Hochschlafen, RBB, Rhein-Zeitung

1. „Zufall, Schuld, Depression“
(zeit.de, Thomas Fischer)
Die Behauptung der Medien, bei einem Unglück komme es nun „auf höchste Geschwindigkeit der Aufklärung an“: „Das mag vielleicht im Einzelfall einmal zutreffen, wenn es um offenkundig vom Einzelfall unabhängige Zusammenhänge geht. In der Regel ist die Behauptung aber ebenso falsch wie nutzlos und im Übrigen eher zynisch: Sie behauptet, für die Angehörigen der Opfer zu sprechen. Das ist nicht zutreffend. Ich bin in meinem Leben mehrfach mit dem plötzlichen Tod von Angehörigen oder Freunden konfrontiert worden. ‚Schnelligkeit‘ der Ursachenklärung war wahrlich das Letzte, was ich in diesen Situationen erwartete.“

2. „Hochgeschlafen“
(nzz.at, Sara Hassan)
Sara Hassan befasst sich mit dem Vorwurf an erfolgreiche Frauen, sich „hochgeschlafen“ zu haben: „Nehmen wir zwei Praktikanten an. Simon, 22, bekommt nie zu hören, was Valerie, 22, zu hören bekommt. Für Simon und alle um ihn herum ist es die normalste Sache der Welt, zu netzwerken. Valerie ist, wenn sie dasselbe tut, eine – pfui! – Karrieristin. Und, mehr noch, das Socializen hat unwillkürlich einen sexuellen Touch. Und ist plötzlich etwas Anstößiges. Eine junge, vielleicht sogar noch attraktive, Frau sitzt mit einem älteren Kollegen da – das Klischee ist perfekt, der Kontext plötzlich ein Date, und hier geht es nunmal ums Flirten und damit um Sex. Um den Einsatz erotischen Kapitals.“

3. „Warum subventioniert der RBB einen privaten Verlag?“
(opinion-club.com, Falk Heunemann)
Die Kooperation zwischen der öffentlich-rechtlichen RBB-Abendschau und der privaten „Berliner Morgenpost“: „Wenn der RBB nun journalistische Beiträge der Mopo zur Verbreitung überlässt, subventionieren damit die Gebührenzahler in Berlin und Brandenburg einen Verlag, der im harten Wettbewerb auf dem Berliner Zeitungsmarkt um neue Leser kämpft.“

4. „März 2015: Rhein-Zeitung.de mit 43 Prozent Minus. Fühlt sich dennoch gut an“
(blog.rhein-zeitung.de, Marcus Schwarze)
Die „Rhein-Zeitung“ präsentiert Besucherzahlen nach Einführung einer Bezahlschranke: „369 Jahres-Web-Abos sind im Vergleich zu 170.000 Print-Abos gering. Allerdings darf man bei der Bewertung dieser Zahl nicht vergessen, dass sich auch 34.100 Abonnenten für unser Webangebot freigeschaltet haben.“

5. „Meinungsfreiheit: Generation Angst“
(novo-argumente.com, Jennie Bristow)
Jennie Bristow betrachtet die Meinungsfreiheit als Generationenfrage: „Von Kindesbeinen an werden junge Menschen ermutigt, sich auszudrücken, die eigene Identität zu entfalten und an Diskussionen über die Welt, in der sie leben, teilzunehmen. Aber die geforderte Selbstverwirklichung ist recht zerbrechlich. Bei Kritik hört sie in der Regel auf.“

6. „Vorstandschefs: ‚In der Sansibar bekommen die Ruhigen keinen Tisch‘ – Buchauszug“
(blog.wiwo.de/management, Ursula Weidenfeld)
„Glaubwürdigkeit ist enorm wichtig“, sagt „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann in einem Interview für ein Buch. Und: „In dem Moment, wo ein Anwaltsschreiben von wem auch immer kommt, bin ich nicht mehr erreichbar. Ab dann geht alles an die Rechtsabteilung. Dann ist da mit mir nicht mehr zu reden. Egal, ob ich mit jemandem befreundet bin oder nicht.“