Deutungsmonopol, Frohsinn, Prinzessinnenreporter

1. „Ärger mit der ‚Lügenpresse'“
(nzz.ch, Heribert Seifert)
Wie deutsche Journalisten über das Bündnis Pegida schreiben: „Die Aufklärer, die hier auftreten, reden im Gestus strenger Kolonialoffiziere, die ihren noch immer nicht diskurshygienisch stubenreinen Eingeborenen die Leviten lesen, aber auf keinen Fall zuhören wollen. ‚Die Ansage muss lauten: ‚Jetzt hört ihr mal zu. Und zwar richtig.“ (‚Süddeutsche Zeitung‘) Das argumentative Inventar, mit dem hier ein Deutungsmonopol verteidigt wird, ist mit seinem phrasenhaft erstarrten, abstrakten moralischen Universalismus nicht nur bemerkenswert ausgezehrt, sondern zeigt gelegentlich Züge unfreiwilliger Komik. “

2. „Die Frohsinns-Lawine“
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm „gönnt Düsseldorf jeden Moment des Frohsinns. Aber ist es notwendig, weite Teile des öffentlich-rechtlichen Abendprogramms über Wochen mit lokalem Brauchtum zu fluten? Brauchtum auf dem Niveau einer Après-Ski-Party in Saalbach-Hinterglemm?“

3. „Eine Hand hypt die andere“
(comiksdebris.blogspot.de, Marc-Oliver Frisch)
Marc-Oliver Frisch widmet sich Interessenskonflikten in der Berichterstattung über Comics: „Die Entscheidung eines FAZ-Redakteurs, ausgerechnet einen Comic in die Zeitung zu nehmen, an dessen Veröffentlichung er selbst beteiligt ist, wirkt unglücklich, selbst wenn man allen Beteiligten nur die besten Absichten unterstellt. (…) Immerhin klärt Platthaus—einmal in der Besprechung selbst, einmal im Kleingedruckten—den Leser über seine Verstrickung auf. Auch das ist leider keine Selbstverständlichkeit.“

4. „Why I have resigned from the Telegraph“
(opendemocracy.net, Peter Oborne, englisch)
In einem langen Artikel erzählt Peter Oborne, warum er beim „Telegraph“ gekündigt hat: „If advertising priorities are allowed to determine editorial judgments, how can readers continue to feel this trust? The Telegraph’s recent coverage of HSBC amounts to a form of fraud on its readers. It has been placing what it perceives to be the interests of a major international bank above its duty to bring the news to Telegraph readers.“

5. „Europäischer Polizeikongress: Wir würden ja gerne über die Überwachungsmesse berichten, dürfen aber nicht“
(netzpolitik.org, Andre Meister)
Wie es Andre Meister ergeht, als er sich für Netzpolitik.org beim Europäischen Polizeikongress akkreditieren möchte.

6. „Prinzessinenreporter – Wo Prinzessinnen berichten“
(prinzessinnenreporter.de)