Sven Lau, Jakob Augstein, Win-Win-Situationen

1. „Künstliche Aufregung um etablierte Praxis“
(medienwoche.ch, Karin Müller)
„Wir alle müssen uns von einem Journalismus verabschieden, der aus zwei Werten bestand: Qualität und Unabhängigkeit“, schreibt Ex-Journalistin Karin Müller. „Auch ich bin abgewandert und versuche nun für meine Mandanten Win-Win-Situationen bei den Verlagen herauszuholen. Im Lifestyle-Bereich ist die Sache ziemlich korrupt. Wer eine bestimmte Anzahl Inserate bucht, bekommt Zusagen über redaktionelle Beiträge.“

2. „Vor- und Nachruf auf Frank Schirrmacher“
(umblaetterer.de, Josik)
Für den „Spiegel“-Nachruf auf Frank Schirrmacher verwendet Jakob Augstein Sätze, die er bereits 2012 so ähnlich im „Freitag“ veröffentlicht hatte.

3. „Der ‚Hilfspolizist'“
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Wie zwei verschiedene Journalisten reagieren auf Auskunftsbegehren der Behörden zu Sven Lau. „Noch immer haben Pressemenschen ein Zeugnisverweigerungsrecht, noch immer haben sie ihre Informanten zu schützen, noch immer ist es nicht ihre Aufgabe, Beschuldigte zu belasten.“

4. „eBook Reader Test der Computerbild sieht Tolino Vision vorne“
(lesen.net, Johannes Haupt)
Ein E-Book-Reader-Test in der „Computer Bild“. „Test-Sieger darf sich der Tolino Vision nennen, Preis-Leistungs-Sieger ist der Kindle (49 Euro). (…) Gewissermaßen prämiert die Computerbild hier ihr eigenes Gerät. Denn der Axel-Springer-Verlag ist über seine Beteiligung an Tolino-Partner buecher.de selbst ein Teil der Allianz, auf ebook.bild.de sind Tolino Vision und Tolino Shine mit voreingestelltem Bild eBook Store erhältlich.“

5. „Das böse, böse Amazon“
(buggisch.wordpress.com)
Christian Buggisch liest im Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“ einen Text über Amazon: „‚Der Tag muss kommen, da Amazon seine Macht einsetzen wird, um Geld zu verdienen; der Tag, da hinter den lächelnden Pappschachteln Amazons wahres Gesicht zum Vorschein kommt.‘ Himmel hilf! Rette sich, wer kann, vor einem Unternehmen, das Geld verdienen will!“

6. „Verliebt am Pool“
(11freunde.de, Dirk Gieselmann)
Dirk Gieselmann notiert eine „Hofberichterstattung“ und einen „distanzlosen Ranschmeißjournalismus“ in der Berichterstattung von ARD und ZDF zur Fußball-Weltmeisterschaft. „Sportlich läuft es gut, und das ist auch durchaus wünschenswert. Aber es ist kein Grund für die Sender, derart affirmativ zu Werke zugehen, dass man glauben könnte, sie seien der verlängerte Arm der DFB-Pressestelle.“