Aprilscherz, JVA Landsberg, Presseausweise

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Tabu spielen im Knast“
(sueddeutsche.de, Stefan Mayr)
Mehr als 150 Journalisten drängen in die JVA Landsberg, um einen „Gefängnis-Rundgang mit anschließender Fragestunde“ zu absolvieren. „Was folgt, ist ein einstündiger Frage-Antwort-Reigen, der an das lustige Gesellschaftsspiel ‚Tabu‘ erinnert. Alle reden über Uli Hoeneß, aber keiner darf den Namen Uli Hoeneß nennen.“

2. „Facebook: Wenn dich die Kommentarflut überrollt…“
(freiepressevolontaere.wordpress.com, Cornelia Hennersdorf)
Cornelia Hennersdorf schildert, wie die Redaktion der „Freien Presse“ mit Facebook-Kommentaren umgeht und fragt: „Wie soll es eine kleine Online-Redaktion mit wenigen Mitarbeitern schaffen, die Posts aller spannenden, kontroversen Themen rund um die Uhr zu kontrollieren?“

3. „Mehr als eine Rabattkarte“
(taz.de, Daniel Bouhs)
Presseausweise in Deutschland: „‚Jeder kann sich eine Karte drucken und darauf ‚Presseausweis‘ schreiben‘, skizziert Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) den Status quo, auch wenn in der Praxis noch immer eher die Ausweise akzeptiert werden, die sein DJV und fünf weitere Verbände ausgeben.“

4. „Konkurs von Radio 3fach: Mässiger Aprilscherz“
(werbewoche.ch)
Radio 3fach macht „in einer Medienmitteilung die Einstellung des Betriebs noch für den Montag“ bekannt und stellt vorübergehend den Sendebetrieb ein. „Auf die ausdrückliche Frage, ob es sich um einen Aprilscherz handle, sagte Programmleiter Dani Glur gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, es handle sich um keinen Scherz.“ Die Aktion stellt sich dennoch als Aprilscherz heraus, was die Verantwortlichen der Nachrichtenagentur erzürnt. Chefredakteur Bernard Maissen: „(…) in einer Zeit, in welcher der Journalismus ein grosses Glaubwürdigkeitsproblem hat, leistet ihr der Branche einen Bärendienst, wenn ihr Kollegen einfach anlügt.“

5. „Ulli Potofski: ‚Die Pöbler tun mir leid'“
(dwdl.de, Manuel Schumann)
Fußball-Kommentator Ulrich Potofski glaubt die Fußballfans zu kennen: „Der gemeine Fußballfan kennt kein Grau, sondern nur Schwarz und Weiß. Daran orientieren sich folglich auch diejenigen, die die Konsumenten bedienen, also wir Sportjournalisten. Drei Punkte, Top-Tabellenplatz, alles geil, Trallala. Oder eben das Gegenteil: Derbypleite, Scheiß-Millionäre, Trainer raus! Profifußball ist nun mal ein stellvertretendes Element unserer Gesellschaft.“

6. „Schau! Mich! An!“
(diepresse.com, Julia Ortner)
Julia Ortner denkt nach über das Angesehenwerden im Fernsehen: „Das Nichts überwinden. Größer als die Wirklichkeit – das macht das Fernsehen aus jenen, die öfter auf dem Schirm zu sehen sind. Oder anders gesagt: Wer auf dem Bildschirm zu sehen ist, der spürt das Sein so richtig und überwindet das Nichts.“