Urheberrecht, Politpunks, Terrorgedanken

1. „Das ist heftig: Die Viralseiten-Macher und ihr Verhältnis zu Urheberrechten“
(http://www.rhein-zeitung.de, Lars Wienand)
„Die Wahrung der Urheberrechte hat bei uns Priorität“, behaupteten die Macher von heftig.co bei ihrem Gang an die Öffentlichkeit. Wienand fragt nach und bekommt im Detail eine ganz andere Antwort: „‚Beckmesserisch‘ sei die Frage – also kleinlich und pedantisch. ‚Es ist doch für jedermann klar erkennbar, dass die meisten Inhalte bei Viralnova selbst von anderen Webseiten kopiert sind. Also verfügt Viranova offenbar selbst in der Regel gar nicht über die Rechte.'“

2. „Mehr Punk, weniger Hölle!“
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Die Bankenkrise spülte den Komiuker und Anarchisten Jon Gnarr in das Amt des Bürgermeisters von Reykjavik. Mit erstaunlichem Erfolg. „Jon ist wie eine gute Grossmutter: Er macht sehr viel aus sehr wenig. Wir zeigten, dass man viel Spass haben kann, auch ohne Geld. Das gilt auch für die Revolution: Jon und wir redeten grundsätzlich mit allen. Man kann auch das Klassensystem einreissen ohne Geld.“

3. „Der Terror und ich'“
(http://www.zeit.de/zeit-magazin/, Yassin Musharbash)
Der Journalist Yassin Musharbash reflektiert darüber, wie und wieso er die Geschichte der Anschläge vom 11. September 2001 ergründet: „Ich glaube, dass wir alle vorher mehr Grautöne akzeptiert haben. Ich glaube, dass 9/11 der Tag war, an dem das Graue starb. An dem wir uns, eher unwissentlich und kaum spürbar und manche eifriger als andere, zum Teil als Individuen, zum Teil als Staaten oder Gesellschaften, plötzlich ausgerichtet haben wie Eisenspäne unter dem Einfluss eines Magnetfeldes.“

4. „Vor dem Bildschirm lernen“
(sueddeutsche.de, Marion Neumann)
Die Süddeutsche Zeitung wirft einen Blick aufs Kinderprogramm im deutschen Fernsehen. „Doch auch, wenn genügend Angebot vorhanden ist – kommen Armins und Willis wirklich gegen Disney-Superhelden an? ‚Kinder müssen erst einmal erfahren, dass diese Art von Fernsehen attraktiv sein kann. Die Eltern müssen sie daran heranführen‘, erklärt Götz.“

5. „Nö. Tschö.“
(lawblog.de, Udo Vetter)
Dass die Generalbundesanwaltschaft nicht in der NSA-Affäre ermitteln will, stößt bei Strafverteidiger Udo Vetter – gelinde gesagt – auf Unverständnis: „Aber wenn der Generalbundesanwalt sich lächerlich machen und – leider – das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Justiz weiter untergraben will, bitteschön. Möglicherweise haben wir ja ohnehin mit nichts anderem gerechnet.“

6. „Geheimwissen um Katzenbilder erreicht die Massenkultur“
(irights.info, Dirk von Gehlen)
Dirk von Gehlen sieht in dem Spiel mit Memen eine neue Art des Fernsehens, das von Moderatoren wie Jimmy Kimmel gepflegt wird. „Er hatte keine ahnungslosen Passanten in der Fußgängerzone in die Irre geführt, sondern mit den gängigen Mechanismen der Web-Öffentlichkeit gespielt. Das ist auch deshalb spannender, weil es das Risiko des Scheiterns in sich trägt.“