ein wenig lauter werden: Über das Diskutieren im Netz“
(kleinerdrei.org, Lucie)
Lucie denkt nach über Filterblasen und fragt sich, „wer denn hier eigentlich wessen Meinung ‚aushalten‘ soll“: „Sollen etwa Marginalisierte und Diskriminierte die Meinungen derer aushalten, die sie marginalisieren und diskriminieren? Ab wann halte ich eine Meinung aus? Wenn ich sie nicht mehr kritisiere?“

6. „Webmaster sammelt auf örtlicher CSU-Seite weiter Journalismus-Zitate“
(merkur.de, Daniel Krehl)
Siehe dazu auch „CSU schaltet neue Homepage frei“ (merkur.de, Stephen Hank, 19. April), „Pegida-Programm auf CSU-Homepage gepostet“ (merkur.de, Kathrin Brack, 16. April) und „Medienschelte auf Homepage der Kreis-CSU“ (merkur.de, Stephen Hank, 14. April).