Judith Rakers, Thorsten Legat, Ebola

1. „Ein Koffer voller Mitleid: Judith Rakers im Betroffenheits-TV“
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader schaut „Schicksal Armutsfalle – mit Judith Rakers“ (ndr.de, Video, 28:57 Minuten): „Diese halbe Stunde festzementierte Chancenlosigkeit ist eine unfassbare Herabsetzung all derer, die daran glauben, dass es sich zu kämpfen lohnt, um die eigene Situation zu verbessern – und auch deshalb so perfide, weil sich Rakers am Ende wieder den Blazer überstreift, um sich im selben Ton, mit dem man Kleinkinder tröstet, die gerade vom Dreirad gekippt sind, von ihrer Protagonistin zu verabschieden: ‚Danke, dass ich in dein Leben gucken durfte.'“

2. „‚Krone‘ zündelt mit unwahrer Titelstory gegen Asylwerber“
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Die „Kronen-Zeitung“-Titelgeschichten „Für Flüchtlinge Frau gekündigt“ und „Zweihundert Wohnungen an Flüchtlinge“ in der Analyse von Hans Kirchmeyr.

3. „Ebola-Falschmeldung verbreitet sich rasant“
(merkur-online.de, Patrick Wehner)
Ein Mann aus Somalia muss sich am Hauptbahnhof in München übergeben, worauf Ebola-Fehlalarm ausgelöst wird: „Die Medienhäuser ließen ihre Reporter in Scharen ausschwärmen. Mit Kameras, Fotoapparaten und nett gemeinten Wünschen, gesund zu bleiben. Dass es in Somalia zwar alles Mögliche gibt, wie zum Beispiel Hungersnöte und Warlords, aber bislang nicht einen einzigen Ebola-Fall: wurscht.“

4. „Legats falsche Freunde“
(reviersport.de, Ulrich Homann)
Ulrich Homann kommentiert die „Bild“-Titelschlagzeile „Bundesliga-Star Thorsten Legat (45): Mein Vater hat mich sexuell missbraucht!“.

5. „Fokussierung auf hochwertige Publizistik“
(nzz.ch, Etienne Jornod)
Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod bezeichnet „die Herstellung hochwertiger journalistischer Angebote“ sowie „Relevanz, profilierte Meinungen und Recherche“ als das Kerngeschäft der NZZ-Mediengruppe: „Wir haben viel Zeit verloren. Entsprechend müssen wir nun rasch und entschieden, aber auch mit grosser Sorgfalt reagieren. Eine Lehre ist, sich frühzeitig mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Ich kenne keine andere Industrie, die so wenig in Forschung und Entwicklung investiert wie die der Medien. Die Medienbranche hat ihre eigene Revolution verschlafen.“

6. „Erneute Attacke auf RUNDSCHAU-Redaktion“
(lr-online.de, Sascha Klein)
Die Lokalredaktion der „Lausitzer Rundschau“ in Spremberg wird mit Naziparolen verunstaltet. „RUNDSCHAU-Chefredakteur Johannes M. Fischer verurteilte die Tat: ‚Der Überfall hat offenkundig mit unserer Berichterstattung über einen Prozess gegen gewalttätige Neonazis zu tun. Es bleibt dabei: Einschüchterung funktioniert bei uns nicht. Wer uns schlagen will, trifft sich selbst.'“ Siehe dazu auch „Nicht mit uns!“ (lr-online.de, Johannes M. Fischer).