Uwe Ostertag, TV-Quoten, Russland

1. „Ich bin der Troll“
(faz.net, Timo Steppat)
Timo Steppat besucht Uwe Ostertag, der jeden Tag Hunderte von Kommentaren unter die Artikel der Zeitungs-Websites schreibt: „Jeden Morgen um halb acht, wenn sein 18-jähriger Sohn zur Schule gegangen ist, setzt sich Ostertag auf das Sofa. Er klappt den Laptop auf und liest, was in der Welt passiert. Dann beginnt das, was er seine Arbeit nennt. (…) Uwe Ostertag balanciert auf einem schmalen Grat: Geht er in seinem Beitrag zu weit, löscht ihn Porzky. Ist er zu zahm, sagt er, findet er keinen Zuspruch bei den anderen Lesern.“

2. „Ich bin die Quote“
(medienwoche.ch, Nik Niethammer)
Der Haushalt der Familie von Nik Niethammer wird ausgewählt, TV-Quoten zu messen: „Es wäre einfach, das System zu manipulieren, wollte ich es denn. Meine Freunde Viktor Giacobbo und Mike Müller unter Quotendruck? Kein Problem: Schnell die Tasten aller Haushaltbewohner – also auch die unserer Kinder – gedrückt, dazu vier Klicks auf ‚Gäste weiblich‘ und ‚Gäste männlich‘, und die tatsächlich zuschauende Zahl von Personen wäre sieben Mal höher. Wäre.“

3. „‚Neutralität ist keine Option'“
(tageswoche.ch, Simon Jäggi)
Kriegsreporter Kurt Pelda erzählt von seiner Reise nach Syrien: „Mein Geld steckt in meiner Ausrüstung, Ersparnisse habe ich keine. Wenn wir meine Steuererklärung anschauen würden, wäre ich in der Nähe der Armutsgrenze.“

4. „‚Die Berichterstattung unterscheidet sich kaum von den Statements der Politik'“
(heise.de/tp, Marcus Klöckner)
„Westliche Medien, aber auch Experten und Geheimdienste“ hätten die Reaktion Russlands im Konflikt mit der Ukraine nicht vorhergesehen, sagt Friedensforscher Lutz Schrader: „Doch dafür wäre eine grundsätzlich andere Berichterstattung nötig gewesen. Anstatt unablässig westliche Vorurteile gegenüber Russland zu bestätigen, sollten sich die hiesigen Medien darum bemühen, das riesige und in sich sehr widersprüchliche Land – auch seine Träume und Ängste – zu verstehen und den Deutschen und Westeuropäern näher zu bringen.“

5. „Wie es sich dieser Tage anfühlt, ein Journalist zu sein“
(mitvergnuegen.com, Thilo Mischke)
Thilo Mischke verabschiedet sich von Print: „Ich gehe nicht zum Kiosk, um eine Zeitung zu kaufen. Ich lese die Website. Nein, selbst das ist gelogen. Ich lese Reddit. Nur. Das finde ich großartig.“

6. „Sommersprossenalbino“
(haessy.de)